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Plewen

Bulgarien, Plewen
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Plewen - Bulgarien - Nachbarorte: Dolni Dabnik, Lowetsch, Mesdra, Slatiza, Trojan, Gabrowo, Gorna Orjachowiza, Lewski, Swischtow, Zimnicea, Nikopol, Turnu Măgurele, Corabia.
Kärtchen der Schlacht vom 11. & 12. September 1877
"Plewen" (bulgarisch ) (türkisch: "Plevne", rumänisch: "Plevna") ist eine Stadt in Bulgarien im Tal des Flüsschens "Tutscheniza", mit 117.401 Einwohnern (Stand 1. Januar 2007) siebtgrößte des Landes, Verkehrszentrum Nordbulgariens inmitten eines landwirtschaftlich genutzten Gebietes und Industriestadt. Darüber hinaus kultureller Mittelpunkt mit Hochschule, wissenschaftlichen Instituten, Theater, Philharmonie, Schauspielhaus und Oper.

Plewen beherbergt die Medizinische Universität Plewen.

Geschichte
Plewens Name taucht in einem historischen Dokument erstmals 1266 auf; damals war es eine historische Festung. Grabungen im zwei Kilometer südlich gelegenen "Kajlâka" belegen, dass hier schon in der Urgesellschaft Menschen gelebt hatten. Im 1. Jahrhundert n. Chr. befestigten die Römer den Ort und nannten ihn Storgosia; von den Slawen erhielt er den Namen "Kamenec" (der Steinerne). Der Name Plewen stammt aus dem 13. Jahrhundert. Unter den Osmanen war Plewen eine starke Festung und Garnisonsstadt, die sich zu einem wichtigen Verwaltungs-, Handels- und Handwerkszentrum entwickelte.

Die Schlacht von Plewen
Zu historischer Bedeutung kam die Stadt während des Kampfes um die Befreiung Bulgariens von der Herrschaft des Osmanischen Reiches, als hier die erbittertesten Kämpfe des ganzen Krieges tobten, beschrieben in einem Heldengedicht (Epopöe von Plewen).

In der Schlacht von Plewen im Laufe des russisch-türkischen Krieges haben die russischen und rumänischen Truppen dreimal ( 7. Juli 1877, 28. Juli 1877, 25. August 1877) vergeblich versucht, die Stadt einzunehmen. Es standen 232 russische Geschütze gegen 58 türkische Geschütze, eine 100.000 Mann starke russische Armee gegen 43.000 Mann starke türkische Armee.
In diesen drei Anläufen erlitten die Russen schwere Verluste (50.000 Tote und Verletzte). Zar Alexander II selbst führte seine Truppen an. Noch nach dem dritten Sturm der Russen hätte Osman Pascha mit seinen Truppen die Möglichkeit zum Rückzug gehabt. Aber die Befehle des Sultans untersagten ihm, Plewen aufzugeben.

Nach anderen Quellen erfolgte der erste Angriff am 20. Juli 1877. Zu dieser Zeit hatten die Türken noch keine Redouten und Befestigungen errichtet und die Russen wären fast erfolgreich gewesen. Beim dritten Angriff (am 11. September) hatten die Russen bereits die Verteidigung der Türken durchbrochen und mit den beiden russischen Regimentern aus Wladimir und Susdal die türkischen Truppen in zwei Hälften gespalten. Die dritte Attacke begann um 15 Uhr und wurde bewusst auf den Namenstag von Alexander II gelegt, um ihm den Sieg zu widmen. Die Attacke wurde vom Zentrum und von beiden Flügeln her vorgetragen. Der Zar beobachtete sie von einer Anhöhe beim Dorf Griwiza (Гривица). Die schwersten und längsten Kämpfe wurden auf der linken Flanke, unter General Skobelew geführt. Die größte Truppenkonzentration hatten die Russen im Zentrum. Hier begannen sie die Angriffe allerdings fälschlicherweise bereits um 10 Uhr statt um 15 Uhr, da sie im Nebel die Truppenverschiebungen der Türken für Angriffe hielten. Wegen des verfrühten Angriffs war den russischen Truppen im Zentrum kein Erfolg beschieden und sie mussten sich wieder zurückziehen, um gegen 15 Uhr einen erneuten Angriff zu starten, hatten dann jedoch 5.000 Mann Verluste (Tote und Verwundete). Der Angriff auf dem rechten Flügel wurde von rumänischen Truppen unterstützt und erfolgte gegen die am stärksten befestigten türkischen Stellungen. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es den russischen und rumänischen Truppen nicht, die Stadt einzunehmen, die sie bei ihrer weiteren strategischen Truppenentfaltung hinderte.

