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Landshut

Deutschland, Landshut
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"Landshut" ist eine kreisfreie Stadt, die sowohl zu Ost- als auch zu Südbayern gezählt wird. Sie ist Sitz der Regierung von Niederbayern und der gleichnamigen Gebietskörperschaft, des Bezirks Niederbayern. Des Weiteren ist die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Landshut. Mit gut 62.000 Einwohnern ist Landshut vor Passau und Straubing die größte Stadt des Regierungsbezirks sowie nach Regensburg die zweitgrößte Stadt Ostbayerns. Im bayernweiten Vergleich liegt sie auf Rang 12 (Stand: 31. Dezember 2005). Landshut ist nordöstliches Zentrum der im Mai 2007 geschaffenen Europäischen Metropolregion München.

Das Oberzentrum an der Isar wird wegen der im Stadtwappen zu sehenden drei Helme gelegentlich auch Dreihelmestadt genannt. Durch die Landshuter Hochzeit, bei der alle vier Jahre die Heirat Herzog Georgs des Reichen und Hedwigs nachgespielt wird, und sein gotisches Stadtensemble mit der Burg Trausnitz und der Martinskirche, deren Turm der höchste Backsteinturm der Welt ist, ist Landshut über die Grenzen Niederbayerns hinaus bekannt geworden.

Aufgrund der guten Verkehrsanbindung zur bayerischen Landeshauptstadt München und der Nähe zum Flughafen München Franz Josef Strauß, der sich etwa auf halber Strecke zwischen den beiden Städten befindet, weist Landshut die niedrigste Arbeitslosenquote Ostbayerns auf, die im Oktober 2006 mit 4,2 % weit unter dem bayerischen Durchschnitt von 5,8 % lag.

Geographie
Geographische Lage
Die Stadt Landshut von Süden gesehen; Quelle: Landsat 2000
Landshut befindet sich im Zentrum des Niederbayerischen Hügellandes (allgemeiner auch „Tertiärhügelland“), das sich von der Donau im Norden bis an die Grenze der Münchner Ebene im Süden erstreckt; die Stadt gehört also zum Alpenvorland. Das tertiäre Hügelland wird im Stadtgebiet von Landshut durch das Flussbett der Isar unterbrochen. Der Großteil des bebauten Gebietes liegt auf den flachen Terrassen-Ablagerungen des Flusses im Isartal. Die Isar teilt Landshut in drei große städtische Gebiete: einen nördlichen Teil im Isar-Donau-Hügelland, einen südlichen Teil im Isar-Inn-Hügelland sowie die Mühleninsel im Stadtzentrum. Die südlichen Bezirke der Stadt werden durch eine zum Teil steil ansteigende Hügelkette begrenzt, von der der Hofberg mit einer Höhe von 505 Metern über NN den höchsten Punkt des Stadtgebiets bildet. Südwestlich des bebauten Gebietes in Richtung Moosburg befindet sich die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen, die zu den wertvollsten Wasservogelschutzgebieten Bayerns zählt. An der unteren Isar östlich des Stadtgebiets schließen sich weitere künstlich angelegte Seen an, von denen der Stausee Altheim, der Stausee Niederaichbach sowie die Badeseen Gretlmühle die bedeutendsten sind. Nördlich der Isar durchzieht eine Flutmulde, die – wie der Name bereits sagt – bei Hochwasser geflutet werden kann und infolgedessen den eigentlichen Flusslauf in Gefahrensituationen entlastet, die Stadt. Im ungefluteten Zustand ist die Flutmulde eine der beliebtesten Parkanlagen Landshuts.

Die Stadt liegt etwa 70 km südlich von Regensburg und Straubing, 75 km südwestlich von Deggendorf, 120 km westlich von Passau, 60 km nordwestlich von Altötting sowie 100 km von Traunstein, 85 km nördlich von Rosenheim und 70 km nordöstlich der Landeshauptstadt München.


Geologie
Bei Landshut finden sich umfangreiche Bentonit-Vorkommen, die auch abgebaut werden. Die Bildung des Bentonits steht im direkten Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis. Johannes Baier: "Die Auswurfprodukte des Ries-Impakts, Deutschland" in "Documenta Naturae", Vol. 162, München, 2007. ISBN 978-3-86544-162-1 Johannes Baier: . - Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 91, 9-29, 2009.

Stadtgebiet
Die Stadt Landshut innerhalb des gleichnamigen Landkreises
Landshut mit Martinskirche, Burg Trausnitz und Isarbrücke
Die Stadt Landshut ist eine Enklave innerhalb des gleichnamigen Landkreises. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 65,7 Quadratkilometer, die sich im Großen und Ganzen am Verlauf der von Südwesten nach Nordosten fließenden Isar orientieren. Auf diese Weise entsteht die relativ großzügige Ost-West-Ausdehnung, die bei maximal 21,5 Kilometer liegt, wobei sich die Stadt Landshut in Nord-Süd-Richtung an der breitesten Stelle nur 7,2 Kilometer ausdehnt.

Während sich die bebaute Fläche von etwa 20,3 % im Zentrum des Gebiets befindet, wird die Stadt im Osten und Westen von Wasser- und Waldflächen, die zusammen weitere ungefähr 20 % der Bodennutzung darstellen, geprägt. Die ausgeprägteste Form der Bodennutzung ist die Landwirtschaft. Über 45 % der Gesamtfläche der kreisfreien Stadt wird für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Ungefähr 8,1 % der Gesamtfläche entfällt auf unterschiedlichste Verkehrsflächen. Als Erholungsfläche dient nur etwa ein Prozent des Gebiets.



Nachbargemeinden
Insgesamt grenzen neun Gemeinden an das Gebiet der kreisfreien Stadt Landshut, die sich allesamt innerhalb des gleichnamigen Landkreises befinden. Im Uhrzeigersinn begonnen grenzt im Nordosten die Gemeinde Essenbach an das Stadtgebiet, gefolgt von Niederaichbach im äußersten Osten, es folgt das Gemeindegebiet von Adlkofen, gefolgt von Kumhausen und Tiefenbach im Süden. Im äußersten Südwesten des Stadtgebiets schließlich bestehen Grenzen mit Eching sowie Bruckberg. Im Norden grenzen zu guter Letzt noch die Gemeinden Altdorf und Ergolding an.

Stadtgliederung
Die Stadt Landshut besteht aus elf Stadtteilen. Falls ein Stadtteil nicht im Stadtrat vertreten ist, dürfen die Bürger in ihrer Gegend, wie es in der Münchnerau geschehen ist, eine Ortsversammlung einberufen und einen Ortssprecher wählen; die Stadtteile werden nicht einzeln verwaltet.
Stadtteile der Stadt Landshut

Die elf Stadtteile mit Angaben zu Fläche und Bevölkerung: http://opus.kobv.de/zlb/volltexte/2008/6799/pdf/statistischer_jahresbericht_2007.pdf Stadt Landshut, Statistischer Jahresbericht 2007



Inoffizielle Stadtteile sind Mitterwöhr auf der gleichnamigen Isarinsel (Stadtbezirk Peter und Paul), sowie "Zwischen den Brücken" auf der Mühleninsel (Stadtbezirk Altstadt).

Unabhängig von obiger Auflistung bestehen neben den Stadtteilen über die gesamte kreisfreie Stadt verteilt 54 amtlich benannte Gemeindeteile, zu denen sowohl Teile der eigentlichen Stadt, einzelne Dörfer als auch Weiler und Einöden gezählt werden.



Klima
Klimadiagramm von Landshut
Die Stadt Landshut befindet sich in der gemäßigten Klimazone mit kontinentaler Prägung. Das Klima ist ganzjährig im humiden Bereich, da die Niederschläge höher sind als die Verdunstung. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,5 °C, wobei der Januar mit einer durchschnittlichen Temperatur von −1,0 °C den kältesten und der August mit einer Durchschnittstemperatur von 18,1 °C den wärmsten Monat des Jahres darstellt.

Der mittlere Jahresniederschlag zählt mit 824 mm im Vergleich zu anderen bayerischen Städten zum oberen Mittelmaß. Die Niederschläge Südbayerns nehmen grundsätzlich von Norden her in Richtung Alpen zu; so beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag im nördlich von Landshut gelegenen Regensburg nur 637 mm, während das nahe der Alpen gelegene Rosenheim 1075 mm Niederschlag pro Jahr verzeichnet. Der regenreichste Monat ist der Juli, in dem über 100 mm an Niederschlag fallen, während der Februar mit nur 43 mm am niederschlagsärmsten ist.

Geschichte
Frühzeitliche Besiedlung
Schon seit der Jungsteinzeit vor über 7000 Jahren ließen sich Menschen aus dem Schwarzerdegebiet der unteren Donau am mittleren Isarlauf nieder. Um das Jahr 5500 v. Chr.Bernd Engelhardt: "Weitberühmt und vornehm… (Das Stadtgebiet von Landshut vor 1204)" Landshut 2004, S. 18. erreichten die ersten Siedler nachweislich die Gegend, auf der später die Stadt Landshut entstehen sollte. Auf dem Areal des heutigen Nordfriedhofes entstand spätestens um 4700 v. Chr. eine steinzeitliche Siedlung. Neueste archäologische Ausgrabungen aus dem Jahr 2006, bei denen vornehmlich Tonscherben und Steinwerkzeuge entdeckt wurden, lassen jedoch vermuten, dass dieses Dorf von Siedlern aus Böhmen gegründet wurde. Dieser Einfluss prägte für über hundert Jahre die Gegend, bevor langsam der heimische Kulturkreis der Oberlauterbacher Gruppe angenommen wurde. Insgesamt bestand die Ansiedlung nur für etwa 300 Jahre. Im Anschluss an diese Zeit gibt es für ungefähr 3500 Jahre keine Indizien für eine eventuelle Besiedlung des Großraumes. Eine Graburne aus Ton wird auf 900 v. Chr. datiert. In dieser Zeit soll im heutigen nördlichen Stadtgebiet eine der größten Siedlungen Bayerns entstanden sein. Seit dem Jahr 15 v. Chr. gehört das zu dieser Zeit kaum besiedelte, dicht bewaldete niederbayerische Hügelland zum Römischen Reich. Während an der Landesgrenze, der Donau, zahlreiche Festungen und Städte, wie zum Beispiel Regensburg (lateinisch: "Castra Regina") oder Passau (lateinisch: "Batavia") errichtet wurden, zog diese Epoche in der Vorgeschichte Landshuts an der Gegend relativ ruhig vorüber.

