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Rethymno

Griechenland, Rethymno
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"Rethymno" ( , ) ist eine Hafenstadt im Norden der griechischen Insel Kreta. Sie ist nach Iraklio und Chania die drittgrößte Stadt der Insel und bildet als gleichnamige Gemeinde (Δήμος Ρεθύμνου, "Dimos Rethymnou") das Verwaltungszentrum der Präfektur Rethymno (Νομός Ρεθύμνου, "Nomos Rethymnou").

Neben Iraklio ist Rethymno einer der beiden Standorte der Universität Kreta, Standort eines staatlichen Krankenhauses und war bis Oktober 28 auch Anlaufpunkt für Fährschiffe aus Piräus.
Geografie
Lage
Luftaufnahme der Altstadt
Rethymno liegt zwischen den beiden anderen größeren Städten Kretas, 6 Kilometer westlich von Iraklio und 45 Kilometer östlich von Chania. Das Stadtgebiet von Rethymno erstreckt sich dabei in Ost-West-Ausrichtung 5,5 Kilometer entlang der Nordküste der Insel am Kretischen Meer, einem Teil der Ägäis und des Mittelmeeres. Das Zentrum und der historische Kern der Stadt liegen auf einer felsigen Halbinsel, die östlich davon gelegenen Bucht ermöglichte die Anlage eines Hafens.

Von der Küste reicht die geschlossene Bebauung nahe dem Stadtzentrum nur bis zu 1,5 Kilometer nach Süden. Das Gemeindegebiet hingegen reicht bis 13 Kilometer ins Inselinnere. Vom südlichsten Punkt der Stadtgemeinde nahe dem 585 Meter hohen Berg "Korfi" (Κορφή) zur Südküste Kretas an der Mündung des "Megalopotamos" (Μεγαλοπόταμος) sind es noch einmal 11 Kilometer.

Auf dem Längengrad von Rethymno sind die Gebirgszüge der Insel in ihrer Höhe nicht so ausgeprägt, wie das Idagebirge "(Psiloritis)" an der Ostgrenze der Präfektur oder die Weißen Berge "(Lefka Ori)" im Westen, in der Präfektur Chania. So führen mehrere Passstraßen von Rethymno zur Südküste, durch die "Kourtaliotiko-Schlucht" oder die "Kotsifou-Schlucht" nach Plakias, dem Hauptort der Gemeinde Finikas, und über Spili durch die Gemeinde Lambi nach Agia Galini an der "Mesara-Bucht" (Όρμος Μεσαράς) des Libyschen Meeres.

Geologie
Die Insel Kreta liegt auf dem "Südägäischen Inselbogen", einer Verlängerung des "Dinarischen Gebirgsbogens" über die "Hellenische Bergkette" auf dem griechischen Festland bis zum "Taurusgebirge" in Kleinasien. Entstanden sind diese Alpidischen Gebirgsbildungen ab der erdgeschichtlichen Periode des frühen Tertiär, die heute als Paläogen bezeichnet wird, als die Afrikanische Platte begann, sich durch die Kontinentaldrift unter die Eurasische Platte zu schieben. Auch heute noch driftet die Afrikanische Platte jährlich etwa vier Zentimeter nordwärts, was vereinzelt zu Erdbeben in der Region führen kann.Geologische Entstehung und Entwicklung (ehemalige Website: www.evai.de/pages/info_klima.htm) Höchster Punkt des Gemeindegebietes von Rethymno ist der 858 Meter hohe "Vrysinas" (Βρυσίνας), etwa drei Kilometer östlich des Ortes Armeni.G. Desipris, K. Santorineou: "Rethymno." Toubis, 1997

Das in der Subduktionszone der beiden Kontinentalplatten gelegene Kreta kippt bei den geotektonischen Aktivitäten um seine Nord-Süd-Achse, der Westen der Insel steigt an, während der Osten leicht absinkt. Da sich das Stadtgebiet von Rethymno auf einer Ebene des Nordwesten Kretas befindet sind die dortigen Gesteinsschichten auch jüngeren erdgeschichtlichen Datums, als beispielsweise die der "Lefka Ori" oder des "Psiloritis-Massivs". Die Stadt steht auf Fels- und Sedimentformationen aus dem Jungtertiär oder Neogen (zirka 3 Millionen Jahre alt), die aus einer Zeit stammen, als die nordwestliche Küstenebene noch Teil des Meeres war. Das Gestein des südlichen Gemeindegebiets von Rethymno, Schiefer, Phyllite und kristallines Gestein mit darüber befindlichen Kalksteinschichten, stammt hingegen aus älteren erdgeschichtlichen Epochen.

Nachbargemeinden
Im Westen grenzt die Gemeinde Nikiforos Fokas an die Stadtgemeinde Rethymno. Südwestlich von Rethymno liegt Finikas, daran östlich angrenzend die Gemeinde Lambi. An der östlichen Gemeindegrenze von Rethymno beginnt die Gemeinde Arkadi, südöstlich besteht ein nur zwei Kilometer langer Grenzabschnitt zur Gemeinde Syvritos.

Alle Nachbargemeinden der Gemeinde Rethymno gehören zur Präfektur Rethymno. Dabei befindet sich die Hauptstadt der Präfektur nicht in deren Zentrum, sondern in ihrem nordwestlichen Bereich. Für die Erreichbarkeit der Präfekturgemeinden zur Stadt Rethymno spielt jedoch das Inselrelief eine größere Rolle, als die Nähe zur Hauptstadt, wodurch die nördlichen Gemeinden infrastrukturell durch bessere Straßenanbindungen bevorzugt sind.

