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Zarasai

Litauen, Zarasai
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"Zarasai" ist eine Stadt im äußersten Nordosten Litauens mit etwa 8.000 Einwohnern. Sie ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Die Stadt liegt in einer Wald und Seen reichen, hügeligen Landschaft. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Seen Zarasas, Zarasaitis, Baltas und Griežtas. Zarasai wird von der Fernverkehrsstraße A6/E262, von Kaunas nach Daugavpils, durchquert.

Die erste bekannte Erwähnung des Ortes stammt aus dem 15. Jahrhundert. Auf Karten des 17. Jahrhunderts erscheint der Ort unter dem Namen "Jeziorosa" - der Name wird auf die ursprünglich hier siedelnden Selonen zurück geführt.Aleksandras Vanagas. "Lietuvos miestų vardai". Vilnius 1996 Auf der im See Zarasas gelegenen Insel existierte wohl bereits in früherer Zeit ein Kloster, das allerdings 1520 aufgelöst wurde. Die Kirche der Ansiedlung wurde dann an das Seeufer verlegt. Im 17. Jahrhundert hatte der Ort etwa 800 Einwohner, fünf Straßen und einen Gasthof. Durch den Großen Nordischen Krieg und der durch ihn ausgelösten Seuchen (1708–11) wurde der Ort annähernd entvölkert und erst zum Ende des 18. Jahrhunderts lebten Handel und Handwerk wieder auf.

1795 fiel er mit der Dritten Polnischen Teilung an das Russische Zarenreich und hatte zu dieser Zeit etwa 300 Bewohner. Nach erneuten Zerstörungen während des Russland-Feldzugs Napoleons 1812 nahm die Stadt im weiteren 19. Jh. einen starken Aufschwung als Marktort an der Poststraße St. Petersburg - Warschau. Ein treibendes Element war dabei die Zuwanderung von Juden nach Zarasai. Noch bis 1794 lebte lediglich eine jüdische Familie, die Betreiber des bischöflichen Wirtshauses, in der Stadt. Durch den Zuzug von Juden aus Polen, Russland und auch litauischen Städten wie Trakai wuchs ihre Zahl bis 1837 auf 370, 54 der 94 Häuser des Städtchens bewohnten Juden Laima Raubiškienė. "Zarasai laiko vilnyse". Utena 2006, S. 53 f.. Bereits 1836 war sie anlässlich des Besuchs des russischen Zaren Nikolaus I. nach dessen ältesten Sohn in "Nowoaleksandrowsk" () umbenannt worden und behielt diesen Namen bis 1918. Derselbe Nikolaus I. gewährte den Juden 1834 im Russischen Reich auch Steuernachlässe und Wehrdienstverschonung, wenn sie sich in dünn besiedelten Gegenden ansiedelten. Die meisten Juden in Zarasai verdingten sich als Kleinhändler und Wirte, die ärmeren zogen als fahrende Händler über das Land. Bis 1903 stieg die jüdische Bevölkerung auf 4.552 Personen, zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Es gab zwei Synagogen, sechs Beträume, zwei Schulen und zwei Badehäuser.

1872 bekam die Stadt Zarasai ihre heutige Gestalt mit einem in Litauen einmaligen, von einem zentralen Platz radial verlaufenden Straßennetz. Die Stadt erhielt nach dem Ersten Weltkrieg den Namen "Ežerėnai", den sie bis 1929 behielt.; Nach dem Befreiungskrieg 1919/20 fand sich Zarasai im äußersten Nordosten des Landes wieder, unweit der wenig durchlässigen Grenzen zu Lettland und Polen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung wurde dadurch unterbrochen.

Die deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg bedeutete das Ende der jüdischen Besiedlung der Stadt, die bis dahin einen großen Teil der Bevölkerung gestellt hatte. Die deutschen Behörden trieben die Juden der Region zum Forsthaus des Pažemis-Waldes und am 26. August 1941 erschoss ein Rollkommando des EK. 3 der SS unter der Führung von Obersturmbannführer Hamann 2.569 Juden aus Zarasai und Umgebung im Wald von Krakynė. Eine andere Quelle spricht sogar von 8.000 Toten J. Nemanis. "Zarasų rajonu kultūros paveldas". Zarasai, 1994, S.34. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten einige Überlebende zurück, allerdings lebten (auch aufgrund von Emigration nach Israel) 1979 nur noch 23 Juden in Zarasai, 1989 nur noch 14Laima Raubiškienė. "Zarasai laiko vilnyse". Utena 2006, S. 57.

Politik
Wappen
Blasonierung: "In Blau über durch eine silberne Leiste abgeteiltem schwarzen Schildfuß, darin ein linksweisendes silbernes Flammenschwert, schwebend ein silbernes Fabelwesen aus Rehbockrumpf und Fischkörper, darüber eine goldene Scheibe."

Wappenerklärung: Das Fabelwesen symbolisiert den Wald-, Wild- und Fischreichtum der Stadtumgebung, die Scheibe die Sonne, das Flammenschwert weist auf Schlachten und Rechtsprechung in der Stadtgeschichte hin. Nach Litauens Unabhängigkeit wurde das Wappen am 7. März 1996 offiziell eingeführt.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 18.01.2020 20:50 von den Wikipedia-Autoren.
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