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Plauen

Deutschland, Plauen
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Blick vom Rathausturm auf die Johanniskirche und den Altmarkt
Die Große Kreisstadt "Plauen" ist ein Oberzentrum im Südwesten des Freistaates Sachsen. Mit knapp 68.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt des Vogtlandes und die fünftgrößte Stadt im Freistaat. Seit 996 ist sie Kreisstadt des Vogtlandkreises, in den die bis dahin kreisfreie Stadt am . August 008 eingegliedert wurde.

wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich in der folgenden Zeit zur Hauptstadt des Vogtlandes. Durch die aufstrebende Textilindustrie wuchs die Stadt Ende des 9. Jahrhunderts rasant und wurde 904 Großstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu fast Dreiviertel zerstört. Am 7. Oktober 989 fand in Plauen die erste Großdemonstration während der friedlichen Revolution in der DDR statt.

Wahrzeichen der Stadt sind das Alte Rathaus mit seinem Renaissance-Giebel und der Kunstuhr sowie die Hauptkirche St. Johannis. In der Stadt befinden sich die Friedensbrücke mit einem der größten steinernen Brückenbögen weltweit und am nordöstlichen Stadtrand mit der Elstertalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt. International bekannt wurde die Stadt durch die Plauener Spitze.

Geographie
Plauen liegt im Tal und an den Uferhängen der Weißen Elster. Im Bereich der Einmündung der Syra weitet sich das Tal zu einem Becken mit dem Stadtzentrum.

Topographie
Plauen und der Rathausturm im MorgennebelPlauen liegt im Mittelvogtländischen Kuppenland. Der Stadtkreis ist deshalb geprägt durch die typischen, meist bewaldeten Kuppen, auch Pöhle genannt. Er erstreckt sich über rund 0 km² (Stand: Dezember 00). In Nord-Süd-Richtung dehnt sich der vereinfacht rautenförmige Grundriss auf etwa 6 km und in Ost-West-Richtung auf etwa  km aus.

Die mittlere Höhe von 4 Metern ü. N.N. ist in Plauen ein sehr theoretischer Wert, da der tiefste Punkt, die Elstersohle, bei 330 Metern und der höchste Punkt bei 55 Metern liegt. Höchster Berg ist mit 55 Metern der bewaldete Culmberg im südlichen Stadtteil Oberlosa. „Hausberg“ von Plauen ist allerdings der 507 Meter hohe Kemmler, den ein Bismarckturm krönt.Faltblatt der Pressestelle "Zahlen Daten Fakten" vom 0. April 007

Die Weiße Elster fließt von Südwesten durch die Ortschaft Straßberg ins ursprüngliche Plauener Stadtgebiet. Etwa in der Stadtmitte schwenkt sie nach Norden, fließt durch den Stadtteil Chrieschwitz und bildet dann die östliche Grenze des Stadtkreises. Dabei teilt sie den Stadtkreis in zwei etwa gleich große Teile.

Während das ursprüngliche Stadtgebiet, also die Innenstadt, ein verdichtetes städtisches Wohn- bzw. Mischgebiet ist, sind besonders die jüngsten Eingemeindungen von 994 bis 999 durch den hohen Anteil (55 %) an landwirtschaftlicher Nutzfläche (LNF) geprägt. Dies ist der höchste Wert im Vergleich mit den vier nächstgrößeren Städten Sachsens. Als einzige dieser Städte besitzt Plauen eine rein ländliche Stadtrandzone. Plauen durchziehen viele Grünflächen und besonders im Norden und Süden befinden sich ausgedehnte Waldflächen. Der Waldanteil ist mit 8 % nach Dresden mit % der zweitgrößte der großen sächsischen Städte.Gerd Kramer: "Flächennutzung Plauen" im "Vogtlandatlas", S. 64 (siehe Literatur)

Das hügelige Umland ist in etwa gleichem Verhältnis von Feldern, Wiesen und Wäldern bedeckt. In kurzer Entfernung zur Stadt befinden sich die auch als Naherholungsgebiete genutzten beiden großen Talsperren Pöhl (nordöstlich) und Pirk (südlich).

Geologie
Geologische Verhältnisse im Raum Plauen
Geologisch liegt Plauen in der Vogtländischen Mulde (Vogtländisches Synklinorium). Der größte Teil der Stadt liegt dabei in der "Hauptmulde", der Stadtteil Kauschwitz in einem Ausläufer der "Mehltheuerer Kulmmulde". Die Hauptmulde ist durch zahlreiche Diabaskuppen stark gegliedert, die Kulmmulde erscheint eher gleichmäßig.

Das Stadtgebiet ist geologisch außergewöhnlich kompliziert aufgebaut. Die vielen verschiedenen Gesteine werden mehreren Formationen des Paläozoikums zugeordnet. Beeinflusst wurde die Struktur hauptsächlich in der Zeit der Variskischen Gebirgsbildung. Verschiedene Gesteinsschichten sind gegeneinander verschoben, verworfen und erodiert.

Das breite Kerbsohlental der Elster teilt die Stadt in einen Nord- und einen Südteil.
Der Nordteil steigt, ausgehend von der Elstersohle, in der Innenstadt relativ steil an. Dort hebt sich ein Diabasrücken heraus, der als steiler Hangabfall auf Höhe des ehemaligen Schlosses zu erkennen ist. Anschließend geht das Gebiet in eher flachere Formationen über, die hauptsächlich aus verschiedenen Ton- und Alaun-Schiefern des Ordoviziums, des Silurs und des Devons bestehen. Durch eine breite Störung sind diese Schieferfolgen gegen die westlich und nordwestlich anschließenden Diabasgesteine abgegrenzt. Die Störung zieht sich etwa von der Friedensbrücke über den Bärenstein-Osthang, den Rähnisberg bis etwa zur Carolastraße und verläuft dann nordöstlich bis zum Pietzschebach. Sie erscheint als eine Zone von stark zersetztem Diabas und Schiefer, während die westlich der Störung liegenden Gebiete (Haselbrunn, Neundorf, Straßberg) durch verschiedene Diabasgesteine, wie Tuffe, Brekzien und Konglomerate gekennzeichnet sind.

Den Südteil der Stadt prägen Tonschiefer des Ordoviziums und des Devons, die sich als breiter Streifen von Reusa bis nach Thiergarten ziehen. Ganz im Süden befindet sich das Diabasgebiet des Kemmlers und des "Schwarzen Holzes". In der Ost- und der Südvorstadt gibt es noch einige Kiesvorkommen, die als junge Flussablagerungen der Weißen Elster angesehen werden.Günter Freyer: "Die geologischen Verhältnisse von Plauen" in "Plauen-Ein kleines Stadtbuch", Museumsreihe Heft 5, 963, S. 9 ff.

Das Vogtland und damit auch Plauen liegen in einem der seismisch aktivsten Gebiete Deutschlands. Die Epizentren der Schwarmbeben befinden sich meist in der Nähe geologischer Störungen. Die Intensität liegt in den meisten Fällen jedoch unter drei auf der Richterskala, wodurch die Beben kaum wahrgenommen werden.Uwe Lehmann: "Epizentren und lokale Magnitude seismischer Ereignisse in Südwestsachsen 984-000" im "Vogtlandatlas", S. 4 (siehe Literatur)


Klima
Klimadiagramm von Plauen

In Plauen und im Vogtland herrscht das Klima der warmgemäßigten feuchten Westwindzone Mitteleuropas mit wechselhafter Witterung. Im Vergleich zu weiter westlich gelegenen Regionen Deutschlands sind deutlich kontinentale Einflüsse (wärmere Sommer, kältere Winter) zu beobachten. Aufgrund des Einflusses der umgebenden Mittelgebirge ist das Wetter im Vogtland wind- und niederschlagsärmer als in anderen Regionen Deutschlands mit vergleichbarer Höhenlage.
In Plauen beträgt die durchschnittliche Lufttemperatur 7,5 °C, wobei die wärmsten Monate der Juli und der August mit durchschnittlichen Temperaturen von ca. 6 °C sind. Im Plauener Raum gibt es im Jahr durchschnittlich 6 bis 30 Sommertage (≥ 5 °C) bei einer mittleren Sonnenscheindauer von 450 bis 500 Stunden im Jahr.
Der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt in Plauen 58 Millimeter. Dies stellt ein Minimum im Vogtland dar, bedingt dadurch, dass die Stadt im Lee der vorgelagerten Mittelgebiete liegt, sich die Luft am Westerzgebirge staut und die Wolken sich dort abregnen. Schneefälle sind von November bis April normal, wobei sich nicht immer eine Schneedecke ausbildet. Selten schneit es schon im Oktober oder noch im Mai.
In Plauen sind südwestliche bis südliche Windrichtungen vorherrschend, wobei es in der kalten Jahreszeit zu so genannten „böhmischen Winden“, also Kaltluftausflüssen aus dem Böhmischen Becken kommen kann. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt etwa 3 bis 4 m/s.Eberhard Freydank, Deutscher Wetterdienst Radebeul: "Das Klima des Vogtlandes" im "Vogtlandatlas", S. 8 (siehe Literatur)

Stadtgliederung
Überblick über die Gemarkungen der Stadt Plauen
Die Stadt Plauen ist in die fünf Stadtgebiete "Zentrum", "Nord", "Ost", "Süd" und "West" eingeteilt. Jedes Stadtgebiet besteht aus bis zu zehn Stadtteilen. Die 996 und 999 nach Plauen eingemeindeten Stadtteile sind zugleich Ortschaften nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Plauen eingeführt und haben je einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat, der nach der Einwohnerzahl zwischen fünf und neun Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. In den Ortschaften wurde zum Teil auch eine eigene Ortschaftsverwaltung eingesetzt.

Nachstehend sind die fünf Stadtgebiete mit ihren Stadtteilen und deren Nummern aufgeführt:
* Stadtgebiet Zentrum:
: Altstadt (0), Bahnhofsvorstadt (0), Dobenau (03), Neustadt (04), Obere Au (05), Schlossberg (06)
* Stadtgebiet Nord:
: Hammerstorvorstadt (0), Haselbrunn (0), Preißelpöhl (03), Reißig (04), Reißiger Vorstadt (05), Reißigwald mit Lochhaus (06), JößnitzOrtschaft (07), SteinsdorfOrtschaft zusammen mit Jößnitz (08), Röttis, Oberjößnitz, Kauschwitz (09), Zwoschwitz (0)
* Stadtgebiet Ost:
: Alt Chrieschwitz (0), Chrieschwitz (0), Großfriesen (03), Kleinfriesen (04), Reusa mit Sorga (05), Reichenbacher Vorstadt (06), Tauschwitz (07)
* Stadtgebiet Süd:
: Hofer Vorstadt (0), Meßbach (0), Oberlosa (03), Ostvorstadt (04), Reinsdorf (05), Stöckigt (06), Südvorstadt (07), Thiergarten (08), Unterlosa (09)
* Stadtgebiet West:
: Bärenstein (0), Neundorfer Vorstadt (0), Siedlung Neundorf (03), Syratal (04), Neundorf (05), Straßberg (06)

Nachbargemeinden
Plauen grenzt an acht Gemeinden. Sieben davon gehören zum Vogtlandkreis in Sachsen und eine zum Landkreis Greiz in Thüringen. Im Einzelnen sind dies (im Uhrzeigersinn, beginnend mit der thüringischen Gemeinde im Norden): Vogtländisches Oberland, Schönbach, Pöhl, Neuensalz, Theuma, Oelsnitz/Vogtl., Weischlitz, Leubnitz und Syrau.

Geschichte
Geschichte der Stadt Plauen
Anfänge
Archäologische Funde weisen darauf hin, dass sich bereits in der Bronzezeit Siedlungen auf dem Plauener Territorium befanden.Johannes Richter: "Archäologische Fundorte" im "Vogtlandatlas", S. 36 (siehe Literatur) Von einer Bevölkerung, die ihre Verstorbenen in Grabhügeln bestattete, zeugen die Hügelgräber von Plauen-Chrieschwitz, im Reißiger Wald und auf dem Gebiet von Reinsdorf. Diese Funde stammen von einer Lokalgruppe der Lausitzer Kultur mit engen Verbindungen nach Böhmen, in das Maingebiet und nach Thüringen. Die Besiedelung lässt sich bis in die Mitte des letzten Jahrtausends vor Christus nachweisen. Mit dem Fund eines Latènezeitlichen Hügelgrabes (um 40 vor Christus) auf dem Gebiet von Ruppertsgrün-Liebau bricht der Siedlungsnachweis im Raum Plauen-Oelsnitz plötzlich ab. Hinweise auf eine germanische Besiedelung im Vogtland wurden bisher nicht gefunden.
Funde von römischen Münzen aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus zeigen, dass das Plauener Gebiet Bedeutung als Durchzugsgebiet hatte. Eine slawische Besiedelung lässt sich durch einige Funde erst für die Zeit kurz vor 000 nachweisen, obwohl die Ansiedelung der Slawen schon für die Zeit um 800 vermutet wird. In Plauen-Kleinfriesen wurden spätslawische Scherben entdeckt, die auf Grund von Verkrustungen darauf schließen lassen, dass sich dort eine Pechsiederei befand. Als weitere Beweise für eine slawische Besiedelung werden die slawischen Orts-, Flur und Gewässernamen in der Region angesehen. Auch die Fluraufteilung nach dem Prinzip der Blockflur ist typisch für slawische Siedlungsgebiete. Der Name der Stadt Plauen ist ebenfalls slawischen Ursprungs. Er kommt von "plavna", was so viel wie "Schwemmplatz", "Flößplatz" bedeutet und sich wahrscheinlich von der Lage im Überschwemmungsgebiet der Elsteraue ableitet.

Mittelalter
Die erstmals urkundlich erwähnte Johanniskirche

Die Stadt wurde erstmals als "Vicus Plawe" in der Weiheurkunde der Johanniskirche urkundlich erwähnt. In der Urkunde bestätigte Bischof Dietrich I. von Naumburg die Kirche, die von Graf Adalbert von Everstein (in anderen Quellen auch Eberstein) erbaut und mit einer Hufe Land im Dorf Chrieschwitz, einem Stück Wald und dem halben Ertrag der Elstermühle ausgestattet wurde. Der Bischof setzte den Priester Thomas als Pfarrer ein und übertrug der Kirche den bis dahin ihm zustehenden Zehnt des etwa 0 Quadratmeilen großen Dobnagaus. 4 gründete der Deutsche Orden eine Niederlassung in Plauen, das "Deutsche Haus", dem im Jahr 4 Vogt Heinrich der Mittlere von Weida die Johanniskirche schenkte. In dieser Schenkungsurkunde wird als Zeuge „de Plawe: Conradus urbanus“ (urbanus = Stadtbewohner) genannt, der früheste Hinweis, dass Plauen das Stadtrecht erhalten hatte. Eine besondere Urkunde über die Verleihung des Stadtrechtes ist nicht erhalten. Am 9. Mai 44 ist erstmals ein eigener Vogt für Plauen bezeugt, Heinrich II. von Plauen. In dieser Urkunde werden sowohl die steinerne Brücke als auch einige Höfe auf dem linken Ufer der Syra (Anfänge der Neustadt) erwähnt. 63 folgte die erste Erwähnung der Neustadt. Die älteste im Stadtarchiv verwahrte Originalurkunde trägt das Datum 5. Mai 78. Mit ihr übereignete Conrad von Everstein Kunigunde, der Gattin des Vogtes Heinrich von Plauen, das Dorf und die Hälfte des Forstes zu Straßberg als Eigenbesitz und gab ihr das Recht, nach dem Tode ihres Gatten beliebig darüber zu verfügen. Am 5. Juni 79 wurde die Münze der Vögte errichtet, die Vogt Heinrich der Ältere am . März 306 dem Landvolk und den Kaufleuten von Plauen für 600 Mark Silber verkaufte. 38 verzichtete Graf Hermann von Everstein auf alle Lehen im Gebiet Dobene. Damit endete die Geschichte der Eversteiner im Vogtland.