Nachdem ab 500 nach Christus das bajuwarische Volk aus verschiedenen germanischen Stämmen und ansässiger Bevölkerung entstand, wurden die ersten, heute noch bestehenden Siedlungen der Region, wie zum Beispiel Ergolding und Eching, gegründet und das Land kultiviert. Bis in das 12. Jahrhundert lebten die meisten Familien als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Seit dem Hochmittelalter begannen viele Menschen, sich auf bestimmte berufliche Tätigkeiten zu spezialisieren: Handel und Handwerk waren geboren. Vertreter dieser neuen Berufsgruppen ließen sich vornehmlich an geographisch günstig gelegenen Orten nieder, um mehr Kundschaft zu gewinnen. Das zukünftige Landshut hat sich wegen der Lage an einer der wichtigen Isarbrücken auch zu einer wichtigen Stadt entwickelt.

Stadtgründung und Landesteilungen
Neben der Burg Trausnitz …
Bereits vor der Stadtgründung gab es auf dem Areal der heutigen Burg Trausnitz eine Wehr- und Wachsiedlung, die etwa um das Jahr 1150 als "Landeshuata" (Landeshut für „Hut und Schutz des Landes“) urkundlich erwähnt wird, nach Ausgrabungen im Jahr 2002 wahrscheinlich jedoch schon seit dem 10. Jahrhundert existierteGerhard Tausche: "Weitberühmt und vornehm… (Chronik zum Jahr 1204)" Landshut 2004, S. 48.. Das Aufkeimen des Handels in Bayern fiel unter die Regierungszeit des zweiten bayerischen Herzogs aus dem Hause der Wittelsbacher: Zwischen Herzog Ludwig dem Kelheimer, Sohn von Otto I., der von Friedrich Barbarossa mit dem Herzogtum Bayern belehnt wurde, und dem Bischof von Regensburg entbrannten Machtstreitigkeiten. Infolgedessen ließ der Herzog die nordöstlich des heutigen Landshut gelegene bischöfliche „Straßburg“ zerstören. Es wird vermutet, dass die Burg zur Bewachung einer wichtigen Brücke erbaut wurde. Kurz danach entschied sich der Herzog im Jahr 1204 dazu, wenige Kilometer isaraufwärts eine Stadt zu gründen und den Fluss zu überbrücken. Die seitdem als "Landshut" bezeichnete Siedlung stellte damit die erste größere Stadtgründung Ludwig des Kelheimers in Niederbayern dar. Das genaue Jahr der Gründung der Stadt und der Burg Trausnitz ist nur aufgrund der Annalen des Abtes Hermann von Niederaltaich bekannt, in denen es heißt: "„Lvdwicus dux Bawariae castrum et oppidum in Lantshvt construere cepit“" (lateinisch, etwa: "Ludwig, der Herzog Bayerns errichtete eine Burg und eine Ortschaft in Landshut").

… gehört das Kloster Seligenthal zu den ältesten Gebäuden der Stadt
Der Ort war wie geschaffen für einen Handelsposten: Zum einen stellte der Hofberg einen guten Ausgangspunkt für die Errichtung einer Burg dar, zum anderen war es hier besonders einfach, die Isar zu überqueren, da über die Mühleninsel nur zwei kleinere Brücken anstatt einer großen gebaut werden mussten. Die Lage am Fluss im allgemeinen, auf dem zu dieser Zeit noch Schifffahrt betrieben wurde und die vertragliche Festlegung, dass alle Handelswege von München und der Alpenregion in Richtung Regensburg und Bayerischem Wald in Landshut gebündelt werden sollten, taten ihr Übriges und ließen die junge Stadt schnell wachsen. In den ersten fünfzig Jahren ihres Bestehens bestand Landshut insgesamt aus drei Teilen: der "Altstadt", lange Zeit einer der breitesten und ausladendsten Straßenzüge Bayerns, in der sich viele reiche Handwerker niederließen, der Burg hoch über der Ansiedlung sowie ab 1232 aus dem Kloster Seligenthal, das von Ludmilla, Witwe Ludwigs des Kelheimers, nach dessen Tod gestiftet worden war. Viele bayerische Herzöge liegen in Seligenthal begraben. Bis 1253 fungierte Landshut als Hauptsitz der Wittelsbacher, war also de facto die Hauptstadt Bayerns. In diesem Jahr aber wurde das Land unter den beiden Söhnen des Herzogs in Oberbayern mit der Hauptstadt München und Niederbayern mit der Hauptstadt Landshut geteilt. Knapp hundert Jahre später, im Jahr 1340, vereinigte Ludwig der Bayer die beiden Landesteile wieder – diesmal mit Hauptsitz in München. Doch nur neun Jahre später wird das bayerische Staatsgebiet wiederum aufgeteilt: Diesmal entstehen unter den Söhnen Ludwigs des Bayern die drei Gebiete Straubing-Holland, Oberbayern und Niederbayern-Landshut. Letzteres Gebiet wurde von Stephan II. regiert, der nach dem Tod des oberbayerischen Herrschers 1363 zwei der drei Teile des Landes einte. In diesen historisch verworrenen Zeiten gedieh Landshut prächtig, so dass die Stadtmauern mehrmals erweitert werden mussten: Eine erste Erweiterung erfolgte bereits etwa fünfzig Jahre nach Stadtgründung, als der schon bestehende Straßenzug um die „Untere Altstadt“ ergänzt wurde. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entstand das gesamte Areal der heutigen „Neustadt“, die parallel zur Altstadt erbaut wurde. Gut zwanzig Jahre später wurde auch das Gebiet um den heutigen „Dreifaltigkeitsplatz“ bebaut. Seit 1340 wurden die Stadtmauern auch um den neuen Stadtteil „Freyung“ gezogen. Wie der Name bereits vermuten lässt, war die Niederlassung in diesem Ortsteil mit großen Steuervorteilen verbunden; die Bürger waren zehn Jahre lang von allen Steuerzahlungen befreit. Außerdem wurde die Stadtgrenze bis hin zur Isar verschoben und weitere Stadttore errichtet. Seit einem Stadtbrand im Jahr 1342, bei dem über hundert Gebäude vernichtet werden, bestehen neu errichtete Häuser in Landshut grundsätzlich aus Stein. Infolge des großen Brandes wurde auch der Bau einer neuen Kirche notwendig, da die alte romanische gut drei Meter unterhalb des neu errichteten Stadtzentrums lag. Ein Neubau wurde jedoch nicht vor 1380 begonnen.

Landshuts Blütezeit
Herzog Georg der Reiche
Mit dem Tod Stephans II. erfolgte unter seinen drei Söhnen eine erneute Teilung des Landes, die als Bayerische Landesteilung von 1392 in die Geschichte einging. Daraus gingen die drei Herzogtümer Bayern-München, Bayern-Ingolstadt und Bayern-Landshut hervor. Erster Herzog des wirtschaftlich erfolgreichsten Landesteils, Bayern-Landshut, war Friedrich der Weise, der von 1375 bis 1393 regierte und die Zeit der reichen Landshuter Herzöge einläutete. In seiner Regierungszeit wurde mit dem Bau eines der glanzvollsten Gebäude des damaligen Bayern begonnen: Nach einer Bauzeit von 120 Jahren war die Martinskirche erst um 1500 vollendet. Wenige hundert Meter nordöstlich leistete sich die Stadt etwa zur gleichen Zeit die Heilig-Geist-Kirche. Die Nachfolger Friedrichs, die allesamt den Beinamen „der Reiche“ trugen, waren maßgeblich am Aufstieg Landshuts beteiligt. Der erste der reichen Herzöge, Heinrich XVI., regierte mit eiserner Hand, als er den Landshuter Stadtrat auf der Burg Trausnitz gefangen nahm, und füllte die Staatskassen, indem er die 49 reichsten Stadtbewohner enteignete. Auch aus politischer Sicht war er höchst erfolgreich, denn er konnte den Landshuter Machtbereich wesentlich ausdehnen, kämpfte mit Erfolg gegen seinen Vetter, Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt, erhielt 1429 Teile des „Straubinger Ländchens“ sowie 1447 ganz Bayern-Ingolstadt, als diese Linie ausstarb.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Landshut, ohnehin ein politisches Zentrum, auch zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Bayerns und wurde reicher als Bayern-München, was nicht zuletzt dem Handel mit dem „Weißen Gold“, dem Salz, zugeschrieben wird, der in Städten innerhalb des Herzogtums, wie zum Beispiel Bad Reichenhall, Kitzbühel, Rattenberg oder Kufstein betrieben wurde. Heinrichs Nachfolger, Ludwig der Reiche, der ab 1450 das Herzogtum regierte, begann mit der systematischen Benachteiligung der Juden Landshuts, die, falls sie sich nicht taufen ließen und 30.000 Gulden bezahlten, vertrieben wurden. Gesellschaftlicher Höhepunkt der von Turnieren und Veranstaltungen geprägten Regierungszeit war zweifelsohne die Hochzeit seines Sohnes Georg mit Hedwig von Polen aus der Dynastie der Jagiellonen im Jahr 1475, die zu den prunkvollsten Festen des Spätmittelalters gezählt wird und als Landshuter Hochzeit in die Annalen einging. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Georg der Reiche vier Jahre später, 1479, das Amt des Herzogs. Unter ihm wurde der mittelalterliche Stadtausbau abgeschlossen. Bis auf den Stadtteil Mühleninsel waren alle bebauten Gebiete der Stadt von einer massiven Mauer umgeben. Insgesamt war die Stadtmauer an nur acht Stellen von Toren durchbrochen. Neben dem Ländtor gab es noch das Äußere und das Innere Isartor, in der Nähe davon den Spitalerturm, an der östlichen Stadtgrenze das Kapuzinertor sowie das Hagrainertor, im Westen gewährten das Münchnertor und das Hutertor Einlass. Zahlreiche namhafte Künstler, wie zum Beispiel Hans Leinberger oder Mair von Landshut, wirkten zu dieser Zeit in der Stadt und bereicherten das Kulturleben.