Gemeindegliederung und Einwohnerzahlen
Gemeindebezirke und Siedlungen Rethymnos
Die Stadt Rethymno hat 3.127 Einwohner auf einer Fläche von 26,777 km², was einer Bevölkerungsdichte von 1.125,11 Einw./km² entspricht. Als Gemeinde weist Rethymno eine Fläche von 126,456 km² mit 32.694 Bewohnern auf. Damit leben im Gemeindegebiet 258,54 Einw./km² (Angaben des Jahres 21). (S. 192). Die "tatsächliche" heutige Einwohnerzahl, die nach dem offiziellen griechischen Meldesystem nicht ermittelt wird, liegt wie bei allen griechischen urbanen Zentren vermutlich bedeutend höher.

Rethymno ist in zwölf Gemeindebezirke gegliedert, die aus der eigentlichen Kernstadt mit acht nahe gelegenen Weilern einerseits und elf ländlichen Gebieten mit insgesamt 21 Siedlungen andererseits bestehen.



Die Einwohnerzahlen geben den Stand zum Zeitpunkt der Volkszählung vom 18. März 21 an.Quelle: (S. 192)

Klima
Auf Kreta hat ein mediterranes Klima mit milden regenreichen Wintern und heißen trockenen Sommermonaten. Dabei gibt es erhebliche klimatische Unterschiede zwischen den Regionen der Insel. Die durchschnittlichen Temperaturen an der Südküste sind etwas höher als im Norden, die der Bergregionen im allgemeinen frischer. Auch fallen im Osten und Süden der Insel weniger Niederschläge. Durch die hohen Berge Kretas wechseln Wetterlagen häufig schnell und Winde kommen auf, die sich auch zu orkanartigem Sturm verstärken.

Für das gemäßigte Mittelmeerklima von Rethymno spielen die oftmals starken nördlichen oder südlichen Winde eine wichtige Rolle. Die Durchschnittstemperaturen der Stadt liegen um 14 °C im Winter und bei 29 °C im Sommer. Nach heißem Sommer folgt ein regenreicher Herbst. Die niederschlagsreichen Monate dauern von Oktober bis Ende März an.


Geschichte
Die Gegend von Rethymno war schon in der Jungsteinzeit (6−26 v. Chr.) besiedelt. Davon zeugen archäologische Funde aus der Idäischen Grotte (Ιδαίον Άντρον, "Ideon Andron") im "Psiloritis-Massiv", aus dem westlich von Rethymno gelegenen Gerani und aus Elenon im Gebiet von Amari. Erste Hinweise einer Ansiedlung im Stadtbereich von Rethymno stammen aus spätminoischer Zeit (135−125 v. Chr.). Im südlichen Stadtviertel "Mastabas" wurde ein mit Grabbeigaben versehenes Felsengrab freigelegt . Demselben Zeitabschnitt ist ein Friedhof beim zum Gemeindegebiet der Stadt gehörenden Armeni zugehörig. Nahe diesem Ort befand sich in der nachfolgenden geometrischen und klassischen Zeit (11−62 v.Chr.) eine Siedlung auf dem Hochplateau "Onythe" des Berges "Vrysinas".

Antikes Rithymna und byzantinische Zeit
Antiken Münzprägungen nachempfundenes Standbild
In klassischer und hellenistischer Zeit war das antike Rithymna eine kleine, aber blühende Stadt. Der Name "Rithymna" ist vorhellenisch und deutet vielleicht auf einen karischen oder lykischen Ursprung. Er ist Inschriften und Funden von in der Stadt geprägten Münzen aus dem 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. zu entnehmen. Diese Münzen stellen auf einer Seite einen behelmten Kopf möglicherweise der Götter Apollon oder Athene dar, auf dem Revers sind Meeressymbole abgebildet, wie beispielsweise zwei Delfine oder ein Dreizack. Der heutige Name Rethymno wie auch das Stadtlogo mit den zwei Delfinen sind aus der Zeit der Antike entlehnt.

Ob das antike Rithymna an der Stelle der heutigen Stadt Rethymno lag ist indes nicht sicher. Hinweise zur Lage von Rithymna findet man bei Plinius dem Älteren (1. Jahrhundert n. Chr.), dort als "Rhytium", und Claudius Ptolemäus (2. Jahrhundert n. Chr.), die einen Standort zwischen Panormos und Georgioupoli beschrieben. Der römische Sophist Claudius Aelianus erwähnte im 3. Jahrhundert einen Tempel der "Artemis" von "Rokkaia" ("Diana" von "Rhoccaea"), der sich auf dem Hügel "Paleokastrou" in Rethymno innerhalb einer Akropolis befunden haben soll. Im 16. Jahrhundert bauten die Venezianer dort die "Fortezza", die heute noch in Teilen vorhandene Festung, wobei sie wohl Reste eines ehemaligen Tempels abrissen. Der Standort, der sich heute im Zentrum der Stadt befindet, wurde von ihnen "Paleocastro" (‚Alte Festung‘) genannt.

Nikephoros Phokas
"Rithymna" bestand während der römischen Zeit (67 v. Chr.−395 n. Chr.) und der ersten byzantinischen Epoche (395−824) als Kleinstadt fort, wurde aber wohl bei der Eroberung Kretas durch die Araber in den Jahren 824 bis 828 zerstört. Es wird angenommen, dass es sich bei den Eroberern um nach einem Aufstand im Emirat von Córdoba im heutigen Spanien nach Alexandria geflohene Araber handelte, die unter Emir Abu Hafs Omar,Abu Hafs (pirate), Artikel der englischen Wikipedia schon 823 einen Beutezug ins südliche Kreta unternahmen. Rückeroberungsversuche des geschwächten Byzantinischen Reiches in den Jahren 825, 826, 828 und 92 blieben erfolglos. General Nikephoros Phokas, dem späteren Kaiser Nikephoros II., gelang 96/961 die Wiedereingliederung der Insel in das Byzantinische Reich. Viele der durch die Sarazenen zerstörten kretischen Städte wurden danach neu errichtet. Zum Schutz vor weiteren Übergriffen wurden sie mit Stadtmauern befestigt, so auch das "Castrum Rethemi", später von den Venezianern "Castel Vecchio" genannt.