Am 9. August 39 sind erstmals ein Bürgermeister und geschworene Bürger in Plauen beurkundet. Aus demselben Jahr stammt auch das älteste "Siegel der Bürger" (sigillum civium in Plawe). Kaiser Karl IV. erklärte die Herrschaft Plauen im Jahr 356 zu einem erblichen Lehen der böhmischen Krone. 430 belagerten die Hussiten unter Führung von Andreas Prokop die Stadt. Sie nahmen das Schloss ein, zerstörten es und töteten 70 Menschen. Anschließend brannten sie die Stadt nieder, wobei weitere 500 bis 900 Menschen starben. Beim Wiederaufbau der Stadt vereinigte man die alte Stadt und die Neustadt. 438 besetzte Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Stadt. Sie wurde auf kaiserlichen Befehl jedoch an Burggraf Heinrich I. zurückgegeben, der 439 wieder einzog. Der Nachfolger Burggraf Heinrich II. ging als Tyrann in die Geschichte ein. Er wurde 466 von König Georg Podiebrad mit der Reichsacht belegt. Am 0. Februar desselben Jahres nahm Herzog Albrecht, der Schwiegersohn des Königs, der mit der Vollstreckung der Acht beauftragt wurde, die Stadt und die Herrschaft Plauen ein, womit Plauen erstmals unter sächsische Herrschaft geriet. 48 verzichtete Burggraf Heinrich III. durch die Verträge von Brüx endgültig auf seine Ansprüche auf Plauen zu Gunsten der Wettiner Ernst und Albrecht. Bei der Teilung der wettinischen Lande fiel Plauen der ernestinischen Seite zu.
Dadurch fasste die Reformation schon verhältnismäßig früh Fuß im Vogtland. Seit 5 wirkte der letzte Komtur des Deutschen Hauses, Georg Eulner, im reformatorischen Sinne. Zusammen mit dem Dominikanermönch Georg Raute predigte er in der Johanniskirche nach der Lehre Martin Luthers. Zwei Kirchenvisitationen in den Jahren 59 und 533 regelten die endgültige Einführung der Reformation. Georg Eulner wurde der erste Superintendent in Plauen.
Im Sommer 546, nach dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges wurde die Stadt befestigt und mit kurfürstlichen Getreuen besetzt. Der Rat der Stadt wandte sich an Herzog Moritz von Sachsen mit der Bitte um Schutz, der unter der Bedingung der Huldigung gewährt wurde.

547 belehnte König Ferdinand von Böhmen den Enkel des einst vertriebenen Tyrannen Heinrich II. erneut mit der Stadt und der Herrschaft Plauen. Er durfte sich seitdem Burggraf Heinrich IV. nennen. 548 wurde er auf dem Augsburger Reichstag zum Reichsfürsten ernannt. Am 5. Mai desselben Jahres brannte die Stadt fast vollständig nieder. Auslöser war ein Schuss, den ein betrunkener Bürger mitten in der Stadt abgefeuert hatte. Das Rathaus, die Kirche, das burggräfliche Schloss und die Pfarr- und Schulgebäude brannten nieder. 550 war das Rathaus wieder aufgebaut und 556 der Wiederaufbau der Johanniskirche vollendet. Nach dem Tode Heinrichs IV. verpfändeten seine Söhne Heinrich V. und Heinrich VI. den Besitz an Kurfürst August von Sachsen, der das Gebiet 563 endgültig erwarb.

Hauptstadt des Vogtlandes
Stadtansicht um 650 von Matthäus Merian
Im Jahr 600 erließ der Rat der Stadt die erste "Schleierordnung". Die "Schleierherren" wurden als Innung anerkannt. Dadurch sollte der neue Industriezweig der Baumwollwirkerei gestärkt werden. "Schleier" oder "Schöre" sind feine Baumwollgewebe, die als Kopf- und Halstücher, Halskrausen und Turbane Verwendung finden. 60 stieg Plauen zur Kreisstadt des "Voigtlaendischen Creisses" auf. Sie war damit die 3. Kreisstadt des Kurfürstentums. Der neue Kreis umfasste Adorf, Elsterberg, Gefell, Mühltroff, Neukirchen, Oelsnitz, Pausa und Schöneck.

Am 3. August 63 nahm im Dreißigjährigen Krieg Feldmarschall Holk Plauen ein. Obwohl sich die Stadt ergeben hatte, wurde sie geplündert. Am . September folgte General Gallas und am . Oktober desselben Jahres traf Wallenstein mit der Hauptarmee in Plauen ein, nach dessen Abzug die Stadt in Brand gesteckt wurde. 634 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung in Plauen an der Pest.Hans-Peter Franke: "Der Pest-"Brief an die Frau von Plauen". Studien zu Überlieferung und Gestalwandel" (= Untersuchungen zur mittelalterlichen Pestliteratur, III, ), Würzburg 977 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 9)
Bei einem Stadtbrand im Jahre 635 verbrannte der größte Teil der oberen Stadt mit der Kirche und den Pfarr- und Schulgebäuden. 656, nach dem Tod von Kurfürst Johann Georg I. erhielt dessen vierter Sohn, Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz Plauen und das Vogtland. Dieser übergab 667 das Deutsche Haus der Stadt und ließ von 670 bis 675 das Schloss wieder aufbauen, das 548 zerstört worden war. 68 veröffentlichte Georg Samuel Dörffel sein Werk über die Kometenbahnen und 697 nahm die erste Fahrpost von Dresden und Zwickau nach Nürnberg ihren Dienst auf.

Stadtansicht und Trachten um 730
Im Jahr 70 errichtete Johann Friedrich Schildt als Begründer der "Plauenschen-Weißwaren-Industrie" ein Fabrikhaus, in dem die Baumwollweberei in größerem Umfang betrieben werden konnte. Dem folgte 753 eine Kattunfabrik. Als Karl XII. während des Großen Nordischen Krieges Sachsen besetzte, waren von 706 bis 707 auch in Plauen schwedische Truppen einquartiert. 78 starb Herzog Moritz Wilhelm und Plauen fiel wieder an Kursachsen, also an August den Starken.
Während des Siebenjährigen Krieges besetzten die verschiedenen Kriegsparteien Plauen abwechselnd. 758 wurde der Rat der Stadt mit vorgehaltenen Waffen gezwungen, den Treueeid auf den preußischen König Friedrich II. zu leisten. 786 trug man die Stadtmauer zwischen Straßberger Tor und Nonnenturm ab, um Platz für Häuser in der wachsenden Stadt zu schaffen.

Zwischen 806 und 85 zogen abwechselnd bayerische, württembergische, preußische, französische, sächsische und russische Armeen durch Plauen und ließen sich von den Bürgern der Stadt verpflegen oder plünderten die Stadt. 8 lagerte Napoleon auf dem Russlandfeldzug in Plauen. 83 kamen Flüchtlinge der „großen Armee“ und nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurden viele Verwundete in der Gottesackerkirche, in der ein Lazarett eingerichtet worden war, versorgt. Ein großer Teil der Soldaten und etliche Stadtbewohner starben an Typhus.

Industrialisierung und Aufstieg zur Großstadt
Ansicht um 850
Auf die 70 und 753 errichteten Fabriken folgten weitere. Im Jahr 89 stellte Webermeister Schönherr einen Webstuhl für Bobinet (eine Art Tüll) auf, 834 folgten ein Jacquardwebstuhl und eine Schweizer Appretur.
Am . Februar 83 trat eine neue Städteverordnung in Kraft, mit der am 4. November die neu gewählten Mitglieder des Stadtrates und des Stadtgerichtes eingeführt wurden. Zur gleichen Zeit traten auch der Bürgermeister Gottschald, das Stadtverordneten-Kollegium und der größere Bürgerausschuss ihre Ämter an. 833, als die Turnerei verboten war, gründete Otto Leonhard Heubner am Schlossberg in Plauen den ersten Turngarten und 840 die allgemeine städtische Turnanstalt. Die Turnbewegung breitete sich von Plauen rasch in ganz Sachsen aus. 834 wurde in Plauen ein Hauptsteueramt eröffnet. 835 wurden der "Vogtländische Kreis" und der "Erzgebirgische Kreis" zur Kreisdirektion Zwickau vereinigt. Damit verlor Plauen seinen Status als Kreisstadt und war nur noch Sitz der "Amtshauptmannschaft Vogtland". Zur Erweiterung der Stadt wurden das Straßberger und das Neundorfer Tor im Jahr 837 abgetragen. In der Nacht vom 9. zum 0. September 844 zerstörte ein Stadtbrand einen großen Teil der Innenstadt (07 Wohn- und 99 Seiten- und Hintergebäude). Im Zuge des Neuaufbaus riss man die Reste des Dominikanerklosters ab. Nur der Name "Klostermarkt" erinnert noch daran. Im November 848 eröffnete die Sächsisch-Bayrische Eisenbahn die Bahnstrecke Plauen–Hof. Am 6. April 85 folgte, nach Fertigstellung von Göltzsch- und Elstertalbrücke, die Strecke bis Reichenbach und weiter bis Dresden. 857 wurden die ersten Stickmaschinen in Plauen aufgestellt. Am 3. Oktober desselben Jahres gründete sich der Aktien-Brauverein. Am 3. August 860 fand die Einweihung des Stadtkrankenhauses statt und 863 nahm die erste mechanische Baumwollenwaren-Weberei ihren Betrieb auf. Die Mechanisierung ging sehr schnell voran, wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann:


Zwischen 87 und 874 begann die Herstellung von englischen (Tüll-)Gardinen. Am 30. November 874 wurde die Eisenbahnstrecke Plauen–Eger eröffnet und der obere Bahnhof umgebaut und erweitert. Am 8. September 875 folgte die Eröffnung der Elstertalbahn Im Jahr 880 gelang es einer Arbeitsgemeinschaft um den Kaufmann Theodor Bickel, erstmals maschinengestickte Tüllspitze ohne Unterlage herzustellen. Das zunächst als "Sächsische Spitze" bezeichnete Produkt wurde zuerst in Paris auf den Markt gebracht. Schon bald erlangte die inzwischen als Plauener Spitze (Plauen-laces oder dentelles de Plauen) bezeichnete Spitze Weltruf. In den folgenden drei Jahren wurden so viele Stickmaschinen (58) aufgestellt, wie in den 4 Jahren (seit der Erstaufstellung 857) zuvor. Damit erlebte auch die Maschinenindustrie einen Aufschwung. Die Maschinenfabrik von Gottlieb Hornbogen lieferte 88 ihre 00. Stickmaschine aus, 88 folgte schon die 00. Auch die Fabrik von Hermann Dietrich (später VOMAG) stellte 88 die 00. Maschine her. 883 ging die erste Schiffchenstick- oder Dampfstickmaschine in Betrieb, die eine Steigerung der Produktion um das Sechs- bis Siebenfache gegenüber den vorherigen Maschinen erzielte. Der Export konnte deutlich gesteigert werden, so dass am 7. August 887 die USA ein eigenes Konsulat in Plauen eröffneten.
Am 5. Dezember 889 wurde das neue Krankenhaus am heutigen Standort in der Reichenbacher Straße seiner Bestimmung übergeben. Im Jahre 894 erfolgte die Inbetriebnahme der Plauener Straßenbahn. 899 begann der Rotationsmaschinenbau in der damaligen Vogtländischen Maschinenfabrik AG.
Die 883 eingeführte Ätzspitze fand erst ab zirka 888 vermehrten Absatz. Im Jahr 900 erhielten die Plauener Spitzenfabrikanten dafür den "Grand Prix" auf der Pariser Weltausstellung. Dies kurbelte den Export weiter an und die Stadt Plauen wuchs weiter sehr schnell (siehe Bevölkerungsentwicklung). 904 zählte Plauen mehr als 00.000 Einwohner und war damit nach Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von zehn Jahren zur Großstadt geworden. 907 erhielt Plauen den Status einer Kreisfreien Stadt.

In den Weltkriegen
Nachdem die Bevölkerungszahl im Jahr 9 mit 8.04 Einwohnern ihren Höchststand erreicht hatte, ging sie auf Grund der Krise in der Textilindustrie zurück, durch die viele Einwohner der Stadt arbeitslos wurden und abwanderten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm die Spitzenproduktion weiter ab. Die Industrie konnte nur bedingt auf Kriegsproduktion umgestellt werden, so dass auch dadurch keine Besserung erfolgte. Im Ersten Weltkrieg fielen rund 3000 Soldaten aus Plauen, ungefähr 700 gerieten in Kriegsgefangenschaft.

In der Nähe der König-Georg-Kaserne (heute Behördenzentrum) ereignete sich am 9. Juli 98 in einer Kartuschieranstalt, in der Kartuschsäckchen für die Armee hergestellt wurden, eine Explosion, bei der 9 Menschen starben. In der Fabrik, die vor dem Ausbruch des Krieges ein Glühlampenwerk der AEG war, brach kurz vor 6:30 Uhr ein Feuer im unteren Saal aus, wo das Pulver gewogen und in Säckchen eingenäht wurde. Das Feuer verbreitete sich derart schnell, dass die Explosion nicht verhindert werden konnte. Eine Ursache wurde nie ermittelt. In der Fabrik arbeiteten fast nur Frauen, von denen 63 starben. 77 Verletzte konnten geborgen werden; davon starben 9 wenig später. Die meisten Opfer wurden am 4. Juli 98 in einem Massengrab auf dem Hauptfriedhof bestattet. Das Massengrab und eine Gedenkstätte existieren noch."Historikus Vogtland" – Geschichtsmagazin, Ausgabe September – Oktober 007 (Online-Version des Artikels )

Notgeldschein von 93
Nach dem Krieg stieg zwar die Einwohnerzahl wieder an, jedoch konnte der Vorkriegsstand nie wieder erreicht werden.

Im Oktober 9 entstand in Plauen eine der ersten Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei außerhalb Bayerns. Auch die Hitlerjugend (HJ) hatte sich in Plauen rasch organisiert. Der Plauener Kurt Gruber war ihr erster Reichsführer. Plauen wurde laut Eintrag im Landratsamt zum . Januar 99 Sitzgemeinschaft der "Hitler-Jugend-Bewegung e.V."; damit ging die Leitung der Hitlerjugend auf Plauen über. Mit der Unterstellung der HJ unter die SA wurde der Hauptsitz 93 von Plauen nach München verlegt. Plauens Bedeutung wurde damit auf einen Großgau zurückgestuft.