Abstieg zur bayerischen Provinzstadt
Die Stadtresidenz wurde unter Ludwig X. errichtet
Mit dem Tod Georgs des Reichen am 1. Dezember 1503 endete die glanzvolle Periode der gotischen Stadt. Dieser hinterließ aus der Ehe mit Hedwig keine männlichen Nachkommen. Infolgedessen sollte Bayern-Landshut nach den bestehenden Wittelsbacher Hausverträgen vollständig an Bayern-München fallen. Kurz vor seinem Tod versuchte er noch vergeblich, seinen Schwiegersohn Kurfürst Ruprecht von der Pfalz zu seinem Nachfolger zu ernennen. Die erbberechtigte Münchner Linie wollte diesen Vertragsbruch auf Landshuter Seite nicht hinnehmen und entfachte den Landshuter Erbfolgekrieg. In den folgenden zwei Jahren wurden zahlreiche Siedlungen um Landshut herum niedergebrannt, bevor Ruprecht und seine Ehefrau Elisabeth 1505 verstarben und die Auseinandersetzungen somit ein Ende fanden. Als Folge eines kaiserlichen Schiedsspruchs wurde Bayern-Landshut mit Bayern-München wiedervereinigt, und die Stadt verlor ihre politische Bedeutung weitgehend. Als Ludwig X. 1514 Ansprüche auf das Herzogsamt seines Bruders Wilhelms IV. anmeldete, befürchteten viele ein erneutes Aufflammen von Streitigkeiten. Auf Drängen des Kaisers ging Wilhelm auf eine Teilung der Regierungsgewalt ein. Ludwig wurde daraufhin die Verwaltung der Rentämter Landshut und Straubing von Landshut aus zugesprochen. Von 1537 bis 1543 ließ er mit der Stadtresidenz Landshut den ersten Renaissancepalast nördlich der Alpen erbauen. Unglücklicherweise starb er 1545 kinderlos, und der Landshuter Einflussbereich schwand abermals in Richtung München. Die Stadtgeschichte verlief in den folgenden Jahrzehnten weitab von größeren Unruhen relativ ruhig. Um die Position des katholischen Glaubens in Landshut verteidigen zu können, verlegte Herzog Maximilian das Kollegiatstift St. Kastulus von Moosburg nach Landshut und ernannte St. Martin zur Stiftskirche.

Johann Graf von Aldringen
Der Dreißigjährige Krieg ging auch an Landshut nicht spurlos vorüber. Insgesamt dreimal – 1632, 1634 und 1648 – wurde die Stadt von den Schweden heimgesucht. Dabei versetzte besonders der Einfall vom 22. Juli 1634 der Stadt einen herben Dämpfer und machte ihren relativen Wohlstand zunichte. Während Bürgermeister und Ratsherren beim ersten Eintreffen der schwedischen Truppen 1632 früh kapitulierten und schließlich auf die Zahlung von 100.000 Reichstalern eingingen und somit größere Verwüstungen abwenden konnten, ließ man sich beim zweiten Aufeinandertreffen auf eine Schlacht ein. Die schwedischen Truppen nahmen Burg und Stadt im Sturm, und im darauffolgenden Gemetzel kam neben zahlreichen Einwohnern und Verteidigern der kaiserliche General Johann von Aldringen zu TodeWerner Ebermeier: "Landshut im Dreißigjährigen Krieg", Landshut 2001, ISBN 3-924943-22-2, S. 94.. Nach der Erstürmung erlaubten die schwedischen Feldherren Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustaf Graf Horn ihren Armeen, Landshut für dreizehn Tage zu plündern. Als wäre das nicht genug, brachen infolge dieses Einfalls Pest und Hungersnöte innerhalb der Stadtmauern aus, und ein Drittel der damaligen Stadtbevölkerung wurde dahingerafft.Werner Ebermeier: "Weitberühmt und vornehm… (Landshut im Dreißigjährigen Krieg)" Landshut 2004, S. 258. Damit war die Geschichte der Stadt, die sich in den vorangegangenen Jahrhunderten auf einer stetigen Talfahrt befand, auf dem Tiefpunkt angelangt.
Nicht einmal hundert Jahre nach den großen Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges hatte die Stadt erneut unter den Hilfstruppen der Österreicher während des österreichischen Erbfolgekriegs aus den 1740er Jahren zu leiden. Im Jahr 1771 markiert der Abriss des Spitaltors den Beginn der systematischen Zerstörung von insgesamt sieben der acht historischen Stadttore.

Erneuter Aufschwung der Stadt
Ein richtungsweisendes Jahr für die Landshuter Stadtgeschichte war 1800. Damals verlegte Kurfürst Max IV. Joseph die älteste Universität Bayerns, die 1472 von Ludwig dem Reichen in Ingolstadt gegründet worden war, nach Landshut. Offizielle Begründung dieses Umzugs war die direkte Bedrohung des gut befestigten Ingolstadt durch die französischen Truppen. In Wirklichkeit aber war eine Verlegung der Universität schon mindestens zwanzig Jahre zuvor erstmals erwägt worden, da die Festungsstadt an der Donau und der eingefahrende Provinzialismus das Universitätsleben dort zu sehr beeinträchtigten.Alfons Beckenbauer: "Weitberühmt und vornehm… (Die Universität in Landshuts Mauern (1800-1826))" Landshut 2004, S. 317. Weil Maximilian I. Joseph jedoch eine zu starke Zentralisierung auf München ablehnte, fasste man als Alternative die Dreihelmenstadt ins Auge. Schlussendlich hatte jedoch auch Landshut unter dem Feldzug Napoleons, der am 21. April 1809 in der Stadt einzog, zu leiden. Infolge der als „Schlacht bei Landshut“ bekannten Auseinandersetzungen wurden drei Stadttore bzw. -türme so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Nachdem ein früheres Jesuitenkloster bereits Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Stadtbild verschwunden war, bestanden die anderen sieben Klöster bis in die Jahre 1802/1803. Als jedoch die Säkularisation des beginnenden 19. Jahrhunderts einsetzte, wurden sämtliche Klöster sowie das Kollegiatsstift aufgelöst. In den folgenden vierzig Jahren wurden zumindest drei kirchliche Einrichtungen wiedereröffnet: Den Anfang machte hierbei das St.-Joseph-Kloster der Ursulinen im Jahr 1826, knapp zehn Jahre später – genauer gesagt im Jahr 1835 – folgten das Kloster Seligenthal der Zisterzienserinnen sowie das Kloster St. Peter und Paul der Franziskaner. Im Jahr 1826, erst ein gutes Vierteljahrhundert nach der Verlegung der Universität in die Stadt, zeichnete König Ludwig I. dafür verantwortlich, dass die fast 1.000 Studenten umfassende, als „Reformuniversität“ bezeichnete tertiäre Bildungsanstalt, die zu den fünf größten Deutschlands gehörte, in die Landeshauptstadt München verlegt wurde und heute noch als Ludwig-Maximilians-Universität besteht. Um den darauf folgenden kulturellen Niedergang – zumindest teilweise – zu stoppen, wurde im Gegenzug das Kgl. Bayer. 2. Chevaulegers-Regiment und das Kgl. Bayer. 4. Jäger-Bataillon sowie das Appellationsgericht von München in die Stadt verlegt und ein Lyzeum (damals mit einer Hochschule vergleichbar) eingerichtet. Letzteres wurde nach nur knapp zehn Jahren 1834 nach Freising verlegt, woraus sich schlussendlich die Philosophisch-Theologische Hochschule Freising entwickelte. Obwohl Landshut schon seit dem frühen 19. Jahrhundert eine Garnisonstadt ist, spielte Landshut innerhalb Bayerns nach der „Universitätsepoche“ nur eine untergeordnete Rolle. Mit der verwaltungstechnischen Neuordnung Bayerns unter Graf von Montgelas wurde die Stadt Landshut dem 1806 neu gegründeten Isarkreis zugesprochen, der von München aus verwaltet wurde. Diese Situation änderte sich zumindest teilweise, als die Stadt im Jahr 1839 zum Sitz der Regierung von Niederbayern erklärt wurde. Im Jahr 1858 wurde Landshut schließlich mit einer Strecke in Richtung München an das bayerische Eisenbahnnetz angeschlossen. 1874 wurde mit dem Münchner Tor das vorletzte historische Stadttor Landshuts abgetragen, um dem Verkehrsfluss in der oberen Altstadt freien Lauf zu lassen.