Die zweite byzantinische Epoche Kretas endete nach der Einnahme Konstantinopels am 13. April 124 durch die Kreuzfahrer des venetianisch finanzierten Vierten Kreuzzuges unter der Führung des piemontesischen Markgrafen Bonifatius von Montferrat, der die Insel zur Begleichung der Kriegsschulden im Jahr 121 für 1. Silbermark an die Venezianer verkaufte. 126 wurde die Insel durch den Freibeuter Enrico de Candia, genannt "il Pescadore" (der Fischer), besetzt. In jahrelangen Kämpfen eroberten die Venezianer die befestigten kretischen Städte von den durch die Genuesen und teilweise der einheimischen Bevölkerung unterstützten Freibeutern, wobei 127 "Spinalunga", 128 "Paleocastro" und 121 die restlichen Küstenbefestigungen in ihren Besitz übergingen. Im Jahr 1212 sicherten sich die Venezianer in einem Waffenstillstand mit Genua die Herrschaft über Kreta, 1218 hatten sie die gesamte Insel gegen den Widerstand der Einheimischen eingenommen.

Venezianische Zeit
Venezianische Provinzen Kretas:

Die neuen Herren teilten Kreta in sechs Verwaltungsregionen ein, die nach den sechs Stadtteilen (Sestiere) von Venedig benannt wurden: "Santi Apostoli, San Marco, Santa Croce, Castello, San Polo" und "Dorsoduro". Der Hauptsitz mit dem "Duca" als mächtigstem Mann der Insel befand sich in "Chandakas" (später "Candia"), im "Territorio de Candia". Die Stadt Rethymno wurde als "Retimo" Hauptstadt der Provinz "Castello". Sie behielt diesen Status auch nach der Reduzierung auf vier Verwaltungsregionen im 13. Jahrhundert. Als Statthalter in den Provinzhauptstädten regierte ein "Rettore" (‚Rektor‘), dem zwei "Consiglieri" (‚Räte‘) zur Seite standen. Größere Bedeutung erlangte "Retimo" auch durch seinen Hafen "Mandraki" (Μανδράκι) als Zwischenhafen auf halber Strecke von "La Canea" nach "Candia", den beiden Flottenstützpunkten der Venezianer.

Die Einführung des venezianischen Feudalsystems und der Versuch, die Orthodoxie einzuschränken, zwischen 1211 und 1367 zu zahlreichen Aufständen. Es werden 27 größere oder kleinere, lokal begrenzte Erhebungen sozialen und nationalen Charakters erwähnt. Der Aufstand von 1363 bis 1366 ging von venezianischen Siedlern aus, die gegen eine als willkürlich empfundene Steuerpolitik Venedigs opponierten. Auch Erdbeben störten die wirtschaftliche Entwicklung der kretischen Städte erheblich, so gab es am 8. August 133 starke Zerstörungen in "Retimo" durch ein schweres Beben und einen dadurch wahrscheinlich ausgelösten Tsunami."The large earthquake of 8 August 133 in Crete: seismic scenario and tsunami in the Mediterranean area." In: "Journal of Seismology." Springer Netherlands, Juni 1997 Die größte Gefahr für die Vormachtstellung Venedigs im östlichen Mittelmeer bedeutete jedoch der Fall Konstantinopels an das Osmanische Reich am 29. Mai 1453.

Venezianischer Hafen
Nach der osmanischen Eroberung der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches flohen viele griechisch-orthodoxe Christen aus Konstantinopel in von den Osmanen noch nicht besetzte christliche Gebiete, darunter auch nach Kreta. In den Städten der Insel vollzog sich dadurch ein demografischer Wandel zu Ungunsten der katholischen Venezianer. Die Republik Venedig pflegte zunächst freundschaftliche Beziehung zum Osmanischen Reich, um die Handelswege nicht zu gefährden. Dies änderte sich 1535, als Sultan Süleyman I. seinen Kapudan Pascha (Großadmiral − Oberbefehlshaber der Marine) Khair ad-Din Barbarossa damit betraute, die christlichen Mächte aus der Levante sowie dem Ägäischen- und Adriatischen Meer zu vertreiben, um die Seewege unter osmanische Kontrolle zu bekommen.

Khair ad-Din Barbarossa
Nach der Aufrüstung der osmanischen Flotte auf über 1 Galeeren im Jahr 1536 führte Khair ad-Din Barbarossa die Streitmacht 1537 durch die Ägäis bis nach Apulien. Keine christliche Macht der damaligen Zeit wagte es, sich dieser Bedrohung entgegenzustellen. So wurden auch viele venezianische Besitzungen geplündert oder dem Osmanischen Reich einverleibt, darunter die Inseln Syros, Ägina, Ios, Paros, Tinos, Karpathos, Kasos und Naxos. 1538 wurde die „Heiligen Liga“ gebildet, die jedoch mit einer Flotte von 32 Schiffen den Osmanen in der Seeschlacht von Prevesa unterlag. In "Retimo" plante man 1537/1538 Festungsanlagen, die der Veroneser Architekten Michele Sanmicheli ausarbeitete. Sie sollten auch die Vorstadt von "Retimo" außerhalb des "Castel Vecchio" umfassenden. Der Bau der neuen Befestigungen hatte noch nicht begonnen, als Khair ad-Din Barbarossa 1538 die Provinz "Apokorona" (zwischen Souda und Rethymno) sowie die Außenbezirke der Städte "La Canea", "Retimo" und "Sitia" plünderte.