Die Weltwirtschaftskrise 99 traf die exportorientierte Plauener Wirtschaft besonders hart. Dies machte sich besonders in der Arbeitslosenquote, zeitweise die höchste in Deutschland, bemerkbar. Dadurch erlangte die NSDAP, die den Menschen radikale Veränderungen versprach, große Beliebtheit in Plauen. Zwischen 94 und 933 befand sich der Sitz der Gauleitung der NSDAP in Plauen. Plauen war auch eine der ersten deutschen Städte, die Adolf Hitler und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde verlieh. Alfons Hitzler war 0 Jahre NSDAP-Kreisleiter in Plauen.

Die 930 eingeweihte, im Bauhausstil errichtete Synagoge der Stadt fiel einem Brandanschlag in der Reichspogromnacht im November 938 zum Opfer. Die meisten jüdischen Bürger verließen die Stadt; die übrigen wurden später deportiert und ermordet.

Gegen Ende des Jahres 943 mietete die Firma Osram Fabrikräume der Plauener Baumwollspinnerei AG in der Hans-Sachs-Straße und der Industriewerke AG in der Roonstraße (heute Luis-Ferdinand-Schönherr-Straße) für die Molybdän- und Wolframvorproduktion und die Herstellung verschiedener Glühlampentypen. Im Frühjahr 944 verhandelte Osram mit dem SS-WVHA über 500 Strafgefangene, die in der Produktion eingesetzt werden sollten. Nach der Einigung suchte ein Mitarbeiter zunächst 50 „junge, gesunde Frauen mit trockenen Händen“ aus, die Mitte September nach Plauen kamen. So entstanden zwei Außenlager des KZ Flossenbürg. Am 8. September setzte man die Frauen erstmals zur Zwangsarbeit ein. In Zwölfstundenschichten mussten sie an Halbautomaten verschiedene Lampentypen fertigen. Durch die Luftangriffe auf Plauen wurden die Energieversorgung und Teile der Baumwollspinnerei zerstört. Die Lager wurden am 4. April 945 geräumt und die Häftlinge marschierten in Richtung Karlsbad. In der Nähe von Tachau befreite sie die Rote Armee.Rolf Schmolling: "Plauen (Baumwollspinnerei und Industriewerke AG) in "Flossenbürg", Seite 3-6 (siehe Quellen)"
Ein weiteres Außenlager des KZ Flossenbürg befand sich bei der Firma "Dr. Th. Horn" in der Pausaer Straße 84, die in der Luftfahrttechnik tätig war. Am 9. November 944 wurden 50 Häftlinge in das Werk überstellt. Es handelte sich dabei um männliche Facharbeiter, von denen einige starben. Nach der Auflösung des Lagers am 7. März 945 kamen 4 Männer in das Arbeitslager Lengenfeld. Von dort traten sie den Todesmarsch über Johanngeorgenstadt nach Nordböhmen an. In Pístov endete der Marsch. Eine nicht genau bekannte Anzahl kam dabei ums Leben.Ulrich Fritz: "Plauen (Dr. Th. Horn)." In: "Flossenbürg", Seite 7−8 (siehe Quellen)


Angriffsplan der 95th USAAF Bomb Group
Während des Zweiten Weltkrieges blieb Plauen lange Zeit von Angriffen verschont, wurde aber gegen Ende des Krieges stark zerstört. Am . September 944 erfolgte der erste große Luftangriff der US-Airforce (USAAF), dem im März und April 945 mehrere Bombenangriffe der USAAF und der RAF folgten. Den folgenreichsten und letzten der insgesamt 4 Luftangriffe erlebte die Stadt am 0. April. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer. 965 Tonnen Sprengstoff zerstörten 64 Hektar des Stadtgebietes. Insgesamt forderten die Luftangriffe in Plauen mindestens 340 Menschenleben. Ziele der Luftangriffe waren der Obere Bahnhof, wobei die gesamte Bahnhofsvorstadt, die Infrastruktur und die Industrieanlagen der VOMAG zerstört wurden. Doch zwischen den vorgesehenen Abwurfzielen und den tatsächlich getroffenen Flächen gab es mitunter große Abweichungen. Diese Feststellung gründet sich vorwiegend darauf, dass der Zerstörungsgrad von Kulturstätten 80 %, von Wohnraum 78 %, von Betriebsgebäuden 70 %, von Verwaltungseinrichtungen 55 % und des Verkehrsnetzes 48 % betrug. 9 % des Gasnetzes (50 km Rohrleitungen) und circa 00 Kilometer des Wassernetzes wurden außer Betrieb gesetzt. Die städtischen Versorgungsnetze und der städtische Verkehr kamen durch die Angriffe vollständig zum Erliegen. Es entstanden Reparaturkosten von 4,5 Millionen Reichsmark. Durch die Zerstörung wichtiger Infrastrukturanlagen wie des Bahnhofsgebäudes und des Syratalviadukts brach der Schienenverkehr zusammen. Auch der Automobilverkehr war bis zur Räumung der teils verschütteten Straßen stark behindert. Die Plauener Straßenbahn konnte den Betrieb nach achtmonatiger Pause und Wiederherstellung der Gleisanlagen wieder aufnehmen, während der Eisenbahnverkehr in den nächsten Jahren nur eingleisig möglich war. Durch die Angriffe wurden etwa 75 % der Stadt zerstört. Im Stadtzentrum zählte man .600 Bombentrichter. Mit einer Bombenlast von 85,4 t/km² war Plauen eine der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands (mehr als z. B. Dresden mit circa 60 %).

Am 6. April 945 wurde Plauen zunächst von dem
aus Westen vorrückenden 347. US-Infanterieregiment besetzt. Während der amerikanischen Besatzung erfolgten Demontagen hauptsächlich von Spitzentechnologie (z. B. Feinstbohrwerke der VOMAG), Konstruktionsunterlagen wurden beschlagnahmt. Die fähigsten Facharbeiter und Ingenieure brachte man in die amerikanische Besatzungszone. Die Amerikaner versuchten, möglichst schnell wieder eine funktionierende Zivilverwaltung aufzubauen und griffen dabei auf nach 933 entlassene Fachleute zurück. Entsprechend der Vereinbarungen der Konferenz von Jalta zogen sich die Amerikaner am 30. Juni 945 aus Westsachsen zurück und ab . Juli nahmen die Sowjets den Rest der ihr zugesprochenen Besatzungszone in Besitz.

In der DDR
Während der sowjetischen Besatzung wurden viele Industrieanlagen als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion verbracht. Ab 946 begann die Enteignung und Verstaatlichung der Großbetriebe. Es wurden Volkseigene Betriebe gegründet und die Bodenreform durchgeführt.

Datei:Zwangsverwaltung.jpg|Zwangsverwaltung 946
Datei:bescheinigung.jpg|Schreiben des OB 946
Datei:enteignung.jpg|Enteignung 949


950 wurde damit begonnen, dem durch die starken Zerstörungen hervorgerufenen Wohnungsmangel entgegenzuwirken. Um kostensparend und schnell neuen Wohnraum zu schaffen, führte man die neuen Wohngebäude in der als unansehnlich geltenden, aber aufgrund der Zentralheizung beliebten Plattenbauweise aus. Besonders der Stadtteil Chrieschwitz, das "Mammengebiet" und die Umgebung des Oberen Bahnhofs sind von dieser Bauweise geprägt.

Nach dem Krieg fand 955 das erste "Plauener Spitzenfest" statt, das jährlich einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt ist. 974 wurde "750 Jahre Stadt Plauen" gefeiert. Es existiert zwar keine Urkunde mehr über die Verleihung der Stadtrechte, allerdings dokumentiert eine andere Urkunde, dass Plauen schon 4 als Stadt bezeichnet wurde. Dementsprechend muss die Ernennung zur Stadt bereits vor 4 erfolgt sein. Auf diese Weise ließ sich das Stadtjubiläum mit "5 Jahre DDR" kombinieren, worauf die damalige Regierung Wert gelegt hatte.

Die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze war einer der Gründe dafür, dass die Entwicklung Plauens nach 945 weiter stagnierte. Die Zahl der Einwohner nahm kontinuierlich ab. Plauen beherbergte an der Frontlinie des Kalten Krieges eine starke Garnison der Sowjetarmee, daneben Einrichtungen der DDR-Grenztruppen wie eine Offiziershochschule. In Plauen gab es zwar einige Großbetriebe wie die Plamag, die auch im Ausland erfolgreich waren. Doch konnte die Stadt ihre frühere wirtschaftliche Bedeutung nicht wiedererlangen.

Von der Wende bis zur Gegenwart
Gedenktafel auf dem Plauener Theaterplatz, anlässlich der ersten Großdemonstration am 7. Oktober 989
Demonstration mit ca. 40.000 Teilnehmern vor dem Plauener Rathaus am 8. Oktober 989

Bei der Kommunalwahl am 7. Mai 989 nahmen verstärkt Wahlbeobachter teil, die hauptsächlich aus dem Umfeld der Kirche stammten. Man dokumentierte offensichtliche Wahlfälschungen und verfasste Eingaben. Dies änderte jedoch nichts am Verhalten der Führung. Als in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober 989 zum zweiten Mal Züge mit Botschaftsflüchtlingen aus Prag durch Plauen Richtung Hof fuhren, versuchten mehrere Personen aufzuspringen. Der Bahnhof und die anliegenden Gleise wurden jedoch großräumig abgesperrt. Am 5. Oktober sollte in der Markuskirche eigentlich das Plauener Neue Forum gegründet werden, das zu dieser Zeit noch verboten war. Da sich dies jedoch herumgesprochen hatte und eine große Menschenmenge erschien, in der man auch Stasi-Mitarbeiter vermutete, setzte man spontan eine Friedensandacht an, die wegen des Andrangs wiederholt werden musste. Zum "40. Jahrestag der Republik" am 7. Oktober 989 wurde mittels maschinengeschriebener Zettel und Mundpropaganda zu einer Demonstration in der Innenstadt aufgerufen. Die Stasi wusste zwar davon, unterschätzte die Lage jedoch völlig. Gegen 5 Uhr versammelten sich tausende Menschen auf dem Theaterplatz und dem Otto-Grotewohl-Platz (Tunnel), ohne konkret zu wissen, was passieren würde. Die Polizei versuchte mit dem Einsatz von Wasserwerfern und eines Hubschraubers, die Menge aufzulösen und den Platz zu räumen, was ihr aber nicht gelang. Etwa um 6:5 Uhr formierte sich ein Demonstrationszug, der vorerst in Richtung Bahnhofstraße zog und um etwa 7:30 Uhr wieder vor dem Rathaus eintraf. Dabei wurden Transparente mit Losungen wie „Wir brauchen Reformen“, „Für Reformen und Reisefreiheit gegen Massenflucht – vor allem Frieden“ oder „Reisefreiheit – Meinungsfreiheit – Pressefreiheit“ mitgeführt. Vor dem Rathaus wurden Rufe laut, die verlangten, dass der Oberbürgermeister Dr. Norbert Martin herauskommen sollte, um mit ihm Gespräche zu führen. Durch den besonnenen Einsatz von Superintendent Thomas Küttler, der zwischen Rathaus/Polizei und Demonstranten vermittelte, blieb die Demonstration friedlich und löste sich mit dem Ruf „Wir kommen wieder“ gegen 8 Uhr langsam auf, nachdem beschlossen worden war, am nächsten Sonnabend erneut zu demonstrieren und es außerdem Gespräche zwischen Plauener Bürgern und dem Oberbürgermeister geben sollte. Von diesem Zeitpunkt an fanden an jedem Sonnabend bis zu den ersten freien Wahlen am 8. März 990 Demonstrationen in Plauen statt. Bei den Sonnabend-Demonstrationen, die meist auf der gleichen Route vorbei an Stasi-Zentrale und SED-Kreisamt führten, nahmen auch Menschen aus dem Umland, sowie teilweise Abordnungen aus der Partnerstadt Hof teil. "„Es war das erste Mal, dass sich in der DDR die Bürger ohne „Anweisungen von oben“ zusammenfanden und ihren geeinten Willen gegen das System in der DDR zum Ausdruck brachten“. (Rolf Schwanitz)" „Zivilcourage“ S. 359 (siehe oben) "„Plauen war die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der Massen war.“ (John Connelly)John Connelly: „Moment of Revolution: Plauen (Vogtland), October 7, 989“ in "German Politics & Society", No. 0, Sommer 990, Seiten 7-89 ". Am . Oktober 989 fanden erstmals die festgelegten Gespräche zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt und 5 Plauener Bürgern statt. Geführt wurde diese später auch als "Gruppe der 0" bezeichnete Bürgervertretung von Superintendent Küttler. Angesichts der Vorreiterrolle, die Plauen in der Wendezeit einnahm, wurde der 7. Oktober als kommunaler Gedenktag zum "Tag der Demokratie" erklärt. Außerdem soll ein Denkmal zur Erinnerung an die Ereignisse im Wendeherbst errichtet werden.

Nachdem am . Oktober 993 die städtische Galerie e.o.plauen mit einer Erich-Oser-Ausstellung eröffnet wurde, wurde am 3. Oktober 993 e.o.-Plauen-Gesellschaft e.V. gegründet. Als ihr erster Präsident wurde Willi Daume gewählt. Vom 5. bis 7. September 997 fand der Tag der Sachsen mit 380.000 Besuchern in Plauen statt.
Nach einem Volksentscheid im Jahr 999 wurde 00 im Stadtzentrum ein Einkaufszentrum, die "Stadt-Galerie", errichtet. Die Lohmühlenanlage, eine Grünfläche, wurde bebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die Zentralhaltestelle "Tunnel" der Straßenbahn komplett erneuert und teilweise verlegt. Kritiker bemängeln, dass durch den Bau der Stadtgalerie die bisherige Einkaufsstraße, die Bahnhofstraße, abgewertet wurde und seitdem viele Geschäfte aus der Bahnhofstraße entweder in die Stadtgalerie zogen oder schließen mussten.
00 erhielt die Stadt einen ersten Preis für das „integrierte Stadtentwicklungsprogramm“ (InSEK) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. 003 und 008 wurde die Stadt als "Kommune des Jahres" ausgezeichnet.

Plauen wehrte sich intensiv gegen Pläne des sächsischen Innenministeriums, der Stadt im Zuge der Kreisgebietsreform den Status einer kreisfreien Stadt zu nehmen, den sie seit 907 besaß. Am . April 008 lehnte der Sächsische Verfassungsgerichtshof die von der Stadt Plauen beantragte einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Kreisgebietsreform ab. Damit wurde Plauen zum . August 008 als Kreisstadt wieder in den Vogtlandkreis eingegliedert.

Religionen
Die Stadt Plauen gehörte anfangs zum Bistum Zeitz/Bistum Naumburg und war Sitz eines Archidiakonats. 54 wurde durch Raute und Eulner in Plauen und bis 59 im gesamten sächsischen Vogtland die Reformation eingeführt. Danach war Plauen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt und wurde Sitz einer Superintendentur, die auch nach dem Übergang an das Kurfürstentum Sachsen beibehalten wurde. 893 wurde die bis dahin bestehende einzige protestantische Gemeinde der Stadt, die St.-Johannis-Gemeinde, in fünf eigenständige Kirchengemeinden aufgeteilt. Sie alle gehören heute zum mittlerweile als Kirchenbezirk Plauen bezeichneten Verwaltungsbezirk innerhalb der Region Zwickau der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Im 9. Jahrhundert zogen wieder Katholiken in die Stadt. Dies führte zur Gründung der Pfarrgemeinde Herz-Jesu, die im Jahre 90 ihre Kirche erbaute. Anfangs gehörten die Katholiken der Stadt wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 9 wieder das Bistum Meißen, seit 980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Plauen wurde Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Plauens gehörten.

