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Wien

Österreich, Wien
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"Wien" ist die Bundeshauptstadt und zugleich eines der neun Bundesländer Österreichs. Die Stadt ist mit rund 1.690.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, im Großraum Wien leben mit etwa 2,4 Millionen Menschen mehr als ein Viertel aller Österreicher. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Wien die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union. Mit dem Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) ist die Stadt einer der vier offiziellen Amtssitze der Vereinten Nationen. Weitere bedeutende internationale Organisationen mit Sitz in Wien sind etwa die OPEC, die OSZE und die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO). Die IAEO und die UNO haben einen eigenen Gebäudekomplex, die sogenannte UNO-City im Zentrum eines Stadterweiterungsgebietes in der Nähe der Donau.

Die Stadt Wien war jahrhundertelang das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches und damit "kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt" der Habsburger und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas. Als vierte Stadt der Welt, nach London, New York und Paris, zählte Wien zwei Millionen Einwohner. Nach Ende des Ersten Weltkrieges hat Wien allerdings rund ein Viertel der damaligen Einwohnerschaft verloren. Die Altstadt Wiens, die nach wie vor von der Habsburger Herrschaft zeugt, sowie das Schloss Schönbrunn wurden auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und vielen anderen Sehenswürdigkeiten eines der Wahrzeichen Wiens, steht als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche im Zentrum von Wien.

Geografie
Wien ist mit einer Fläche von 414,65 km² das kleinste Bundesland Österreichs. Außerdem ist es das einzige Bundesland, das über keine Grenze zu einem Nachbarstaat verfügt. Aufgrund seines Sonderstatus als Bundesland und Statutarstadt zugleich verfügt Wien unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen gemessen an seiner Größe. 11,3 % der Gesamtfläche sind bebautes Land, 11,1 % Straßenverkehrsflächen und 2,2 % Gleiskörper. Zugleich ist Wien auch das Bundesland mit dem größten Anteil von Gartenflächen, die 28,4 % oder 117,76 km² ausmachen. Was Gewässer betrifft (4,6 % oder 19,1 km²), so verfügen diese nur im Burgenland über einen größeren Anteil an der Gesamtfläche. Wien ist auch eines von vier Bundesländern, die Weinbau betreiben. 1,7 % der Fläche werden von Weingärten eingenommen. Waldflächen bedecken 16,6 % und landwirtschaftliche Nutzung kommt in Stadt und Land Wien auf 15,8 %.

Lage
Lage von Wien in Österreich
Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geografischen Lage. Die Stadt liegt zwischen den nordöstlichen Ausläufern der Alpen im nordwestlichen Bereich des Wiener Beckens. Die historische Stadt entstand ausschließlich südlich der Donau, heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits des Flusses. Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrsstraßen in West-Ost- (Donau) und Nord-Süd-Richtung (Bernsteinstraße). Die Donau ließ sich hier leicht durch- bzw. überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken auf zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen aufteilte.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 wachsen die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die geografische Nähe zum ehemaligen Ostblock macht sich wieder stark bemerkbar. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava entfernt; solch eine Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan – Rom). Seit 21. Dezember 2007 – Ausdehnung des Schengen-Raumes u. a. auf Tschechien, die Slowakei und Ungarn – können die Staatsgrenzen Ostösterreichs erstmals seit November 1918 ohne Grenzkontrollen und an jeder beliebigen Stelle überquert werden.

Landschaft

Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.

Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 m in der Lobau bis zu 542 m, die auf dem Hermannskogel erreicht wird. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und Wäldern bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist die Wien. Die Berge im Westen werden im Süden von den eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien.

Der Osten der Stadt ist geprägt von den flachen Gebieten des Marchfelds, die der Landwirtschaft dienen, aber zunehmend verbaut werden. Im Südosten finden sich die Donauauen, eine Landschaft entlang der Donau, die zum Nationalpark erklärt wurde.

Angesichts der vorwiegenden Westwetterlage (wie bei vielen europäischen Städten) sind die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Rand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am östlichen Rand der Stadt situiert sind.

Stadtgliederung

"siehe auch:" Demografie Wiens

Wien, selbst ein politischer Bezirk, wird heute in 23 Gemeindebezirke unterteilt. Die historische Altstadt, heute Großteil des 1. Bezirks, war noch im Revolutionsjahr 1848 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph kam es 1850, 1890/1892 und 1904 zu drei großen Stadterweiterungen. 1850 wurden die Vorstädte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls, als 2. bis 8. (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke: 9.) in die Stadt Wien einbezogen. Nach einem Beschluss von 1890, der am 1. Jänner 1892 in Kraft trat, wurden die Außenbezirke am rechten Donauufer, damals Vororte genannt, obwohl teils selbst bereits städtische Viertel, eingemeindet; damit besaß Wien nun 19 Bezirke. 1900 wurde der nördliche Teil des 2. Bezirks zum 20. Bezirk. Bei der dritten großen Erweiterung, 1904, wurden weite Gebiete am linken Donauufer um Floridsdorf und Kagran als 21. Bezirk eingemeindet. Die neuen Stadtgrenzen galten nun bis 1938.

Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus, als man Groß-Wien schuf. Diese Entscheidung wurde 1946 (in Kraft getreten 1954) größtenteils wieder rückgängig gemacht; Stammersdorf, Essling, Unterlaa, Oberlaa, die Ortschaften des heutigen 23. Bezirks (Liesing), der Lainzer Tiergarten und Hadersdorf-Weidlingau blieben aber bei Wien. Die linksufrigen Gebiete wurden zwischen 21. und 22. Bezirk aufgeteilt. Seit 1954 sind die Stadtgrenzen unverändert.

In den meisten Bezirken sind für die einzelnen Bezirksteile noch die Namen der früher selbständigen Ortschaften erhalten, aus deren Wappen sich auch die Bezirkswappen zusammensetzen. Einige Dörfer und Siedlungen aus früheren Epochen existieren heute jedoch nicht mehr (siehe Liste der Wüstungen in Wien). Viele Grätzl bzw. Stadtteile sind auf die eingemeindeten Vorstädte und Vororte zurückzuführen, andere wiederum sind durch Wohnbauinitiativen der letzten Jahrzehnte neu entstanden oder werden geographisch klar von anderen Gebieten abgegrenzt.

Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant entlang wichtiger Straßen oder Flüsse zu setzen, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Die Innenbezirke 1 und 3 bis 9 werden durch den Gürtel von den Außenbezirken abgegrenzt. Donaukanal und Donau trennen die Bezirke 2 und 20 von allen anderen; die Bezirke 21 und 22 liegen als einzige am linken Donauufer. Auch der Wienfluss ist während seines gesamten Verlaufes durch die Stadt stets Bezirksgrenze.

Das Stadtgebiet wird in die 89 Wiener Katastralgemeinden gegliedert, deren Grenzverlauf meist nicht mit jenem der Gemeindebezirke übereinstimmt. Zu Zwecken der amtlichen Statistik ist Wien in 1.364 Zählsprengel in 246 Zählbezirken geteilt. Die Stadt besteht außerdem aus zwölf Gerichtsbezirken und die Nationalratswahlordnung sieht eine Unterteilung des Landeswahlkreises Wien in sieben Regionalwahlkreise vor.
Gemeindebezirke von Wien
; Gemeindebezirke:


Klima

Klimadiagramm von Wien
Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im 30-jährigen Mittel im Stadtzentrum durchschnittlich 11,4 °C, in den Außenbezirken (ZAMG Wetterstation Hohe Warte) 10,2 °C. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 mm, wobei im Westen der Stadt im Durchschnitt 741,5 mm gemessen werden im Osten hingegen nur 514,5 mm. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber.
In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG.

Geschichte

Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel zurück.

Urgeschichte, Römerzeit, Mittelalter
Römische Ausgrabungen am Hohen Markt
Archäologische Funde zeigen, dass schon während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet begangen haben und dass ab der Jungsteinzeit das Wiener Becken kontinuierlich besiedelt war. Von der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur zeugen in Wien etliche Brandgräber aber auch Siedlungsspuren. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist in Wien u. a. durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel und Siedlungsreste vertreten. Aus keltischer Zeit ist ein Oppidum auf dem Leopoldsberg und eine keltischen Siedlung mit dem Namen "Vedunia" "(„Waldbach“)" bekannt.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein Militärlager (castrum) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona (im heutigen 3. Gemeindebezirk) zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den Straßenzügen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert. Das römische Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer.

Zentrum des frühmittelalterlichen Wien war der Berghof, ein Wirtschaftshof für den Weinbau. Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo "apud Weniam" eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfränkischen Königs Otto I. über die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens wie auch Österreichs.

Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr später wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Residenz des Herzogs.

Nach Beendigung des Dritten Kreuzzuges,wurde der englische König Richard Löwenherz bei seiner Rückreise nach England von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen 1192 in Erdberg bei Wien (heute im 3. Bezirk) gefangen genommen und in Dürnstein gefangengehalten. Mit dem üppigen Lösegeld wurde eine Münzprägestätte eingerichtet und die erste große Stadterweiterung finanziert. 1221 bekam Wien als zweite Stadt im Herzogtum Österreich nach Enns (1212) das Stadt- und Stapelrecht verliehen.Felix Czeike: "Historisches Lexikon Wien". Band 5, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 306f. Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weitreichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donau und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt.

Habsburger
Rudolf IV., der Stifter – er prägte maßgeblich die Stadt
Schedelschen Weltchronik, 1493
Mit dem Sieg Rudolfs I. 1278 über Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. Unter den Luxemburgern wurde Prag zur kaiserlichen Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten.

Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV., der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Entscheidungen haben ihm den Beinamen "der Stifter" eingetragen: die Gründung der Universität Wien 1365 (Vorbild war Prag) und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang.
Wien, 1773-81
1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum römisch-deutschen König (Albrecht II.) Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches; mit dem Namen Albrecht ist auch die Wiener Gesera verbunden, im Zuge derer in den Jahren 1421/22 die Wiener Juden vertrieben oder getötet wurden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt zum Bischofssitz und damit der St. Stephan zur Kathedrale. In der Ära des schwachen Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewährleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien endgültig Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren.

Ab 1551 begann die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die durch die Lehre des Martin Luther ziemlich rasch protestantisch geworden war. König Ferdinand I. holte die Jesuiten nach Wien, die daraufhin großen Einfluss im Volk erlangten. Die Jesuiten gründeten ein Kollegium, ihnen wurde die Universität Wien übertragen, sie übten die Bücherzensur aus, womit die Stadt zum Ausgangspunkt der Gegenreformation im Heiligen Römischen Reich wurde. Deren wichtigster Repräsentant war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600. Der Glaubenskrieg führte zu brutaler Enteignung und Vertreibung, sodass nach 1640 kaum noch Protestanten in Wien und Österreich lebten.

Stadtbelagerungen durch die Türken
Die Entsatzschlacht am Kahlenberg 1683 während der zweiten Türkenbelagerung


Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Türken erfolglos belagert. Die Grenze zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Teil Ungarns verlief fast zweihundert Jahre lang nur etwa 150 km östlich der Stadt, was ihre Entwicklung ziemlich einschränkte. Immerhin erhielt Wien nunmehr moderne Befestigungsanlagen.

Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der Bautätigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweiten Türkenbelagerung bewähren, denn sie schützten die Stadt zwei Monate lang, bis die türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Entsatzheeres die Belagerung Wiens beenden musste. Dies war der Beginn des endgültigen Zurückdrängens des Osmanischen Reiches aus Mitteleuropa.

Glanzzeit von Barock und Klassizismus
Das barocke Wien: Blick vom Schloss Belvedere (Gemälde von Canaletto, 1758)
In der Folge setzte rege Bautätigkeit ein, die Stadt blühte auf. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert "(Vienna gloriosa)". Zahlreiche Adelspalais wurden gebaut; dies ist vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt verbunden. Rege Bautätigkeit gab es aber auch außerhalb der Stadtmauern. Seit 1704 hatten die Vorstädte ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem, den Linienwall, etwa im Verlauf der heutigen Gürtelstraße.

Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung ständig. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegründet, die erste in der Leopoldstadt. Es entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen Verhältnisse verbesserte.

Mit dem Aufblühen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem wichtigen europäischen Kulturzentrum, gipfelnd in der Musik der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert).

Die Kaiserstadt zwischen Konservatismus und Avantgarde
Unter der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph I. erlebte Wien eine beispiellose Blütezeit der Kunst, Kultur und Architektur
„Alt-Wien“ muss weichen. Historistische Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte.
Ringstraße mit Parlament (1900)
Ball der Stadt Wien mit Bürgermeister Karl Lueger (1904)
In den Koalitionskriegen wurde Wien zweimal von Napoléons Truppen eingenommen, 1805 und 1809. 1804 wurde es die Hauptstadt eines neuen Staates – des Kaisertums Österreich. 1806 wurde in Wien das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation verkündet. Nach dem Sieg über Napoléon fand 1814/15 der Wiener Kongress statt, der die politischen Verhältnisse in Europa neu ordnete.

Die folgende Epoche des Vormärz ist durch rigide politische Repression, aber auch durch die aufblühende Biedermeier-Kultur charakterisiert. In dieser Epoche setzte zudem die Industrialisierung ein – 1837 wurde die erste (Lokomotiv-)Eisenbahnstrecke Österreichs eröffnet, und zwar die erste Teilstrecke der (Kaiser-Ferdinand-)Nordbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram.

Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. März brach zunächst die Märzrevolution aus, die Staatskanzler Metternich sehr bald zum Rücktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberrevolution. Letztlich siegte kaiserliches Militär gegen die Demokraten: Der den Bürgern aus Frankfurt am Main zu Hilfe gekommene Demokrat Robert Blum wurde in der Brigittenau exekutiert.

1850 wurde die Stadt erweitert, indem die „Vorstädte“ innerhalb des Linienwalls und die auf Donauinseln gelegene Leopoldstadt eingemeindet wurden. Ab 1858 wurden die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesäumt wurde. Vom "Ringstraßenstil" (Historismus) ist Wien architektonisch entscheidend geprägt. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873; mit dem während der Ausstellung erfolgten großen Börsenkrach ging die Gründerzeit zu Ende.

Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Donauregulierung gegeben, diese wurde 1868 bis 1875 durchgeführt. Die vielen verästelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur Inneren Stadt führte, wurde in veränderter, regulierter Form belassen, er trägt den Namen "Donaukanal".

