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Zwerge mischen EM-Karten neu

Irland
22.06.2016
Von Jürgen Herda und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Ungarn, Island und Irland auch im Achtelfinale keine Opfer
Die Achtelfinals stehen: Faustdicke Überraschungen inbegriffen. Dass Italiens B-Elf Irland beim 0:1 noch mit durchschleußt: geschenkt. Dass Österreich trotz Brechstange am Packeis Islands abprallt: tragikomisch. Dass Schwedens Goldsenior Zlatan Ibrahimović auch im dritten Gruppenspiel gegen Belgien nichts zerreißt: welche Überraschung! Doch dass die Mannschaft, deren Trainer alles andere als den EM-Titel als herbe Enttäuschung deklariert, ohne Sieg als Dritter durchrutscht, ist allen Ronaldo wert.
Galerie
Schwedens Goldesel Zlatan Ibrahimović geht auch im dritten Gruppenspiel gegen Belgien leer aus.

Samstag, 25.06.2016:
Schweiz - Polen 15.00 St. Étienne
Wales - Nordirland 18.00 Paris
Kroatien - Portugal 21.00 Lens
Sonntag, 26.06.2016:
Frankreich - Irland 15.00 Lyon
Deutschland - Slowakei 18.00 Lille
Ungarn - Belgien 21.00 Toulouse
Montag, 27.06.2016:
Italien - Spanien 18.00 St. Denis
England - Island 21.00 Nizza
Lille (dpa) -Lyon (dpa) - Belgien und Irland haben die letzten zwei Tickets für das Achtelfinale bei der Fußball-Europameisterschaft gelöst. Die Belgier kamen am Abend zu einem 1:0 gegen Schweden und schlossen die Gruppe E als Zweiter ab. Die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots trifft in der K.o.-Runde am Sonntag auf Ungarn. Irland schaffte durch ein 1:0 gegen Gruppensieger Italien als Dritter den Sprung unter die besten 16 Teams. Im Achtelfinale ist am Sonntag Gastgeber Frankreich der Gegner. Durch Irlands Sieg schied die Türkei aus, die zuvor viertbester Gruppendritter war.

Ungarn steht als Sieger der Gruppe F im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Das ungarische 3:3 gegen Portugal in Lyon reichte beiden Teams zum Weiterkommen. Portugal spielt nun am Samstag in Lens als einer der besten Gruppendritten gegen Kroatien. Ungarn trifft in Toulouse auf den Zweiten der Gruppe F. Island wurde nach dem 2:1 gegen Österreich in Saint-Denis Gruppenzweiter und spielt am Montag in Nizza gegen England. Österreich scheidet als Tabellenvierter sieglos aus.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt im EM-Achtelfinale am Sonntag um 18.00 Uhr (live in ZDF und F.A.Z.-Liveticker) in Lille gegen die Slowakei. Durch das 3:3 von Portugal gegen Ungarn und das 2:1 der Isländer gegen Österreich schied Albanien aus. Der Dritte der Gruppe A wäre auch ein möglicher deutscher Gegner gewesen, muss aber nach drei Tagen Wartezeit aus Frankreich abreisen.

Deutsche Revanche für Testspiel-Niederlage?
Die Slowakei, nach einem 0:0 gegen England Dritter der EM-Gruppe B, war vorletzter deutscher EM-Testgegner gewesen. In Augsburg setzte sich das Team um Marek Hamsík am 29. Mai in einem von heftigen Unwettern beeinträchtigen Spiel überraschend mit 3:1 durch. Joachim Löw hatte mitten im Trainingslager allerdings nicht sein bestes Team aufgeboten. Die Gesamtbilanz der DFB-Elf gegen die Slowaken ist aber positiv. In zehn Spielen gab es sieben Siege und drei Niederlagen. Der letzte Erfolg datiert vom 6. Juni 2007, als es in der EM-Qualifikation ein 2:1 in Hamburg gab.
Stimmungskanonen im deutschen Lager: Schweini, Poldi und Supermario im Wartestand.

Die Achtelfinals präsentieren nun einen kuriosen Turnierbaum: In der einen Hälfte ermitteln die sechs ehemaligen Welt- oder Europameister Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und England, Slowakei (als Teil der CSSR) einen Endspielteilehmer, unter den anderen acht Teams befindet sich derweil kein einziger früherer Titelträger.

Italien: Bestrafung für Gruppensieg
Mit großer Sorge blickt die Squadra Azzurra schon auf den Beginn der K.o.-Runde. Italiens Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ titelte am Mittwoch: „Mamma, La Spagna!“ Italien muss im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Spanien antreten - obwohl man sich als erstes Team als Gruppensieger für die nächste Runde qualifizierte. Das französische Fachmagazin „France Football“ prophezeite dem EM-Gastgeber: „Ein machbares Achtelfinale, danach die Hölle.“ „Absurd: Die besten Mannschaften sind alle auf einer Seite“, schreibt Italiens „Gazzetta dello Sport“.

„Wenn wir Spanien schlagen, wartet im Viertelfinale wahrscheinlich Deutschland. Erst der Europameister, dann der Weltmeister, wir sind Gruppenerster und werden bestraft“, beschwerte sich auch der „Corriere dello Sport“.

Löw: „Das sind für mich die tollen Spiele“
Angesichts der anstehenden Kraftproben freut sich zumindest Bundestrainer Joachim Löw: „Das sind für mich die tollen Spiele. Da geht es wirklich um viel, die Spannung ist da“, sagte er. Die Sorgen sind dagegen auch beim Gastgeber groß. Im Achtelfinale wird die Equipe Tricolore im Duell mit Irland zwar noch auf einen vergleichsweise schwächeren Gegner treffen. Doch in Frankreich beschäftigt man sich schon mit dem möglichen Viertelfinale gegen England. Und schließlich könne das Team im Anschluss ja „dann auf Italien, Deutschland oder Spanien im Halbfinale“ treffen, schrieb „France Football“. „Wir sind noch sehr, sehr weit weg, von einem Finale am 10. Juli im Stade de France zu sprechen.“
Aus, das Spiel ist aus: Der Österreicher David Alaba nach dem 2:1 für Österreich verloren gegangenen Spiel.

Einen deutlich entspannteren Weg könnten dagegen die bisher so überzeugenden Waliser haben. Im Achtelfinale im Pariser Prinzenpark treffen Gareth Bale und seine Kollegen auf Nordirland. Auch im Viertelfinale wartet definitiv keine Übermannschaft, der Gegner würde dann Ungarn oder Belgien heißen. „Wen auch immer wir kriegen, wir werden uns gut darauf vorbereiten. Wir sind da nicht wählerisch“, sagte Kapitän Ashley Williams der BBC. Dass die Waliser bisher so gut spielen, passt vor allem dem großen Nachbarn nicht.

Kroatien zum neuen Geheimfavoriten ernannt
Auch England debattiert jetzt schon über ein mögliches Viertelfinale gegen Frankreich, dass man sich mit einem Sieg gegen den deutschen Achtelfinalgegner Slowakei hätte ersparen können. „Wenn wir gegen sie spielen, wird es interessant“, meinte Englands Coach Roy Hodgson.

Wie sehr die K.o.-Runde den Erfolgsweg eines Überraschungsteams begünstigt, wird auch am Beispiel Kroatiens deutlich. Die Mannschaft von Trainer Ante Cacic zählt spätestens nach dem 2:1 gegen Spanien am Dienstag zu den Geheimfavoriten. Im Achtelfinale trifft Cacics Team aber nun immerhin auf das noch sieglose Portugal.

 

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