Plauen besaß bis zur Reichspogromnacht am 9./0. November 938 eine Synagoge, die nach ihrer Zerstörung nicht wieder aufgebaut wurde. Heute gibt es kein jüdisches Gotteshaus mehr.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Apostolische Gemeinde, die Neuapostolische Kirche, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten.

Eingemeindungen


Die Chroniken berichten von mehreren Ein- und Ausgliederungen von umliegenden Gemeinden und Gemarkungen. Die Stadt kaufte Grundstücke in guten Zeiten und verkaufte sie wieder, wenn sie Geld brauchte. Erst im 0. Jahrhundert begann man, Gemeinden und Gemarkungen endgültig einzugemeinden.

Als erste der Eingemeindungen wurde "Chrieschwitz" urkundlich erwähnt. In der Urkunde, in der Plauen erstmals erwähnt wurde, tauchte auch Chrieschwitz auf. Die Johanniskirche wurde mit einer „Hufe Land im Dorfe Chrieschwitz“ dotiert. Im Jahr 589 kaufte der Rat der Stadt Plauen das Rittergut Chrieschwitz. Um die Schulden zu tilgen, die sich während des Dreißigjährigen Krieges angehäuft hatten, wurde das stark beschädigte Rittergut Chrieschwitz im Jahr 635 für 5000 Gulden an Christian Winkelmann verkauft. Am 4. Juni 899 beschloss der Gemeindevorstand von Chrieschwitz die Eingemeindung des Dorfes in die Stadt Plauen einzuleiten. Am 7. September 899 stimmte der Plauener Stadtrat zu. Die Eingemeindung trat zum . Januar 900 mit der Übergabe des Vermögensbestandes an die Stadt Plauen in Kraft.

Am 4. März 6 kaufte der Stadtrat das Gut "Haselbrunn" aus dem Konkurs des kurfürstlichen Amtsschlossers Nocolas Wenigel für 050 Gulden. Für weitere 800 Gulden wurden der Rehnsberg (Rähnisberg), das Heidenreich, das Erbholz sowie Kembler (Kemmler) und Glockenberg gekauft. Am . August 63 konnte der Rat für 500 Gulden auch die restlichen Haselbrunner Grundstücke aus der Konkursmasse erwerben. Bis 89 wurde das Vorwerk Haselbrunn verkauft, um die Kriegsschulden der Stadt zu bezahlen. Am 6. September 898 beschloss der Stadtrat einstimmig die Eingemeindung von Haselbrunn. Zum . Januar 899 trat diese in Kraft.

589 kaufte der Stadtrat Plauens das ehemalige Vorwerk "Reusa" von Christoph Abraham von Raab. Im Jahr 67 musste die Stadt das Vorwerk für .000 Gulden an Christian von Winkelmann verkaufen, nachdem durch Seuchen, Teuerungen und Bevölkerungsrückgang das Geld knapp geworden war. Am . Juni 90 wurde das Rittergut mit 337 Hektar Land für 75.000 Mark wieder gekauft. Am 6. Oktober 90 fasste der Gemeinderat Reusas einstimmig den Beschluss, die Eingemeindung der Ortsgemeinde beim Plauener Stadtrat zu beantragen. Dieser beschloss am 7. April 903 einstimmig die Verbandsgemeinde mit Reusa (einschließlich Rittergut), Kleinfriesen, Sorga und Tauschwitz zum . Juli einzugemeinden.

467 kaufte der Plauener Stadtrat die Wüstung "Reißig" und baute sie zu einem Vorwerk aus. 89 musste das inzwischen Rittergut gewordene Reißig verkauft werden (zusammen mit Haselbrunn), um die Kriegsschulden der Stadt zu tilgen. 939 wurde Reißig eingemeindet.

Im Jahr 578 pachtete der Stadtrat das Rittergut "Reinsdorf" vom Kurfürsten. Am 4. Januar 64 kaufte man es schließlich für 5.000 Gulden, nachdem man schon 60 die beiden zugehörigen Mühlen erworben hatte.  Jahre später, im Jahr 635, verkaufte die Stadt Reißig an Joachim von Reibold, um die Schulden des Dreißigjährigen Krieges bezahlen zu können. 949 wurde Reinsdorf eingemeindet.

950 wurden "Ober- und Unterlosa", "Stöckigt" und "Thiergarten" eingemeindet. Im Zuge der Kreisreform folgten 994 "Meßbach" und 996 "Großfriesen". 999 fanden die bislang letzten Eingemeindungen statt. Seitdem gehören "Kauschwitz" (mit Zwoschwitz), "Neundorf", "Straßberg" und "Jößnitz" (mit Röttis, Steinsdorf und Oberjößnitz) zu Plauen.

Einwohnerentwicklung
Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung

→ "Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Plauen"

Die Einwohnerzahl überschritt 904 die Grenze von 00.000, wodurch Plauen zur Großstadt wurde. 9 erreichte die Bevölkerungszahl mit 9.000 ihren historischen Höchststand. Mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg lag Plauen an der Westgrenze der Sowjetischen Besatzungszone. Unter anderem dadurch nahm die Einwohnerzahl stark ab, so dass sie heute weit von der Großstadtgrenze entfernt ist. Laut einer Prognose der Bertelsmann AG wird die Einwohnerzahl der Stadt in den nächsten Jahren weiterhin deutlich abnehmen.

Am 3. Dezember 007 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Plauen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 67.600 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die Arbeitslosenquote liegt bei ,9 % (Stand Juli 009) und ist damit eine der niedrigsten in Sachsen.

Seit der Wiedervereinigung steigt das Durchschnittsalter der Einwohner kontinuierlich an, etwa 3 % der Bevölkerung hat das Alter von 60 Jahren überschritten. Während die Zahl der Gesamtbevölkerung rückläufig ist, wird eine steigende Zahl von Bürgern über 60 Jahren verzeichnet. Dadurch ist die Errichtung weiterer altersgerechter Unterkünfte erforderlich. (Freie Presse am 6. Mai 008)

Politik
Stadtrat und Bürgermeister
Im 3. Jahrhundert stand an der Spitze der Stadt ein Kollegium unter einem „officiatus“. Ab 39 sind Bürgermeister und Ratsherren nachweisbar. Es gab einen „sitzenden“ und einen „ruhenden“ Rat. Die Zahl der Bürgermeister und Ratsherren variierte mehrmals. Seit 88 tragen die Stadtoberhäupter den Titel Oberbürgermeister und der erste besoldete Stadtrat den Titel "Bürgermeister". Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungsmacht den Rat der Stadt; die Stadtverordnetenversammlung wurde vom Volk gewählt. Der erste sowjetische Stadtkommandant in Plauen war Oberstleutnant Komarow. Nach der Wiedervereinigung wurde das als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Es gab zunächst einen besonderen Vorsitzenden des Stadtrats. Heute ist es der Oberbürgermeister, den anfangs der Stadtrat wählte. Seit 994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.

Der derzeitige Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer wurde bei den Wahlen am 4. Juni 007 mit einer deutlichen Mehrheit von 87, % (bei drei Gegenkandidaten) in seinem Amt bestätigt.

→ "Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Plauen"

Der Stadtrat hat seit der letzten Wahl am 7. Juni 009 nur noch 4 Mitglieder. Im Zuge der Kreisreform 008 wurde die Größe des Stadtparlaments angepasst und von 48 Sitzen auf 4 reduziert. Die Kommunalwahlen von 994 bis 009 hatten folgende Ergebnisse (die aktuelle Sitzverteilung ist fett dargestellt):
Sitzverteilung im Stadtrat der Stadt Plauen nach der Wahl am 7. Juni 009

Bis einschließlich 004 PDS
994 und 999 FWP = Freie Wähler Plauen; 009 Initiative Plauen

Jugendparlament
Am 3. Oktober 005 wurde das erste Jugendparlament Plauen (JUPP) durch Schüler und Schülerinnen gewählt und umfasste 30 Abgeordnete aus den weiterführenden Schulen Plauens. Rund 4800 Plauener Schüler wählten am 4. April 007 das zweite Jugendparlament, das aus 7 Abgeordneten bestand. Die dritte Wahl zu diesem Gremium fand am 6. Oktober 009 statt. 3794 wahlberechtigt Jugendliche konnten aus 44 Kandidaten die nunmehr 35 Abgeordneten wählen. Das Parlament ist maßgeblich am Bundesprogramm Vielfalt tut gut im Förderbereich Plauen/Vogtland beteiligt, indem es unter anderem die Mitglieder des für Plauen zuständigen Begleitausschusses gewählt und einen Vertreter entsandt hat.

Wappen, Siegel und Stadtfarben
Das älteste Siegel von 39 – Abbildung an einer Hauswand in der Bahnhofstraße
Das Wappen der Stadt Plauen geht zurück auf das Siegel, das erstmals 39 erwähnt wurde.
Es zeigt in Rot zwei stilisierte dreizinnige silberne Türme mit Spitzdächern und je zwei übereinander angeordnete, mit gotischem Maßwerk verzierte schwarze Fensteröffnungen, verbunden durch eine silberne Mauer mit gotischem Torbogen, belegt mit einem dreieckigen schwarzen Herzschild, darin ein aufgerichteter goldener Löwe, dem Herzschild aufgesetzt ein goldener Stechhelm mit grünen Pfauenfedern, vorn glatte, hinten gespiegelte. Die heutige Form des Stadtwappens führt Plauen seit dem . Januar 939.

Das oben genannte Siegel von 39 zeigt zwischen zwei Türmen, die mit zwei spitzbogigen übereinanderliegenden Fensteröffnungen und mit je drei Mauerzacken versehen sind, ein Schild mit dem ungekrönten, nach rechts aufgerichteten Löwen, dessen Schweif in mehrere Teilschweife ausläuft; über dem Schildchen schwebt ein Stechhelm, der als Zier rechts (im heraldischen Sinne) vier gespiegelte, links vier glatte Pfauenfedern trägt. Die Umschrift lautet: "+ SIGILLVM • CIVIVM • IN • PLAWE".

Seit 899 musste Plauen die „Hausfarben“ der Wettiner führen, die Stadtfarben waren daher oben gold (gelb) und unten blau. Der Plauener Stadtarchivar Dr. Ernst Pietsch beschäftigte sich 96 bis 939 intensiv mit dem Plauener Stadtwappen und mit den Stadtfarben. Am . Januar 939 wurden die Farben schließlich (wieder) an die Wappenfarben angepasst, da ein altes Gesetz der Wappenkunst die Farben des Wappens so liest, dass sie in die entsprechende Fahne, oben die Farbe des Wappenbildes, unten die des Feldes setzt. Deshalb erscheint die Stadtflagge jetzt oben gold (gelb) und unten schwarz (belegt mit dem Wappen).

Städtepartnerschaften


Plauen pflegt, beginnend im Jahr 96, Partnerschaften mit verschiedenen Städten im In- und Ausland. Bemerkenswert ist, dass bereits zur Zeit des Ost-West-Konflikts Partnerschaften mit den Städten Lens und Hof geschlossen wurden, die im damaligen „Westblock“ lagen, zu dem ein politisch unterkühltes Verhältnis bestand. Durch Zuschüsse an Vereine, Verbände oder Schulklassen unterstützt die Stadt Plauen Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaften.

Im Jahr 96 wurde das erste Städtepartnerschaftsabkommen mit der tschechischen Stadt Aš unterzeichnet. Seitdem arbeiten die beiden Städte auf kultureller sportlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene zusammen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit im Rahmen der Euregio Egrensis und des "Festivals Mitte Europa"

Mit Steyr in Österreich besteht seit 970 eine Städtepartnerschaft, die die beiden Städte insbesondere auf kulturellem, sportlichem und touristischem Gebiet verbindet. Die Partnerschaft hat den Status einer „informellen dauerhaften Zusammenarbeit“

987 wurde nach längeren Bemühungen der Stadt Hof eine Städtepartnerschaft der besonderen Art vereinbart. In unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze fand ein Austausch zwischen zwei Städten in zwei politischen Systemen statt. Bis zur Wende konnte der Austausch nur in Rahmen von Jahresvereinbarungen stattfinden. Seitdem finden vielfältige gemeinsame Veranstaltungen statt und Projekte wie der gemeinsame Flugplatz entstanden.

Die ersten Kontakte zur Stadt Siegen wurden wenige Wochen nach dem Mauerfall geknüpft. Der Schwerpunkt des am 3. August 990 unterzeichneten Abkommens lag in der Unterstützung beim Aufbau der Verwaltung und der Strukturentwicklung der Stadt Plauen unter bundesdeutschen Aspekten. Inzwischen wurde die Partnerschaft auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ausgeweitet.

Am 5. September 005 wurde ein Vertrag über die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Stadt Plauen und der ungarischen Stadt Cegléd unterzeichnet. Dem folgte als bisher letzte Städtepartnerschaft der Vertrag zwischen Plauen und dem polnischen Pabianice am 9. November 005. Es werden Partnerschaften auf kulturellem aber auch auf wirtschaftlichem Gebiet angestrebt.

Eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Lens wurde 005 aufgelöst.

Der Ortsteil Jößnitz pflegt eine separate Partnerschaft mit der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach.

Im April 005 wurde mit der litauischen Stadt Šiauliai ein "Letter of Intent" unterzeichnet, in dem beide Städte die Absicht erklärten, eine Städtepartnerschaft zu errichten. Seitdem fanden verschiedene Treffen von Delegationen der beiden Städte zur Verstärkung der Zusammenarbeit statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Vogtland-Theater
Das "Theater Plauen-Zwickau" bietet Musiktheater, Schauspiel, Orchester, Ballett und Puppentheater. Am . April 896 beschloss der Theaterverein den Bau eines Theatergebäudes nach den Plänen von Rossbach. Die Gesamtkosten betrugen 35.000 Mark, wovon die Stadt Plauen 00.000 Mark beisteuerte. Am 4. Juni 897 wurde der Grundstein gelegt. Am . Oktober 898 fand die Eröffnung und Einweihung des Stadttheaters statt. Nach der "Jubel-Ouvertüre" von Carl Maria von Weber hielt der Theaterdirektor Staack eine Laudatio. Anschließend fand mit der "Jungfrau von Orléans" von Friedrich Schiller die erste Aufführung statt. Am 3. Oktober 899 wurde die erste Oper ("Der Freischütz") aufgeführt. In der Zeit des Nationalsozialismus bestimmten „heldische“ Themen das Programm. Mit "Faust", "Wilhelm Tell" "Wallenstein", "Der Ring des Nibelungen" etc. wurde das Theater als „wichtiges Mittel der Propaganda des Kriegs- und Siegeswillens des Volkes“ benutzt. Ein vorgesehener Neubau des Theatergebäudes nach Plänen des Architekten Paul Baumgarten kam auf Grund fehlender finanzieller Mittel nicht zur Umsetzung. Stattdessen wurde eine zwei Monate dauernde Umgestaltung vorgenommen, bei der viele Stuckarbeiten im Zuschauerraum entfernt wurden. Die Wiedereröffnung fand am 3. Juli 939 mit dem Lustspiel "Die heimliche Brautfahrt" statt. 944 wurde das Theater geschlossen. Am 0. April 945 wurde das Theatergebäude bei einem alliierten Bombenangriff beschädigt. Nach Ende des Krieges setzte der sowjetische Stadtkommandant Oberstleutnant Kamarow den Termin für den Wiederaufbau für den 5. Oktober 945 fest. Der Stadtarchitekt wurde Anfang August beauftragt zu überprüfen, ob ein Wiederaufbau innerhalb von drei Monaten möglich wäre. Er stellte fest, dass die Bausubstanz äußerlich zu etwa 40 % und innen zu circa 80–90 % zerstört war. Nur durch den freiwilligen Einsatz der Mitarbeiter der am Aufbau beteiligten Firmen am Wochenende und in der Freizeit konnte der vorgegebene Termin eingehalten werden. Als eines der ersten in Deutschland wurde das Theater am 5. Oktober 945 wieder eröffnet. Im Dezember 99 wurde das "Theater Plauen" in "Vogtland-Theater Plauen" umbenannt, um die Verbindung zum Umland zu verdeutlichen. Ab Januar 995 war das Vogtland-Theater Plauen ein Eigenbetrieb der Stadt Plauen. Im Jahr 000 fusionierte das Theater aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Theater der Stadt Zwickau zum "Theater Plauen-Zwickau". Seit einigen Jahren werden auch Freilichtaufführungen im Parktheater Plauen inszeniert.