Mit Beginn der Industrialisierung in Wien Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Einwohnerzahl erreichte um 1870 eine Million und 1910 zwei Millionen. Die dörflich geprägte „Alt-Wiener“ Bauweise außerhalb des Rings wurde nach einem Stadtentwicklungsplan durch vier- bis sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Damit einher gingen große gesellschaftliche Umbrüche. Mit dem Entstehen einer großen Arbeiterklasse und Armut in weiten Teilen der Bevölkerung erstarkte die Sozialdemokratie. Die große Unterschicht teilte sich oft kleine Wohnungen untereinander und mit „Bettgehern“ auf.

Bekanntester Bürgermeister der Kaiserzeit ist Karl Lueger, ein charismatischer Christlichsozialer, der 1897–1910 amtierte und sowohl durch umfassende kommunale Reformen als auch durch rabiaten Antisemitismus bekannt wurde.

Zu dieser Zeit erlebte die Stadt auch ihren letzten kulturellen Höhepunkt in der "Wiener Moderne". Dies ist nicht zuletzt mit der Künstlervereinigung "Secession" verbunden, die Wien zu einem Zentrum des "Jugendstils" machte. In der Musik entstand die "Zweite Wiener Schule". Inmitten dieser fruchtbaren kulturellen Atmosphäre wurde von Sigmund Freud die Psychoanalyse begründet.

Erster Weltkrieg und Erste Republik
Der Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu unmittelbarer Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise. Das Ende des „großen Krieges“ war auch das Ende Österreich-Ungarns. Am 30. Oktober 1918 entstand der neue Staat Deutschösterreich (ab Oktober 1919 Republik Österreich genannt). Am 11. November gab Kaiser Karl I. eine Verzichtserklärung ab und verließ am selben Tag Schloss Schönbrunn und damit Wien; am 12. November 1918 wurde vom Parlament in Wien die Republik ausgerufen.

Am 1. Jänner 1922 wurde Wien von Niederösterreich getrennt und bildet seither, ausgenommen die Zeit 1934–1945, ein eigenes Bundesland. Einer der Gründe waren (neben der befürchteten Dominanz Niederösterreichs im neuen Kleinstaat) die Differenzen zwischen sozialdemokratischer Stadt- und christlichsozialer Landesregierung. Die Trennung war für die weitere Entwicklung Wiens sehr bedeutsam, da die Stadt nunmehr Steuerhoheit besaß.
Der Karl-Marx-Hof ist ein Paradebeispiel des sozialen Wohnbaus des „Roten Wiens“ der 1920er Jahre

Die Politik der Stadtregierung dieser Zeit („Rotes Wien“) wurde international als Pionierleistung anerkannt. Es wurde ein dichtes Netz an Sozialeinrichtungen und den Arbeitern in „Gemeindebauten“ (kommunalen Wohnbauten) Wohnraum in großem Stil geschaffen.

Für die wirtschaftliche und politische Instabilität der Ersten Republik war Wien die „Bühne“. Hier wurden im Parlament, in den Medien, in den politischen Organisationen und auch bei vielen Demonstrationen die politischen Entscheidungen der konservativen Regierung angegriffen bzw. verteidigt. Der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927, bei dem es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten mit insgesamt 94 Todesopfern kam, war ein Zeichen beginnender Radikalisierung. Der Kampf der beiden großen politischen Lager kulminierte 1934 im „Februaraufstand“ der Sozialdemokraten (so die Regierungsversion) bzw. im „Bürgerkrieg, bei dem die Regierung das Militär gegen das Volk einsetzte“ (sozialdemokratische Lesart). Es folgte für vier Jahre die klerikale, austrofaschistische Diktatur des Ständestaates, der Wien zur „bundesunmittelbaren Stadt“ erklärte und seine demokratische Stadtverwaltung des Amtes enthob.

Am 12. März 1938 ließ Adolf Hitler, 1933 zum Reichskanzler bestellt, die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier mit tätiger Mithilfe der österreichischen Nationalsozialisten die austrofaschistische Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen (siehe Anschluss).

Wien zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges
Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoa am Judenplatz
Unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch (1938) begannen „arische“ Wiener, jüdische Wiener zu bedrohen, zu quälen, zu berauben, und die SS begann, sie aus ihren Wohnungen zu werfen.

Von den knapp 200.000 jüdischen Wienern wurden rund 120.000 beraubt und in die Emigration getrieben (bekanntester Flüchtling war Sigmund Freud), etwa 60.000 wurden ermordet.

Die Wiener Stadtverwaltung wurde nach nationalsozialistischem Muster neu geordnet, durch Eingemeindungen entstand "Groß-Wien" mit dreifacher Fläche als eigener "Reichsgau". 1941 feierte die NS-Stadtverwaltung groß ein "Mozart-Jahr" zum 150. Todestag des "deutschen Komponisten".

Ab dem 17. März 1944 erfolgten Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein Fünftel der Stadt zerstört. Nicht durch Kampfhandlungen, aber infolge einer Plünderung geriet auch der Stephansdom in Brand, der zuvor den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte. Im April 1945 kam es zur achttägigen Schlacht um Wien, die mit der Niederlage der NS-Truppen und der Besetzung durch die aus Ungarn vorgerückte Rote Armee endete.

Besatzung, Zweite Republik, Wiederaufbau
Wenige Tage nach dem Ende der Kämpfe des Zweiten Weltkriegs im Raum Wien sorgte die Sowjetarmee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, USA, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat.

Auf dem Schwarzenbergplatz, der 1945–1956 teilweise "Stalinplatz" hieß, errichtete die Rote Armee 1945 das als Befreiungsdenkmal, Heldendenkmal oder Denkmal der Roten Armee bezeichnete Monument. Es wurde am 19. August 1945 enthüllt und wird seither von der Stadtverwaltung instandgehalten. Seine Bestandsgarantie ist im Staatsvertrag vereinbart.

Nach dem Krieg erfolgte in Wien, wie überall im Land und in Westeuropa, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshall-Plan ganz wesentlichen Anteil hatte. Mit dem 4. Lohn-Preis-Abkommen der Sozialpartner unzufriedene, kommunistisch dominierte Arbeiter führten 1950 den "Oktoberstreik" bzw. "kommunistischen Putschversuch" durch. Sie blieben durch das Eingreifen der sozialdemokratisch dominierten Bauarbeitergewerkschaft erfolglos.

Am 15. Mai 1955 erlangte Österreich mit dem "Österreichischen Staatsvertrag" die volle Freiheit zurück. Die Besatzungstruppen zogen bis Herbst 1955 ab.

Vom Ungarnaufstand zur Gegenwart
Die alte, 1976 eingestürzte Reichsbrücke im Jahr 1975; links im Hintergrund die gerade in Bau befindliche UNO-City
Das moderne Wien: Blick auf das Vienna International Centre an der Donau, dritter Sitz der Vereinten Nationen
Im Herbst 1956 nahm Wien viele Ungarn auf, die nach dem gescheiterten Aufstand gegen das kommunistische Regime nach Westen geflohen waren. Ebenso wurden 1968 viele Tschechen und Slowaken aufgenommen, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die CSSR verlassen hatten. Erst vom November 1989 an wurde Wien wieder selbstverständliches Reiseziel für die Bürger dieser Länder.

1957 nahm – als erste internationale Organisation nach 1945 – die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) ihren Sitz in der Stadt. Seit 1965 ist Wien auch der Sitz der OPEC. 1961 fand in Wien ein Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem Sowjetführer Nikita Sergejewitsch Chruschtschow statt. 1980 wurde die UNO-City (der dritte Amtssitz der Vereinten Nationen) in Wien eröffnet. All dies trug zur Positionierung Wiens als Stadt der Kongresse und der Vermittlung in Konfliktsituationen bei. Seit 2003 gehört Wien zur Europaregion Centrope und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Bratislava eine Twin City.

1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die „wig "64“, die Wiener Internationale Gartenschau, statt – mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen. 1986 wurde die an Stelle des alten Überschwemmungsgebiets neben dem Donaustrom gegrabene Neue Donau fertiggestellt, ebenso die zwischen den beiden Gewässern entstandene Donauinsel, die sich zu einem beliebten Erholungsgebiet entwickelte. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde beiderseits der Donau eine neue Skyline mit einem Hochhausviertel geschaffen.

Ein wesentlicher Impuls für die Infrastruktur der Stadt war der Bau einer modernen U-Bahn, die die aus der Zeit um 1900 stammende (und von Anfang an ungenügende) Stadtbahn ersetzen und neue Stadtviertel erschließen sollte. 1978 wurde die erste Teilstrecke der U1 eröffnet.

Heute wird Wien in internationalen Bewertungen zu den Städten mit der besten Lebensqualität gezählt, zuletzt (2009) erreichte es Rang 1 weltweit vor Zürich und Genf an zweiter und dritter sowie Vancouver an vierter Stelle. Dazu tragen der hohe Grünanteil am Stadtgebiet (ca. 50 %), die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt, die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung, die Freizeitqualität Wiens und das dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich bei.

Bevölkerung



Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 1869.
Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 2002

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zählte Wien rund 2,1 Millionen Einwohner und war somit die viertgrößte Stadt der Welt. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Wien rund 200.000 Einwohner weniger als zuvor. Die Jahre als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates haben Wien jedoch nachhaltig geprägt. Nach wie vor ist die Stadt ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion.

Seit den 50er-Jahren machen sich mehrere Siedlungstrends im Ballungsraum Wien bemerkbar. Einerseits war fast die gesamte Region von großen Geburtendefiziten geplagt, andererseits konnte großer Zuzug von Außen – andere Bundesländer sowie das Ausland – Wien und seine Umlandgemeinden in den meisten Fällen vor einem Rückgang schützen.

Die Einwohnerzahl sank bis 1987 auf 1.484.885 Personen, dem tiefsten Einwohnerstand seit 1890. Seither steigt die Einwohnerzahl wieder und soll bis etwa 2030 oder 2050 erneut die Zwei-Millionen-Einwohner-Grenze erreichen. Verantwortlich dafür ist die Zuwanderung aus dem In- und Ausland. Anfang 2007 lebten in Wien rund 1,7 Millionen Menschen, davon wurden etwa 24 % nicht in Österreich geboren. 16 % der Wiener Wohnbevölkerung sind nicht österreichische Staatsbürger. Etwa 48.000 Menschen türkischer Herkunft und rund 120.000 Personen aus den ehemals jugoslawischen Ländern stellen in Wien mit Abstand die größten Volksgruppen (50 %) unter der ausländischen Bevölkerung dar. Seit 2002 ist besonders die Zahl der Deutschen stark (um 8.000) auf nunmehr 22.766 (Stand Ende 2006) angestiegen.", ORF online, 11. Dezember 2007

Religion
Rudolf von Alt: Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz
Der Stadttempel ist die älteste erhaltene Synagoge Wiens und Zentrum der israelitischen Kultusgemeinde
Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Kardinal Christoph Schönborn. Die römisch-katholische Gemeinde ist die größte Glaubensgemeinschaft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. 2001 gehörten 49 % der römisch-katholischen Kirche an, 1961 waren es noch 82 %.

Zweitgrößte Glaubensgemeinschaft ist die Islamische Glaubensgemeinschaft, deren Präsident Anas Schakfeh ebenfalls in Wien seinen Sitz hat. In den letzten Jahrzehnten kamen viele islamischgläubige Zuwanderer nach Wien; der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkanntes Religionsbekenntnis (damals gehörten die muslimischen Bosnier zu Österreich-Ungarn).

Drittgrößte Glaubensgemeinschaft in Wien sind die Orthodoxen Kirchen. Die Russisch-Orthodoxe Kathedrale der Eparchie Österreich befindet sich in Wien-Landstraße.

Wien ist Sitz der evangelisch-lutherischen Zentralbehörde, des "Evangelischen Oberkirchenrates A.B. in Österreich" (Evangelischen Kirche – Augsburger Bekenntnis) mit Bischof Michael Bünker an der Spitze, und Sitz des evangelisch-reformierten Oberkirchenrates H.B. (Evangelischen Kirche – Helvetisches Bekenntnis), der der Landessuperintendent Thomas Hennefeld vorsteht.

Daneben bestehen in Wien Gemeinden mehrerer evangelischer Freikirchen wie der Adventisten, der Baptisten, der Methodisten, der Mennoniten, der Heilsarmee und Gemeinden des Bundes evangelikaler Gemeinden und der Pfingstbewegung. Die Baptisten sind mit sieben Gemeinden in Wien vertreten, darunter zwei rumänische und eine spanische. Die älteste Wiener Baptistengemeinde befindet sich in der Mollardgasse. Sie wurde 1869 durch Edward Millard und Johann Gerhard Oncken gegründet.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien wird von Ariel Muzicant als Präsident und Paul Chaim Eisenberg als Großrabbiner geleitet. Bis 1938 eine der größten jüdischen Gemeinden Europas, zählt sie heute rund 7000 Mitglieder.

"Siehe auch:" Jüdisches Leben in Wien

Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:



Söhne und Töchter der Stadt


Kultur
Die Spanische Hofreitschule mit den Lipizzanern geht auf das Jahr 1572 zurück
Wiener Sängerknaben
In der Stadt wurden Museen und Sammlungen errichtet, die Kunstwerke von Weltrang besitzen; hier befindet sich auch die älteste bis heute bestehende Universität im deutschen Sprachraum. Von internationaler Bedeutung ist das Wiener Musikschaffen, das bis heute von prominenten Komponisten und Musikern geprägt ist. Der Wiener Walzer, die Wiener Sängerknaben, musikalische Großveranstaltungen wie das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker oder der Wiener Opernball, aber auch die Opernhäuser und Theater sind sehr bekannt. Angesehen ist Wien auch wegen seiner Beiträge zur deutschsprachigen Literatur und zur Baukultur.

Wichtige Strömungen bzw. Zirkel waren oder sind etwa die Wiener Klassik, die Wiener Schule (Musik), die Zweite Wiener Schule der Musik; der Wiener Kreis der Philosophie, die Wiener Gruppe der Literatur, die Wiener Schule des Phantastischen Realismus in der Malerei, die Österreichische Schule der Wirtschaftstheorie. Europaweit wird die Zeit um 1900 als Wiener Moderne bezeichnet, womit der damaligen kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Vormachtstellung Wiens Rechnung getragen wird.

Zur Wiener Kultur zählt das kaiserliche Erbe der Stadt mit den Palästen Hofburg, Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere. In der Spanischen Hofreitschule werden Vorstellungen der Hohen Schule der Reitkunst der Lipizzaner gezeigt.

Die aktuelle Kulturszene der Stadt ist mit Konzerthallen, Galerien, Ausstellungshäusern, Bühnen, Festivals und vielem anderen sehr abwechslungsreich und wird mit öffentlichen Geldern stark gefördert. Traditioneller ist die Gastronomiekultur ausgerichtet: mit dem Wiener Kaffeehaus, der Wiener Küche und dem Wiener Weinbau.