Zwanzigstes Jahrhundert
Die Altstadt – seit 2006 „echte“ Fußgängerzone
Die ersten dreißig Jahre in der Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts verliefen relativ ruhig und waren von Industrialisierungsansätzen geprägt. Ein Jahr vor der Machtübernahme Adolf Hitlers, 1932, wurden die Regierungen Niederbayerns und der Oberpfalz zusammengelegt. Als Verwaltungssitz des neu gegründeten „Regierungsbezirks Niederbayern und Oberpfalz“ wurde das weitaus größere Regensburg auserkoren.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges errichtete die Organisation Todt am "Kleinen Exerzierplatz" ein Außenkommando des KZ Dachau. Hier wurden 500 jüdische KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit bei Rüstungsvorhaben eingesetzt, von denen 83 in Folge der unmenschlichen Haftbedingungen starben. Eine Gedenktafel auf dem "Friedhof Landshut-Achdorf" erinnert an diese Opfer des NS-Regimes, zu denen auch 74 Häftlinge eines Todesmarsches aus dem KZ Flossenbürg gehörten.

Am 19. März 1945, gut einen Monat vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen in der Stadt am 1. Mai, wurde das Bahnhofsgelände vom schwersten Bombenangriff auf die Stadt verwüstet. Am 29. April 1945 war der Regierungsrat Dr. Franz Seiff auf dem "Viehmarktplatz" von Gestapomännern öffentlich erhängt worden, weil er zusammen mit anderen Bürgern das "Rathaus" besetzt hatte, um die Stadt den Befreiungstruppen friedlich zu übergeben. Die Stadt ehrte ihn 1946 mit einem Straßennamen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 159f.

Nach Beendigung des Krieges und den „Gründungsjahren“ der BRD wurden im Jahr 1956 der ostbayerische Regierungsbezirk wieder in zwei Teile aufgespalten und Landshut wieder zum Regierungssitz Niederbayerns erklärt. Zwischen 1972 und 1974 vergrößerte sich das Stadtgebiet im Zuge der Gebietsreform von ungefähr 19 km² auf knapp 66 km². Im Jahr 1978 wurde die Fachhochschule Landshut gegründet, die zu Beginn die drei Fachbereiche Wirtschaft, Sozialwesen und Technik umfasste und im Laufe der Jahre um Maschinenbau und Informatik erweitert wurde. 1999 wurde der Josef-Deimer-Tunnel (bis Juli 2007 "Hofbergtunnel") fertiggestellt. Dieser machte erstmals eine zügige Durchquerung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung innerhalb des Hofberges unterhalb der Burg möglich, sowie eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Aus dieser Fußgängerzone wurden jedoch erst im Jahr 2006 auch die Stadtbusse verbannt. Im Jahr 2004 feierte die Stadt Landshut ihr 800-jähriges Bestehen.

Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
Während die Stadt in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung viele Bewohner anzog und um 1500 bereits mehrere tausend Einwohner aufweisen konnte, stagnierte die Zahl der Stadtbewohner im ausgehenden Spätmittelalter und wurde durch die zahlreichen Kriege und die daraus resultierenden Hungersnöte und Epidemien über die Jahrhunderte hinweg zum Teil sogar dezimiert. Besonders schwerwiegend wirkte sich dabei der Dreißigjährige Krieg aus. Seit dem 19. Jahrhundert jedoch, als Landshut wieder an Bedeutung gewann, begann auch die Einwohnerzahl wieder zu steigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl auf über 40.000, bevor sie kontinuierlich anstieg, um seit den 1970er Jahren zwischen 50.000 und 60.000 Bewohnern zu schwanken. Zu den Zuwächsen trugen zum Teil auch viele Eingemeindungen während des 20. Jahrhunderts bei. Am nördlichen Stadtrand ist die Stadt inzwischen mit den Siedlungsschwerpunkten der Gemeinden Altdorf und Ergolding und im Stadtsüden mit der Gemeinde Kumhausen zusammengewachsen. In der Agglomeration der Stadt Landshut leben somit ungefähr 90.000 Menschen.

Am 31. Dezember 2005 zählte die Stadt insgesamt 61.407 Bewohner, während im Dezember 2006 erstmals in der Stadtgeschichte über 62.000 Einwohner in Landshut lebten. Die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Amtes des Bundes und der Länder aus dem Jahr 2007 nennt für Landshut bis 2025 ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum von 9,7 %, das damit alle anderen kreisfreien Städte Bayerns (dem ein Wachstum von 2,2 % vorausgesagt wird) weit hinter sich lässt. Statistisches Bundesamt Deutschland: " 2007


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Quelle: www.landshut.de



"(Quelle: BAMF; Stand: 2005)"


Während im Jahr 1997 in Landshut durchschnittlich noch 9,5 Kinder pro 1000 Personen auf die Welt kamen, sind es 2004 nur noch 8,5. Es fällt dabei auf, dass die Stadt sowohl unter dem bayernweiten Durchschnitt von 8,9 Geburten (2004), als auch unter dem Durchschnitt aller kreisfreien Städte im Land, die 2004 auf 9,4 Geburten pro 1000 Einwohner kamen, liegt. Dieser Entwicklung stehen seit Jahren stark überdurchschnittliche Sterberaten gegenüber. Während 2004 bayernweit 9,4 Todesfälle pro 1000 Einwohner zu beklagen waren, starben in Landshut je 1000 Bewohner 11,9 Menschen (2004). Dabei liegt die Stadt wiederum über dem Durchschnitt aller kreisfreien Städte Bayerns, in denen durchschnittlich 10,0 Todesfälle pro 1000 Einwohner zu beklagen waren. Diese Statistiken zeigen deutlich, dass Landshut insbesondere bei Senioren äußerst attraktiv ist. Trotz des negativen natürlichen Bevölkerungssaldos zählte Landshut 2005 aufgrund des positiven Wanderungssaldos mit einem Bevölkerungswachstum von 0,4 % zu den am stärksten wachsenden kreisfreien Städten Bayerns.

Zum Stichtag 31. Dezember 2005 waren 11,5 % der Stadtbewohner nicht im Besitz einer deutschen Staatsbürgerschaft im Vergleich zu 11,4 % im Vorjahr. Der prozentual größte Anteil der Ausländer lebte im Stadtteil Nikola (18,9 %) sowie im Industriegebiet (21,2 %). Insgesamt belief sich ihre Zahl Ende 2005 auf 6.489, im Vergleich zu 6.189 im Vorjahr bzw. 6.353 im Jahr 2003. Dabei ist zu beachten, dass seit 2000 zahlreiche Einbürgerungen vorgenommen wurden, die eine Minderung des Ausländeranteils zur Folge hatten.

Religionen
Die Stiftsbasilika St. Martin vom Hofberg aus
Die Stadt Landshut ist, wie der überwiegende Teil von Altbayern, stark katholisch geprägt. Im Jahr 2005 bekannten sich insgesamt 63,8 % der „wohnberechtigten Bevölkerung“ von 63.527, die sowohl Haupt-, als auch Nebenwohnsitze einschließt, zum katholischen Glauben. Zum gleichen Zeitpunkt gehörten 12,9 % der Stadtbewohner einer evangelischen Kirche an. Die restlichen 23,2 % sind entweder konfessionslos oder gehören einer anderen Religionsgruppe an.

Landshut ist eine Besonderheit in der Einteilung der katholischen Bistümer: Die Pfarreien nördlich der Isar gehören zum Bistum Regensburg, die südlichen Pfarrgemeinden zum Erzbistum München-Freising. Die drei evangelischen Gemeinden der Stadt – Christuskirche, Erlöserkirche und Auferstehungskirche – werden vom Dekanat Landshut verwaltet. In Landshut gibt es auch eine Kirchengemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), eine Versammlung der Zeugen Jehovas, sowie eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (EFG).

Weil ein Großteil der jüdischen Stadtbevölkerung bereits während der Blütezeit der Stadt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch Ludwig den Reichen vertrieben wurde, konnte sich bis heute keine eigenständige jüdische Gemeinde in Landshut entwickeln. Die nächstgelegenen Synagogen befinden sich in Regensburg, München und Straubing.
Im Industriegebiet Ergolding gibt es eine IGMG-Moschee namens "Yeni Cami" (= Neue Moschee) und 100 Meter entfernt eine DITIB-Moschee, die sich Yunus-Emre-Moschee nennt. Unmittelbar in der Nähe des Stadtzentrums – in der Neustadt – befindet sich ein buddhistisches Zentrum der Karma-Kagyü-Richtung.

Politik
Stadtrat


Sitzverteilung 2002 bis 2008
Sitzverteilung 2008 bis 2014
Die Stadt wurde in der Nachkriegszeit im Wesentlichen von der CSU regiert. Im Alter von 33 Jahren trat Josef Deimer am 1. Januar 1970 sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt an. Ab 1975 übernahm er zusätzlich den Vorsitz des bayerischen Städtetages und war seit 1994 auch stellvertretender Präsident des deutschen Städtetages. Seine letzte Amtsperiode lief am 31. Dezember 2004 aus, da er aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren konnte. Mit einer Regierungszeit von insgesamt 35 Jahren ist Josef Deimer der – zumindest bis jetzt – dienstälteste Oberbürgermeister Deutschlands. Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl vom 10. Oktober 2004 kam es schließlich innerhalb der CSU zu Querelen. Dabei stritten sich Hans Rampf und Ludwig Zellner um die Amtsnachfolge Deimers. Als sich die Partei hinter Zellner stellte und ihn zum offiziellen Kandidaten ausrief, starteten Landshuter Geschäftsleute die Initiative „Pro Rampf“, die den Fast-Food-Franchisenehmer nach 8.000 gesammelten Unterschriften dazu umstimmte, für die neu geschaffene Liste „Bürger für Landshut“ parallel zu Zellner anzutreten; er blieb jedoch weiterhin Mitglied der CSU. Das Ergebnis der Wahl fiel umso überraschender aus: Auf Rampf entfielen 50,89 % aller Stimmen, während Zellner mit einem Anteil von 14,84 % abgeschlagen auf dem dritten Platz landete; mit einem Stimmenanteil von 25,14 % erreichte Thomas Keyßner, Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, das zweitbeste Ergebnis.