Porta Guora (Megali Porta) 192
Osmanisches Reich 1566
154 begann man in Retimo mit dem Bau der Stadtmauer, die ursprünglichen Pläne wurden aus finanziellen Gründen vereinfacht. Nur die östliche "Santa-Barbara-Bastion" entstand nach den Originalplänen des Architekten Sanmicheli. Die Befestigung zog sich entlang der heutigen Straßen "Dimakopoulou" und "Gerakari" am Südrand der damaligen Vorstadt vom Strand südöstlich des Hafens bis unterhalb des "Paleokastrou-Hügels" an der felsigen Westküste. Außer dem Haupttor, der "Porta Guora" (heute meist "Megali Porta" ‚Großes Tor‘ genannt), das neben der "Santa-Veneranda-Bastion" etwa in der Mitte der Mauer am heutigen "Tessaron-Martyron-Platz" errichtet wurde, integrierte man zwei weitere Tore im Osten und im Westen der Befestigung. Im Westen endete der Festungsbau an der "Kalergi-Bastion", von der noch Rudimente erhalten sind. 1562 und 1567 sind zwei Angriffe osmanischer Piraten auf die im Jahr 156 etwa 4485 Einwohner zählende Stadt bekannt, von denen jedoch wenig überliefert ist. Die Arbeiten an der neuen Stadtbefestigung wurden 157 abgeschlossen.

Unter Sultan Selim II. gingen die Osmanen erneut in die Offensive. Am 3. Juli 157 landete ein 2. Mann starkes Heer auf der Insel Zypern, der östlichsten venezianischen Kolonie. Bis zum 18. September hatte die auf etwa 1. Mann angewachsene osmanische Streitmacht bis auf Famagusta, das erst am 1. August 1571 kapitulierte, die gesamte Insel eingenommen. Der Eroberung Zyperns wollten die christlichen Staaten mit einer Entsatzflotte unter dem Oberbefehl von Giovanni Andrea Doria entgegentreten, die sich Ende August 157 in der kretischen "Souda-Bucht" sammelte. Infolge des verzögerten Aufbruchs der Flotte erst Ende September durch eine Intervention König Philipps II. von Spanien erhielt man unterwegs die Nachricht vom Fall Nikosias am 9. September 157. Um nicht von den nun wieder freier agierenden starken osmanischen Flottenverbänden unter Großadmiral Müezzinzade Ali Pascha vom westlichen Mittelmeer abgeschnitten zu werden, zog sich die Flotte nach Süditalien zurück. Kreta war nunmehr der östlichste Vorposten Venedigs im Mittelmeer.

Uludsch Ali Pascha
Die Folgen der osmanischen Flottenüberlegenheit in der Ägäis zeigte sich für Retimo schon ein Jahr nach dem Angriff auf Zypern. Im Frühjahr 1571 segelte der Pascha von Algier und Tunis, Beylerbey von Nordafrika und osmanische Admiral Uludsch Ali Pascha (türkisch "Uluç Ali Paşa") von Algier mit 2 Galeeren nach Koroni an der Südspitze der Morea, um sich dort mit der Flotte des Müezzinzade Ali Pascha zu vereinigen. Im Schutz der Flotte unternahm Uludsch Ali (griechisch Ουλούτζ Αλή; italienisch "Occhiali") mehrere Vorstöße im Ionischen- und Ägäischen Meer. Dabei überfiel er am 7. Juli 1571 Retimo, plünderte die Stadt und brannte sie nieder. Begünstigt wurde die Einnahme der Stadt durch die vernachlässigten Befestigungen zur Meerseite, so dass Uludsch Ali mit seinen Galeeren leicht anlanden konnte. Der meisten Gebäude der Stadt und die gerade fertiggestellte neue Stadtmauer wurden zu großen Teilen zerstört. Die Bewohner Retimos hatten sich vor den Osmanen geflüchtet.

Mit der verlorenen Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 gegen die Flotte der „Heiligen Liga“ war für das Osmanische Reich der Traum von einer Weltmacht zur See zerstört. Die Republik Venedig suchte, ebenfalls geschwächt, einen Separatfrieden und schied aus der „Heiligen Liga“ aus. Die Venezianer erkannten 1573 sogar die osmanische Oberhoheit über Zypern an. In Retimo zog man die Lehren aus der ungenügenden Stadtbefestigung und plante, die Stadt in ein geschlossenes Festungswerk auf den Hügel "Paleocastro" westlich des "Castel Vecchio" zu verlegen. Unter dem "Rettore" Alvise Lando wurde 1573 der Grundstein zur Festung, der "Fortezza", gelegt. Die Fläche der Festung war jedoch zu klein, um die gesamte Stadt aufzunehmen. Daher entschloss man sich nach der Fertigstellung 1578, diese als Zufluchtsort der 85 Einwohner zu nutzen und ansonsten die venezianische Verwaltung, den lateinischen Bischofssitz und die Armeebehörden unterzubringen.Klaus Bötig, Otto Gärtner: "Kreta." dtv, München 1993, S. 21

Michele Sanmicheli
Markos Mousouros
Beim Wiederaufbau von Retimo entstanden viele der heute noch vorhandenen Bauten in einer späten Ausprägung der venezianischen Renaissance, dem Manierismus. Bei der Neuanlage der Stadtstruktur orientierte man sich an Venedig. Mit der "Piazza" entstand ein zentraler Platz und von einer Hauptstraße führten kleinere Nebenstraßen zu Kirchen, Klöstern, mit prächtigen Portalen versehenen Herrenhäusern und den einfacheren Stadtvierteln. Die drei Stadtkirchen "Santa Maria Maddalena", "Santa Maria" und "San Francesco" wurden erbaut, man legte öffentliche Brunnen wie den "Rimondi-Brunnen" an, und für die Adligen wurde mit der "Loggia" nach Plänen Michele Sanmichelis ein Treffpunkt erbaut, wo diese über politische und wirtschaftliche Themen diskutierten.