Sprache

Die gesprochene Stadtmundart ist ein ostmittelbairischer Dialekt, mit teilweise sehr eigenem Wortschatz und zahlreichen Lehnwörtern aus den Sprachen der Habsburgermonarchie, vor allem dem Tschechischen.


Kunst

Musik
"Goldener Saal" des Musikvereinsgebäudes, in dem das Neujahrskonzert stattfindet
Wien gilt als Welthauptstadt der Musik. In Wien arbeiteten im Laufe der Jahrhunderte Komponisten von Weltruhm. Die bekanntesten Vertreter sind jene der Wiener Klassik (ca. 1780–1827) Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, später wirkten Franz Schubert, Franz Liszt, Johannes Brahms, Johann Strauß (Vater), Johann Strauß (Sohn), Franz Lehar, Joseph Lanner, Anton Bruckner, Gustav Mahler, sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Mitglieder der Zweiten Wiener Schule (Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg) und Ernst Krenek.

Mit den Wiener Philharmonikern, die sich aus Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren, residiert in Wien das 2006 von Fachjournalisten zum besten Orchester Europas gekürte Ensemble.

Das Wienerlied als eigene Musikgattung stand und steht auch heute noch in Wechselwirkung mit anderen Musikstilen.

Um die Jahrtausendwende sorgten unter anderem Musiker und Musikproduzenten aus dem Bereich der elektronischen Musik für internationale Bekanntheit, Wien galt als heimliche Hauptstadt des Downbeat. Beispiele hierfür sind Kruder & Dorfmeister oder Makossa. Junge Musiklabels wie Cheap Records oder Couch Records bringen immer wieder Musiker hervor, die auch im Ausland Anerkennung erlangen, wie etwa die junge Sängerin Madita.

Auch in der Popmusik gibt es einige namhafte Interpreten aus Wien, wie zum Beispiel Rainhard Fendrich und Georg Danzer, aber auch junge Künstler wie Valérie Sajdik oder Manuel Rubey. Der international wohl bekannteste Wiener Künstler dieses Genres war Falco, der mit dem Lied „Rock Me Amadeus“ im Jahre 1986 auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Hot 100 zu finden war.

Theater und Oper
Opernball stattfindet
Das Burgtheater ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Bühnen
Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken.
Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, sind auch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt namhafte Sprechtheater. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Seit 2000 wird in Wien der Nestroy-Theaterpreis, der wichtigste im deutschsprachigen Raum, verliehen.

Die Staatsoper pflegt die klassische Operntradition mit Aufführungen in Originalsprache, die Volksoper bietet ein aus der typisch wienerischen Operette, dem klassischen Musical und der Oper zusammengesetztes Repertoire. Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im Wiener Musikverein (mit dem berühmten "Goldenen Saal") und im Wiener Konzerthaus statt.

Das Theater an der Wien, wo Beethovens Oper "Fidelio" uraufgeführt wurde, brachte bis 2005 erfolgreich Musical-Uraufführungen (mit Abstand am erfolgreichsten war das Musical "Elisabeth", das bis Japan reüssierte und in mehreren Sprachen aufgeführt wurde). Seit dem Mozartjahr 2006 fungiert es als drittes Opernhaus der Stadt; im Unterschied zu Staatsoper und Volksoper im Stagionebetrieb.

Die Wiener Kammeroper bringt mit ihrem jungen Ensemble alte und neue Opern in traditionsferner Inszenierung. Im Haus der Musik hat Wien seit 2000 ein "Klangmuseum" für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder.

Seit dem Jahr 2000 findet jährlich das Europäische und Internationale Gehörlosentheaterfestival veranstaltet von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater in Wien statt. Zeitgleich mit dem Festival wird auch die Europäische Gehörlosentheaterkonferenz abgehalten, die vom Netzwerk Deaf Theatre Network Europe Vienna ausgerichtet wird.

Staatsoper und Volksoper sind Bundestheater. Das Theater an der Wien bildet gemeinsam mit der Musicalbühne Raimundtheater und dem kürzlich renovierten Etablissement Ronacher das im Eigentum der Stadt Wien stehende Unternehmen Vereinigte Bühnen Wien.

"Siehe auch:"
* Alt-Wiener Volkstheater, Carltheater, Leopoldstädter Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kabelwerk Wien-Meidling, Schauspielhaus, Kategorie

Museen

(Siehe auch: Liste der Museen in Wien)

Kunsthistorisches Museum am Maria-Theresien-Platz
Das MuseumsQuartier in den ehemaligen Hofstallungen
Die Albertina beherbergt die größte graphische Sammlung der Welt
Oberes Belvedere
Technisches Museum Wien
Das Wien Museum am Karlsplatz
Größter musealer Komplex ist in Wien die kaiserliche Hofburg mit ihren Annexen und den beiden früheren Hofmuseen. Im Hofburgareal befinden sich:
* (Weltliche und Geistliche) Schatzkammer (mit den Kaiserkronen) (+)
* Sisi-Museum (Andenken an Kaiserin Elisabeth)
* Kaiserappartements (Wohn- und Arbeitsräume von Kaiser Franz Joseph)
* Österreichische Nationalbibliothek (mit dem Prunksaal der ehem. kaiserlichen Hofbibliothek)
* Hofsilber- und Tafelkammer (Tafelgerät des kaiserlichen Hofes)
* Ephesosmuseum (+)
* Sammlung alter Musikinstrumente (+)
* Hofjagd- und Rüstkammer (+)
* Museum für Völkerkunde (wegen Restaurierung nur zum kleinen Teil zugänglich) (+)
* Kongresszentrum Hofburg Wien (internationale Tagungen bis zu 3.000 Personen, "Kaffeesiederball", "Kaiserball" und viele andere Veranstaltungen)
(+) Die so bezeichneten Sammlungen zählen zur Wissenschaftlichen Anstalt Kunsthistorisches Museum.

* Albertina: Die Graphische Sammlung der Albertina hat ihre Ausstellungstätigkeit um Gemälde und Skulpturen erweitert und ist heute das prominenteste zentrale Ausstellungshaus der Stadt. In ihrem Besitz steht die größte grafische Sammlung der Welt. Die Albertina befindet sich in der Nähe der Hofburg.

Für die beiden Hofmuseen am Maria-Theresien-Platz, die mit der gegenüberliegenden Hofburg das (unvollendete) "Kaiserforum" bilden sollten, wurden fast identische Gebäude errichtet:
* Kunsthistorisches Museum: Gemäldegalerie mit Sammlung alter Meister des 15. bis 18. Jahrhunderts – Meisterwerke unter anderem von Pieter Bruegel, Peter Paul Rubens, Tizian, Rembrandt van Rijn, Velazquez u.a., weitere Sammlungen
* Naturhistorisches Museum: mit der Venus von Willendorf - älteste Darstellung einer Fruchtbarkeitsgöttin

Diesem historischen Museenkomplex ist das MuseumsQuartier, das zu den größten zehn Kunstarealen der Welt zählt unmittelbar benachbart. Es wurde in den 1990er Jahren in den ehemaligen k.u.k. Hofstallungen errichtet, und 2001 eröffnet. Hier befinden sich:
* Leopold Museum: weltweit größte Sammlung von Werken Egon Schieles, Wiener Secessionismus, Wiener Moderne und österreichischer Expressionismus (Gustav Klimt, Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Broncia Koller…)
* Museum moderner Kunst – Stiftung Ludwig
* Kunsthalle Wien (Ausstellungen zur Gegenwartskunst)
* Architekturzentrum Wien (Architekturmuseum)
* Zoom Kindermuseum
* Quartier 21 (aktuelle junge Kunstinitiativen)
* Tanzquartier Wien

Als Museum ist funktional auch die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz, das Schloss Schönbrunn, zu betrachten, Wiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit:
* Schauräume des Schlosses (Wohn- und Repräsentationsräume des Kaiserhauses)
* Wagenburg (kaiserliche Prunkwagen, eine Sammlung des Kunsthistorischen Museums)

Außerdem befindet sich der "Tiergarten Schönbrunn" auf dem Areal des Gartens von Schönbrunn.

Das Belvedere präsentiert im barocken Schloss Kunst aus Österreich vom Mittelalter über das Barock bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, darunter das bekannteste Werk von Gustav Klimt (das Gemälde "Der Kuss") und Werke von Egon Schiele. Im Unteren Belvedere wurde 2006/2007 eine neue Ausstellungshalle errichtet. Weiters befindet sich hier das Barockmuseum (mit den "Charakterköpfen" von Franz Xaver Messereschmidt).

Das Liechtenstein-Museum, ein Barockmuseum, zeigt Barockkunst und Teile der Sammlungen des Fürstenhauses Liechtenstein, einer der weltweit größten privaten Kunstsammlungen. Das KunstHausWien, von Friedensreich Hundertwasser gestaltet, zeigt dessen Werk und Ausstellungen anderer Künstler. Das MAK zeigt angewandte Kunst. Das Wien Museum (früher Historisches Museum der Stadt Wien) dokumentiert die Geschichte Wiens mit Wechselausstellungen und einer ständigen Präsentation und betreut die Gedenkstätten von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johann Strauß. Wolfgang Amadeus Mozart ist seit 2006 das Mozarthaus Vienna gewidmet, untergebracht in einem ehemaligen Wohnhaus des Komponisten, wo er an der Oper "Le nozze di Figaro" arbeitete (und das daher früher "Figarohaus" genannt wurde). Das Jüdische Museum widmet sich der tragischen Geschichte jüdischen Wienertums.

Weitere Museen in Wien (Auswahl):
* Sigmund Freud Museum
* Heeresgeschichtliches Museum im Arsenal
* Technisches Museum
* Narrenturm-Pathologisch Anatomischen Bundesmuseum
* Straßenbahnmuseum
* Bestattungsmuseum
* Wiener Kriminalmuseum
* Uhrenmuseum der Stadt Wien (Wien Museum)
* Römermuseum (Wien Museum)
* Bezirksmuseen (zur Geschichte des jeweiligen Bezirks)


Dazu kommen mehrere Ausstellungshäuser, wie die Wiener Secession, das Bank Austria Kunstforum, das Künstlerhaus Wien, die Generali Foundation und andere.

Literatur

Besonders erwähnenswert unter den Autorinnen und Autoren, die zumindest einen Teil ihres Lebens in Wien verbracht haben, sind Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Literaturnobelpreisträger Elias Canetti, der Wiener Romancier Heimito von Doderer, Theodor Herzl "(Der Judenstaat)", Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Karl Kraus, Robert Musil "(Der Mann ohne Eigenschaften)", Christoph Ransmayr "(Die letzte Welt)", Joseph Roth ("Radetzkymarsch"), Felix Salten ("Bambi", "Josefine Mutzenbacher"), Arthur Schnitzler (nach dessen Vorlage "Traumnovelle" 1999 der US-Film "Eyes Wide Shut" gedreht wurde), Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, Friedrich Torberg "(Die Tante Jolesch)" und der Weltbürger Stefan Zweig.

Weitere bekannte Wiener Autorinnen und Autoren sind zum Beispiel H. C. Artmann, Hugo Bettauer, Albert Drach, Franzobel, Barbara Frischmuth, Arno Geiger, Daniel Glattauer, Franz Grillparzer, Wolf Haas, Peter Henisch, Hugo von Hofmannsthal, Ernst Jandl, Daniel Kehlmann, Alexander Lernet-Holenia, Friederike Mayröcker, Eva Menasse, Carl Merz, Jörg Mauthe, Adelbert Muhr, Johann Nestroy, Leo Perutz, Alfred Polgar, Helmut Qualtinger, Ferdinand Raimund, Hilde Spiel, Georg Trakl, Walther von der Vogelweide, Josef Weinheber, Franz Werfel, Wolf Wondratschek und Fritz Wöss.

Film
Vor dem Kino Klein im Wurstelprater, 1905

Ab 1906 wurden in Wien erste Kurzfilme produziert, wobei die zahlreichen französischen Filmschaffenden damals auch in Wien noch die Überzahl im Vergleich zu den heimischen Aktiven stellten. Ab 1910 setzte mit Gründung der Wiener Kunstfilm-Industrie die österreichische Stummfilmproduktion ein. Es folgte die Sascha-Filmfabrik Wien des böhmischen Grafen Alexander Kolowrat-Krakowsky, 1913 in Liesing (damals eigene Gemeinde, heute 23. Bezirk) gegründet, 1914 im 20. Gemeindebezirk Brigittenau eingerichtet. Im Ersten Weltkrieg entstanden neben zahlreichen Propagandaproduktionen auch die ersten (Kriegs-)Wochenschauen. 1920 erreichte die Filmproduktion mit 142 Filmen ihren Höhepunkt. 1923 eröffnete die Vita-Film die „Rosenhügel-Filmateliers“, die noch wesentlich größer und moderner als die Sascha-Film-Studios in Sievering waren. Über ein Dutzend weitere Filmproduktionsgesellschaften produzierten damals regelmäßig Filme.

Die 1923 von der Vita-Film eröffneten damals größten und modernsten Filmstudios Österreichs.
Mit der schrittweisen Enteignung der Sascha-Film ab 1935 entstand aus dieser 1938 die Wien-Film, die mittels der Cautio Treuhandgesellschaft der Reichsfilmkammer unterstand, und Wien neben Berlin und München zur Hauptproduktionsstätte von Propagandafilmen werden ließ. Wie in allen Bereichen fand auch in der Film- und Kinobranche eine hemmungslose „Arisierung“ statt.
Das Apollo-Kino in Mariahilf
Bei der „Entnazifizierung“ durch die Alliierten im besetzten Nachkriegswien gingen zahlreiche Kinos unberechtigterweise in die Stadteigene Kinobetriebsanstalt (Kiba) über. Zugleich setzte mit Gründung neuer Filmgesellschaften, wie zum Beispiel der Belvedere-Film 1947, die Heimat- und Musikfilm-Produktion wieder an, um zu ihrem absoluten Höhepunkt in den 1950er- und 1960er-Jahren aufzusteigen. Mitten drin wieder viele Wiener Schauspieler, wie Hans Moser, Peter Alexander, Waltraut Haas, Romy Schneider, Hans Holt und Nadja Tiller – um nur ein paar zu nennen. Einer der bedeutendsten Regisseure zu dieser Zeit war Franz Antel – ebenfalls ein Wiener. 1948 wurde mit "Der dritte Mann" ein mit internationalen Starschauspielern besetzter Film abgedreht, der Wien weltweit einen Popularitätsschub verschaffte und als Nebeneffekt dem Sieveringer Zitherspieler Anton Karas zu unverhoffter Bekanntheit verhalf.