Die "Singakademie Plauen e.V." ist ein gemischter Erwachsenenchor, der eng mit dem Theaterorchester verbunden ist. 948 wurde die "Singgemeinschaft" gegründet. Später wurde sie in "Konzertchor" umbenannt, ehe 97 der jetzige Verein von Musikdirektor Eckehard Rösler gegründet wurde. Die Singakademie unterstützt das Musiktheater z. B. als zusätzlicher Opernchor, bringt aber auch Motetten, Volkslieder und Chorsinfonik zu Gehör.

Das "Parktheater Plauen" wurde 964 eröffnet. Es befindet sich inmitten des Plauener Stadtparkes und stellt die einzige Freilichtbühne im Dreiländereck Sachsen-Thüringen-Bayern dar. Es finden sowohl Aufführungen des Theaters Plauen-Zwickau als auch Konzerte von Künstlern verschiedener Musikrichtungen statt. Auch Auftritte von Comedians sind fester Bestandteil des Programms. Früher fanden auch die Hauptveranstaltungen zum Plauener Spitzenfest auf dem Gelände des Parktheaters statt.

Museen
Das Vogtlandmuseum Plauen in der Nobelstraße
Das "Vogtlandmuseum Plauen" befindet sich in drei denkmalgeschützten ehemaligen Wohn- und Geschäftshäusern in der Nobelstraße. Das Museum verfügt über Sammlungen zur Geschichte des Vogtlandes und der Stadt Plauen. Dabei gibt es sowohl Exponate zur Ur- und Frühgeschichte als auch zur Kunst- und Kulturgeschichte. Das Doppelhaus Nummer 9 und wurde 787 bis 789 vom Baumwollwarenhändler Johann Gottfried Baumgärtel im Louis-seize- und im Empirestil errichtet. Besonders ist der Festsaal hervorzuheben. Er nimmt in der ersten Etage die gesamte Gebäudebreite ein. In zwölf hohen Rechtecken entlang der Wand sind die zwölf Monate in naturalistischen Stuckreliefs dargestellt. Das Haus Nummer 3 ließ der Baumwollwarenhändler Johann Christian Kanz zwischen 797 und 799 im Empirestil errichten. 90 erwarb die Stadt die Häuser und richtete ein stadt- und regionalgeschichtliches Museum ein. Im Juli 93 wurde das "Vogtländische Kreismuseum" in den Häusern Nummer 9 und eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Gartenflügel durch einen Bombentreffer zerstört. Am 7. November 946 konnte das Museum nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten mit einer Ausstellung zu Ehren von Erich Knauf wieder eröffnet werden. Nach dem Krieg wurde des Museum um das Haus Nummer 3 erweitert. Das Vogtlandmuseum Plauen betreut zwei Außenstellen, eine auf dem jüdischen Friedhof an der Pausaer Straße mit einer Ausstellung zur Geschichte der Juden in Plauen in der ehemaligen Feierhalle und eine Ausstellung zu Leben und Werk des Zeichners und Illustrators Hermann Vogel im Hermann-Vogel-Haus in Krebes, seinem ehemaligen Wohnhaus.

Im "Plauener Spitzenmuseum" im Alten Rathaus wird seit 884 die Geschichte der Plauener Spitze dargestellt. Es werden sowohl alte Maschinen zur Spitzenproduktion als auch Exponate aus Spitze (Kleider, Decken und Accessoires) gezeigt. Das Spitzenmuseum ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.

In der "Schaustickerei Plauener Spitze" im Stadtteil Reusa wird die Entwicklung der Spitzenindustrie in Plauen gezeigt. Dazu wurden historische Maschinen in einem Fabrikantenwohnhaus mit angrenzendem eingeschossigen Fabrikgebäude installiert. Schauvorführungen finden an Groß- und Kleinstickmaschinen statt. Außerdem kann ein Atelier besichtigt werden. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen runden das Angebot ab.

Das "Alaunbergwerk Ewiges Leben" wird vom Vogtländischen Bergknappenverein zu Plauen e.V. betrieben. Auf einer begehbaren Länge von etwa 650 Metern kann man unter sachkundiger Führung die Gänge des Alaunbergwerkes erkunden. Dabei können verschiedene Ausstellungen besichtigt werden.
Der Verein betreibt außerdem das "Luftschutzmuseum Plauen" am Schlossberg und den "Zollkeller" an der Neundorfer Straße.

Weitere Museen sind die Plauener Druckstube, das Mechanische Museum und das Sparkassen-Museum. Wechselnde Ausstellungen finden im Stadtarchiv im Rathaus statt.

Galerien
Skulptur der e.o.plauen-Figuren „Vater und Sohn“ vor der Galerie e.o.plauen in der Bahnhofstraße
Die "städtische Galerie e.o.plauen" wurde am . Oktober 993 eröffnet. In einer Partnerschaft sanierten die Stadt Plauen, die Partnerstadt Siegen, das Land Nordrhein-Westfalen und das Unternehmen Salamander das Haus in der Bahnhofstraße 36. Der Stadt Plauen wurden die ersten beiden Etagen für 5 Jahre mietfrei überlassen, um eine städtische Galerie einzurichten. Seit dem . Juni 004 befindet sich dort ein Teil des Nachlasses von e.o.plauen, der in einer Dauerausstellung gezeigt wird.

Die "Galerie im Malzhaus" wird vom Kunstverein Plauen-Vogtland e.V. betrieben. Sie wurde im September 995 eröffnet und bietet Raum für Ausstellungen verschiedener Art sowie für Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen. Der Kunstverein Plauen-Vogtland e.V. wurde 990 gegründet und nahm damit die Tradition des 897 gegründeten Kunstvereins wieder auf, die durch die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR unterbrochen war.

Die "Galerie Forum K" befindet sich in der Bahnhofstraße und wird vom Forum Kunst/Plauen e.V. betrieben. Der 004 gegründete Verein organisiert auch die Ausstellungsreihe "art Afrika", bei der zeitgenössische afrikanische Kunst gezeigt wird.

Gedenkstätten
Gedenktafel für Paul Dittmann
In Plauen befinden sich mehrere Gedenkstätten zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde und die Opfer des Faschismus.
In der Feierhalle des Jüdischen Friedhofes am Oberjößnitzer Weg, die 987 zur Dokumentation der Geschichte der Juden der Stadt eingerichtet wurde, befinden sich Gedenktafeln zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und zu den Opfern der Shoa, die bereits 948 angebracht wurden.
988 wurde eine Bronzetafel am Gemeindehaus der Siebenten-Tags-Adventisten an der Senefelder Straße/Ecke Friedrich-Engels-Straße angebracht, zum Gedenken an das 930 an dieser Stelle errichtete Gemeindezentrum mit Synagoge, die beim Novemberpogrom 938 zerstört wurde.
Die Künstler Petra Pfeuffer und Dietmar Ohme gestalteten den 993 eingeweihten Gedenkstein an der evangelisch-methodistischen Erlöserkirche in der Straße der deutschen Einheit/Ecke Gottschaldstraße zur Erinnerung an die in den „Judenhäusern“ des Viertels zusammengepferchten jüdischen Familien vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager.
Zur Erinnerung an den, im KZ Auschwitz ermordeten, letzten Vorsteher der Israelitischen Religionsgemeinde, Isidor Goldberg, wurde 996 eine Gedenktafel an seinem letzten Wohnhaus in der Krausenstraße  angebracht. An ihn und andere jüdische Bürger erinnern auch einige Straßennamen der Stadt.
Auf dem Friedhof I an der Jößnitzer Straße befindet sich seit 988 ein weiterer Gedenkstein zur Erinnerung an das jüdische Leben in Plauen.

Auf dem Plauener Hauptfriedhof an der Reusaer Straße wurde 950 ein Ehrenmal für alle Opfer des Faschismus errichtet. Dort sind Opfer verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Länder begraben. Am Treppenaufgang zum Oberen Bahnhof befindet sich eine Gedenktafel an den Reichsbahner und Widerstandskämpfer Paul Dittmann, der 94 an den Folgen der erlittenen Zuchthaushaft verstarb. Am Gutsheinrichteich im Ortsteil Thiergarten steht ein Gedenkstein für den 93 von SA-Männern ermordeten Arbeiter Willy Thoß. Eine ähnliche Tafel für die 93 erschossenen Arbeitersportler Martin Groh und Kurt Hommel am Komthurhof/Ecke Hofwiesenstraße wurde 996 vom Kulturamt auf Grund von Bauarbeiten sichergestellt.

An den Zeichner Erich Ohser, der sich 944 seiner drohenden Hinrichtung durch den Freitod entzog, sowie an seinen Freund, den Redakteur Erich Knauf, erinnern die Erich-Ohser-Gesellschaft und ein Straßenname. Dagegen wurde die Erinnerung an den Kommunisten Rudolf Hallmeyer nach 990 aus der öffentlichen Erinnerung getilgt. Auch die Gedenkstätte in den Arrestzellen des ehemaligen Polizeigefängnisses im Keller des Rathauses in der Herrenstraße wurde beseitigt.

Weitere Kultureinrichtungen
Das Portal der Festhalle Plauen
Die "Festhalle Plauen" befindet sich auf dem Gelände, das schon seit über 0 Jahre als Festplatz der Stadt genutzt wird. Es gab im Wesentlichen zwei Vorgängerbauten, die teilweise gleichzeitig auf dem Gelände standen. Zum einen wurde 888 die "Centralhalle" fertig gestellt. Dieser Holzbau wurde 896 erweitert und 9/ umgesetzt. Bis 945 wurde sie als Veranstaltungsort genutzt. Nach dem Krieg wurde die Halle abgerissen und das Holz verheizt. Die erste "Festhalle" wurde 95 neben der Centralhalle errichtet und auch nach dem Krieg weiter genutzt. 983 musste sie wegen schwerer Baumängel gesperrt werden. 985 erfolgte der Abriss.
Am 30. Mai 986 begann der Bau der neuen Festhalle. Sie wurde im September 989 fertig gestellt und zum Tag der Republik am 7. Oktober 989 eingeweiht. Kurz nach der Wende ging die Nutzung stark zurück, nahm aber bereits 99 wieder zu. Ab 005 erfolgte der Umbau und die umfassende Sanierung des Gebäudes. Am 30. August 007 konnte die Festhalle wieder als Veranstaltungszentrum eröffnet werden. Die Halle bietet in verschiedenen Sälen bis zu 3500 Plätze für Konzerte, Messen und Tagungen.

Das "Vogtlandstadion" im nördlichen Stadtteil Haselbrunn ist vor allem die Heimspielstätte des Fußball-Regionalligisten VFC Plauen. Es wird aber auch als Leichtathletik-Stadion genutzt. Auf dem zum Stadion gehörenden Gelände werden weitere Veranstaltungen durchgeführt.

Im Stadtpark, unweit des Stadtzentrums, befindet sich seit 964 das "Parktheater Plauen". Mit etwa 5.000 Steh- und .000 Sitzplätzen stellt es ein in der Region einmaliges Veranstaltungsgelände dar. Auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände gibt es Verkaufsstände und verschiedene andere Versorgungseinrichtungen.

Bauwerke
Altes Rathaus
Die Kunstuhr im Giebel des Alten Rathauses
Das "Alte Rathaus" wurde im Jahr 38 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, da aber bereits 39 Bürgermeister und geschworene Bürger belegt sind, wurde es wahrscheinlich früher errichtet. Das Rathaus wurde mehrmals umgebaut. 503 bis 508 wurde ein spätgotisches Gebäude mit Vorhangbogenfenstern errichtet. Beim Stadtbrand von 548 wurde auch das Rathaus schwer beschädigt, wobei der Nordflügel mit dem Bürgersaal erhalten blieb, der Südgiebel jedoch abbrannte. Der Wiederaufbau wurde noch im gleichen Jahr begonnen, wobei auf den spätgotischen Unterbau der noch bestehende Renaissancegiebel aufgesetzt wurde. Die Kunstuhr im Giebel wurde vom Hofer Meister Georg Puhkaw ebenfalls 548 angebracht. "„Zwei Löwen schlagen die Viertelstunden an, zwei Männer bewegen sich beim Stundenschlag. Der eine hebt bei jedem Schlag seinen rechten Arm, dessen Hand einen Stab hält. Der andere ruft die Stunde aus, was sich dadurch andeutet, dass sein großer Bart sich so auf und nieder bewegt, als ob er den Mund öffne. Die Uhr besitzt zwei Ziffernblätter, von denen das größere für den Stunden- und das kleinere für den Minutenzeiger bestimmt ist. Zwischen den Löwen dreht sich eine Kugel, die die Mondphase anzeigt. Unter den Zifferblättern befindet sich eine Sonnenuhr. Die Wappentafel unter der Sonnenuhr mit Kurschild und dem herzoglich-sächsischen Wappen im linken Feld, dem kursächsischen Gesamtwappen im mittleren und gotischen Maßwerk im rechten Feld war ursprünglich dem 85 abgebrochenen Teil des ehemaligen Treppenerkers eingefügt“ (Dr. Ernst Pietsch)". Bei einem weiteren Umbau wurde 85 der obere Teil des Erkers über dem Treppenaufgang entfernt. 9 wurde im Zuge des Neubaus des neuen Rathauses auch das alte Rathaus noch einmal umgebaut, wobei die Doppelfreitreppe gebaut wurde, die zum Festsaal des Standesamtes führt. Die Uhr ist eine originalgetreue Nachbildung der Kunstuhr von 548. Das originale Räderwerk kann im Vogtlandmuseum besichtigt werden. Das Alte Rathaus wurde 945 bei einem Luftangriff am Dach schwer beschädigt und das Mauerwerk teilweise aufgerissen. 950 erfolgte die Restaurierung mit Erneuerung der bemalten Deckenbalken, 970 die Erneuerung des Südgiebels und der Kunstuhr. Seit Dezember 008 wird die Kunstuhr erneut restauriert.