Der Stadtrat selbst wurde am 2. März 2008 für sechs Jahre neu gewählt. Die Wahl zeichnete sich durch eine der niedrigsten Wahlbeteiligungen der Stadtgeschichte aus, sie lag bei 45,3 %. Während die beiden bei der Wahl im Jahr 2002 stärksten Parteien, die CSU mit 23 Sitzen und die SPD mit neun Sitzen herbe Verluste einstecken mussten und zukünftig nur noch sechzehn respektive sechs Vertreter in den Stadtrat entsenden dürfen, gingen sämtliche kleinere schon 2002 im Stadtrat vertretenen Parteien als Sieger hervor: Die Grünen verbesserten sich um drei auf acht Sitze und stellen nun die zweitstärkste Fraktion, die Freien Wähler und die ödp gewannen jeweils einen Sitz dazu und stellen nunmehr fünf respektive zwei Vertreter, während die FDP zwei Sitze hinzugewann und nun eine dreiköpfige Fraktion im Stadtrat bildet. Der Bürgerblock Landshut darf weiterhin einen Abgesandten in den Stadtrat schicken. Neu in den Stadtrat gewählt wurden die Bürger für Landshut, die drei Vertreter in den Stadtrat senden.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: " München 2008

Wappen
Das Stadtwappen
Stadtwappen am Ländtor

Das Wappen der Stadt Landshut zeigt drei blaue Eisenhüte mit verschlungenen roten Riemen auf silbernem (alternativ auch weißem) Grund, wobei sich zwei von ihnen in der oberen Hälfte und einer in der unteren Hälfte des Wappens befinden. Die offizielle Flagge der Stadt wird im oberen Teil von einem weißen Haupt dominiert, auf dem das Stadtwappen abgebildet ist; im unteren Teil werden die Farben weiß und rot verwendet, die in Längsrichtung voneinander abgetrennt sind.

Vorgänger des Dreihelmewappens wurden bereits im 13. Jahrhundert verwendet, um die Stadt zu repräsentieren. Die drei Eisenhüte, die von jeher im offiziellen Siegel der Stadt auftauchten, kann man nachweislich auf das Jahr 1275 datieren. Angeblich soll Ludwig der Bayer Landshut nach der Schlacht von Gammelsdorf mit dem heutigen Wappen versehen haben, um die Tapferkeit der Landshuter hervorzuheben. Die blaue Helmfarbe und der silberfarbene Hintergrund verdeutlichen die Bindung der Stadt an das bayerische Geschlecht der Wittelsbacher, die die Stadt über Jahrhunderte hinweg entscheidend prägten. Seit dieser Zeit änderte sich einzig die Form der Helme, die jeweils dem zeitgenössischen Modegeschmack angepasst wurden. Im späten 16. Jahrhundert wurden die ursprünglichen – und heutzutage wieder verwendeten – Eisenhüte vermehrt durch Stechhelme ersetzt. In seltenen Fällen (seit 1446) wird das Wappen von zwei Männern hochgehalten. Die Herkunft der für altbayerische Städte typischen Farben weiß und rot auf der Stadtflagge kann nicht abschließend geklärt werden, orientiert sich aber womöglich an der Farbe der Helmriemen.

Städtepartnerschaften
Landshut pflegt eine Reihe von Partnerschaften mit verschiedenen Städten in Europa. Von den fünf zur Zeit bestehenden Partnerschaften wurde 1956 die erste mit der schottischen Ortschaft Elgin geschlossen. Landshuts neueste Partnerstadt ist Hermannstadt (rumänisch: "Sibiu"), die Städtepartnerschaft wurde im Jahr 2002 besiegelt.



Städtepatenschaften
Seit den 1950er Jahren übernahm die Stadt Landshut einige Patenschaften über kleinere Ortschaften in der näheren Umgebung.



Teilnahme an regionalen Bündnissen
Die Stadt Landshut ist offizielles Mitglied des Wirtschaftsraums Südbayern, eines Vereins, der zur regionalen Kooperation in wirtschaftlichen Belangen geschaffen wurde. Das Gebiet der GMA umfasst insgesamt 21.410 Quadratkilometer und über fünf Millionen Einwohner, wobei das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 3,9 % über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Der neben der Planungsregion Landshut aus den Regionen Augsburg, Ingolstadt, München und Südostoberbayern bestehende Wirtschaftsraum zählt zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands und spielt sogar im europäischen Vergleich eine herausragende Rolle.

Des Weiteren gehört Landshut ("LA") neben Rosenheim ("RO") und Salzburg ("SA") zu den Gründungsmitgliedern des Städtebündnisses LAROSA, dem inzwischen auch die Städte Kufstein und Freilassing beigetreten sind. Ziel dieser Partnerschaft ist die bessere Zusammenarbeit in Bildungsfragen, die Stärkung der regionalen Wirtschaft sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verschiedener Institutionen.

Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftliche Situation
Die Stadt Landshut gehört zu den wirtschaftlich stärksten Gebietskörperschaften Deutschlands. Dazu trägt neben der allgemein günstigen Lage in Südbayern die Nähe zur Millionenmetropole München bei. Des Weiteren stellt die verhältnismäßig gute Verkehrsanbindung eine Schlüsselposition zum wirtschaftlichen Erfolg Landshuts dar. Diese starke Position wird der Stadt regelmäßig in verschiedenen voneinander unabhängigen Studien eingeräumt. In einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung vom Dezember 2006 zur Kaufkraft der 439 Landkreise und kreisfreien Städte belegt die Stadt den 23. Platz und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Der Kaufkraftindex liegt bei 117,6, wobei dem nationalen Durchschnitt die Zahl 100 zugeordnet wird. Die jährliche Studie des Wirtschaftsmagazins Focus Money zur Wirtschaftskraft der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland bescheinigte der Stadt Ende 2006 eine florierende Wirtschaft. Unter 425 überprüften Gebietskörperschaften belegte Landshut hinter dem oberbayerischen Ebersberg den zweiten Platz und stellt damit weit vor Regensburg (Platz 22) und München (Platz 23) die wirtschaftlich stärkste Stadt Deutschlands dar. Dabei wurden zum Beispiel Bevölkerungswachstum, Arbeitslosenquote, Veränderung des BIP, Einkommen der Haushalte sowie weitere Faktoren berücksichtigt.

Ansässige Unternehmen
Etwa 30 % der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer Landshuts sind im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Im Sekundärsektor dominieren die Bayerischen Motoren Werke mit Abstand die Wirtschaftswelt der Stadt. In der seit 1967 bestehenden Produktionsstätte des Automobilbauers fertigen heute etwa 3.300 Menschen Zylinderköpfe, Stoßfänger, Kunststoffkomponenten und andere Einzelteile an, die in fast allen Produkten des Unternehmens zum Einsatz kommen. Der zweitgrößte Arbeitgeber des produzierenden Gewerbes ist der Motor- und Ventilatorenhersteller ebm-papst. Der Weltmarktführer in der Luft- und Antriebstechnik beschäftigt in seinem drittgrößten Standort ungefähr 1000 Menschen. Ein weiterer bedeutender Arbeitgeber in Landshut war der Halbleiterkonzern Renesas Technology, der jedoch den bis dahin einzigen Produktionsstandort außerhalb Asiens im November 2008 per Management-Buy-out an die zu diesem Zweck von ehemaligen Renesas-Managern gegründete "Silicon Foundry Holding" verkaufte. Die momentan etwa 320 Mitarbeiten fertigen hier weiterhin vornehmlich Smartcard-ICs für den europäischen Markt. Weitere überregional bedeutende Unternehmen sind Schott Electronics sowie Brandt Zwieback-Schokoladen, die jeweils knapp 600 Menschen an ihren Standorten in Landshut beschäftigen. Schott Electronic Packaging stellt in der Stadt hauptsächlich Abdichtungen elektronischer Bauteile her. Letzteres Unternehmen, das vor allem durch Zwieback zu Berühmtheit gelangte, lässt in seinem seit 1940 bestehenden Landshuter Standort hauptsächlich Schokoladenprodukte herstellen. Nach größerem Abstand zu den genannten Unternehmen folgen Produktionsstätten von Vishay Intertechnology, einem der größten Hersteller von Halbleitern und passiven elektronischen Bauelementen, der im Textilmanagement tätigen Josef Urzinger GmbH sowie dem bayernweit tätigen Reifenfachhandel Reifen Wagner, die jeweils etwa 200 Beschäftigte zählen. Erwähnenswert sind schließlich noch die in Landshut ansässigen Unternehmen Klann Verpackungen, bei dem über 150 Menschen arbeiten und dem Beschläge- und Werkzeuggroßhandel Seefelder GmbH mit 110 Mitarbeitern. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor ist die Sparkasse Landshut mit knapp 600 Angestellten. Weitere bedeutende in Landshut ansässige Handels- bzw. Dienstleistungsbetriebe sind die Deutsche Telekom mit etwa 450 sowie der Energiekonzern E.ON mit insgesamt über 300 Angestellten. Hier entfällt der Großteil der Beschäftigten auf den Deutschlandsitz der E.ON Wasserkraft GmbH sowie auf den Hauptsitz der E.ON Service Plus GmbH. Erwähnenswert ist außerdem die Vertriebs- und Marketingzentrale von OMV Deutschland, die sich an der Stadtgrenze zu Ergolding befindet. Die einzigen verbliebenen Brauereien der Stadt sind die Brauerei C. Wittmann sowie das Landshuter Brauhaus. Ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft ist die Bedeutung Landshuts als Messestandort. Nach Schließung der Landshuter Schochkaserne wurde der neue Messepark Landshut, der zu den größten Bayerns gehört, 2003 im Osten der Stadt eröffnet. Die beiden wichtigsten Messen sind die Niederbayernschau (drittgrößte Verbrauchermesse Bayerns), die Bayern-Bau sowie "Future Trend", die jeweils zweijährig stattfinden.