In der Stadt herrschte ein politisch und kulturell liberales Klima, was Retimo zu einer Wirkungsstätte hervorragender Gelehrter und Künstler machte, unter ihnen Markos Mousouros, Zacharias Kalliergis, Nikolaos Vlastos und Angelos Vergikios, Poeten und Schriftsteller wie Georgios Chortatzis, Ioannis Andreas Troilos und Marinos Tzane Bounialis sowie die Maler Emmanouil Lomvardos und Emmanouil Tzane Bounialis, Vertretern der sogenannten Kretischen Schule, einer Form der durch die venezianische Renaissance beeinflussten nachbyzantinischen Ikonenmalerei. Die letzte Phase der Herrschaft der Republik Venedig über Kreta, die von einem Ausgleich zwischen der Kultur der katholischen venezianischen Oberschicht und der griechisch-orthodoxen Bevölkerungsmehrheit geprägt war, endete mit der Eroberung der Insel durch das Osmanische Reich.

In der Herrschaftszeit Sultan İbrahims landete am 25. Juni 1645 ein 6. Mann starkes osmanisches Heer in der "Bucht von Gogna" (Gonia) bei Kolymbari westlich von "La Canea" (Chania) und begann am 26. Juni mit der Belagerung der Stadt. Nach fast zwei Monaten fiel "La Canea" am 17. August 1645 als eine der ersten Städte Kretas. Ein Jahr später, am 29. September 1646, standen die Osmanen vor Retimo. Die schlecht befestigte Stadt wurde durch die Truppen ihres Oberbefehlshabers Hussein Pascha (türkisch "Hüseyin Paşa", auch die vorangestellten Beinamen "Gazi" oder "Deli" tragend) nach 14 Tagen im Oktober 1646 eingenommen. Bei den Kämpfen fielen auf venezianischer Seite General Cornaro und der Provveditore Molino. Nach der Belagerung der "Fortezza", in die sich die Bevölkerung der Stadt zurückgezogen hatte, und der Sprengung und Erstürmung des großen Turmes an der Meerseite der Festung am 13. November 1646 ergaben sich die Verteidiger am darauf folgenden Tag. Die Venezianer konnten günstige Kapitulationsbedingungen aushandeln und erhielten freien Abzug nach "Candia" (Iraklio).

Osmanische Zeit
Nicht alle Einwohner "Retimos" verließen nach der osmanischen Inbesitznahme die Stadt in Richtung "Candia", viele unterwarfen sich der Herrschaft des Sultans. Die vor der Kapitulation der "Fortezza" bei der Einnahme der Stadt gefangen genommenen etwa 11 Venezianer wurden nach Kostantiniyye gebracht, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Die von den Osmanen Resmo genannte Stadt wurde geplündert und Nahrungsmittel sowie 15 Pferde ins osmanische "Hanya" (Chania) transportiert. Der Eroberer von Retimo, Hussein Pascha, durch Sultan İbrahim mit „goldenem Ehrenkleide“ und „goldenem Ehrensäbel“ gewürdigt, schickte als Gegengeschenk 5. Piaster an den Sultan und 5. Piaster für den Großwesir Salih Pascha aus Resmo in die Hauptstadt des Reiches. Als letzte Bastion Venedigs im Gebiet von Rethymno wurde Mitte Januar 1647 das "Castello di Milopotamo" bei Panormos durch die Osmanen besetzt.

Osmanischer Erker in der Altstadt
Resmo erhielt nach und nach ein muslimisches Gepräge. Schon am 12. Januar 1647 wurde die katholische Hauptkirche "San Nicolo" im Zentrum der "Fortezza" zur "Sultan-Ibrahim-Moschee" umgewidmet. Weitere Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt oder wurden abgerissen. Die Christen bildeten zwar die Mehrheit der Bewohner Resmos, waren jedoch, wie auch die Juden Untertanen minderen Rechtes.Edgar Hösch: "Halbmond über Europa − Die Osmanen." In: "Die große Weltgeschichte."Band 8. Lizenzausgabe Verlagsgruppe Weltbild, Bibliographisches Institut & F.A.Brockhaus, S. 42 So verließen viele der zur ehemaligen kulturellen Elite gehörenden Bewohner die Stadt, meist in Richtung Venedig oder Ionische Inseln. Auch unter der osmanischen Administration entstanden jedoch venezianisch inspirierten Bauten. Originär venezianischer Häuser wurden mit charakteristischen Holzerkern ausgestattet, welche es den muslimischen Frauen erlaubten, die Straßen einzusehen, ohne selbst gesehen zu werden.

Nach der Kapitulation "Candias" nach 21jähriger Belagerung am 6. September 1669 wurde Kreta als osmanische Provinz "Kirid" in drei Sektoren aufgeteilt. Neben "Hanya" (Chania) und dem in "Megalo Kastro" umbenannten "Candia" (Iraklio) war "Resmo" einer der drei, später mit "Sitia" vier, Sitze eines Paschas. Neben der griechisch-orthodoxen Bevölkerungsmehrheit waren auch einige venezianische Kaufleute und Handwerker in der Stadt geblieben. Die Versandung des Hafens führte zu einem allmähliche Niedergang der Stadt in den folgenden Jahrhunderten. Die Niederschlagung von Aufständen in den Jahren 177, 1821, 1857, 1866–68, 1879 und 1889 aber auch die oft unter Zwang erfolgte Konvertierung zum Islam führte zum Ende des 19. Jahrhunderts in den Städten der Insel zu einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit.