Der "Altmarkt" hieß bis um die Mitte des 9. Jahrhunderts nur "Markt", den jetzigen Namen erhielt er, um ihn vom neu angelegten "Klostermarkt" zu unterscheiden. Auf dem Altmarkt standen früher zwei Röhrenkästen der städtischen Wasserleitung, die aus ausgehöhlten Baumstämmen hergestellt worden war. Hier fanden die Wochen- und Jahrmärkte statt. Hin und wieder gab es dort auch eine Hinrichtung. In den letzten Jahren wurden die angrenzenden Häuser saniert bzw. wieder aufgebaut. Auch der Marktplatz selbst wurde erneuert und seit dem 3. November 007 steht der König-Albert-Brunnen des Künstlers Norbert Marten auf dem Markt. Er wurde als Ersatz für ein Reiterstandbild König Alberts errichtet, das nach dem Krieg entfernt worden war. Auf dem Altmarkt finden neben dem Wochenmarkt auch verschiedene Themenmärkte statt. Außerdem wird er für verschiedene Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel das Plauener Spitzenfest oder der Weihnachtsmarkt.

Der Bärensteinturm
Der heutige "Bärensteinturm" wurde am 6. Juli 997 zum Tag der Sachsen eingeweiht. Den Namen hat der Turm vom Bärenstein, auf dem er steht und der mit 43 Meter der zweithöchste Berg Plauens ist. Bereits früher stand ein Turm an dieser Stelle. Im Februar 906 beschloss der "Gemeinnützige Verein", dort einen Aussichtsturm zu errichten. Der Verein hatte schon seit 884 Fußwege auf dem Berg angelegt und Bäume gepflanzt. Am 7. Juni 906 konnte der steinerne Turm eingeweiht werden. Am 6. Januar 945 wurde er bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, so dass man im März desselben Jahres beschloss, die Überreste zu sprengen. Im Jahr 995 wurde vom Rotary Club Plauen eine Initiative zum Bau eines neuen Turmes gestartet und ein Architekturwettbewerb ausgerufen, an dem sich 5 Architekten und Ingenieurbüros beteiligten. Am . Oktober 996 wurde der Grundstein gelegt und am 7. Juni 997 konnte Richtfest gefeiert werden. Der neue Turm besteht aus einer Stahlkonstruktion aus vorgefertigten Einzelsegmenten. Er hat eine Höhe von 35 Metern; auf 4,3 Meter befindet sich eine begehbare Plattform. Der Turm wurde größtenteils aus Spenden finanziert. Die Namen der Spender sind auf einer Tafel im Inneren des Turmes und auf den einzelnen Treppenstufen festgehalten.

Mit 507 Metern ist der "Kemmler" die zweithöchste Erhebung von Plauen. Auf dem erloschenen Vulkan befindet sich eine Bismarcksäule. Am 5. März 899 schaltete der "Alldeutsche Verband" eine Anzeige in der Zeitung, in der er den Bau einer Bismarcksäule anregte. Am 5. Mai desselben Jahres bildete sich ein Bismarckturm-Ausschuss. Nach der Begehung mehrerer Bergkuppen wurde eine Abstimmung über den Bauplatz durchgeführt. Mit 4 zu 35 Stimmen fiel die Wahl am 3. Mai 900 auf den Kemmler. Der Baugrund wurde von der Stadt Plauen kostenlos zur Verfügung gestellt. Bereits 883 war auf dem Kemmler ein Aussichtsturm von der "Bergschlossgesellschaft" errichtet worden, der dem Neubau weichen musste. Das Material des alten Turmes wurde teilweise für den Neubau wieder verwendet. Am . April 90 fand die Grundsteinlegung statt und am 3. August desselben Jahres konnte die Einweihung gefeiert werden. Der Entwurf des 8,5 Meter hohen Turmes stammte vom Architekten Wilhelm Kreis und trug den Namen "Götterdämmerung". Das Außenmaterial ist Granit aus einem Steinbruch in Schreiersgrün, das innere Mauerwerk besteht aus Fruchtschiefer von Theuma und Tirpersdorf. Auf 3 Meter Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, die über 65 Stein- und 3 Eisenstufen erreicht werden kann. Die Gesamtkosten betrugen 3.000 Mark und wurden ausschließlich durch Spenden aufgebracht. Später wurde eine Feuerschale angebracht, die zwischen 97 und 973 durch ein Schutzdach mit Antennenmast ersetzt wurde. Die Grundsanierung des Turmes scheiterte zweimal (994 und 00) an den zu hohen Kosten. Bei einer "Notsanierung" wurde 995 die Antennenanlage wieder entfernt. Am 6. März 90 wurde neben dem Turm ein Unterkunftshaus errichtet, das nach 945 wieder abgerissen wurde.

Das Malzhaus von der Bleichstraße aus gesehen
Auf dem Gelände des heutigen "Malzhauses" errichteten die Grafen von Everstein um 00 eine Burg, die die südöstlichste Ecke der Stadtbefestigung darstellte. Als Nachfolger der Eversteiner bezogen die Weidaer Vögte 38 das neue Schloss auf dem Hradschin. Das "alte Schloss", wie die Eversteiner Anlage seitdem genannt wurde, verlor an Bedeutung. 430 brannte es bei einem Hussiten-Angriff aus. Nachdem der Besitz mehrfach gewechselt hatte, erwarb 590 der Magistrat der Stadt das Gelände und nutzte es als Bau- und Abstellhof. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 635 wurde das niedergebrannte Haus nicht wieder aufgebaut. Erst im Jahre 70 begann die Plauener Bürgerschaft mit Planungen zum Neubau eines Malzhauses auf den Grundmauern der alten Burg. Zwischen 77 und 730 wurde das Malzhaus mit vier Etagen errichtet und an häufig wechselnde Mälzer verpachtet. 844 wurde neben dem Malzhaus ein Brauhaus errichtet als Ersatzbau für das beim Stadtbrand desselben Jahres niedergebrannte "Herrenbrauhaus", das sich an der Stelle des heutigen Rathausturmes befand. 897 wurden Brauerei und Mälzerei eingestellt und das Malzhaus in ein Lager- und Wohnhaus umgewandelt. 899 wollte die Stadt das Malzhaus abreißen, was durch Heimatvereine und Plauener Bürger verhindert wurde. Zwischen 906 und 907 wurde das alte Brauhaus abgerissen und das Werkstatt- und Wohngebäude errichtet, das mit seinem Fachwerkgiebel auffällt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Kellerräume als Luftschutzkeller genutzt; am Ende des Krieges wurden die Dachgeschosse durch Bombentreffer beschädigt. 960 wurde das Malzhaus notdürftig repariert, nachdem es vom VEB Gebäudewirtschaft übernommen worden war. Anschließend wurde es als Lagerraum für verschiedene DDR-Betriebe benutzt. Im Oktober 989 wurde eine Bürgerinitiative zur Sanierung des Malzhauses gegründet. Zwischen 990 und 998 wurden Brau- und Malzhaus durch die Stadt Plauen aufwändig rekonstruiert. In dieser Zeit wurde auch ein moderner Verbindungstrakt mit einem Aufzug zwischen beiden Häusern eingebaut. Seit 994 ist der Malzhaus e. V. Pächter des Anwesens, der es zu einem Kulturzentrum mit Galerie, Nostalgiekino und Open-Air-Bühne ausbaute. Im Malzhaus findet alljährlich der "Plauener Folkherbst" statt, bei dem der Eiserne Eversteiner vergeben wird.

Die 976 eingeweihte Glasfassade am Neuen Rathaus
Das "Neue Rathaus" wurde 9 bis 9 erbaut. Durch das sprunghafte Anwachsen der Stadt seit den 880er Jahren wurde ein neues Verwaltungsgebäude benötigt. Im Jahr des Baubeginns erreichte Plauen seine höchste Einwohnerzahl von 8.04. Da der Neubau großzügig ausgeführt werden sollte, wurden in den Jahren zwischen 889 und 906 mehrere Gebäude in der damaligen Schustergasse (nicht mehr existierende Parallelstraße zum Unteren Graben), der Marktstraße, der Herrenstraße und der damaligen Bahnstraße aufgekauft und abgebrochen. Nachdem ein Architektenwettbewerb 908 keine befriedigenden Lösungen gebracht hatte, erhielt 90 das Stadtbauamt den Auftrag, einen Plan auszuarbeiten. Schließlich legte Stadtbaurat Wilhelm Goette einen Entwurf vor, der auch Ideen des Wettbewerbs berücksichtigte. Nachdem der Rat und die Stadtverordneten zugestimmt hatten, begannen im Oktober 9 die Ausschachtungsarbeiten für den Neubau. Die Grundsteinlegung fand ein Jahr später statt und bis zum Sommer 94 war der erste Abschnitt im Rohbau fertig gestellt. Im Herbst 96 konnten, trotz des Krieges die Außenarbeiten abgeschlossen werden. 9 wurden die acht Läden in der Marktstraße bezogen und im gleichen Jahr tagten die Stadtverordneten das erste Mal in den neuen Sitzungssälen. 9 wurde das Neue Rathaus endgültig fertig gestellt. Auf der Seite zum Altmarkt wurde eine Freitreppe an der Ostseite des Altbaus angebracht. Am oberen Ende steht ein Standbild von Heinrich dem Älteren von Plauen, das 93 nach einem Entwurf des Dresdner Bildhauers Selmar Werner in Muschelkalkstein ausgeführt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus stark zerstört. Die Frontseite (zum Unteren Graben) wurde in modernen Formen unter Verwendung von Stahl und Glas wieder errichtet und 976 eingeweiht. Es gibt Überlegungen, die Fassade wieder zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Da bisher keine Möglichkeit der Finanzierung gefunden wurde, liegt dieses Projekt vorerst auf Eis.

Nonnenturm vom Lutherpark aus gesehen
Der "Nonnenturm" wurde wahrscheinlich um 00 errichtet und 38 erstmals urkundlich erwähnt als "Turm in der Nonnengasse". Den Namen "Nonnenturm", der erstmals 563 in einer Urkunde auftauchte, hat er von einem Kloster der "Schwestern der dritten Regel zur Buße des heiligen Dominikus", das sich bis zur Reformation in der Nähe befand, obwohl es sich bei den Mitgliedern dieses Ordens streng genommen nicht um Nonnen handelte. Der Turm ist der einzige erhaltene Eckturm der alten Stadtbefestigung. Er bildete die nördliche Grenze der Altstadt und erschien früher wesentlich gewaltiger, da er mit seiner Bastion bis in die Talsohle der Syra reichte und eine Höhe von etwa 30 Metern hatte. Die heutige Straße liegt circa zehn Meter über dem Bachbett. Der Turm wurde bei den Luftangriffen 945 stark beschädigt und in den 950er Jahren wiederaufgebaut. 96 wurde die Bastion im Zuge der Straßenerweiterung abgetragen. Nach der Wende wurde die Gegend um den Turm, in dem sich jetz ein Café befindet, neu bebaut.

Das Weisbachsche Haus. Der mittlere Teil ist schon saniert
Das "Weisbachsche Haus" wurde nach dem Fabrikanten Carl Wilhelm Weisbach (in manchen Quellen auch Weißbach) benannt. Erbaut wurde es in den Jahren 777 bis 778 von dem Nürnberger Kattundruckerei-Unternehmer Johann August Neumeister als Wohn- und Fabrikationsgebäude für 4.000 Taler im spätbarocken Stil. Er war in den 750er Jahren von mehreren Plauener Baumwollwarenhändlern angeworben worden, um die Kattundruckerei in Plauen zu etablieren. Bis dahin mussten die Kattune zum Bedrucken nach Augsburg oder Nürnberg gebracht werden. Im Jahre 794 zog Neumeister nach Zwickau und der Kaufmann Ernst Wilhelm Conrad Gössel übernahm das Gebäude. 80 erweiterte er die Fabrik und die Baumwollspinnerei, die mittlerweile gebaut worden war, indem er an die vorhandenen Gebäude anbaute. 84 stellte er zwanzig Webmaschinen auf, die „durch mechanische Kunst“ betrieben wurden. 834 pachtete der Chemnitzer Fabrikant Carl Wilhelm Weisbach die Spinnerei und ließ vor 858 in der Bleichstraße  eine Dampfmaschinenanlage installieren, die später auch die Zwirnereimaschinen über Transmission antrieb. In den Jahren 850 bis 900 ging der Komplex Bleichstraße –3 an die Unternehmerfamilie Weisbach über. Das Weisbachsche Haus wurde 945 durch Bomben mittelschwer beschädigt.

Das Bürgerhaus in der Lessingstraße 9
Mit dem raschen Anstieg der Stadtbevölkerung gegen Ende des 9. Jahrhunderts stieg auch der Wohnraumbedarf enorm, so dass um die Jahrhundertwende zahlreiche Bürgerhäuser im Jugendstil entstanden. Charakteristisch ist die aufwendige Fassadengestaltung zur Straße hin, während der eigentliche Wohnraum eher funktional gestaltet wurde um der Nachfrage nach günstigen aber dennoch repräsentativem Wohnraum gerecht zu werden. Eine kleine architektonische Besonderheit stellt die Bebauung in der Lessingstr. 9 und dar. 906/907 wurde die Wohnhäuser durch die Bauunternehmer Knüpfer und Gärtner in Zwillingsbauweise errichtet. Beide Gebäude gleichen sich fast identisch, doch unterscheiden sich bewusst in einzelnen Details wie z. B. dem Mädchenkopf im Zwerchgiebel.
Die Frontfassade stellt eine besonders gelungene Symbiose aus beiden Richtungen des Jugendstils dar: Es finden sich sowohl florale, geschwungene Elemente, z. B. im Giebel, unterhalb der Fenstersimse im . OG und die Kartuschen im Seitenrisalit, als auch geometrische, abstrakte Formen, z. B. die Lisenen am Seitenrisalit und die stilisierten Rollwerke an der Giebelbekränzung, wieder. Die einzelnen Fassadenflächen sind klar strukturiert und voneinander abgegrenzt. Sie werden aber durch die mehrfache Verwendung bzw. Variation von Ornamenten miteinander verknüpft, z. B. gleiche Motive unterhalb der unteren Fenstersimse im . OG sowohl im Bereich des Risalites als auch im Bereich der Klinkerfassade.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die "Schlossruine am Hradschin", die bis zum Jahr 007 als Gefängnis genutzt wurde und die nun zu einem Bildungszentrum ausgebaut werden soll, das Schloss in der Ortschaft Jößnitz, das Schloss Reusa im gleichnamigen Stadtteil, der etwa 8 Hektar große Stadtpark, das Syratal mit der Syratalbrücke, über die die Eisenbahnstrecke nach Weischlitz führt, das Pfortengässchen neben der Johanniskirche und die Weberhäuser an der Elster

Kirchen
Neben dem Rathausturm und dem 507 Meter hohen Kemmler als landschaftlichem Wahrzeichen bildet auch die über der Stadt erhobene Kirche St. Johannis eines der Wahrzeichen der Stadt Plauen.