Staatliche Einrichtungen und Behörden
Landshut ist Sitz der Regierung von Niederbayern. Die Stadt verfügt über zwei große Amtsgebäude. Das „Rathaus 1“ in der Landshuter Altstadt ist das historische Rathaus der Stadt und bis heute Sitz des Stadtrats und der Bürgermeister, sowie zahlreicher Ämter. Da dieses Rathaus jedoch für die Stadtverwaltung zu klein war, waren die meisten Ämter der Stadt bis zum Jahrtausendwechsel dezentral auf mehrere Gebäude verteilt. 2004 wurden diese Ämter in einen als Rathaus 2 bezeichneten Gebäudekomplex an der Luitpoldstraße untergebracht und ein zentrales Bürgerbüro eingerichtet. Die Stadt Landshut ist weiterhin Sitz des Kreistages des Landkreises Landshut. Außerdem ist Landshut Sitz der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd (ehemals LVA Niederbayern/Oberpfalz und LVA Oberbayern). In Landshut befindet sich auch eine Arbeitsagentur, der das gleichnamige Gebiet unterstellt ist. Des Weiteren ist Landshut Hauptsitz der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung für Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben und konnte sich erst im neuen Jahrtausend bei der Zusammenlegung der verschiedenen Verbände gegen die Konkurrenzstädte Regensburg und Augsburg durchsetzen. Seit 1880 besteht in Landshut ein Hauptzollamt, das seit 1895 im heutigen Gebäude an der Seligenthaler Straße untergebracht ist. Sowohl die Justizgebäude als auch das Finanzamt zogen in den späten 1980er Jahren in neue Gebäudekomplexe an der Maximilianstraße im Osten der Stadt. Seit 1913 besteht in Landshut auch ein Wasserwirtschaftsamt (frühere Bezeichnungen Königliches Kulturbauamt Landshut, Kulturbauamt Landshut); das Wasserwirtschaftsamt Landshut ist für die Stadt und den Landkreis Landshut, den Landkreis Kelheim und den Landkreis Dingolfing-Landau zuständig.

Landshut ist Sitz eines Landgerichts und eines Amtsgerichts. Das Landgericht ist zuständig für das Gebiet der Landkreise, bzw. ehemaligen Landkreise Eggenfelden, Erding, Freising, Landau an der Isar und Landshut, sowie die Kreisfreie Stadt Landshut. Ihm unterstehen die Amtsgerichte in Eggenfelden, Erding, Freising, Landau an der Isar und Landshut. Das Amtsgericht Landshut verfügt neben dem obligatorischen Straf- und Zivilgericht über ein Registergericht, ein Nachlassgericht, ein Familiengericht, ein Vollstreckungsgericht sowie ein Vormundschaftsgericht. Darüber hinaus besteht ein Sozialgericht. Das Arbeitsgericht Regensburg unterhält eine eigenständige Kammer am Sozialgericht Landshut

Verkehr
Straßenverkehr
Landshut ist ein wichtiger Knotenpunkt für den überregionalen Straßenverkehr. Die wichtigste Straßenanbindung der Isarmetropole ist die A 92, an die die Stadt mithilfe dreier Anschlussstellen an das Autobahnnetz angeschlossen ist, wobei das Stadtzentrum von München aus (laut Beschilderung) am besten über die Ausfahrt Moosburg-Nord erreicht werden kann. Des Weiteren verlaufen mehrere Bundesstraßen durch das Stadtgebiet von Landshut: Zum einen die Bundesstraße 15, die in Nord-Süd-Richtung Hof mit Rosenheim verbindet. Diese ist von der A 92 bis zur Stadtgrenze vierspurig ausgebaut. Als zweite Bundesstraße, die durch Landshut verläuft, ist die B 11 zu nennen. Diese verbindet Bayerisch Eisenstein mit dem Walchensee in den Alpen und wurde – infolge des Autobahnbaus – zum Teil zur Staatsstraße abgestuft. Zu guter Letzt verläuft auch noch die Bundesstraße 299 durch Landshut, die Altenmarkt an der Alz mit Amberg verbindet und zum Großteil von Nordwesten nach Südosten verläuft. Eine endgültige Aufwertung des Straßenknotenpunktes Landshut erfährt die Stadt mit der im Bau befindlichen Bundesstraße 15n, die als „Gelbe Autobahn“ realisiert wird und Regensburg über Landshut mit Rosenheim verbinden soll. Eine spätere Aufwertung zur Autobahn wäre möglich. Um die Landshuter Innenstadt zu entlasten, wurde 1999 der Josef-Deimer-Tunnel eingeweiht, der östliches und westliches Landshut verbindet, ohne dass durch die Innenstadt gefahren werden muss.



Schienenverkehr
Während in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits zahlreiche Eisenbahnprojekte, wie zum Beispiel die Strecke München–Augsburg (eröffnet im Jahr 1840), realisiert wurden, war Ostbayern lange Zeit ganz ohne Schienenanschluss. Wegen der schlechten finanziellen Situation des bayerischen Staates konnten in diesem Landesteil Trassen nur mithilfe privaten Engagements errichtet werden. Aus diesem Grund wurde 1856 schließlich die AG der Bayerischen Ostbahnen gegründet. Eine erste Strecke konnte bereits zwei Jahre später, am 3. November 1858, fertig gestellt werden, und Landshut war an das nationale Schienennetz angebunden, bevor die Strecke in nordöstliche Richtung weitergeführt wurde. Noch heute ist die durchgehend elektrifizierte, zweigleisige Strecke in Richtung München die mit Abstand wichtigste Bahnanbindung Landshuts. In Verbindung mit der weiterführenden Strecke nach Norden entstand somit die Hauptstrecke München-Regensburg (KBS 930). Eine dritte wichtige Trasse führt von Landshut aus in nordöstliche Richtung und reicht von Landau an der Isar bis nach Plattling. Diese Nebenstrecke (KBS 931) ist nur eingleisig, aber immerhin elektrifiziert. Zu guter Letzt folgt schließlich noch die eingleisige, nicht elektrifizierte nach Neumarkt-Sankt Veit führende Landshut–Neumarkt-Sankt Veit (KBS 945). Die im Jahr 1900 eröffnete Bahnstrecke Landshut–Rottenburg nach Rottenburg stellte ihren Betrieb ein; seit 1998 werden auch keine Güter mehr transportiert. Der erste Landshuter Bahnhof wurde als Sackbahnhof konzipiert, knapp 20 Jahre später (1880) wurde dieser jedoch durch einen neuen Bahnhof außerhalb der Stadt ersetzt. Dieser wurde im Krieg durch Bombenangriffe weitgehend zerstört und in den ersten Nachkriegsjahren durch einen Neubau ersetzt. Im südlichen Stadtgebiet existiert mit dem „Bahnhof Landshut Süd“ ein weiterer Zughaltepunkt. Letzterer Haltepunkt soll im Rahmen des Ausbaus der Strecke Landshut-Salzburg im Jahr 2007 erheblich modernisiert werden. Für Landshut fanden bereits Voruntersuchungen über eine Einbindung in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund statt. Da der Verbundbereich 2007 nur den Nachbarlandkreis Freising umfasst, gilt der Verbundtarif nur bis zum benachbarten Regionalexpress-Haltepunkt Moosburg. Mit Einführung des Donau-Isar-Express zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 und gleichzeitig dazu eingeführten zusätzlichen Regionalbahnen Freising-Landshut, soll durchgängig alle 20 Minuten eine Zugverbindung nach München (teilweise mit Umsteigen) angeboten werden.

Nahverkehr
In den ersten zwanzig Jahren der Landshuter Eisenbahngeschichte verfügte die Stadt über einen Sackbahnhof in der Nähe des heutigen Stadtzentrums. Da dieser wegen des enormen Zeitaufwandes jedoch bald zu unwirtschaftlich wurde, vor allem, weil sich die Strecke in den folgenden Jahren immerhin bis nach Regensburg ausgebreitet hatte, wurde der Bau eines neuen Bahnhofes notwendig, der schließlich im Jahr 1880 eingeweiht wurde. Da der Durchgangsbahnhof jedoch über zwei Kilometer vom Stadtzentrum – also der zentralen Altstadt – entfernt war, wünschten sich die Bewohner der Stadt bald eine bessere Verbindung der beiden Orte. Einen ersten wichtigen Schritt zum funktionierenden Nahverkehrsnetz markierte die Eröffnung einer Pferdebahn vom Hauptbahnhof bis zum Dreifaltigkeitsplatz südwestlich der Altstadt am 30. Juni 1902. Dem technischen Fortschritt entsprechend wurde die Straßenbahn Landshut bis 1913 vollständig elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut. Nach schweren Bombenangriffen auf das Bahnhofsareal im Jahr 1945 wurden große Teile der Gleisanlagen zerstört, so dass ein Betrieb daraufhin nicht mehr möglich war. Anstatt die Schienen wieder befahrbar zu machen und das Depot wieder aufzubauen, wurde der Betrieb komplett eingestellt und durch Oberleitungsbusse ersetzt, die auf drei Linien große Teile des damaligen Stadtgebiets erschlossen. 1966 schließlich hatte auch die letzte Stunde dieses Verkehrsmittels geschlagen; seitdem wird der öffentliche Personennahverkehr vollständig durch Omnibusbetrieb abgedeckt. Dabei existieren dreizehn Linien der „StadtLinie“, die das gesamte Stadtgebiet abdecken, sowie vier „ExpressLinien“, die vornehmlich für Berufspendler gedacht sind und die Hauptverkehrswege mit dem Bahnhof verbinden. Außerdem werden seit 2006 spezielle Busse eingesetzt, die die neu geschaffene „AbendLinie“ auf 10 Linien bedienen. Seit Dezember 2008 besteht eine Direktverbindung zwischen Altstadt und Flughafen München, die als „AirportLinie“ vermarktet wird.