Doch die 1960er-Jahre waren auch vom einsetzenden Kinosterben geprägt. Existierten 1953 noch über 200 Kinos in der Stadt, blieben 1983 lediglich 69 Kinos mit 96 Sälen über. Mit steigender Verbreitung von Multiplex-Kinos ab den 1980er-Jahren konnte zwar der Trend der sinkenden Kinoanzahl nicht gestoppt werden, doch stieg in den 1990ern die Anzahl der Säle auf 191 im Jahr 2001 wieder an. Wegen des nunmehrigen Überschusses und geringerer Auslastung sank die Zahl auf Kosten weiterer Kinos bereits 2002 wieder auf 166 ab.

Das 1900 gegründete Erika-Kino in der Kaiserstraße galt bei seiner Schließung im Jahr 1999 als ältestes noch betriebenes Kino der Welt. Heute ist es ein Theaterspielraum. Seither gelten die 1905 gegründeten, im 14. Wiener Gemeindebezirk befindlichen Breitenseer Lichtspiele als das älteste noch bespielte Kino Wiens.

In der Gegenwart besteht in Wien, nicht zuletzt auf Grund von Produktionsaufträgen des ORF und staatlicher Filmförderung, eine sehr kreative Filmszene. Das Filmfestival Viennale, das Österreichische Filmarchiv, das Österreichische Filmmuseum und die Vienna Film Commission, 2009 von der Stadt Wien gegründet, tragen dazu bei.

→ "Siehe auch: Kino und Film in Österreich und Österreichische Filmgeschichte"

Bildende Kunst
In der bildenden Kunst hat Wien in Vergangenheit und Gegenwart international beachtete Künstler aufzuweisen, darunter Gustav Klimt, Egon Schiele, Kolo Moser, Oskar Kokoschka, Fritz Wotruba, Richard Gerstl, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rudolf Hausner, Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha, Elke Krystufek.

Architektur
Die weit sichtbare Kuppel der Kirche am Steinhof
Hundertwasserhaus
In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Architektur der Gründerzeit, die die ehemalige Kaiserstadt Wien wie aus einem Guss erscheinen lässt. Genau diese ist es, die in ehemaligen Städten der Donaumonarchie, wie Budapest oder Prag oder Lemberg im ehemaligen Galizien, deren Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn architektonisch repräsentiert. Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche. 1910 entstand mit dem Kai-Palast auch das österreichweit erste Bürohochhaus in Stahlbetonbauweise.

Wien hat eine lange und große Tradition als Schauplatz und Ausbildungsort internationaler Architektur, folgende Namen stammen von hier bzw. studierten hier: Adolf Loos, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich, Josef Plecnik, Richard Neutra, Rudolph Michael Schindler, Margarete Schütte-Lihotzky, Friedrich Kiesler, Josef Frank, Coop Himmelblau, Gustav Peichl, Günther Domenig, Hans Hollein.

Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das "Hundertwasserhaus" von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser künstlerisch gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit") des Bildhauers Fritz Wotruba. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellwasserleitung.

Eine Reihe von Stadtteilen wurden seit den 1990er Jahren neu erschlossen. Umfangreiche Bauvorhaben wurden rund um die Donau City (nördlich der Donau) und am Wienerberg (im Süden von Wien) umgesetzt. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. In den letzten Jahren werden vermehrt alte Gebäude mit moderner Architektur kombiniert, wie bei der Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf sich zog. Der 2002 geschaffene Diva Award zeichnet jährlich mutige Immobilienprojekte aus, die das neue Selbstbewusstsein der Stadt demonstrieren.

Wien hat im Vergleich zu anderen Metropolen eine statistisch geringe Anzahl von Hochhäusern. Derzeit gibt es um die 100 Bauwerke über 40 m Höhe (Stand: Anfang 2006). Die Stadtverwaltung setzt hier mittlerweile auf Qualität vor Quantität, mit dem Ziel, die Naturräume Wiens und die als Weltkulturerbe anerkannten historischen städtebaulichen Elemente zu erhalten. An geplanten Hochhausprojekten, die in den 1950er-Jahren verwirklicht werden sollten, entzündeten sich wiederholt hitzige Diskussionen – zum Beispiel beim Bau des Gartenbauhochhauses, dessen Planung 1950 begann, aber erst 1963 fertiggestellt werden konnte.

Deshalb gelten in Wien sehr strenge Richtlinien für die Planung, Genehmigung und den Bau von Hochhäusern. Gemäß Stadtplanung sind weite Teile Wiens, insbesondere in den inneren Bezirken, Ausschlusszonen, in denen keine Hochhäuser errichtet werden dürfen.", Magistrat der Stadt Wien, MA 41

Nur rund 26 % der Gesamtfläche Wiens kommen somit überhaupt für die Hochhausplanung infrage. Auch dort müssen die Bauwerke dem städtebaulichen Leitbild entsprechen, eine Reihe von Auflagen erfüllen und dürfen keine bedeutenden Sichtachsen beeinträchtigen. Deshalb entstehen neue Hochhäuser vorrangig in äußeren Bezirken, wo noch mehr Gestaltungsspielraum vorhanden ist und weniger städtebauliche Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

→ "Siehe auch: Liste der höchsten Bauwerke in Wien und Ungebautes Wien"

Wissenschaft

"Philosophie:"
* Ludwig von Mises, Laurenz Müllner, Karl Popper, Ludwig Wittgenstein, Paul Feyerabend, Moritz Schlick

"Ökonomie:"
* Eugen Böhm von Bawerk, Friedrich August von Hayek, Österreichische Schule

"Psychologie:"
Leistungen in den medizinischen Bereichen und der diversen Formen der Psychotherapie sind international anerkannt: z. B. Sigmund Freud, Alfred Adler, Erwin Ringel, Viktor Frankl, Harald Leupold-Löwenthal

Im Forschungsbereich konnte sich Wien erfolgreich als Standort für Pharmakonzerne etablieren. So betreibt hier etwa Baxter International ein großes Laboratorium.

"Physik:"

* Erwin Schrödinger, Ludwig Boltzmann, Ernst Mach, Christian Doppler

"Ingenieurswesen:"

* Viktor Kaplan, Robert Adler

Alltagskultur

Ess- und Trinkkultur
Wiener Schnitzel
Die Sachertorte mit Schlagobers
Der Naschmarkt um 1900, noch heute sehr beliebt

Die traditionelle Wiener Küche ist geprägt von den früheren Einflüssen der Zuwanderer aus den Regionen und Ländern der k.u.k.-Monarchie. Bedingt durch die Lage der Stadt nahe der Grenze zu Ungarn und dem früheren Böhmen finden sich vor allem Speisen aus diesen Ländern auf den Speisekarten. So stammt das Gulasch mit seinen Wiener Varianten – dem Wiener-, Fiaker- und dem Zigeuner-Gulasch – aus Ungarn. Aus Böhmen kamen vor allem die Mehlspeisen, wie verschiedene Strudel, Golatschen und Palatschinken sowie verschiedene Knödelvarianten. Immer noch sehr beliebt sind das Wiener Schnitzel und der Tafelspitz.

Der größte und vielseitigste Markt mit festen Ständen ist der Naschmarkt, wo man Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleisch und vieles mehr aus aller Welt kaufen kann. Der Naschmarkt gilt als der Spezialitätenmarkt Wiens. Der längste Straßenmarkt Europas ist hingegen der Brunnenmarkt im 16. Wiener Gemeindebezirk.

Zum Stadtbild Wiens gehören in belebten Gegenden die Würstelstände, an denen verschiedene heiße Würstel sowie heißer Leberkäse zu finden sind. Alternativ zum Hot Dog wird dort häufig der Bosner angeboten. Ebenso häufig sind mittlerweile Kebabstände zu finden.

Wiener Kaffeehaus

Im Café Central
Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, "Espresso" genannten Kaffeebars italienischen Stils, existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben. Das erste Kaffeehaus Wiens wurde 1685 von dem Armenier Johannes Diodato gegründet.

Heurigenkultur

Wien ist weltweit eine der wenigen Metropolen mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nussdorf, Salmannsdorf, Sievering), Floridsdorfs (Jedlersdorf, Stammersdorf, Strebersdorf), Mauer und Oberlaa konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter getrunken, einem Mischgetränk aus Weißwein und Soda- oder Mineralwasser, wobei das Mischungsverhältnis jahreszeitlich variieren kann (Sommer- oder Wintergespritzter).

Sub- und Jugendkultur
Das WUK an der Währinger Straße ist beliebter Jugendtreffpunkt
Eine eigenständige Jugendkultur abseits des Mainstreams gibt es auch in Wien, wenngleich sie nie über ein gewisses Nischendasein hinausgekommen ist.

Eines der ältesten Zentren für Jugend- und Subkultur ist das WUK auf dem Standort des ehemaligen TGM, das in den frühen 1980er-Jahren zu einem freien Kultur- und Werkstättenhaus wurde. Auch heute noch finden hier eine Vielzahl künstlerischer Veranstaltungen aller Art statt.

Ein bekannter Veranstaltungsort der Stadt für subkulturelle Aktivitäten ist das früher im Besitz der KPÖ stehende und von Autonomen besetzte Ernst-Kirchweger-Haus (EKH). Dort wurden neben diversen Workshops, Arbeitsgruppen, Informations- und Beratungstätigkeiten auch regelmäßig Konzerte und Partys mit Rock, Punk oder auch Tekno abgehalten. Auch die Volxtheaterkarawane findet ihre Heimat im EKH. Mittlerweile ist dieser Treffpunkt im Besitz der Stadt Wien.

Ein weiteres Zentrum von Jugend- und Subkultur ist das Flex am Donaukanal, das internationale, genreübergreifende Konzerte und DJ-Events, die irgendwo zwischen Pop- und Alternativmusik angesiedelt sind, aufwartet und somit auf ein großteils jugendliches Publikum verweisen kann. Obwohl direkt am Kanal gelegen und daher ohne Anrainer, gab es bei seiner Etablierung am jetzigen Standort heftige Proteste von Bezirkspolitikern.

Auf dem Gelände des alten Schlachthofs in der Baumgasse befindet sich die Arena Wien, ein ehemals besetztes Gelände, das mittlerweile ein eigenständiges Kulturzentrum ist. Bestehend aus Großer Halle, kleiner Halle, Dreiraum und Beisl finden hier regelmäßig Konzerte und Partys statt. Im Sommer gibt es auch etliche Konzerte und ein Open-Air-Kino auf der großen Freiluftbühne im Zentrum der Arena.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, da im Untergrund aktiv, ist die Wiener Freetekno-Szene. Nur gelegentlich veranstalten Soundsysteme auch in bekannten Clubs öffentlich bekannt gegebene Tekno-Partys. Die meisten Veranstaltungen finden in Hallen am Stadtrand oder etwas außerhalb der Stadtgrenze, in Niederösterreich, statt. Angekündigt werden die Partys im Freundes- und engeren Bekanntenkreis per Mundpropaganda oder "Infolines".

Umfangreiche Berichterstattung erhielt hingegen die Krocha-Szene, die ihren Ursprung in Wien hat.

Veranstaltungen
Stadtkino zur "Viennale"
(Auswahl, chronologisch)

* Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein, 1. Jänner (ORF-TV- und -Radioübertragung)
* Wiener Eistraum, Eislaufen auf dem Rathausplatz (Jänner bis März)
* Philharmonikerball, Ball der Wiener Philharmoniker im Musikverein, Treffpunkt der Wiener Gesellschaft
* Wiener Opernball – Einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Fasching, in der Staatsoper, zum Teil vom ORF live übertragen
* Zahlreiche weitere Faschingsbälle vom Kaffeesiederball bis zum Bonbonball, vom Ball der Technik bis zum Blumenball
* Musikfestival "OsterKlang"
* Wiener Frühlingsfestival (Konzerthaus, Musikverein)
* Wiener Festwochen, jährliches fünfwöchiges Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen, Gastspiele aus ganz Europa

* Life Ball: die größte AIDS-Benefiz-Veranstaltung in Europa findet in Anwesenheit internationaler Prominenz jährlich vor und im Rathaus statt
* Donauinselfest: 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Millionen Menschen die auf mehreren Bühnen drei Tage lang veranstalteten Konzerte (Europas größtes Freiluftfestival)
* Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker: Vor der Kulisse des Schönbrunner Schlossparks und der Gloriette spielen die Philharmoniker jedes Jahr im Juli ein Klassikprogramm, das mit über 100.000 Zuschauern und Übertragung in 60 Länder weltweit zu einer Art Sommer-Ausgabe des Neujahrskonzert wurde.
* Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz: jeden Juli und August werden jeden Abend auf dem Rathausplatz Opern- und Konzertfilme auf Großleinwand vorgeführt, Eintritt frei. An diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten.

* Viennale "Vienna International Film Festival": findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt
* "Wiener Adventzauber" (Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz) und weitere Weihnachtsmärkte, z.B. vor dem Schloss Schönbrunn
* Wiener Silvesterpfad durch die Altstadt am 31. Dezember
* Kaiserball in der Hofburg am 31. Dezember

Infrastruktur

Technische Infrastruktur

Stadtplanung

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz STEP) wird von der MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt, legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Der Stadtentwicklungsplan 2005 (STEP 05) befasst sich mit einem Dutzend von Zielgebieten, beispielsweise der "Waterfront", einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai zur Alten Donau, oder dem Wiental. Die Stadtplanung befasst sich außerdem mit der regionalen und internationalen Verkehrsanbindung Wiens.

Stadtversorgung

Schneeberg-Gebiet.
Wien wird seit 1873 durch die erste Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und seit 1910 zusätzlich durch die zweite Hochquellwasserleitung aus dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Die Gebiete wurden 1965 zum Wasserschutzgebiet erklärt, betreut werden sie von der Forstverwaltung der Stadt Wien. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird selten, etwa bei Wartungsarbeiten oder besonders hohem Wasserverbrauch, in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.

Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die städtische Hauptkläranlage in Simmering geleitet, wobei bis vor kurzem bei Reinigungsarbeiten und starkem Regen verdünntes Kanalwasser, sogenanntes Mischwasser, in den Donaukanal bzw. die Donau gelangte. Dieses Problem wurde von der Stadt Wien mit dem Bau des Wiental Kanals behoben. Der Wiental Kanal ist 3,5 km lang und wurde im Jahr 2006 fertiggestellt. Nunmehr wird das Abwasser gänzlich gesammelt und nach verfügbarer Kapazität der Kläranlagen dann an diese abgegeben.