Kirche St. Johannis (von Süden)
Die "St.-Johannis-Kirche", (gewidmet dem Täufer Johannes) wurde auf Befehl Kaiser Heinrichs V. vom Naumburger Bischof Dietrich geweiht. Die Weiheurkunde ist auch die erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Der Bau geht auf den Grafen Adalbert von Everstein zurück, der die Kirche unweit seiner Burg (dem heutigen Malzhaus) errichten ließ. Um 30 wurde die ursprünglich römische Basilika zu einer dreischiffigen Basilika mit Querschiff erweitert. Nach einem verheerenden Stadtbrand 548 musste das Kirchenschiff neu errichtet werden. Deshalb wurde sie zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Um 644 erfolgte der Anbau der beiden Turmhauben. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem am 0. April 945 der Südturm, der Dachstuhl und die Innenausstattung durch Luftangriff beschädigt wurden, erfolgte der Wiederaufbau von 95 bis 959. Nach der Wende erfolgte noch einmal eine umfassende Sanierung.
Neben der St.-Johannis-Kirche befindet sich der Komturhof des Deutschen Ordens, der – bei den Bombenangriffen zerstört – von 004 bis 008 soweit wieder aufgebaut wurde, dass er im Sommer genutzt werden konnte. Im Oktober 008 gründete sich ein Förderverein, der sich für den weiteren Ausbau des Gebäudes einsetzt.

Die "Lutherkirche" ist die zweitälteste Kirche Plauens. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4. August 693. Die Weihe fand am 0. Dezember 7 statt. Direkt neben der Kirche lag der 548 angelegte Friedhof (Gottesacker), weshalb sie lange Zeit den Namen Gottesackerkirche trug. Zum 400. Geburtstag des Reformators Martin Luther erhielt die Kirche 883 den Namen Lutherkirche. Die Kirche wurde als Friedhofskirche benutzt, ehe sie am 8. April 893 mit Gründung der Luther-Gemeinde zur Gemeindekirche wurde. Die Kirche wurde bei den Bombenangriffen 945 am Dach beschädigt und unmittelbar nach dem Krieg wieder instandgesetzt. Im Inneren befindet sich ein spätgotischer Flügelaltar eines Erfurter Meisters (entstanden um 495), der lange Zeit in der Thomaskirche zu Leipzig stand.
Im Herbst 989 brannten vor dem Seitenportal der Kirche unzählige Kerzen. Diese wurden von den Demonstranten der Samstags-Demonstrationen dort abgestellt, da sich die Tür gegenüber dem Hauptportal des Rathauses befindet.

Die Markuskirche in Haselbrunn
Die "Markuskirche" im Stadtteil Haselbrunn wurde im neobyzantinischen Stil errichtet. Am . April 9 fand die Grundsteinlegung statt. Die Kirche wurde auf dem Morgenberg gebaut, der dazu teilweise abgetragen wurde. Am 8. März 9 wurde Richtfest gefeiert und am 7. Dezember 9 die Kirche geweiht. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche nahezu unbeschädigt. Aufgrund der abnehmenden Gemeindegliederzahl wurde in den Jahren 963 bis 975 eine Zwischendecke eingezogen, wodurch ein oberer Kirchsaal und im Erdgeschoss eine "Winterkirche" entstanden. Im Frühjahr 989 gründete sich in der Kirche die Arbeitsgruppe "Umdenken durch Nachdenken", deren Mitglieder als Wegbereiter der friedlichen Wende in Plauen im Herbst des Jahres angesehen werden können. In den letzten Jahren wurde der obere Kirchsaal aufwändig saniert, wobei nach Denkmalschutzauflagen die alte Bemalung wieder freigelegt wurde.

Der Grundstein der "Pauluskirche" wurde am 7. Juni 895 gelegt. Sie entstand als dritte Kirche der schnell wachsenden Stadt Plauen. Am 6. August 896 wurde Richtfest gefeiert und am 9. November 897 die Kirche geweiht. Nachdem die Kirche in der Bahnhofsvorstadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden hatte, wurde sie doch noch beim vorletzten (dem dreizehnten) Luftangriff am 0. April 945 stark beschädigt. Turmspitze und Dachstuhl des Kirchenschiffes wurden zerstört, ebenso sämtliche Fenster und die Orgel. Im Jahre 946 begann der Wiederaufbau und 957 konnte die Kirche zum zweiten Mal geweiht werden.

Die katholische "Herz-Jesu-Kirche" entstand 90/0 als dreischiffige Basilika im neuromanischen Stil aus hellem Werkstein und rotem Backstein nach Plänen von Julius Zeißig. Sie wurde 905 geweiht. Der Turm ist 48 Meter hoch. Die ehemals aufwändige Innenausmalung und die Buntglasfenster wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg wurde die Kirche mehrmals renoviert. Die letzte aufwändige Renovierung erfolgte im Jahr 008. 003 wurde auf dem südlichen Dach des Mittelschiffs eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Die Versöhnungskirche vom Friesenweg aus gesehen
Nach langem Ringen wurde 993 der Grundstein für die "Versöhnungskirche" im Stadtteil Chrieschwitzer Hang gelegt. Am 0. März 994 wurde die Kirche geweiht. Im großen Fenster des Kirchenraumes wurde eine Steinplatte vom Ölberg in Jerusalem eingelassen. Die Kirche besteht aus zwei eigenständigen, konstrastierenden Baukörpern. Sie ist überwiegend aus massiven Stahlbeton gebaut und mit Betonwerkstein verkleidet. Die Kirche gehört zur Michaelisgemeinde, die in Reusa noch ein Gemeindezentrum unterhält.

Im Stadtgebiet von Plauen befinden sich noch die evangelisch-methodistische "Erlöserkirche" und die evangelisch-lutherische "Kirche Oberlosa" und in den Ortschaften die "Dorfkirche Jößnitz", die "Dorfkirche Steinsdorf" und die "Kapelle Kauschwitz".

Brücken
Plauen hat, was Brücken betrifft, einige Superlative zu bieten. Dort befinden sich die größte Steinbogenbrücke der Welt und die älteste Brücke Sachsens. An der Grenze zu Jocketa befindet sich die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt.

Die Alte Elsterbrücke
Die "Alte Elsterbrücke" wurde 44 als "Pons lapideus" (steinerne Brücke) erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist sie die älteste Brücke Sachsens. Hier trafen zwei der ältesten Handelsstraßen aus Nürnberg (Frankenstraße im Zuge der B 73) und Augsburg aufeinander und überquerten gemeinsam die Weiße Elster. Die Brücke gehörte zur alten Stadtbefestigung Plauens und überquert mit einer Länge von 75 und einer Breite von sieben Metern die Elster und den Mühlgraben. Sie besteht aus sechs steinernen Bögen und besaß früher zwei Turmaufbauten an den Enden. Um 630 wurden diese Brückentürme abgerissen. 888 wurde die Brücke nach einem Umbau, bei dem sie mit Stahlverstrebungen verstärkt wurde, neu geweiht und erhielt den Namen "König-Albert-Brücke". Am 5. November 894 wurde die Straßenbahnstrecke, die zunächst eingleisig über die Brücke führte, eröffnet. Ab 8. November 903 fuhr die Straßenbahn zweigleisig. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde die Südseite der Brücke durch einen Bombentreffer stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut und in "Dr.-Wilhelm-Kültz-Brücke" umbenannt. Nachdem der Straßenbahnverkehr drastisch zugenommen hatte, wurde in den 970er Jahren nur wenige Meter stromaufwärts eine neue Brücke über die Elster errichtet, die im November 973 unter dem Namen "Neue Elsterbrücke" für den Verkehr freigegeben wurde. Nach der Rekonstruktion 984 wurde sie nur noch als Fußgängerbrücke freigegeben. 986 wurde eine Nachbildung der kursächsischen Postdistanzsäule, nicht originalgetreu aus Rochlitzer Porphyr und ohne Entfernungsangaben, am südlichen Ende der Brücke aufgestellt, die an die Bedeutung der Brücke für den Handel erinnern soll. Zwischen 006 und 007 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, die mit der Weihe am 5. August 007 abgeschlossen wurden.

Die Elstertalbrücke um 900
Die "Elstertalbrücke" ist nach der Göltzschtalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt. Sie befindet sich an der Stadtgrenze Plauens zwischen dem Ortsteil Jößnitz und Jocketa. Die Brücke wurde wie ihre große Schwester im Zuge des Eisenbahnbaus für die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn errichtet. Der Grundstein für die 79 Meter lange und 68 Meter hohe Brücke wurde am 7. November 846 gelegt. Mehrere hundert Arbeiter waren während der Bauarbeiten beschäftigt, bei denen über zwölf Millionen Ziegel verbaut wurden, ehe die Brücke am 5. Juli 85 eröffnet wurde. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, am 6. April 945, wurde der mittlere Pfeiler von deutschen Wehrmachtssoldaten gesprengt. Nach dem Krieg wurde ein provisorischer Stahlpfeiler eingebaut und die Strecke konnte ab 4. Februar 946 wieder befahren werden. Bis Oktober 950 wurde die Brücke komplett wiederhergestellt. Die Elstertalbrücke überquert das Elstertal, in dem neben der Weißen Elster die Elstertalbahn verkehrt und besitzt zwei Etagen. Die untere Etage besteht aus fünf Pfeilern und zwei großen Bogen, die obere aus neun Pfeilern und sechs großen Bogen. Vier Pfeiler sind zu zwei Doppelpfeilern verbunden. Während auf der oberen Etage der Zugverkehr zwischen Reichenbach und Plauen rollt, befindet sich auf der ersten Etage ein Fußgängerübergang, der in das Wanderwegenetz integriert ist. Am Fuße der Brücke befindet sich der Bahnhof Barthmühle.

Die Friedensbrücke von Norden (Aktienweg) aus gesehen.
Das "Syratalviadukt" oder die "Friedensbrücke" ist mit 90 Metern Spannweite die größte Bruchsteinbogenbrücke der Welt. Die Brücke hat eine Länge von 33, eine Breite von 8 und eine Höhe von 8 Metern. Sie überspannt die Syra und eine Gemeindestraße; über sie führt die Bundesstraße 9. Nachdem es bereits seit den 870er Jahren Planungen für den Bau einer Brücke über das Syratal gegeben hatte, wurde 90 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem
3 Entwürfe eingingen. Die Firma Liebold & Co. setzte sich mit einer Steinbogenbrücke durch, die anfangs drei Bögen vorsah. Um den Verkehr in Tal nicht zu beeinträchtigen, wurde der Entwurf noch einmal überarbeitet, so dass nur noch ein Bogen vorgesehen war. Am 6. März 903 begannen die Schachtarbeiten für die Widerlager. Zwischen dem . August und dem 8. September 903 wurde das Lehrgerüst für den Hauptbogen errichtet und am 5. Oktober desselben Jahres mit der Aufmauerung des Bogens begonnen. Diese Arbeiten waren am 6. November abgeschlossen. 904 wurde mit dem Bau des Nebenbogens begonnen, ebenso mit den Stirn- und Flügelmauern und der Treppenanlage. 905 wurden die Geländer montiert; das Lehrgerüst wurde entfernt. Am 4. August 905 wurde die Brücke im Beisein des Königs Friedrich August III. auf seinen Namen geweiht. Gleichzeitig wurde die über die Brücke führende Strecke der Straßenbahn eröffnet. In den Jahren zwischen 907 und 938 wurden mehrmals Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Die Instandsetzung ab 946 wurde durch die knappen Mittel an Baustoffen stark behindert, doch konnten 949 die Bauarbeiten an der Brücke beendet werden. Beim Wiederaufbau wurden die Straßenbahnschienen abgebaut. 984 und zwischen 00 und 004 wurde die Brücke saniert. Nachdem die Brücke am 7. November 945 in "Friedrich-Ebert-Brücke" umbenannt worden war, heißt sie seit 9. November 973 "Friedensbrücke".

Als letzter Rest der Ende des Zweiten Weltkrieg zerstörten Vogtländischen Maschinenfabrik "VOMAG" besteht im südwestlichen Randgebiet eine Panzerbrücke aus massivem Stahl. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz und ist für Fußgänger geöffnet. Besonderes Merkmal der Brücke sind die noch zu sehenden Einschusslöcher. (Vogtland-Anzeiger, 007)

Weitere teils historische Brücken über die Weiße Elster sind die "Dürerbrücke", auf der bis 008 die Straßenbahn eingleisig verkehrte, die "Gösselbrücke", der nur für Fußgänger geöffnete "Schwarze Steg", die "Stresemannbrücke", über die die vierspürige Bundesstraße 73 verläuft, sowie die "Friesenbrücke" in Altchrieschwitz.

Vereinsleben
Das Vereinsleben in Plauen ist ausgeprägt. Eine Vielzahl von Sportvereinen bietet verschiedene Sportarten an. Im Stadtsportbund sind 8 Vereine mit 9395 Mitgliedern organisiert (Stand 007). Die bekanntesten sind der AC Atlas Plauen, der in der Bundesliga der Gewichtheber erfolgreich ist, der VFC Plauen, der in der Fußball-Regionalliga Nord spielt, der in der Basketball-Oberliga Sachsen spielende Homesquad Plauen e.V., der Vogtländische Radsport Verein (VRV) mit mehreren Landesmeistertiteln und der Leichtathletik-und-Triathlon-Verein (LATV) Plauen.

Der "Verein Plauener Spitzenfest e.V." organisiert das jährlich stattfindende Stadtfest. Der "Branchenverband Plauener Spitzen und Stickereien e.V." arbeitet auf verschiedenen Gebieten für die Förderung der Plauener Spitze. Weitere bekannte Vereine sind die "NaturFreunde Plauen e.V.", der "Kunstverein Plauen-Vogtland e.V." und das "Diakonische Werk – Stadtmission Plauen".

Regelmäßige Veranstaltungen
Das größte Stadtfest ist das "Plauener Spitzenfest". Es wurde erstmals im Jahr 955 gefeiert. Initiiert wurde es ursprünglich, um dem Nationalen Aufbauwerk neue Impulse zu geben. Außerdem sollte es als Werbung für die Plauener Spitze genutzt werden. Bis 959 fand das Fest jährlich statt. Da 960 die . Arbeiterfestspiele im Bezirk Karl-Marx-Stadt und damit auch im Plauen stattfanden und von 96 bis 963 das Parktheater gebaut wurde, setzte man in diesen Jahren die Veranstaltung aus. Von 964 bis 968 wurde wieder jährlich ein Spitzenfest gefeiert. 969 gab es wieder eine Unterbrechung auf Grund der Arbeiterfestspiele. Seit 970 gibt es das Spitzenfest durchgängig einmal im Jahr. 009 wurde das 50jährige Jubiläum mit einer Festwoche gefeiert.

Zwei weitere Stadtfeste finden im Frühjahr und im Herbst statt. Beim "Plauener Frühling" und beim "Plauener Herbst" wird eine Mischung aus Bühnenprogrammen und Markttreiben geboten. Der "Vogtlandradmarathon" ist eine jährliche Radsportveranstaltung, die seit dem Jahr 000 im Sommer ausgetragen wird. Im Spätsommer veranstaltet die Sternquell-Brauerei ein "Brauereifest" auf dem Brauereigelände in Neuensalz. In der Adventszeit findet auf dem Alt- und dem Klostermarkt und den angrenzenden Straßen der "Plauener Weihnachtsmarkt" statt.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Öffentlicher Regional- und Fernverkehr
Oberer Bahnhof
Durch Plauen führen unter anderem die Eisenbahnstrecken Nürnberg–Hof–Plauen–Zwickau-Chemnitz–Dresden (Sachsen-Franken-Magistrale) und Cheb–Bad Brambach–Plauen, welche im weiteren Verlauf ab dem Oberen Bahnhof sowohl über Reichenbach, als auch über Gera verkehren kann. Bei der Route über Reichenbach wird auch ein Stück der Sachsen-Franken-Magistrale benutzt. Über Weischlitz–Plauen–Greiz–Gera verkehrt die Elstertalbahn über den Unteren Bahnhof und mündet in Weischlitz in die Bahnstrecke Plauen–Cheb ein.