Der künftige Flächennutzungsplan der Stadt Landshut (Stand: 2005) hält an der „Option“ fest, das Schienennetz der Bahn in Zukunft in größerem Ausmaß für den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, zieht also die Entwicklung einer Stadtbahn in Betracht. Obwohl eine baldige Realisierung als sehr unwahrscheinlich einzustufen ist, wird auf kleinere Städte wie zum Beispiel Nordhausen verwiesen, die trotz ihrer geringen Einwohnerzahl über solche Systeme verfügen. Neben den bereits existierenden Haltepunkten "Landshut Hauptbahnhof" und "Landshut Süd" werden neue Haltestellen in der Münchnerau, am Hans-Leinberger-Gymnasium, nahe den Kliniken und in der Bayerwaldsiedlung sowie weitere Haltepunkte auf den Strecken in Richtung Ergoldsbach und Dingolfing und die Reaktivierung einer Teilstrecke in Richtung Rottenburg in Betracht gezogen.

Flugverkehr
Im westlichen Stadtgebiet, genauer gesagt im Stadtteil Münchnerau, befindet sich der Verkehrslandeplatz
Landshut-Ellermühle (ICAO-Code: EDML). Schon in den späten 1950er Jahren gab es erste Bestrebungen, in der näheren Umgebung Landshuts einen Landeplatz für Klein- und Segelflugzeuge zu errichten. Bis zum Jahr 1960 erwarb die Stadt Landshut die erforderlichen Grundstücke, bevor der Luftsportverein Landshut im Jahr 1961 mit der Errichtung betreut wurde. Nach dem Erbauen der ersten Hallen und eines Towers nahm der Flugplatz am 26. August 1962 offiziell seinen Betrieb auf. In späteren Jahren wurde die Landebahn betoniert; heutzutage hat diese eine Länge von 900 Metern und ist 20 Meter breit. Im Vorfeld einer europaweiten Änderung der Start- und Landeregelungen für den gewerblichen Flugverkehr zum 1. Januar 2005 wurde geplant, die Landebahn auf 1320 Meter zu verlängern und auf 23 Meter zu verbreitern. Dieses Vorhaben wurde jedoch im Vorjahr infolge eines Bürgerentscheid, dessen Gültigkeit ein Jahr beträgt, zunächst zum Stillstand gebracht. Derzeit verhandelt der Landshuter Stadtrat über neue Maßnahmen zur Erhaltung des gewerblichen Flugverkehrs bis 5,7 t.

Gesundheitswesen
In Landshut befinden sich mehrere Krankenhäuser:
Das Klinikum Landshut, das Krankenhaus Landshut-Achdorf, das Kinderkrankhaus St. Marien und das Bezirkskrankenhaus Landshut.

Im ausgehenden Mittelalter gab es in Landshut – wie auch im übrigen Bayern – noch keine Krankenhäuser im heutigen Sinn. Jedoch existierten zwei voneinander unabhängige Leprosen-Hospitäler, St. Nikola (erstmals 1252 erwähnt) links und St. Lazarus (seit 1403) rechts der Isar. In den folgenden Jahrhunderten wechselten sich verschiedene Einrichtungen ab, die jedoch allesamt nur begrenzte Aufnahmemöglichkeiten besaßen. Das 1673 errichtete Hl.-Geist-Spital mit insgesamt nur 12 Betten diente ab 1802 als Lehrkrankenhaus, bis das sogenannte Liebsbund-Krankenhaus seinen Betrieb aufnahm. Das 1810 eingeweihte Städtische Krankenhaus in der Ländgasse diente in den folgenden Jahren als Universitätsklinikum. Nach der Verlegung der Bildungsanstalt nach München verfielen jedoch die meisten Gesundheitseinrichtungen. In den folgenden Jahrzehnten fehlte es sowohl an Personal als auch an adäquaten Räumlichkeiten, ab 1910 wurden immer mehr Stimmen für einen Neubau laut. Die beiden Weltkriege machten diese Planungen jedoch vorerst zunichte. Die Missstände im Städtischen Krankenhaus wurden immer größer und die die Patientenzahlen stiegen um ein Vielfaches. Infolgedessen sah sich die Stadt gezwungen, insgesamt drei sog. Hilfs-Krankenhäuser einzurichten.

Erst ein 1960 begonnener Neubau, der 1965 eingeweiht wurde, bewirkte eine Entspannung in der prekären Lage des Landshuter Gesundheitswesens. Noch im Jahr der Eröffnung des neuen Hospitals wurden sämtliche Hilfs-Krankenhäuser aufgelöst. Seit 1990 unter dem Namen Klinikum Landshut bekannt, stellt es ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung dar (Versorgungsstufe III) und ist mit 583 Planbetten, über 18.000 jährlich behandelten Patienten und insgesamt ca. 1.360 Angestellten eines der größten Krankenhäuser des westlichen Niederbayern und des nordöstlichen Oberbayern. Das Klinikum Landshut ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das Krankenhaus Landshut-Achdorf (Versorgungsstufe II), das sich ebenfalls in der Stadt Landshut befindet, ist regionales Traumazentrum und verfügt unter anderem über mehrere Medizinische Kliniken, Chirurgische Kliniken und Frauenklinik mit Perinatalzentrum. Das Krankenhaus, das seit 1906 besteht und von 1967 bis 1977 komplett neu errichtet wurde, ist Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München und in allen vier Hauptabteilungen – Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Anästhesie – in die Lehre und die Ausbildung der Medizinstudenten eingebunden. Es gehört dem Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung an. La.KUMed umfasst die drei kommunalen Krankenhäuser des Landkreises Landshut: Landshut-Achdorf, Vilsbiburg und Rottenburg. Mehr als 53.000 Patienten werden jährlich ambulant und stationär in den Krankenhäusern von La.KUMed versorgt. Mit 568 Planbetten und rund 1.200 Mitarbeitern ist La.KUMed einer der größten Anbieter für medizinische Versorgung in Niederbayern und den angrenzenden oberbayerischen Landkreisen. Alle drei unter dem Dach von La.KUMed zusammengeschlossenen Kliniken sind komplett nach ISO 9001:2008 zertifiziert.

Neben diesen beiden dominierenden Einrichtungen gibt es in Landshut das Kinderkrankenhaus St. Marien, dessen Geschichte bis ins Jahr 1919 zurückreicht, als ein Heim für gefährdete Säuglinge errichtet wurde. In den späten 1960er Jahren wurde ein Neubau bezogen.

Zu guter Letzt ist noch das Bezirkskrankenhaus Landshut für Erwachsenenpsychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie zu nennen, das für den gesamten Bezirk Niederbayern zuständig ist.

Bildungswesen
Nach der Stadtgründung im Jahr 1204 war die Pfarrei St. Martin über Jahrhunderte hinweg die wichtigste – und anfangs einzige – Institution, die sich um die Bildung der Stadtbewohner bemühte. Ein erster Schulmeister war nachweislich ab 1257 in der Stadt tätig. Infolge der Gründung des Dominikaner- und des Franziskanerklosters in den Jahren 1271 und 1280 erweiterten sich die Möglichkeiten zur Ausbildung der Jugend. Bis in das frühe 17. Jahrhundert waren in den beiden größten Pfarreien der Stadt (St. Martin und St. Jodok) einzelne Schulmeister aktiv, deren Unterricht durchschnittlich nur etwa 50 Kinder besuchten. Ein einschlägiges Datum im Bildungssystem der Stadt stellt das Jahr 1629 dar: Mitten im Dreißigjährigen Krieg schickte Herzog Maximilian I. Jesuiten-Mönche nach Landshut, die mit der Errichtung des ersten Landshuter Gymnasiums begannen. Diese Bildungsanstalt wurde bis 1773 von den Jesuiten betreut, bis der Orden aufgelöst wurde. Infolgedessen wurde der Schulbetrieb mithilfe weltlicher Lehrer fortgesetzt. Parallel dazu sah sich der seit 1668 in der Stadt ansässige Ursulinenorden mit der Aufgabe der Ausbildung der weltlichen Stadtbewohner konfrontiert. Im 19. Jahrhundert wurden dort bereits 400 Kinder unterrichtet. Das Jahr 1800 bildet einen weiteren Meilenstein in der Bildungsgeschichte Landshuts: Der bayerische Kurfürst Max IV. Joseph (der spätere König Maximilian I.) verlegte die einzige bayerische Universität, die Universität Ingolstadt, wo sie 1472 von Herzog Ludwig dem Reichen gegründet worden war, in die niederbayerische Hauptstadt (siehe dazu auch Universität Landshut). Im folgenden Vierteljahrhundert unterrichteten zahlreiche angesehene und bekannte Professoren an dieser tertiären Bildungsanstalt. Unter der Herrschaft Ludwigs I. verschwand die heute als Ludwig-Maximilians-Universität bekannte Bildungseinrichtung 1826 wieder aus dem Stadtbild und hat seitdem in der Landeshauptstadt München ihren Hauptsitz.