Osmanische Portalinschrift
1864 wurde in Kreta die lokale Selbstverwaltung eingeführt und von den osmanischen Behörden ernannte muslimische Bürgermeister eingesetzt. Im Vertrag von Chalepa 1878 wurde die Wahl der Bürgermeister durch die (männliche) lokale Bevölkerung festgeschrieben, gleichzeitig wurden ein Erster (α΄ Δημαρχιακός Πάρεδρος) und zwei Zweite stellvertretende Bürgermeister (β΄ Δημαρχιακοί Πάρεδροι) sowie ein acht- bis zehnköpfiger Gemeinderat eingeführt. Die Bürgermeister mussten Muslim sein, den Christen waren nur die Stellvertreterposten zugänglich. Die Bevölkerung von Resmo war zu dieser Zeit mehrheitlich muslimisch: Nach der Volkzählung von 1881 waren rund 73 % der 9.135 Einwohner der Stadt Muslime, denen 27 % Christen gegenüberstanden. Der 1842 geborene Sali Drosoulakis war der erste gewählte Bürgermeister Resmos. Er bekleidete das Amt von 1882 bis 1885 und von 1889 bis 1895.

Nach der weitgehenden Autonomie Kretas infolge des Eingreifens der Großmächte nach dem Türkisch-Griechischen Krieg und dem Friedensschluss vom 4. Dezember 1897 wurden die Bürgermeister der nun Rethymno (auch Rethymnon) genannten Stadt von den Schutzmächten ernannt. Da Rethymno unter russischem Mandat stand, war dem Bürgermeister 1898 bis 195 ein russischer Kapitän namens Kuzerowski übergeordnet. Die Zeit von 1898 bis 1913 war eine Phase des Aufbruchs im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich, in der in Rethymno die Infrastruktur verbessert wurde, luxuriöse private und öffentliche Gebäude entstanden sowie mehrere Theater und ein Kino eröffneten.

Griechische Zeit
Im seit dem 1. Dezember 1913 zu Griechenland gehörenden Kreta blieb der Türke Vakoglaki bis 1918 Bürgermeister von Rethymno, danach waren nur noch griechische Bürger Stadtoberhaupt. In die Amtszeit von Menelaos Papadakis fällt die vollständige Vertreibung der Türken aus der Stadt infolge des Vertrags von Lausanne; er ordnete auch die Umwandlung des muslimischen Friedhofs in den heute noch bestehenden Volksgarten (Δημοτικός Κήπος) an. Die Jahre 1926 bis 195 waren die Amtszeit das Anwalts Titos Petychakis, der für viele Modernisierungen der Stadt wie die Elektrifizierung, die Asphaltierung der Straßen und den Bau eines modernen Abwassersystems verantwortlich zeichnete. Nur während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde seine Regierung durch zwei von den deutschen Besatzungstruppen ernannte Bürgermeister unterbrochen.

Deutscher Angriff auf Kreta
Am 2. Mai 1941, gegen 7:15 Uhr, begann die Luftlandeschlacht um Kreta ("Unternehmen Merkur") die Besetzung der Insel Kreta während des Zweiten Weltkriegs durch die deutsche Wehrmacht. Zunächst wurden die vorgesehenen Absetzzonen der für eine Luftlandung vorgesehenen Fallschirmjäger von der Deutschen Luftwaffe bombardiert, neben den Angriffszielen bei Maleme, Chania, und Iraklio auch die Stadt und das Gebiet um Rethymno. Nach ersten Absprüngen der deutschen Fallschirmjäger bei Maleme und Chania erfolgte gegen 16:15 Uhr eine zweite Angriffswelle, bei der Rethymno das Ziel war. Wegen des starken Widerstands der Alliierten konnte das Ziel, die Einnahme des Flughafens der Stadt, in den folgenden Tagen nicht erreicht werden. Unter den 138 eingesetzten deutschen Fallschirmjägern gab es bereits am ersten Tag 4 Tote, Vermisste oder Verwundete. Erst nach der Entscheidung des britischen Oberkommandos, Kreta zu räumen, kapitulierte Rethymno am 29. Mai 1941 und wurde durch deutsche Truppen besetzt.

In der Nachkriegszeit wurde die Kommunalpolitik durch den konservativen Philologen Dimitrios Archondakis geprägt, der 1968–1974 erstmals unter der Militärdiktatur die Stadt als Bürgermeister führte, später jedoch zweimal wiedergewählt wurde und bis 26 dreimal über insgesamt 27 Jahre amtierte. Die Eingemeindung der ländlich geprägten umliegenden Dörfer anlässlich der griechischen Gemeindereform von 1997 stärkte seine Position erheblich: Bei den Wahlen 1998 vereinigte er 55,76 % der Wählerstimmen auf sich. 26 löste ihn der Anwalt Giorgis Marinakis ab, der mit 6,57 % das beste Wahlergebnis nach dem Krieg erreichte und für die sozialistische PASOK die Stadtregierung übernahm.


Politik
Gemeinderat
Rethymno wird durch einen 27-köpfigen Gemeinderat regiert. Bei den Kommunalwahlen 26 wurde der Kandidat der sozialistischen PASOK mit 6,58 % der Wählerstimmen zum Bürgermeister gewählt und erreichte damit für seine Partei 16 Sitze; auf Ninos Nikos und die Liste der konservativen Nea Dimokratia entfielen 11 Sitze auf den Seiten des griechischen Innenministeriums. Dem Bürgermeister stehen fünf Vizebürgermeister zur Seite, die unterschiedliche Ressorts der Stadtverwaltung leiten. Die "Gemeinde-Kommission" (Δημαρχιακή επιτροπή) besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzendem und weiteren sechs Mitgliedern, von denen zwei der Nea Dimokratia angehören.