Die Stadt verfügt über sechs Bahnhöfe und Haltepunkte. Den Oberen Bahnhof, den Unteren Bahnhof, den Westbahnhof und die Haltepunkte Jößnitz, Straßberg und Zellwolle (Leuchtsmühlenweg). An den letztgenannten vier Haltepunkten hält lediglich die Vogtlandbahn. Der Haltepunkt Chrieschwitz wurde im Jahr 006 wegen Sicherheitsmängeln an einer Gleisbrücke bis auf unbestimmte Zeit geschlossen. Seit Juni 00 war Plauen eine Station im ICE-Streckennetz der Deutschen Bahn. Da die ICE-Strecke Nürnberg-Dresden nicht durchgängig elektrifiziert war, kam der dieselbetriebene ICE TD zum Einsatz, der auf der kurvenreichen Strecke durch die Neigetechnik seine Vorteile unter Beweis stellen sollte. Nach häufigen Pannen wurde er bereits im Dezember 00 wieder aus dem Fahrplanbetrieb gestrichen. Eine Zuggarnitur des elektrisch betriebenen Bruders des ICE TD, dem ICE T wurde im Nachgang auf den Namen Plauen/Vogtland getauft. Die Taufe fand allerdings wegen der fehlenden Oberleitungen in Reichenbach im Vogtland statt. Übergangsweise verkehrten lokbespannte IC-Züge bzw. in IC-Farben umlackierte Triebwagen der Baureihe 6 als InterCitys. Seit Dezember 006 verkehrt auf dieser Strecke der Franken-Sachsen-Express der im Auftrag der Deutschen Bahn von der DB Regio betrieben wird.

Öffentlicher Personennahverkehr
Triebwagen der Plauener Straßenbahn beim Verlassen der Wendeschleife Plamag

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen fünf Straßenbahnlinien und vier Stadtbuslinien der Plauener Straßenbahn GmbH sowie die Regionalbuslinien des Plauener Omnibusbetriebes und anderer Verkehrsbetriebe.

Auf den Linien der Plauener Straßenbahn GmbH verkehren 30 Tatra-Straßenbahnzüge des Typs KT4D-M und 5 Niederflurbusse. Im Stadtzentrum befindet sich die Zentralhaltestelle "Tunnel", die von allen Linien angefahren wird. Sechs Gleise sind dort in Dreiecksform angeordnet.

007 wurden drei neue Stadtbuslinien eingerichtet; die bestehende Linie A wurde umstrukturiert. Ab 0:30 Uhr verkehren fünf „Nachtbus“linien, die die über den Tag verkehrenden Straßenbahn- und Buslinien ersetzen. Die sogenannte Linie  ist ein Anruf-Sammel-Taxi im Raum Neundorf. Sonn- und feiertags ersetzt das Anruf-Linien-Taxi zwischen fünf und acht Uhr den Straßenbahnverkehr.

Straßen
Durch das südöstliche Stadtgebiet führt die A 7 Hof–Chemnitz mit den Anschlussstellen Pirk, Plauen-Süd und Plauen-Ost. Von der A 7 führt am Dreieck Hochfranken die A 93 in Richtung Süden nach Regensburg.
Die A 9 München–Berlin erreicht man von Plauen aus nach ca. 35 Kilometern über die A 7 in südwestlicher Richtung am Dreieck Bayerisches Vogtland oder in nordwestlicher Richtung nach ca. 3 Kilometern über die B 8 an der Anschlussstelle Schleiz. Die A 4 Dresden–Eisenach erreicht man nach ca. 80 KLilometern auf der A 7 in östlicher Richtung.

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 9 und 73. Die B 73 verbindet Plauen mit den Nachbarstädten Zwickau und Hof, die B 9 mit Gera und der Tschechischen Republik.

Flughafen
Plauen ist auch durch den Regionalflughafen Hof-Plauen angebunden, der sich in etwa vierzig Kilometer Entfernung im Hofer Stadtteil Pirk südöstlich der Stadt befindet. Der etwa zwanzig Kilometer östlich gelegene Flugplatz Auerbach dient hauptsächlich dem Flugsport, wird jedoch auch für Geschäftsflüge genutzt. Der nächste Flughafen mit internationalen Linienverbindungen ist der rund 80 Kilometer entfernte Leipzig-Altenburg Airport.

Medien
Im Stadtteil Neundorf befindet sich der Sitz des "Vogtland-Regional-Fernsehens" (VRF). Der Sender produziert seit 994 ein wöchentlich wechselndes Programm mit Berichten aus der Region. Er wurde seit 003 mehrmals mit Preisen ausgezeichnet.

Der regionale Radiosender "Vogtland Radio" hat seinen Sitz in Plauen-Haselbrunn. Er sendet seit 998 ein eigenes und unabhängiges 4-stündiges Hörfunkprogramm für das gesamte Vogtland in Ostthüringen, Westsachsen und Oberfranken. Außerdem betreibt der Radiosender "MDR Radio Sachsen" ein Regionalstudio in Plauen.

In Plauen erscheinen zwei Tageszeitungen, der "Vogtland-Anzeiger" in Plauen mit einer Auflage von etwa 9000 Exemplaren und eine Lokalausgabe der in Chemnitz erscheinenden "Freien Presse" mit einer Auflage von etwa 0.000 Exemplaren. Zudem erscheinen mittwochs die kostenlosen Lokalzeitungen "WochenSpiegel" und "Blick" und sonntags die ebenfalls kostenlose Lokalzeitung "Sonntags Blick". Monatlich werden das kostenlose Lifestyle-Magazin "port0 City-Flash" und seit 005 der kostenlose "VoKuS" (Vogtland-Kultur-Spiegel) mit allen wichtigen kulturellen Terminen für Plauen und das Vogtland publiziert.

Seit Frühjahr 007 berichtet das private Online-Magazin "Spitzenstadt.de" täglich aktuell aus der Stadt. Mit aktuellen Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur ergänzt es den offiziellen Internet-Auftritt der Stadt.

Bildung
Allgemeinbildende Schulen
In Plauen befinden sich zwölf Grundschulen, von denen die "Grundschule Karl Marx" die größte Grundschule Sachsens ist. Im Stadtgebiet befinden sich zudem fünf Mittelschulen und zwei Gymnasien. Am Lessing-Gymnasium werden ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil und ein sprachliches Profil angeboten. Das Diesterweg-Gymnasium bietet neben dem Gymnasium für die Klassen 5 bis ein Vogtlandkolleg für die Erwachsenenbildung an. Die Allgemeine Hochschulreife kann dort entweder im regulären dreijährigen Schulbetrieb oder berufsbegleitend, im Abendunterricht, erworben werden.

Höhere Schulen
Die Berufsakademie Plauen bietet die Studiengänge Gesundheits- und Sozialmanagement, Handel und Technisches Management an. Der Studiengang Internationales Management startet voraussichtlich zum Wintersemester 00.

An der „DIPLOMA Vogtländische Fachhochschule Plauen“ können verschiedene Bachelor- und Master-Studiengänge (Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht, Medizinalfachberufe) als berufsbegleitendes Fernstudium oder als Präsenzstudium absolviert werden.

Im September 008 wurde in Plauen eine Außenstelle der Universität Pilsen mit dem Studiengang Grafikdesign eingerichtet. Die größte Privatuniversität Europas, die rumänische Universität Spiru Haret plant in Plauen einen Lern- und Konsultationsstützpunkt, zunächst für die Studiengänge "Deutsche Sprache und Literatur" und "Internationaler Tourismus".

Berufsbildende Schulen
Das "Berufsschulzentrum (BSZ) e.o.plauen für Technik und Gestaltung" umfasst neben der Berufsschule, der Berufsfachschule und der Fachoberschule auch ein berufliches Gymnasium und eine Fachschule. Die Textil- Design- und Medienausbildung setzt die Tradition der Kunstschule Plauen fort. Die Ausbildung in zwanzig weiteren Berufen der Industrie und des Handwerks runden das Angebot ab.
Die gleichen Schularten, jedoch im Bereich Wirtschaft und Gesundheit gibt es am "BSZ Anne Frank". Die Fachschule für Wirtschaft der Gothaer Bildungsgesellschaft "Gobi" bildet den Staatlich Geprüften Betriebswirt aus. Eine Zusatzausbildung zum Erwerb der Fachhochschulreife kann entweder in Vollzeit oder in berufsbegleitender Teilzeit absolviert werden. Verschiedene weitere Berufs- und berufsbildende Schulen unterschiedlicher Fachrichtungen vervollständigen das Bildungsangebot.

Ansässige Unternehmen
Die WEMA (heute "Werkzeugmaschinenfabrik VOGTLAND GmbH") im Jahre 965

Zu den größeren Plauener Unternehmen gehören der Omnibushersteller "NEOPLAN Omnibus GmbH Plauen" sowie die "manroland Druckmaschinen AG", die früher als "Plamag" bekannt war. Internationales Ansehen erlangte Plauen durch seine Plauener Spitze (vertrieben durch "Modespitze Plauen GmbH"), aber auch Druckerzeugnisse der "sachsendruck GmbH" sind weltweit zu finden. Seit 948 ist die Wema (heute "Werkzeugmaschinenfabrik VOGTLAND GmbH") in Plauen ansässig, die Produktion umfasst ein breites Spektrum des Maschinenbaus. Zur "Brau Holding International AG" gehört die "Sternquell-Brauerei GmbH Plauen", sie besitzt eine Brauerei und eine moderne Abfüllanlage in der Stadt. Vorwiegend für den amerikanischen Markt produziert die "Narva Speziallampen GmbH Plauen". Die wohl bekannteste Firma Plauens ist die "Plauener Gardine GmbH & Co".

Tourismus
Jugendherberge in der Alten Feuerwache
Plauen ist Ausgangspunkt ausgedehnter Wanderungen im Vogtland. Durch das Stadtgebiet verlaufen mehrere Wander- und Radwanderwege, zum Beispiel der Fernwanderweg E3 mit dem Bergwanderweg Eisenach–Budapest, der Vogtlandpanoramaweg und der Elster-Radweg.

An der Hainstraße im Syratal, in der Nähe der Friedensbrücke befindet sich die 959 eingeweihte Parkeisenbahn Plauen. Sie ist die einzige elektrisch betriebene Parkeisenbahn Deutschlands mit öffentlichem Verkehr. Gegründet als Pioniereisenbahn wird sie inzwischen von einem Verein betrieben.

In der Elsteraue, in der Nähe der Alten Elsterbrücke, liegt mit der "AREA4-Skateplaza" einer der größten Skateparks Deutschlands. Dort befinden sich Treppen in verschiedenen Höhen, Breiten und Schwierigkeitsgraden. Auch auf zahlreichen Banks, Ledges, Rails, und Curbs kann die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt werden.

Seit 007 befindet sich die Jugendherberge der Stadt im Stadtzentrum. Dazu wurde die alte Feuerwache in eine Unterkunft mit 35 Betten in 48 Zimmern umgebaut. Die Originalausstattung, wie zum Beispiel die Rutschstange, blieben erhalten.

In der Tourist-Information können Stadtführungen gebucht werden, bei denen auch der 64 Meter hohe Rathausturm bestiegen werden kann.

Persönlichkeiten
Der Cartoonist e.o.plauen alias Erich Ohser→ "Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Plauen"

Plauen ist seit seiner Gründung mit zahlreichen Persönlichkeiten verbunden.
In der Politik gab es sowohl positive als auch negative Beispiele. Mit Heinrich dem Älteren und Heinrich Reuß von Plauen stellten die Herren von Plauen gleich zwei Hochmeister des Deutschen Ordens. Im Zweiten Weltkrieg spielte der Plauener Fabrikant Martin Mutschmann als Gauleiter in Sachsen dagegen eine unrühmliche Rolle. Seit 004 sitzt mit Frank Heidan ein Mitglied der „Gruppe der 0“, der Bürgervertretung des Wendeherbstes 989, im Landtag.
Herausragend auf wissenschaftlichem Gebiet ist der Theologe und Astronom Georg Samuel Dörffel. Er wies in seinem Werk "Astronomische Beobachtung des großen Cometen, welcher A. 680 und 68 erschienen" schon Jahre vor der Newtonschen Gravitationstheorie nach, dass sich die Kometen auf parabolischen Bahnen bewegen, in deren Brennpunkt die Sonne steht.
Auf dem Gebiet des Sportes haben sich besonders die Olympiasieger Kurt Helbig (Gewichtheben), Angelika Bahmann (Kanuslalom) und Kornelia Grummt-Ender (Schwimmen) hervorgetan.
Auch einige Kulturschaffende hat Plauen hervorgebracht, so zum Beispiel die Schauspieler Claudia Loerding und Stefan König und den Kabarettisten Olaf Schubert.

Der wohl bekannteste Plauener ist der Cartoonist Erich Ohser. Der Schöpfer der Vater-und-Sohn-Geschichten machte die Stadt durch seinen Künstlernamen e.o.plauen bekannt, obwohl er selbst in Untergettengrün geboren ist.

Literatur
* Erich Keyser (Hrsg.): "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte". Band II Mitteldeutschland – Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 94
* Rüdiger Flämig (Hrsg.): "Staatliche Kunst-und Fachschule für Textilindustrie 877/945". Sebald Sachsendruck Plauen, Plauen 996
* Gerhard Billig: "Pleißenland – Vogtland. Das Reich und die Vögte. Untersuchungen zu Herrschaftsorganisation und Landesverfassung während des Mittelalters unter dem Aspekt der Periodisierung". Vogtland-Verlag, Plauen 00, ISBN 3-988-8--3
* Ulla Spörl: "Plauen um 900". 006, ISBN 978-3-00-0936-0
* Brigitte Unger u. a. (Hrsg.): "Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes". 3. Auflage. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 007, ISBN 978-3-937386-8-8

Quellen
; Geschichtsteil:
* Hermann Fiedler: "Die Stadt Plauen im Vogtlande". Eine historische Skizze. Plauen, F. E. Neupert 874
* A. Neupert sen. (Hrsg.): "Kleine Chronik der Stadt Plauen i. Vogtland von bis zum Ausgang des 9. Jahrhunderts". Kommissionsverlag Rud. Neupert jr., Plauen 908
* A. Neupert sen. (Hrsg.): "Kleine Chronik der Stadt Plauen i. Vogtland Neue Folge 90 bis 908". Kommissionsverlag Rud. Neupert jr., Plauen 909
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; Sehenswürdigkeiten:
* "Das Alte Plauen" (s.o.)
* Vogtlandmuseum Plauen (Hrsg.): "Ein Gang durch Alt-Plauen", Heft 60 der Museumsreihe, 993
* Axel Reitel: "Staunen über und Schauen auf Plauen". Stadt Plauen, Amt für Wirtschaftsförderung. . Aufl., Plauen. Sebald Sachsendruck, 997, Bl.: Ill.


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