Das Kanalisationssystem gelangte durch den Film Der dritte Mann zu internationaler Berühmtheit.

Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien-Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien-Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

In Wien existiert ein großes Fernwärmenetz, welches von Wien-Energie betrieben wird. Die Erzeugung erfolgt unter anderem in den drei großen Müllverbrennungsanlagen Spittelau, Simmeringer Haide und Flötzersteig.

Verkehrsinfrastruktur

35 % (2007) aller Wege werden in Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 28 % (2007) werden zu Fuß bewältigt, und 32 % (2007) der Wege mit dem eigenen Fahrzeug. Nach wie vor zu gering erscheint den Wiener Stadtplanern der Anteil der Wege, die mit dem Fahrrad (5 % - 2007) zurückgelegt werden.

Zehn Donaubrücken (Straßen, Eisenbahn, U-Bahn, Fußgänger) verbinden das Stadtgebiet links und rechts der Donau, sieben (inkl. zwei befahrbare Wehre) verbinden das linke Donauufer über die Neue Donau mit der Donauinsel, 35 Brücken (sowie ein Wehr und eine Schleuse) überspannen den Donaukanal. Das (begehbare) Kraftwerk Freudenau staut den Donaustrom, zwei Rohrbrücken führen Leitungen vom linksufrigen Wien zum rechtsufrigen Niederösterreich.

Straße
A 23 – Wiener Stadtautobahn
Gürtel an der Alser Straße
"Siehe auch:" Straßen in Wien "(Lexikon der Wiener Straßennamen)"

Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) die Stadt sternförmig. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße B 3, Brünner Straße B 7, Triester Straße B 17).

Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A2 Südautobahn, A4 Ostautobahn und A22 Donauuferautobahn verlassen die Stadt radial. Die A3 ins Burgenland zweigt südlich von Wien von der A2 ab. Als A5 wird derzeit die Nordautobahn Richtung Brünn gebaut, die an das tschechische Autobahnnetz anschließen soll. Als A6 wurde 2007 östlich von Wien eine Abzweigung von der A4 nach Pressburg (Slowakei) eröffnet.

Die A23 Wiener Südosttangente (die meistbefahrene Straße Österreichs) ist eine ringförmige Verbindung zwischen A2, A4 und A22 im südlichen Stadtgebiet; zu ihrer Entlastung wurde an der südlichen Stadtgrenze die S1 Außenring-Schnellstraße gebaut und am 28. April 2006 eröffnet. Diese soll östlich der Donau in einem Autobahnring fortgesetzt werden, über den man zur A5 gelangt; die dazu nötige Untertunnelung des Nationalparks Donauauen ist aus ökologischen Gründen umstritten. A1, A2 und S1 sind durch die außerhalb Wiens verlaufende A21, die Außenring- oder Wienerwaldautobahn verbunden, über die der West-Ost-Transitverkehr geleitet wird.

In der Stadt gehen die Fernstraßen vom Gürtel aus, der die inneren Bezirke umschließt. Diese sechs- bis achtspurige Straße ist daher besonders staugefährdet und beeinträchtigt durch ihre enorme Verkehrsfrequenz die Wohnqualität. Problemstellen sind des Weiteren vor allem die Stadteinfahrten, insbesondere im Westen auf Grund des Wienerwaldes. Im Süden sind die Stauschwerpunkte vor allen auf A2 und A23 zu finden. Auf der A23, der Südosttangente, stockt der Berufsverkehr fast jeden Tag.

Parkraumprobleme beschränken sich im Allgemeinen auf die inneren Bezirke, die großflächig als Kurzparkzonen eingerichtet sind (Anrainer können mit dem gebührenpflichtigen, sogenannten „Parkpickerl“ Dauerparkplätze beanspruchen). Für einpendelnde Verkehrsteilnehmer bestehen einige Park-and-Ride-Anlagen mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel; die Stadtverwaltung strebt allerdings, auch mit ihrer Beteiligung am Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), danach, dass die Pendler bereits außerhalb von Wien in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.
Für die Bewohner parkplatzarmer Viertel werden mit finanzieller Hilfe der Stadt „Volksgaragen“ errichtet, die in „grün bewegten“ Bezirken politisch umstritten sind.

Generell ist es Ziel der Stadtverwaltung, den Anteil des Individualverkehrs am Gesamtverkehr aus ökologischen Gründen zu reduzieren. Als Bremse für entsprechende Einschränkungen wirkt der Wunsch der zuständigen Politiker nach Wiederwahl.

Öffentlicher Nahverkehr
Vier Generationen der „Bim“
Stadtbahnstation Karlsplatz

Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Es besteht aus den zu den ÖBB gehörenden Schnellbahn-Linien, der Badner Bahn und dem Netz der Wiener Linien (U-Bahn Wien, Straßenbahn und Autobuslinien), dem "City Airport Train" und diversen privaten Autobuslinien. Die öffentlichen Verkehrsmittel transportieren 750 Millionen Fahrgäste im Jahr.

Die Wiener Straßenbahn existiert seit 1865 und betreibt heute ein 179 Kilometer langes Gleisnetz. Damit verfügt Wien über eines der ältesten und längsten Straßenbahnnetze der Welt. Ab 1898 wurde die im Jugendstil errichtete Stadtbahn eröffnet, deren Gleisnetz ab 1976 von der schrittweise neu errichteten U-Bahn übernommen wurde. Der Autobuslinienbetrieb wurde in Wien am 23. März 1907 aufgenommen. Heute verfügt Wien auch über ein Nachtbus- und Anrufsammeltaxinetz. Darüber hinaus fahren vor allem in den Stadtrandzonen private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 60 km Entfernung vom Zentrum Wiens bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ost-Region.

Fahrrad
Citybike Verleihstation am Praterstern
Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr beträgt in Wien derzeit etwa 5%. Bis 2015 soll dieser Anteil nach den Vorstellungen der Stadtplanung auf 8% erhöht werden. In manchen Bereichen der Innenstadt liegt der Wert schon jetzt deutlich höher, so etwa in der Inneren Mariahilfer Straße bei 20%.

Das Netz an öffentlichen Radwegen, Radfahrstreifen und Radrouten im Stadtgebiet umfasst derzeit etwas mehr als 1.100 km; davon sind 21% vom Autoverkehr baulich getrennt, 11,44 % der Radwege befinden sich auf Gehsteigen. Der Ausbau des Radverkehrsnetzes erfolgt oft in heftigem Interessensgegensatz zu Pkw-Benützern, die um Fahrspuren und Stellplätze für Autos fürchten. Stark vermehrt haben sich Einbahnregelungen „ausgenommen Fahrräder“ (164 km), sie stellen 16,31 % der Radwege dar . Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wird auch das Leihfahrradsystem "Citybike" angeboten.

Eisenbahn

Wiener Südbahnhof, größter Kopfbahnhof Wiens, zur Zeit der k.u.k. Monarchie
Westbahnhof, das Gebäude stammt aus den 1950er Jahren
Bahnhof Wien Hütteldorf
Historisch bedingt – alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie – wurden in Wien mehrere Kopfbahnhöfe errichtet. Alle größeren Bahnhöfe Wiens wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg auf Grund ihrer strategischen Bedeutung zumindest beschädigt. Die meisten wurden wieder aufgebaut und neu gestaltet. So wurde 1951 der alte Westbahnhof durch einen Neubau ersetzt, in den Jahren 1976 bis 1980 der Franz-Josefs-Bahnhof überbaut. In den Neubau des Südbahnhofs wurde der früher getrennte Ostbahnhof integriert. Der Nordbahnhof wurde nicht wiederhergestellt (seine architektonische Bedeutung wurde damals nicht erkannt), da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang der Fernverkehr der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte. Mit dem 2010 beginnenden Bau des Wiener Hauptbahnhofes soll die Stadt 2012/2013 erstmals einen Durchgangsbahnhof als Hauptbahnhof erhalten.

Heute bestehen in Wien noch drei große Kopfbahnhöfe:
* Wien Franz-Josefs-Bahnhof als Ausgangspunkt der Franz-Josefs-Bahn;
* Wien Südbahnhof (ehem. Südbahnhof u. Ostbahnhof) – Südbahn, Ostbahn, Pottendorfer Linie und Aspangbahn; auf einem Teil des Bahnhofsgeländes wird der neue Hauptbahnhof entstehen, der Südbahnhof wurde Ende 2009 aufgelassen;
* Wien Westbahnhof als Ausgangspunkt der Westbahn; zur Zeit wird eine großzügige Erweiterung und Überbauung vorgenommen.
Über West- und Südbahnhof wird der Haupt- und Fernverkehr bewältigt.

Durchgangsbahnhöfe:
* Wien Hütteldorf an der Westbahn;
* Wien Heiligenstadt an der Franz-Josefs-Bahn;
* Wien Praterstern an der Nordbahn
* Wien Meidling (Philadelphiabrücke) – Südbahn;
* Wien Mitte (Landstraße): Der Bahnhof mit dem City Air Terminal (City Airport Train) wird derzeit komplett neu errichtet.
* Wien Floridsdorf (Nordbahn)
Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe bzw. Stationen, die vor allem für den Personennahverkehr bedeutsam sind.

In Wien gibt es auch zwei populäre Parkbahnen: die Liliputbahn Prater im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

Flughafen

Flughafen Wien-Schwechat

Südöstlich von Wien befindet sich der internationale "Flughafen Wien-Schwechat". Im Jahr 2007 wurden über 254.000 Flugbewegungen abgewickelt; 18,77 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen. Der Flughafen ist die Heimatbasis der Austrian Airlines Group. In jüngster Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Bratislava aus; seit dem Jahr 2004 kooperiert der Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flughafen Bratislava.

Schifffahrt
Twin City Liner am Donaukanal
Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam als auch den deutschen Industriegebieten verbunden. Über die Donau gibt es eine Verbindung mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer. Der geplante Donau-Oder-Kanal blieb unvollendet. Die Personenschifffahrt auf der Donau hat heute fast nur noch touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nussdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.

Seit Juni 2006 verbindet der Schnellkatamaran "„Twin City Liner“" dreimal täglich die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava über die Donau. In Wien wurde als Ein- und Ausstiegsstelle der Schwedenplatz, Abgang Marienbrücke, gewählt. In Bratislava dient das denkmalgeschützte „Propellerhaus“ im Zentrum als Anlegeplatz. 2006 verkehrte das Schiff bis Ende Oktober, 2007 wurde die Saison bereits im März begonnen, 2008 wurde ein zweiter Schnellkatamaran angeschafft, und verkehrt seither fünfmal täglich zwischen Wien und Bratislava.

2003 wurden im Frachthafen 9 Mio. Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1.550 Schiffe abgefertigt.

Soziale Infrastruktur
Sicherheit
;Polizei
Die Sicherheitsverwaltung und alle zu ihr zählenden Behörden und Organe sind Kompetenz des Innenministers. Die Bundespolizeidirektion Wien, die zugleich Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien ist, und das ihr unterstehende Landespolizeikommando für Wien haben ihren Sitz in Wien 1., Schottenring 7–9. Derzeit gibt es in Wien 98 Polizeiinspektionen, drei Polizeihundeinspektionen und zwei Strompolizeiinspektionen, in denen fast 4.000 Polizistinnen und Polizisten ihren Dienst versehen. Dabei stehen ihnen 630 Fahrzeuge und elf Motorboote zur Verfügung.

Für Einsätze mit erhöhtem Gefährdungsgrad steht die Sondereinheit WEGA, für Einsätze mit sehr hohem Gefährdungsgrad das Einsatzkommando Cobra zur Verfügung. Zur Sicherung des Flughafens Wien steht außerdem die Einsatzabteilung Kranich bereit. Bei Großdemonstrationen und gewaltsamen Außschreitungen z.B nach Fußballspielen, kommt auch die Einsatzeinheit Wien zum Einsatz.

;Technische Sicherheit
Für die technische Sicherheit der Stadt (Baupolizei, Eisenbahnrecht, Wasserrecht usw.) ist der Magistrat der Stadt Wien verantwortlich; bei der Baupolizei mit der Landesregierung, im Eisenbahnrecht mit dem Verkehrsministerium, im Wasserrecht mit dem Umweltministerium als zweite Instanz.

;Justiz
Landesgericht für Strafsachen Wien
In Wien bestehen unabhängige Gerichte aller Instanzen: zwölf Bezirksgerichte (und ein eigenes BG. für Handelssachen), das Landesgericht für Strafsachen Wien, das Oberlandesgericht für Wien, Niederösterreich und das Burgenland sowie der für ganz Österreich tätige Oberste Gerichtshof. Als Anklagebehörden bestehen unter Aufsicht des Justizministers die Staatsanwaltschaft Wien, die Oberstaatsanwaltschaft Wien und der Generalanwalt als oberster Ankläger.

In Wien gibt es vier Justizanstalten:
*Justizanstalt Wien Josefstadt (größte Justizanstalt Österreichs)
*Justizanstalt Wien Simmering (zweitgrößte Justizanstalt Wiens)
*Justizanstalt Wien Favoriten (zentrale Haftanstalt für Drogenentzug in Österreich)
*Justizanstalt Wien Mittersteig (vorwiegend für zurechnungsfähige, geistig abnorme Rechtsbrecher)

;Feuerwehr
Berufsfeuerwehr Am Hof
Die Berufsfeuerwehr ist eine Abteilung des Magistrats der Stadt Wien.
Das Feuerwehrkommando, die Nachrichtenzentrale für den gesamten Raum Wien und die Dienstführungen aller drei Sparten des Feuerwehrdienstes haben ihren Sitz in der "Zentralwache" (1., Am Hof 7, 9 und 10). Wien ist in neun Brandschutzsektionen aufgeteilt; die einzelnen Sektionen haben spezifische Aufgaben und verfügen über spezielle Ausrüstung. Die 27 Feuerwachen mit insgesamt 1.780 Feuerwehrmännern sind über das ganze Stadtgebiet so verteilt, das jeder Einsatzort durchschnittlich nach fünf Minuten erreicht werden kann.

Die Berufsfeuerwehr Wien ist die älteste Berufsfeuerwehr der Welt. Außerdem bestehen in zwei früheren Dörfern knapp vor der Stadtgrenze die Freiwilligen Feuerwehren "FF Breitenlee" und "FF Süßenbrunn". Sie sind organisatorisch in die Berufsfeuerwehr eingegliedert und werden als Gruppenwachen geführt. Ihnen gehören ca. 70 Feuerwehrmänner an. Weiters bestehen 47 Betriebsfeuerwehren mit knapp 1.450 Feuerwehrmännern; insgesamt können somit 3.300 Feuerwehrmänner mobilisiert werden.