Nachdem klar war, dass man militärisch die Stadt nicht erobern konnte, beschlossen die Russen, Plewen zu belagern.
Nach fünfmonatiger Belagerung musste sich am 10. Dezember 1877 die 43.000 Mann starke türkische Armee des Nuri Pascha Osman der russischen Armee bei Plewen ergeben. Von den türkischen Gefangenen kehrten später nur 10.000 heim. Die Russen verloren 30.000 Leute bei Plewen. Nachdem Alexander II. mit dem Fall von Plewen wieder einen Erfolg erzielte, kehrte er am 15. Dezember 1877 nach Sankt Petersburg zurück, wo er am 22. mit großem Jubel empfangen wurde.

Die anfangs erfolgreiche und wirkungsvolle Kriegstaktik des Osman Pascha hat für Aufsehen gesorgt und wurde fortan an europäischen Militärschulen studiert und gelehrt.

Fast ein halbes Jahr lang hatten russische und rumänische Truppen die Festung belagert; diese Belagerung gilt als das zentrale Ereignis des russisch-türkischen Krieges von 1877/78. Die Einnahme der Festung und die Vernichtung der Elitetruppen der Plewener Garnison waren für den Ausgang des Krieges entscheidend.

General Skobelew befehligte beim Angriff auf Plewen den linken Flügel. Er eroberte am 11. September 1877 unter sehr großen Verlusten mehrere Schanzen, verlor sie am 12. wieder, erhielt das Kommando eines Korps und drang mit diesem am 10. Dezember beim Ausfall Osman Paschas in Plewen ein, das er besetzte.

General Totleben wurde mit der Oberleitung der Belagerungsarbeiten vor Plewen betraut. Er hatte den größten Anteil an der endgültigen Einnahme Plewens durch die Russen. In der Nacht des 28. November 1877 versuchten die Osmanen den Belagerungsring zu durchbrechen, was jedoch misslang. Der Ausbruchsversuch kostete 6.000 Türken das Leben. Kurz darauf kapitulierten die belagerten Osmanen. Totleben sagte dazu bescheiden: „Nicht ich habe den Osmanen besiegt, sondern der Hunger.“

General Gurko erhielt den Auftrag die rückwärtigen Verbindungen des bei Plewen stehenden türkischen Heeres unter Osman Pascha zu unterbrechen und dessen Einschließung zu vollenden. Osman Pascha genoss wegen seines erfolgreichen Widerstandes großes Ansehen bei seinen Landsleuten. Er hielt vier Monate lang die halbe russische Armee bei ihrem Vormarsch auf. Osman Pascha setzte als einer der ersten auf Redouten und Schützengräben. Er setzte bei der Verteidigung von Plewen nicht auf aktive Handlungen, da seine Truppen nicht die dazu erforderliche Qualität hatten.
Plewen-Denkmal in Moskau
Aus dem Stahl einer bei Plewen von den Osmanen erbeuteten Kanone wurde die rumänische Stählerne Krone geschaffen, die auch "Plewna-Krone" genannt wird.

Letztendlich gewannen die Russen aber den Krieg, der den Bulgaren die nationale Unabhängigkeit brachte. Im bulgarischen Nationalbewusstsein ist die "Schlacht um den Schipkapass" zwar noch tiefer verankert, sie ist aber militärisch um Größenordnungen unbedeutender als die Schlacht um Plewen.

Der Schlacht von Plewen ist auch ein großes Panoramabild gewidmet, das in seiner Größe dem Bauernkriegspanorama von Bad Frankenhausen entspricht.

Rundfunksender
In der Nähe von Plewen befindet sich eine bedeutende Rundfunksendeanlage für Kurz- und Mittelwelle. Der Mittelwellensender Pleven benutzt als Sendeantenne 2 je 250 Meter hohe, gegen Erde isolierte stahlrohrmasten, die zu den höchsten Bauwerken in Bulgarien zählen .

Partnerstädte
* 20px Kaiserslautern, Deutschland, seit 1999
* 20px Rostow am Don, Russland
* 20px Bursa, Türkei


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.10.2019 11:49 von den Wikipedia-Autoren.
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