Die elf Gemeindebezirke außerhalb der Kernstadt Rethymno verfügen allesamt über eigene lokale Ortsräte, die aus jeweils drei Mitgliedern bestehen. Lediglich der Ortsrat (Τοπικό συμβούλιο) des Bezirks Armeni hat fünf Mitglieder.

Bürgermeister
Bürgermeister Rethymnos ist seit 26 der 1957 geborene Rechtsanwalt Giorgis Marinakis (PASOK).

Stadtsignet
Gemeindelogo von Rethymno
Das Zeichen der Stadt Rethymno, auch Gemeindelogo, zeigt zwei Delfine, die sich gegenseitig ihre Bauchseiten zukehren und sich an Schnauze und Schwanz berühren. In ihrer Mitte stehen die Buchstaben ΡΙΘΥ (‚RITHY‘). Das Signet ist dem Abbild auf einer antiken Münze nachempfunden, die im "Rithymna" des Altertums geprägt wurde. Delfine tauchen vielfach in der griechischen Mythologie auf, unter anderem als Tiere der Göttin Demeter und als Sternbild Delphin.

Städtepartnerschaften
Rethymno unterhält seit 1987 partnerschaftliche Beziehungen zu der italienischen Gemeinde Castenaso, einem Vorort Bolognas. Weitere Partnerschaften pfegt Rethymno mit der zyprischen Gmeinde Agia Napa und mit der Stadt Puschkin in Russland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Rethymno gehören besonders Bauten aus venezianischer und osmanischer Zeit zu den Sehenswürdigkeiten. Die einzige antike Ausgrabungsstätte, die Besuchern zugänglich ist, ist ein Friedhof mit rund 2 in den Fels geschlagenen Gräbern aus spätminoischer Zeit in Armeni, auf dem etwa zwischen 139 bis 119 v. Chr. bestattet wurde. Die Gräber, zumeist Familiengräber, weisen allesamt nach Osten, möglicherweise auf ein Gipfelheiligtum auf dem Vrysinas, dem höchsten Berg der Gemeinde. Die bedeutendsten Funde dieser Grabungsstätte befinden sich in den archäologischen Museen von Chania und Iraklio.



Museen
;Archäologisches Museum
Das 1887 gegründete archäologische Museum von Rethymno ist seit 1991 in einem fünfeckigen Bau des ehemaligen venezianischen Gefängnisses vor dem östlichen Haupteingang der "Fortezza" (‚Festung‘) untergebracht. Es zeigt vor allem Funde aus der Region Rethymno vom Neolithikum bis zur klassischen Zeit (beispielsweise aus Gerani oder Armeni). Herausragende Stücke der Sammlung sind die mit typisch spätminoischen Motiven bemalten Ton-Sarkophage (Larnax) aus den Grabungen in Armeni.

;Geschichts- und Volkskundemuseum
Das Geschichts- und Volkskundemuseum wurde 1973 gegründet. Es befindet sich seit 1995 in einem denkmalgeschützten venezianischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert in der "Vernardou-Straße 28-3". Ausgestellt sind Textilien, Werkzeuge für die Weberei, Stickereien, Spitzen, Keramik, Körbe, Metall-Objekte, Münzen, Trachten und historische Relikte.

;Kirchenmuseum
Das 1994 gegründete Kirchenmuseum befindet sich auf dem "Mitropoli-Platz" an der Kathedrale von Rethymno. Ausgestellt sind kirchliche Gegenstände der Zeit von 1816 bis heute, wie Messutensilien, Ikonen und Glocken. Zu sehen ist außerdem die Turmuhr eines Glockenturms, die von 1894 bis 1986 in Betrieb war.

;Meereskundemuseum
In einer Abtei der Altstadt von Rethymno ist das Meereskundemuseum untergebracht, das Sammlungen von Weichtieren, Schwämmen, Fischen und einige Fossilien zeigt.

Bauwerke
Baugeschichte
Die geschlossene Bebauung Rethymnos begann erst in den späten 195er Jahren über die durch die ehemaligen Stadtmauern vorgebebene Grenze hinauszuwachsen. Der Übergangsbereich zwischen Altstadt und Neustadt ist noch heute in Straßenzügen zu erkennen, deren Nordseite nur mit Natursteinhäusern bebaut ist, die Südseite hingegen mit Stahlbetonbauten.

Neben den heute noch sichtbaren Bauten oder Gebäuderesten standen in Rethymno bis weit in das 2. Jahrhundert hinein weitere Baudenkmäler, die im Rahmen der Stadterweiterung über die Stadtmauer hinweg abgerissen wurden. Auf dem ehemals freien Platz südlich der "Megali Porta", östlich des islamischen Friedhofs (heutiger Stadtpark) befand sich das älteste überdachte Marktgebäude Kretas, der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete „Fleischermarkt“ (τα Χασαπιά "ta Chasapia"), der 1961 abgerissen wurde, um einem Taxistand und Parkplatz zu weichen. Ein weiteres Opfer der verkehrstechnischen Öffnung der Stadt war der venetianische Uhrenturm in der Altstadt mit seiner aufwändig verzierten Sonnenuhr. Sein Abriss wurde direkt nach Ende der deutschen Besatzung 1945 vom Rat der Stadt beschlossen. Das letzte und eventuell einzige Foto des im 17. Jahrhundert erbauten Uhrenturm schoss 1944 der deutsche Soldat und Fotograf "Erhard Gudrich"Ta chasapia ... ", S. 18.