Schulwesen und Universitäten
Universität Wien Hauptgebäude am Ring
Akademie der bildenden Künste Wien
In Wien gibt es 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Zudem befinden sich in Wien 28 Berufsschulen (25 öffentlich), beispielsweise für Elektrotechnik, Gastgewerbe, oder Bürokaufleute, 22 technische und gewerbliche mittlere und höhere Schulen (11 öffentliche), wie für Textilindustrie oder Chemische Industrie, 21 wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (8 öffentliche), beispielsweise HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe für Mode oder Tourismusschule und 16 kaufmännische mittlere und höhere Schulen (6 öffentliche).

Die Universität Wien ist zudem die älteste und größte Universität im heutigen deutschen Sprachraum (die älteste deutsche Universität war Prag). Sie wurde bereits 1365 als „Alma Mater Rudolphina“ gegründet und war vor allem für ihre medizinische Fakultät berühmt, die seit dem Jahre 2004 als eigenständige Universität unter dem Namen Medizinische Universität Wien existiert. 1692 wurde die Akademie der bildenden Künste Wien als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudl gegründet; seit 1765 besteht die von Maria Theresia ins Leben gerufene Veterinärmedizinische Universität Wien. 1815 wurde die Technische Universität Wien als "k.u.k. polytechnisches Institut" gegründet; zwei Jahre später folgte die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die aus der Singschule des Antonio Salieri hervorging. Ebenfalls aus der Zeit des Kaiserreiches stammen die Universität für angewandte Kunst (1867 als Kunstgewerbeschule gegründet), die seit 1872 bestehende Universität für Bodenkultur Wien und die 1898 als "k.u.k. Exportakademie" gegründete Wirtschaftsuniversität Wien. Neben diesen staatlichen Universitäten gibt es in Wien noch fünf Privatuniversitäten (PEF Privatuniversität für Management, Webster University Vienna, Konservatorium Wien Privatuniversität, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien sowie TCM Privatuniversität Li Shi Zhen) und einige Fachhochschulen (FHWien Studiengänge der WKW, Fachhochschule des bfi Wien, Fachhochschule Technikum Wien, FH Campus Wien, Lauder Business School sowie Ferdinand Porsche FernFH-Studiengänge).

→ "Siehe auch: Schulsystem in Österreich"

Bibliothekswesen
Die führenden wissenschaftlichen Bibliotheken Wiens sind die Österreichische Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek Wien und die Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Dazu kommen die Bibliotheken der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Universität, der Medizinischen Universität und anderer Hochschulen sowie die Fachbibliotheken der Universitätsinstitute, außerdem die Sozialwissenschaftliche Bibliothek der Arbeiterkammer und die Parlamentsbibliothek. Die 41 städtischen Leihbüchereien Wiens sind als Wiener Büchereien zusammengefasst, darunter die neue Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz.

Gesundheitswesen
Ursprüngliches Gebäude des Allgemeinen Krankenhauses, eines der ältesten öffentlichen Spitäler der Welt; heute Universitätscampus „Altes AKH“
Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) im Wiener Gemeindebezirk Alsergrund ist das größte Spital Wiens und Österreichs und zugleich das Klinikum der Medizinischen Universität Wien.

Sozialer Wohnbau
Wien ist bekannt für den sozialen Wohnbau. Während der Zeit des Roten Wiens von 1918 bis 1934 entstanden erstmals im großen Stil zahlreiche Gemeindebauten, die von der Stadt errichtet und betrieben wurden, nicht auf Gewinne ausgerichtet waren und primär für die Arbeiterschaft zahlreiche Wohnungen zu günstigen Mieten bereit stellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erneut eine starke Bautätigkeit an Gemeindebauprojekten.

Soziale Einrichtungen
Die ersten sozialen Einrichtungen Wiens entstanden im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, als aufgrund der großen Armut in der Bevölkerung die ersten Obdachlosen- und Männerwohnheime, etwa das 1905 eröffnete in der Meldemannstraße, errichtet wurden.

Freizeit
Nachtleben

Abendliches Wien
Stadtstrand an der Urania
In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus.
Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1995 das Flex – einer der größten Clubs in Wien, in dem täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs und Bands stattfinden. Mit bekannten Acts – vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene – wartet auch das Kulturzentrum WUK nahe dem Währinger Gürtel auf. Das Museumsquartier ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt mit verschiedenen Gastgärten sowie dem Café Leopold, das ab 22 Uhr zu einem Club umgewandelt wird, der vor allem am Wochenende namhafte elektronische Musiker aus dem In- und Ausland zu Gast hat.

In den 1990er Jahren entstanden im Zuge der Sanierung des Gürtels zahlreiche Szenelokale in den ehemaligen Stadtbahnbögen, die mittlerweile fester Bestandteil des Wiener Nachlebens sind, beispielsweise das "Chelsea", das "B72", das "Rhiz" oder das "Q / ". Diese Lokale wurden bewusst dort gegründet, um den Stadtteil zu beleben. Die Gürtelbögen haben aufgrund ihrer mittigen Straßenlage den Vorteil, für die Anrainer keine zusätzliche Lärmbelästigung darzustellen. Einer der vornehmsten Clubs ist heute die "Passage" bei der Hofburg, sie ist in einer ehemaligen Fußgängerunterführung untergebracht und hat des Öfteren internationale Top-DJs zu Gast. In der Nähe befindet sich auch der Volksgarten, mit einem ähnlichen Publikum wie die Passage, und die Volksgarten Banane.

Rund um die Mariahilfer Straße gibt es auch eine vielfältige Lokalszene bestehend aus Cafés, Bars und kleinen Clubs, die am Abend eine DJ-Line anbieten. Hier sind zum Beispiel das Café Europa in der Zollergasse, die Blue Box in der Richtergasse, das Pulse in der Schottenfeldgasse und das Luftbad in der Luftbadgasse.

Im "Alten AKH", dem umgewidmeten Areal des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses im 9. Bezirk haben sich nebst einigen Uni-Instituten und Geschäften in jüngster Zeit auch Lokale mit ausgedehntem Freiluft-Betrieb angesiedelt.

Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bilden im Sommer die "Copa Cagrana" und "Sunken City" auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls ein seit einigen Jahren neu belebtes Viertel ist das Freihausviertel im vierten Bezirk nahe dem Karlsplatz, das nicht nur abends, sondern wegen seiner Nähe zum Naschmarkt auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken und Entertainment-Center am Stadtrand, unter anderem in der Donaustadt.

Wiener Parks, Wälder und Auenlandschaften

Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark
Das Heustadelwasser in den Praterauen
Blick auf Döbling mit Kahlenberg und Leopoldsberg im Hintergrund
Das Donauinselfest findet jeden Sommer auf der Donauinsel statt
Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist weltweit eine der Städte mit dem höchsten Grünflächenanteil, der die Hälfte des Stadtgebiets ausmacht. In der Innenstadt gibt es mehrere Parks, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, die reich mit Denkmälern und Parkbauten bestückt sind. Hierzu zählen der Stadtpark, der an die Hofburg anschließende Burggarten, der Augarten, sowie der Volksgarten. Von den barocken Gartenanlagen der Vorstadtpalais ist der Schlosspark von Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten noch fast in Originalgröße erhalten geblieben. Neben den großen Parks gibt es zahlreiche kleinere Parkanlagen insbesondere in den Innenstadtbezirken. Diese werden scherzhaft auch "Beserlparks" genannt. Auch Friedhöfe wurden nach dem Ersten Weltkrieg in Parkanlagen (beispielsweise der Währinger Schubertpark) umgewandelt.

Die größte Parkanlage Wiens ist der Wiener Prater in der Leopoldstadt. Mit 600 Hektar ist er fast doppelt so groß wie der Central Park in New York und dreimal so groß wie der Berliner Tiergarten. Das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet, das noch heute zu großen Teilen aus Aulandschaften besteht, wurde 1766 von Joseph II. dem Volk übergeben. Rund um den grünen Prater entstanden im Laufe der Zeit das Messegelände, wo die Weltausstellung 1873 stattfand, der Vergnügungspark Wurstelprater mit seinem Wahrzeichen, dem Riesenrad, sowie mit dem Ernst-Happel-Stadion (ehemals Praterstadion) das größte Fußballstadion Österreichs.

Die 21,1 km lange und 200 m breite Donauinsel ist ebenfalls ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung. Einmal pro Jahr findet hier das Donauinselfest statt. Ursprünglich wurde die Donauinsel in den Jahren 1972 bis 1988 als Hochwasserschutz „errichtet“. Es gibt hier unter anderem einen großen FKK-Badebereich. Im Gebiet der Reichsbrücke hat sich zudem eine vielfältige Lokalszene entwickelt.

Im Westen der Großstadt reichen die Ausläufer des Wienerwaldes zum Teil weit in die verbauten Bereiche der Außenbezirke hinein. Hier findet sich unter anderem der Lainzer Tiergarten, ein weitläufiges Waldgebiet (2.500 Hektar) mit reichem Wildbestand. In dem ehemaligen kaiserlichen Jagdgebiet finden sich neben dem Jagdschloss Hermesvilla bis heute Jagdwild, wobei insbesondere die Wildschweine im Lainzer Tiergarten sehr populär sind. Die Wälder im Westen werden durch den Wiener Grüngürtel im Süden (Wienerberg und Laaer Berg), der teilweise aufwändig wieder aufgeforstet wurde, fortgesetzt. Nördlich der Donau dient neben dem Donaupark insbesondere die Lobau als Naherholungsgebiet. Das Auengebiet der Donau ist sogar Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Sowohl Sehenswürdigkeiten als auch Grünoasen sind die Wiener Friedhöfe, die als Erholungsorte gelten und zum Spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur für seine Ehrengräber berühmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neue und alte jüdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine moslemisch-ägyptische Abteilung sowie zahlreiche orthodoxe Abteilungen und Grabstätten der Anatomie. Auch der Sankt Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal für Spaziergänge. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts geschlossen und wird heute als Parkanlage geführt. Hier wurden einst Mozart und Josef Madersperger, einer der Erfinder der Nähmaschine, in Schachtgräbern bestattet, wodurch die exakte Lage ihrer Grabstellen heute nicht bekannt ist.

Sport
Ernst-Happel-Stadion im Prater
Wiener Stadthalle
Siegerehrung 2004 zum Vienna Marathon mit Bundespräsident Heinz Fischer

Wien kommt im österreichischen Sportgeschehen eine zentrale Rolle hinzu. Viele neue Sportarten verbreiteten sich von hier aus nach ganz Österreich. Lieblingssport der Wiener ist das Schwimmen. Hierfür stehen zahlreiche Schwimmbäder, wie auch natürliche Gewässer zur Verfügung. Sehr beliebt und populär ist das Gänsehäufel, eine Sandinsel in der Alten Donau. Knapp hinter dem Schwimmen in der Beliebtheitsstatistik rangiert der Fußballsport. Heute gibt es mit dem Rekordmeister SK Rapid Wien und dem Rekordcupsieger Austria Wien zwei stark rivalisierende Vereine. Der SK Rapid stand bislang zwei Mal in einem Europapokalfinale und konnte sogar deutscher Meister und Pokalsieger werden. Die Austria erreichte ebenfalls einmal das Europacupfinale. Sporthistorisch wertvoll ist auch die Vienna, Österreichs ältester Fußballklub, sowie der Wiener Sport-Club, der ebenfalls große Erfolge im Europapokal feiern konnte. Auch zwei der Vorläufervereine des in der Südstadt Spielenden VfB Admira Wacker Mödling (Wacker Wien und Admira Wien) waren Wiener Vereine. Die Dominanz der Wiener Vereine zeigt sich alleine dadurch, dass mit dem LASK erst 1965 eine Mannschaft aus den Bundesländern Meister werden konnte. Das größte Fußballstadion Wiens, das Ernst-Happel-Stadion, steht mit seinen 49.825 Plätzen exklusiv der österreichischen Nationalmannschaft seit 1931 zur Verfügung. Es ist eines der wichtigsten Fußballstadien Europas und war in der jüngsten Vergangenheit dreimal Gastgeber des Champions-League-Finales. 2008 fanden hier das Finale und einige andere Spiele der Europameisterschaft statt.

Neben den Fußballvereinen gibt es zahlreiche erfolgreiche Wiener Vereine in anderen Sportarten. Im Eishockey wurden 2005 bei den Herren die Vienna Capitals sowie bei den Damen die EHV Sabres österreichischer Meister. Zusätzliches Highlight in der Wiener Eishockey-Saison war die Weltmeisterschaft in der Wiener Stadthalle. Die Footballer von den Raiffeisen Vikings Vienna konnten 2004, 2005, 2006 und 2007 die Eurobowl gewinnen, die WBV Homerunners wurden österreichischer Meister im Baseball. Die Volleyballer der aon hotVolleys sowie die Handballer der Margareten Fivers mussten sich jeweils mit dem Vize-Meistertitel zufrieden geben.

Neben den Mannschaftssportarten gibt es in Wien ebenfalls ein breites Angebot für Individualsportarten. Als Laufstrecken sind die Wege im Wiener Prater oder auf der Donauinsel sehr beliebt. Trainiert kann auch im Ferry-Dusika-Hallenstadion werden. Einmal jährlich findet zusätzlich der Vienna City Marathon statt. Radfahrern stehen neben über 1.000 Fahrradkilometern zahlreiche Mountainbikestrecken in den Wiener Bergen zur Verfügung. An der Alten Donau und an der Donau gibt es für Freunde des Rudersports insgesamt 11 verschiedene Rudervereine. In Wien gibt es 3 ordentliche und 4 außerordentliche Mitgliedsclubs des Österreichischen Golf Verbandes, Golfplätzen stehen etwa am Wienerberg zur Verfügung. Als Fechtklub ist vor allem der Wiener Sport-Club bekannt. Auch für den Wintersport, der in Österreich einen hohen Stellenwert genießt, gibt es vielfältige Angebote. Die Stadt Wien betreibt auf der ehemaligen FIS-Strecke Hohen-Wand-Wiese und auf der Dollwiese zwei Schipisten. Ab einer Schneelage von 20 cm zieht das Sportamt der Stadt Loipenspuren durch den Prater, auf der Donauinsel, am Wienerberg, auf den Steinhofgründen, im Schwarzenbergpark, am Cobenzl und im Maurerwald. Die Streckenlängen reichen von 2,5 km (am Wienerberg) bis zu 12 km (Donauinsel).

Öffentliche Badeanlagen

Die wohl bekannteste öffentliche Badeanlage Wiens ist das Gänsehäufel – eine Insel an der Alten Donau, die zur Gänze dem Badevergnügen gewidmet ist. Direkt daneben befindet sich das „Kleine Gänsehäufel“, eine Halbinsel, auf der sich mehrere Arbeiterbäder, die während der Zeit des „Roten Wiens“ eröffnet wurden, befinden. Auch andere öffentliche Bäder stammen aus dem „Roten Wien“, wie etwa die Kinderfreibäder oder das Amalienbad im 10.Bezirk. Noch unter einem christlichsozialen Bürgermeister wurde 1914 das Jörgerbad eröffnet. Noch älter ist das Dianabad, welches 1806 vorerst nur für die gesellschaftliche Oberschicht fertiggestellt wurde. Ebenfalls zum Baden genutzt wird die zwischen der Neuen Donau und der Donau gelegene, über 21 km lange Wiener Donauinsel sowie die am nordöstlichen Ufer der Neuen Donau gelegenen Badebereiche im 21. und 22. Bezirk.

Wirtschaft
Wiener Postsparkasse am Georg-Coch-Platz, 1906 erbaut von Otto Wagner
Die Börse an der Ringstraße
Innerhalb der EU gehört Wien zu den wohlhabendsten Regionen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Wien einen Index von 170.9 (EU-25:100) (2003)., 23. Mai 2006 Dieser Ruf bestätigte sich erneut 2007, als die Stadt als fünftreichste Region der EU eingestuft wurde, nach London, Luxemburg, Brüssel und Hamburg.", Der Standard, 19. Februar 2007
Die Stadt genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und ihre Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den MOEL pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Besonders im Vorfeld der EU-Osterweiterung fassten zahlreiche ausländische Großunternehmen ihre Aktivitäten in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf ihrem Standort in Wien zusammen, oder gründeten eine solche Zentrale neu, um die Erschließung dieser Märkte von Wien aus anzugehen. In einigen Fällen ging dieser Entschluss auch einher mit der Übernahme eines österreichischen Unternehmens mit Sitz in Wien und Tätigkeit in den MOEL. Dies tat etwa der niederländische Getränkekonzern Heineken mit der Übernahme der BBAG oder die italienische Großbank UniCredit nach der Übernahme der Bank Austria. Weitere ausländische Konzerne mit Osteuropa-Zentrale in Wien sind etwa der französische Baustoffkonzern Lafarge, deutschen Konzerne wie Henkel und REWE und Beiersdorf. Auch die meisten der größten österreichischen Unternehmen, darunter fast sämtliche Banken, haben ihren Hauptsitz in Wien. Etwa der Mineralölkonzern OMV, der Ziegelhersteller Wienerberger oder auch die Telekom Austria.

Mit der Wiener Börse befindet sich auch Österreichs einzige Wertpapierbörse in Wien.

In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist der 1. Bezirk.

Im Jahr 2005 waren durchschnittlich 92.864 Wiener und Wienerinnen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 13,3 % (Österreich Berechnung), 8,2 % EU-Berechnung. Im Vergleich zu den anderen neun Bundesländern liegt Wien auf dem letzten Platz. Österreich hat derzeit ca. 314.076 Arbeitslose, das entspricht einer Quote von 8,6 % (Österreich Berechnung), 5,3 (EU-Berechnung).

Tourismus
Das Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an.
Fiaker mit pausierenden Kutschern am Heldenplatz
Das Wiener Riesenrad, 1897 errichtet und ein Wahrzeichen der Stadt
Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler, erwarb, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel.

Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, die Altstadt, in deren Zentrum sich der Stephansdom befindet. Hier im ersten Bezirk befinden sich auch die Staatsoper, die Hofburg – Stadtresidenz der Kaiser, die Kärntner Straße – die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs, bekannte Hotels und Konditoreien und die prunkvolle Ringstraße, die die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 auch eine sehr lebendige und vielfältige Szene entwickelt: mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Veranstaltungen aller Art.

Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom, das Schloss und der Tiergarten Schönbrunn, das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, die Albertina, das Riesenrad sowie das MuseumsQuartier.

Ergebnisse 2008
Wien erreichte 2008 4,6 Millionen Gästeankünfte, die 10,2 Millionen Nächtigungen (+ 5,8 %) bewirkten, davon 8,4 Millionen Nächtigungen ausländischer Gäste. Der Beherbergungsumsatz der Wiener Hotellerie ist wesentlich stärker gestiegen. Das Ergebnis ist das beste seit jeher. Der Gesamtumsatz des Tourismus in Wien wird auf 4 Milliarden € pro Jahr geschätzt.

Die zwölf wichtigsten Quellmärkte hatten 2008 folgende Anteile am Gesamtnächtigungsergebnis:
# Deutschland 20,6 %
# Österreich (ohne Wien) 18,0 %
# Italien 5,6 %
# USA 5,1 %
# Großbritannien 3,9 %
# Spanien 3,6 %
# Russland 3,1 %
# Rumänien 3,1 %
# Schweiz, Liechtenstein 3,0 %
# Frankreich, Monaco 2,8 %
# Japan 2,4 %
# Niederlande 2,0 %

1997–2007 konnte ein durchschnittliches jährliches Nächtigungswachstum von 3 % verzeichnet werden. Die Beherbergungskapazität stieg in den letzten Jahren durch Hotelneubauten deutlich an. Im Mai 2007 (amtliche Erhebung) standen den Gästen 23.485 Zimmer mit 44.464 Betten zur Verfügung; 2008 waren es bereits rund 26.000 Zimmer mit 49.000 Betten (inkl. Saisonhotels). Bis 2010 wird die Beherbergungskapazität weiter wachsen, da sich mehrere Hotels in Bau befinden.

Ausblick
Im Tourismuskonzept Wien 2010, das 2003 beschlossen wurde, wurden für 2010 rund 10 Millionen Gästenächtigungen als Ziel gesetzt; dieses Ziel wurde bereits 2008 erreicht. Die noch im Sommer 2008 prognostizierte weitere Frequenzsteigerung wird jedoch auf Grund der im Herbst 2008 weltweit entstandenen Wirtschaftskrise vorerst nicht stattfinden; eher muss in der nächsten Zeit (auch angesichts der in Europa steigenden Arbeitslosigkeit) mit Rückgängen gerechnet werden. Für 2015 wird im Tourismuskonzept Wien 2015, das im Oktober 2009 publiziert wurde, allerdings ein Resultat von 11 Millionen Nächtigungen (+ 10 % gegenüber 2008) und eine Erhöhung des Nächtigungsumsatzes um 100 Mio. € (+ 20 % gegenüber 2008) angestrebt (Umsatz 2008: 487 Mio. €).

In der Hotellerie hat die Nachfrage 2009 gering, der Umsatz beträchtlich nachgelassen: Das Übernachtungsergebnis sank von Jänner bis Oktober gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 um nur 4,6 %, der Nächtigungsumsatz der Hotellerie allerdings von Jänner bis September um 15,3 %. Der Flughafen Wien meldet für Jänner bis September 2009 einen Passagierrückgang um 10,3 %.

Für Wien wird mittelfristig auch entscheidend sein, wie sich der Flugverkehr nach der am 3. September 2009 definitiv erfolgten Übernahme von Austrian Airlines durch Lufthansa entwickelt. (Bisher hatte Wien durch ein hohes Ausmaß an Direktverbindungen Wettbewerbsvorteile.)

Siehe auch: Wiener Tourismusverband.

Kongresstourismus
Zum touristischen Erfolg Wiens tragen viele internationale Kongresse, Firmentagungen, Belohnungsreisen und allgemeine Geschäftsreisen bei. Mit 139 internationalen Tagungen im Jahr 2008 (2007 waren es 154) war Wien (wie schon 2006 und 2007) nach Zählungen der International Congress and Conventions Association (ICCA), diesmal ex aequo mit Paris, vor Barcelona, Singapur und Berlin, beliebteste internationale Kongressstadt der Welt. Nach Zählungen der Union of International Associations (UIA), die internationale Tagungen anders definiert, erreichte Wien 2007 Rang 3 weltweit. Auch in den kommenden Jahren werden Großkongresse in Wien stattfinden.

Medien

Das ORF-Zentrum Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk
Palais Orsini-Rosenberg in der Herrengasse, Zentrale der Tageszeitung "Der Standard"
Wien ist der Hauptsitz zahlreicher Medien jeglicher Gattung. Das größte Unternehmen dieser Art ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ORF – inklusive dem Sport- und Wettersender TW1 – mit Sitz am Küniglberg im 13. Gemeindebezirk und seinen Radioprogrammen Ö1, Ö2, Ö3 und FM4 mit Sitz in der Argentinierstraße im 4. Gemeindebezirk und an der Heiligenstädter Lände. International über Mittelwelle ausgestrahlt wird Radio 1476, besser bekannt als „Ö1 International“. Die Filmstudios des ORF, die gelegentlich auch für Fernsehsendungen (wie zum Beispiel die Reality-Show "Taxi Orange") herangezogen werden, befinden sich am Rosenhügel im 23. Gemeindebezirk.

Weitere Fernsehanstalten mit Sitz in Wien sind der österreichweite Privatsender ATV (ehem. ATVplus) und der erst seit 2004 österreichweit unverschlüsselt empfangbare alternative Musiksender gotv, der seine größte Reichweite daher nach wie vor in Wien erreicht. Seit Juni 2004 ist PULS 4 (ehem. Puls TV) empfangbar, dessen Sendegebiet bis Anfang 2008 auf Wien beschränkt war. Die im 7. Bezirk ansässige Fernsehanstalt produziert mehrere österreichspezifische Sendungen, darunter die Nachrichtensendung „Austria Top News“ für ProSieben Austria. Ende 2005 startete unter dem Namen Okto ein Nichtkommerzieller Lokalfunk|nichtkommerzieller Fernsehsender für Wien.

Neben den ORF-Radiosendern existieren noch zahlreiche private Radiosender, von denen jedoch nur ein Teil auch außerhalb Wiens über weitere Studios verfügt oder empfangbar ist. Diese fast ausschließlich auf Popmusik|Pop oder Oldies ausgerichteten Sender sind: „Radio Arabella“, „Antenne Wien“, „KroneHit“, „Radio 88.6|88.6 – Wir spielen was wir wollen“, der Hörfunksender der Erzdiözese Wien „Radio Stephansdom“ mit klassischer Musik und der Nichtkommerzieller Lokalfunk|nichtkommerzielle Radiosender „Orange 94.0“. Ein weiterer Radiosender ist „Radio Energy 104.2“, der sich auf Urban-Musik (Black, R&B, …) spezialisiert hat.

Auch die bedeutendsten österreichweiten Printmedien haben neben den lokalen Zeitungen ihren Hauptsitz in Wien. Was wöchentlich erscheinende Zeitschrift|Magazine betrifft, ist die Verlagsgruppe News mit Sitz im Leopoldstadt|2. Gemeindebezirk am Donaukanal, zu der unter anderen die Magazine „News (Zeitschrift)|News“, „Profil (Zeitschrift)|Profil“, „Format (Zeitung)|Format“, „woman“, „E-media“ und „TV-media“ das Monatsmagazin „Trend (Zeitschrift)|Trend“ gehören, eindeutiger Marktführer. Auflagenstärkste Wochenzeitung ist eigenen Angaben zufolge jedoch das Unterhaltungsmagazin „Die ganze Woche“ mit 340.000 Exemplaren österreichweit. Einziges auf Jugendliche spezialisiertes Printmedium ist der wöchentlich erhältliche „Rennbahn-Express|Xpress“ (vormals „Rennbahn-Express“).

Weitere Monatsmagazine sind Auto Touring (Auflage 1,3 Mio.), Der Reitwagen|Der Reitwagen (Motorradmagazin), Gewinn (Zeitschrift)|Gewinn, Datum (Zeitschrift)|Datum – Seiten der Zeit und WCM (Zeitschrift)|WCM.

Nur in unregelmäßigen Abständen erscheinen die Wiener Printmedien Malmoe (Zeitung), deScripto und die Europäische Rundschau.

Die auf ganz Österreich bezogenen Tageszeitungen „Kronen Zeitung“, „Kurier (Tageszeitung)|Kurier“, „Österreich (Zeitung)|Österreich“, „Der Standard“ und „Die Presse“ sind ebenfalls in Wien ansässig. Die lokal bedeutendste Zeitung ist die Wochenzeitung „Falter (Zeitung)|Falter“. Eine Besonderheit ist die nur in U-Bahn-Stationen erhältliche Gratiszeitung „Heute (Österreichische Zeitung)|Heute“, die vor allem durch einen hohen Werbeanteil und die höchste Auflage in Wien auffällt. Fachspezifische und österreichweit erhältliche Printmedien mit vergleichsweise geringer Auflage sind die „Wirtschaftswoche“, das täglich erscheinende „WirtschaftsBlatt“ und „Die Furche“. Zudem existieren noch zahlreiche Printmedien mit minimaler Auflage und thematischer Spezialisierung auf Themen wie Religion oder Politik (vor allem Parteizeitungen).

Eine ehemals sehr bedeutende Wiener Zeitung, aus der einige sehr erfolgreiche Journalisten hervorgingen, war die 1889 gegründete und 1991 eingestellte Arbeiter-Zeitung, die sich als erstes Medium in Wien auch sozialkritischen Themen widmete. Ebenfalls eingestellt wurde, im Jahr 2000, die im Floridsdorf|21. Gemeindebezirk ansässig gewesene Boulevardzeitung „Täglich Alles“.

Die bedeutendste Straßenzeitung Wiens ist der Augustin (Straßenzeitung)|Augustin. Eine weitere nennt sich Uhudla (Zeitung)|Uhudla. Beide widmen sich Obdachlosen-spezifischen Themen und werden auch von solchen verkauft.

Auch andere Unternehmen der Medienbranche sind sehr stark auf Wien konzentriert, darunter einige Werbeagenturen und Unternehmen aus der Filmbranche.