Sakralbauten
Viele der Sakralbauten Rethymnos erlebten eine oder sogar mehrere Umwidmungen. Manche in venezianischer Zeit gebaute katholischen Kirchen wurden unter osmanischer Herrschaft zu Moscheen (gr./tr. "tzamí" τζαμί), nach Abzug der Türken wurden Moscheen zu orthodoxen Kirchen. Meist wurden entsprechende bauliche Veränderungen vorgenommen. Im Stadtbild Rethymnos finden sich noch fünf Gebäude, die als Moschee teilerhalten sind, keines wird noch zu islamischen Gottesdiensten verwendet. Eine Zeichnung des französischen Reisenden Joseph Pitton de Tournefort aus dem Jahr 17 zeigt die Stadt mit einer Unzahl von Minaretten.

Kirchen
Tessaron Martyron
;"Tessaron Martyron"
Die Kirche "Tessaron Martyron" (Ναός Τεσσάρων Μαρτύρων) ist vier von den Osmanen 1824 hingerichteten Neumärtyrern gewidmet, Angelis, Manuel, Georg und Nikolaus, von denen drei hier bestattet sind. Die Gebeine des vierten befinden sich in Sankt Petersburg. Die am 28. Dezember 1975 eingeweihte Kirche, die zwei Vorgängerbauten aus den Jahren 195 und 1947 hatte, gilt als Mahnmal für den Widerstand gegen die osmanische Herrschaft.

;"Agios Antonios"
Die "Kirche des Heiligen Antonius" in der Altstadt wurde 189 für die kleine römisch-katholische Gemeinde Rethymnos erbaut und wird bis heute für die Messe genutzt. Die Fassade des neoklasssizistischen Baus dominiert ein großen Rundbogenfenster über dem Portal.

;"San Francesco"
Die 1453 begonnene "Kirche des Heiligen Franz von Assisi" war Teil eines Franziskanerinnen-Klosters. Der einschiffige, ursprünglich holzgedeckte Raum wurde 1796 durch die Türken in ein "Imaret" (Armen-Speisehaus) umgewandelt und wird in neuerer Zeit für Kulturveranstaltungen genutzt. Seit der Renovierung 1996 dient das Gebäude als Byzantinisches Museum der Präfektur Rethymno. Ein prächtiges Renaissance-Portal an der Nordseite stammt aus der venezianischen Zeit. Auf dem Gelände des Klosters wurde 1796 eine türkische Mädchenschule errichtet, die 189 einem Schulneubau wich, der heute eine städtische Grundschule beherbergt.

Moscheen
Kara-Mousa-Pascha-Moschee
;"Kara-Mousa-Pascha-Moschee"
Die "Kara-Mousa-Pascha-Moschee" aus dem 17. Jahrhundert am östlichen Ende der "Arkadiou-Straße" wird seit 26 renoviert. Sie war zu venezianischer Zeit ein der Heiligen Barbara geweihtes Kloster. Benannt wurde die Moschee nach Kara Mustafa Pascha, dem Großwesir des Sultans Ibrahim und 1646 Befehlshaber der osmanischen Truppen bei der Eroberung der Stadt "Retimo". Um die Moschee herum können türkische Grabsäulen, sogenannte "Mezaria" besichtigt werden. Teile des Gebäudes beherbergen heute Werkstätten der byzantinischen Abteilung der Behörde für Archäologie.

;"Neratzes-Moschee"
Das größte und schon von weithin das Stadtbild prägende erhalten gebliebene Moscheegebäude ist das der "Neratzes-" (nach einem "Paşa Nerace") oder "Gazi-Hussein-Moschee" mit seinem schlanken 34,5 Meter aufragenden Minarett und den drei Kuppeln. Heute dient es der Stadt als öffentliches Veranstaltungsgebäude (Odeon). Die ursprünglich venezianische Klosterkirche "Santa Maria" der Augustinermönche aus dem 16. Jahrhundert wurde 1657 in eine Moschee umgewandelt, das heutige Minarett erst im Jahr 189 aufgesetzt. Wegen Einsturzgefahr wurde es 24 von einer förderturmähnlichen Stahlkonstruktion umfasst, die jeglichen Eindruck seiner ursprünglichen baulichen Eleganz verhindert.

;"Sultan-Ibrahim-Moschee"
Innerhalb der Fortezza errichteten die Osmanen ab 1646 auf den Ruinen der venezianischen Bischofskirche "San Nicolo" (gewidmet dem Heiligen Nikolaus) die "Sultan-Ibrahim-Moschee". Der heute noch erhaltene Kuppelbau wurde Anfang des 21. Jahrhunderts renoviert. Vom Minarett der Moschee an deren Westseite steht lediglich noch der Sockel. Die innen vom Verputz befreite Kuppel gewährt eine gute Ansicht der steinernen Kuppelkonstruktion.

;"Valide-Sultana-Moschee"
Vollständig von Wohngebäuden umschlossen sind die Reste der "Valide-Sultana-Moschee," nach der Sultansmutter Kösem Mahpeyker benannt. Das im oberen Stockwerk polygonale Minarett prägt – nur wenige Meter von der "Megali Porta" gelegen – das Bild der südlichen Altstadt.

;"Veli-Pascha-Moschee"
Außerhalb der ehemaligen venezianischen Stadtmauern befindet sich nördlich des Parkplatzes am Rathaus die mitsamt Minarett baulich gut erhaltene "Veli-Pascha-Moschee". In dem von neun Kuppeln gekrönten Gebäude befindet sich heute das Amt für Byzantinische Kunst.

Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 16.09.2019 01:12 von den Wikipedia-Autoren.
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