Landwirtschaft
16 % der Fläche Wiens werden landwirtschaftlich von rund 900 gärtnerischen und bäuerlichen Betrieben genutzt. Unter anderem rund 50.000 Tonnen Gemüse werden dadurch jährlich hergestellt, vor allem Tomaten, Paprika, Gurken, Gartensalat|Salat und Radieschen. Anbaugebiete sind etwa die Simmeringer Haide. Auch der größte österreichische Gemüsevertrieb, die LGV-Frischgemüse, hat ihren Sitz und ihr Hauptlager in Simmering. Sie versorgt je nach Saison bis zu 70 % Wiens und 56 % Österreichs mit Frischgemüse aus Wien und Umgebung., Rathauskorrespondenz, 16. April 2007

Politik

Datei:Rathaus Vienna June 2006 165.jpg|thumb|Wiener Rathaus
Datei:Michael Haeupl.png|thumb|upright|Dr. Michael Häupl (SPÖ) ist seit 1994 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien
Seit 1919 stellte bei allen freien Wahlen die SPÖ den Bürgermeister; Stadtsenat (das Kollegium der Stadträte) und Gemeinderat (das Stadtparlament) weisen seit 1919 mit Ausnahme von sehr kurzen Perioden eine absolute Mehrheit der SPÖ|Sozialdemokratischen Partei auf. Von 1934 bis 1945 (Austrofaschismus, Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus|NS-Zeit) fanden keine demokratischen Wahlen statt. Amtierender Bürgermeister ist Michael Häupl. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind bis heute u. a. die in großer Zahl von der öffentlichen Hand geschaffenen Gemeindebauten.

Seit der Erhebung Wiens zu einem eigenen Bundesland am 1. Jänner 1922 ist der Wiener Bürgermeister gleichzeitig Landeshauptmann, der Stadtsenat gleichzeitig Landesregierung, der Gemeinderat gleichzeitig Landtag. In den Diktaturzeiten von 1934 bis 1945 war diese Verfassungsregel nicht in Kraft.

"→ Hauptartikel Wiener Stadtsenat und Wiener Landesregierung"

Verwaltet wird die Stadt vom Magistrat der Stadt Wien unter der Leitung des Magistratsdirektors, der auch Landesamtsdirektor ist und direkt dem Bürgermeister untersteht. Der Magistrat besteht aus der Magistratsdirektion (strategisch wichtige Bereiche, die dem Magistratsdirektor direkt unterstehen) und vielen vom Magistratsdirektor zu beaufsichtigenden Magistratsabteilungen. Diese sind zu Geschäftsgruppen zusammengefasst, die politisch jeweils einer/einem amtsführenden Stadträtin/Stadtrat unterstehen.

Darüber hinaus besteht im Sinn der bürgernahen Verwaltung für jeden Gemeindebezirk ein Magistratisches Bezirksamt, das dem Magistratsdirektor untersteht; in mehreren Fällen teilen sich zwei benachbarte Bezirke ein Bezirksamt. Nur dem Bürgermeister persönlich untersteht das Kontrollamt der Stadt Wien, das – wie der Rechnungshof im Gesamtstaat – Einschau- und Prüfungsrechte für alle städtischen Dienststellen und Unternehmungen besitzt.

Die Wahlberechtigten jedes Gemeindebezirks wählen (gleichzeitig mit dem Gemeinderat) ihre Bezirksvertretung (die/der einzelne Abgeordnete heißt Bezirksrätin bzw. Bezirksrat), diese die/den Bezirksvorsteher/in und zwei Stellvertreter/innen. Einige Verwaltungsbereiche der Stadtgemeinde (u. a. bauliche Erhaltung der Pflichtschulen und des lokalen Straßennetzes) und die dazu bereitgestellten Budgets sind an die Bezirke übertragen worden. Sie entscheiden diesfalls autonom über die Prioritäten des Mitteleinsatzes. Die Durchführung von Maßnahmen nach den entsprechenden Beschlüssen der Bezirksvertretung obliegt dem Magistrat.

Gemeinderat
"→ Hauptartikel Wiener Landtag und Gemeinderat"

Datei:Gemeinderatswahl Wien 2005.svg|thumb|180px|Gemeinderatswahlen Wien 2005
Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2005|Gemeinderatswahl vom 23. Oktober 2005, Webservice der Stadt Wien, abgerufen am 29. Jänner 2007 ergab sich folgende Stimmen- bzw. Sitzverteilung im Gemeinderat (Österreich)|Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben):



Da Wien in Wahlkreise aufgeteilt ist und die SPÖ in den bevölkerungsstarken, traditionellen Arbeiterbezirken sehr stark ist, hat die SPÖ die absolute Mehrheit an Sitzen im Gemeinderat (55 %), obwohl sie nicht die absolute Stimmenmehrheit (49 %) in gesamt Wien hat.

Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnte sich die SPÖ in 16, die ÖVP in 5 und die Grünen in 2 Bezirken durchsetzen. Die ÖVP erlangt die Stimmenmehrheit traditionell in den bürgerlichen Wohngegenden in der Innenstadt sowie in den Villengegenden am westlichen Stadtrand. Die Grünen stellen in den kleineren Innenstadtbezirken 7 und 8 den Bezirksvorsteher, erhielten jedoch weniger Stimmen in den Außenbezirken. Die FPÖ konnte vor allem dort höhere Stimmenanteile erreichen.

Die Wahlbeteiligung erreichte 60,81 % (nach 66,58 % 2001) bei der Gemeinderatswahl und 58,5 % bei den Bezirksvertretungswahlen. Erstmals waren 16- und 17-Jährige stimmberechtigt. Die nächste Landtags- und Gemeinderatswahl findet voraussichtlich 2010 statt.

"Siehe auch: Liste der österreichischen Landeshauptleute, Ergebnisse der Landtagswahlen in Österreich#Gemeinderat in Wien|Ergebnisse der Landtagswahlen in Österreich"

Kritik

Zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten wurde 1998, wie damals bei größeren Kommunen in Europa gängig, das U-Bahn-Netz und 2002 die Wiener Kanalisation|Kanalisation im 21. und 22. Bezirk mittels Cross-Border-Leasing-Vertrag verkauft und wird seither über eine Laufzeit von 35 Jahren zurückgemietet. Die Stadt Wien sollte dadurch von einem Steueranreiz in den USA profitieren, doch wurde diese Steuerlücke vor mehreren Jahren geschlossen und etwaige Ertragsausfälle des Investors müssen von der Stadt getragen werden. Dieses Gesetz sieht zwar mit der „Grandfathering Clause“ vor, dass vor dem 17. September 2003 eingegangene Verträge ihre Gültigkeit behalten sollen, doch verstößt dies gegen World Trade Organization|WTO-Regelungen und stößt auch auf EU-Widerstand, weshalb diese Regelung modifiziert werden muss. – Mitteilung der Generaldirektion für Handel der Europäischen Kommission, Brüssel, 13. Februar 2006
Mittlerweile werden die Cross-Border-Verträge seitens der Wiener Stadtregierung wieder aufgelöst.

Internationale Organisationen mit Sitz in Wien

Datei:Vienna International Centre.jpg|thumb|UNO-City nördlich der Donau (vor Errichtung der Donau City)
Datei:IMG 0169 - Wien - Hofburg.JPG|thumb|OSZE-Hauptsitz in der Hofburg
Datei:OPEC Vienna Oct. 2006 001.jpg|thumb|OPEC-Hauptquartier am Donaukanal (das niedrige Gebäude links der Bildmitte)
Wien wurde im Jahre 1979 die dritte UNO-Stadt nach New York und Genf. Zusätzlich ist Wien Sitz zahlreicher weiterer internationaler Organisationen:
* Europäische Agentur für Grundrechte|Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (früher: EUMC – Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit)
* International Press Institute|IPI – Internationales Presseinstitut
* Internationale Kommission zum Schutz der Donau|IKSD – Internationale Kommission zum Schutz der Donau
* OPEC – Organisation Erdölexportierender Staaten
* OSZE – Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
* Vereinte Nationen|UN – Vereinte Nationen
** IAEO – Internationale Atomenergiebehörde (Friedensnobelpreis 2005)
** UNIDO – Organisation für industrielle Entwicklung
** UNODC – Büro für Drogen und Verbrechen
** UNDCP – Internationales Drogenkontrollprogramm
** UNHCR – Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
** CTBTO|CTBTO PrepCom Vorbereitende Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen
** UNCITRAL – Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht
** UNOOSA – Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen
** UNSCEAR – Komitee der Vereinten Nationen über die Wirkung der atomaren Strahlung
** United Nations Postal Administration|UNPA – Postverwaltung der Vereinten Nationen
* OFID – Für internationale Entwicklung von Staaten aus der 3. Welt

Wappen, Flagge und Hymne
Die Symbole Wiens sind im „Gesetz über die Symbole der Bundeshauptstadt Wien“ (Landesgesetzblatt Nr. 10/1998) festgelegt.

Das Wiener Wappen zeigt "„in einem roten Schild ein weißes Kreuz“". In einer zweiten Darstellungsform kann das Wappen "„auch in Form eines Brustschildes in der Figur eines schwarzen, golden bewehrten Adler (heraldik)|Adlers verwendet werden“". – Landesgetzblatt für Wien, Nr. 10/1998 Das Kreuzschild geht vermutlich auf die Reichssturmfahne zurück. Als Wappen mit Adler ist es 1237 nachweisbar und erstmals 1278 auf einem Wiener Pfenning zu sehen,Karl-Heinz Hesmer: "Flaggen und Wappen der Welt." S. 122 auf Siegeln datiert es frühestens, als Zeichen Wiens aber unsicher, 1228.

Die Wiener Flagge "„besteht aus zwei gleich breiten, waagrechten Streifen; der obere ist rot, der untere ist weiß. Das Verhältnis der Höhe der Flagge zu ihrer Länge ist zwei zu drei.“" Die Flagge wurde 1946 eingeführt.

Auch das Siegel der Bundeshauptstadt Wien verwendet das Wappen im Brustschild eines Adlers. Als Umschrift findet der Schriftzug „Bundeshauptstadt Wien“ oder die Bezeichnung der Gemeindeorgane sowie des Landes Wien Verwendung.

Wien verfügt als einziges Bundesland über keine offizielle Landeshymne. Als inoffizielle Hymne gilt der "An der schönen blauen Donau|Donauwalzer" von Johann Strauss (Sohn)|Johann Strauss.



Partnerstädte
Datei:Stephansdom Vienna July 2008 (27)-Stephansdom Vienna July 2008 (31).jpg|thumb|Blick vom Stephansdom auf die Stadt und bis zum Kahlenberg und Wienerwald
Datei:Kohlmarkt Vienna June 2006 309.jpg|thumb|Kohlmarkt im 1. Bezirk mit Blick auf den Michaelertrakt der Hofburg
Datei:Wien Alsergrund Canisiuskirche Spittelau.jpg|thumb|Blick über den Alsergrund (9. Bezirk) von Seiten des Währinger Gürtels
Datei:Mariahilferstrasse1.jpg|thumb|Mariahilfer Straße zwischen 6. und 7. Bezirk

Wien unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:



"Wien" in anderen Sprachen und in Übersee

Wien gehört zu jenen alten Städten, für die in vielen Sprachen eigene Namen bestehen. Im Holländischen ist "Wenen" gebräuchlich. In England, Italien, Spanien, Portugal usw. ist Wien als "Vien(n)a" bekannt, in Frankreich als "Vienne" (dort mit der Beifügung "Autriche" zur Vermeidung der Verwechslung mit der Vienne (Isère)|Stadt und dem Vienne (Département)|Département in Frankreich selbst).

Auf den ersten Blick ungewöhnlich sind das ungarische "Bécs" bzw. "Beč" im Bosnischen/Kroatischen/Serbischen. Alle diese Namen stammen vom Namen "Beç" aus der Osmanische Sprache|osmanischen Amtssprache ab, während das moderne Türkisch "Viyana" kennt.

Ebenso scheint die slowenische Bezeichnung für Wien, "Dunaj", auf die Donau zu verweisen, die aber auf Slowenisch "Donava" heißt. Auf Tschechisch heißt die Stadt "Videň", auf Slowakisch "Viedeň", auf Polnisch "Wiedeń", jedoch ist der Bezug auf den gleichnamigen Gemeindebezirk Wieden (Wien)|Wieden ungeklärt.

In lateinischen Urkunden wird Wien (etwa auf Promotionsurkunden der "Universitas Vindobonensis") mit seinem altrömischen Namen "Vindobona" bezeichnet.

Übersee
In den Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten und in Kanada existieren einige Siedlungen, die die deutsche oder englische Bezeichnung von Wien im Namen tragen. Dies ist in vielen Fällen wohl auf Auswanderer zurückzuführen, die ihre neuen Siedlungen nach ihrem Herkunftsort benannten.

* "Wien" gibt es in Missouri und Wisconsin
* "Vienna" gibt es in Vienna (Georgia)|Georgia, Illinois, Louisiana, Maine, Maryland, Missouri, New York, Ontario (Kanada), South Dakota, Texas, Vienna (Virginia)|Virginia, Wisconsin und Vienna (West Virginia)|West Virginia
* "New Vienna" gibt es in New Vienna (Iowa)|Iowa und New Vienna (Ohio)|Ohio
* "South Vienna" gibt es in Ohio

In Nordamerika wird Vienna in seltenen Fällen auch als weiblicher Vorname verwendet. Ein prominentes Beispiel ist die kalifornische Musikerin Vienna Teng, die den Vornamen in ihrem Künstlernamen verwendet.

Siehe auch


* Liste der größten Städte der Europäischen Union
* Liste der größten Städte der Welt (historisch)
* Liste der größten deutschen Städte|Liste der größten deutschen Städte (historisch)
* Militärische Einrichtungen in Wien

Literatur

* Jean-Paul Bled: "Wien. Residenz, Metropole, Hauptstadt". Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99077-3.
* Christian Brandstätter u. a.: "Stadtchronik Wien. 2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern." Brandstätter, Wien und München 1986, ISBN 3-85447-229-3.
* Felix Czeike: "Historisches Lexikon der Stadt Wien". 5 Bände. Wien 1997.
* Alexander Glück, Marcello La Speranza, Peter Ryborz: "Unter Wien – Auf den Spuren des Dritten Mannes durch Kanäle, Grüfte und Kasematten". Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-238-7.
* Wilhelm Hebenstreit: "Der Fremde in Wien; und Der Wiener in der Heimath". 4. Auflage. Armbruster, Wien 1840, (Reiseführer von 1840).
* Willy Puchner, "Wien. Vergnügen und Melancholie", Wien 2008, ISBN 3-85033-159-8.
* Johannes Sachslehner: "Wien – Eine Geschichte der Stadt". Pichler Verlag, Wien-Graz-Klagenfurt 2006, ISBN 3-85431-399-3.
* "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Band 1. Wien und Niederösterreich. 1. Abtheilung: Wien". (= Teil des sogenannten Kronprinzenwerks). K. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1886, .
* "Fundort Wien". Berichte zur Archäologie Bd. 1 / 98 ff., ISBN 3-9500492-2-3.


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