Infolge der 1801 eingeführten allgemeinen Schulpflicht und der langsam einsetzenden Industrialisierung erlebte auch das Bildungssystem in der Stadt einen Aufschwung. Während des späten 19. Jahrhunderts und des beginnenden 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Bildungseinrichtungen neu eröffnet oder erheblich erweitert. Dazu zählten zum Beispiel die 1812 gegründete „Industrieschule“, die Mädchen im Umgang mit Stoffen ausbildete, die seit 1833 bestehende Landwirtschafs- und Gewerbeschule, die Kreis-Ackerbauschule, die erstmals 1854 ihre Pforten öffnete oder die seit 1873 existierende „Töpferschule“. Daneben wurden erste Grund- und Realschulen errichtet. Auch wenn die beiden Weltkriege den Schulen stark zusetzten, erholte sich das Bildungssystem der Stadt nach 1945 bald wieder. So konnte bereits zwei Jahre später, 1947, die Volkshochschule Landshut ihre Tore öffnen. Heutzutage ist Landshut von einem breitgefächerten Schulsystem geprägt, das auf seinem Stadtgebiet insgesamt elf Grundschulen, fünf Hauptschulen, drei Realschulen sowie zwei Wirtschaftsschulen zählt. Des Weiteren verfügt die Stadt über drei Gymnasien, von denen das Hans-Carossa-Gymnasium, das aus der Jesuitenschule von 1629 hervorging, das mit Abstand älteste ist. Benannt wurde die Einrichtung nach dem Arzt und Autor Hans Carossa, der dort im Jahr 1897Stadt Landshut: " Oktober 2006 sein Abitur erlangte und in seinem späteren, autobiographisch geprägten Werk ein symbolisch aufgeladenes, verklärendes Porträt der Stadt Landshut zeichneteHans Carossa: Verwandlungen einer Jugend, Erstausgabe Leipzig 1928. Das nach dem berühmten Bildhauer Hans Leinberger benannte Hans-Leinberger-Gymnasium ist mit 1.700 Schülern heute das größten Gymnasium der Stadt und wurde im Jahr 1833 als Königliche Gewerbeschule gegründet. Das Gymnasium Seligenthal, das vom Kloster Seligenthal betrieben wird basiert auf einem Mädchen-Lyzeum und wurde 1838 als „Erziehungsinstitut“ gegründet. Abgesehen von der Kollegstufe stellt es auch heute noch ein reines Mädchengymnasium dar. Daneben gibt es in Landshut noch zahlreiche Berufs(fach)schulen, zwei Berufsoberschulen, zwei Fachoberschulen, die Sparkassenakademie Bayern, ein Agrarbildungszentrum sowie zahlreiche weitere Einrichtungen. An der Spitze des städtischen Bildungssystems steht seit ihrer Eröffnung im Jahr 1978 die Hochschule Landshut, an der etwa 3.200 Studenten immatrikuliert sind. Die als Fachhochschule gegründete Hochschule umfasst die fünf Fachbereiche Informatik, Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Soziale Arbeit.

Medien
Hauptsitz der Wochenblatt-Verlagsgruppe
Landshut ist Sitz mehrerer Rundfunkanstalten. So unterhält der öffentlich-rechtliche Sender, der Bayerische Rundfunk, in der Inneren Münchner Straße ein Korrespondentenstudio für Radio und TV. Außerdem sendet der regionale Fernsehsender der Stadt, RFL (vollständiger Name: Regionalfernsehen Landshut), regelmäßig aus seinen Studios auf der Mühleninsel und erreicht in seinem Sendegebiet, das sich auf den Landkreis Landshut sowie Teile der angrenzenden Landkreise Kelheim, Dingolfing-Landau und Freising ausdehnt, insgesamt 170.000 Zuschauer. Der Sender ist Mitglied von TV Bayern, einem Zusammenschluss von 15 Sendeanstalten aus dem Freistaat, sowie von ONTV, dem fünf ostbayerische Fernsehsender angehören. Im Bereich Hörfunk nimmt Radio Trausnitz eine gewichtige Stellung ein. Daneben unterhält der Jugendsender Radio Galaxy ein Regionalstudio in der Dreihelmestadt. Das mit Abstand wichtigste Printmedium der Stadt ist die Landshuter Zeitung, die seit 1951 der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung angehört. Daneben gibt es noch die beiden kostenlosen, wöchentlich erscheinenden Zeitungen Landshut aktuell und Landshuter Wochenblatt. Letztere veröffentlicht von ihrem Hauptsitz in Landshut aus insgesamt sechzehn Regionalausgaben für beinahe ganz Ostbayern von Schwandorf bis nach Berchtesgaden.

Sendeanlagen
Auf der Weickmannshöhe betreibt die Deutsche Telekom einen Sendeturm zur Abstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen.
Koordinaten:
Fernsehprogramme

Seit dem 27. November 2007 werden darüber die folgenden 11 Programme mittels DVB-T verbreitet:


Radiosender vom Sender Weickmannshöhe



Eine weitere Sendeanlage zur Abstrahlung von Hörfunkprogrammen betreibt der BR auf der Gemarkung Altdorf an der A92.

Koordinaten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke
Die Burg Trausnitz hoch über der Stadt
Die Stadt Landshut entwickelte sich aus drei Siedlungskernen: Am höchsten Punkt des Steilhanges über der Isar, auf einer Höhe von über 500 m ü. NN, thront die Burg Trausnitz, deren Vorläufer bereits seit dem Jahr 1150 erwähnt sind und als „Hut und Schutz des Landes“ der zukünftigen Stadt an der Isar ihren Namen geben sollte. Die ältesten Teile der heute noch stehenden Wehranlage stammen noch aus der Zeit der Stadtgründung von 1204. Über Jahrhunderte hinweg Sitz der Wittelsbacher, erfuhr die Burganlage bis in das späte 16. Jahrhundert zahlreiche Um- und Ausbauten zum Schloss mit Laubengang. In den 1870er-Jahren ließ König Ludwig II. zahlreiche Räume der Anlage prunkvoll verzieren und ausstatten. Am 21. Oktober 1961 fielen jedoch Teile der Burgeinrichtung einem Großbrand zum Opfer.

Der St.-Martins-Turm
Zu Füßen der Festungsanlage wurde ab 1380 mit der Errichtung der gotischen St. Martinskirche unter Hans von Burghausen begonnen, nachdem das vorherige Gotteshaus infolge des großen Stadtbrandes von 1342 drei Meter unterhalb des Stadtzentrums lag. Vollendet wurde das vollständig aus Backstein bestehende Gebäude jedoch erst im Jahr 1500. Einer Sage nach wollten die reichen Landshuter Stadtbewohner den Herzögen auf der Burg bis in die Suppenschüssel sehen können, ihnen also auf „Augenhöhe“ begegnen können. Das Resultat aus diesem Wunsch ist heute noch am eindrucksvollen Kirchturm von St. Martin, der mit einer Höhe von 130,6 m den höchsten Backsteinturm der Erde sowie einen der höchsten Kirchtürme überhaupt darstellt, zu erkennen. Im Jahr 2001 wurde die Stiftskirche des Kollegiatstifts St. Kastulus zur Basilica minor erhoben und wird seitdem als „Stiftsbasilika“ bezeichnet.

Das Ländtor
Kirchenschiff der St.-Jodoks-Kirche
St.Jodok von der Neustadt aus
Zusammen mit der 1461 vollendeten Heilig-Geist-Kirche grenzt sie die von gotischen Bürgerhäusern eingerahmte Altstadt ein, einen der breitesten Straßenmärkte überhaupt, der zu den großartigsten Straßen- und Platzanlagen Deutschlands zählt. Wenige Meter weiter östlich schließt sich bereits der nächste – unter dem Namen Neustadt bekannte – Straßenmarkt an und wiederum östlich davon schließt sich die platzartige Freyung an. Dort befindet sich mit der 1338 erstmals erwähnten Jodokskirche eine der besterhaltenen Backsteinkirchen ihrer Zeit. Wie auch die Heilig-Geist-Kirche zählt sie zu den berühmtesten Vertretern der gotischen Stethaimer Schule um Hans von Burghausen. Um diese drei wichtigen Plätze, aus denen Landshut im Spätmittelalter bestand, vor Feinden zu schützen, wurde um die gesamte Stadt ein ausladendes System an Mauern und Gräben gezogen. Mit zahlreichen Wachtürmen versehen, wurde die Schutzmauer nur an acht Stellen durchbrochen, an denen prunkvolle Stadttore Zugang zur Stadt an der Isar gewährten. Aufgrund eines vom Drechslermeister Jakob Sandtner angefertigten Stadtmodells von 1570 sind von den Befestigungsanlagen noch zahlreiche Details bekannt. Von den insgesamt acht historischen Stadttoren überstand nur eines, das Ländtor, die Zeit der aufkeimenden Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, als das immer größere Verkehrsaufkommen als Grund diente, jahrhundertealte, kunstvolle Architektur fast vollständig zu beseitigen. Bis ins Jahr 1809 nämlich war die Stadt noch vollständig von Befestigungsanlagen umgeben, bis mit dem Abriss des Blauen Turms ein erstes Loch in den Mauerring gesprengt wurde. Neben dem Ländtor existieren noch ein Stockwerk des Burghauser Tors, der Röcklturm an der Isarpromenade sowie kleine Teile der ehemaligen Stadtmauer am Orbankai sowie am Hofberg.

Das Isargestade im Stadtzentrum (Mühleninsel)
Neustadt von Burg Trausnitz aus
Zur Zeit seiner Gründung befand sich das Kloster Seligenthal jenseits der beiden Isararme weit außerhalb des Stadtzentrums und sogar außerhalb des Befestigungsringes. Die Anlage wurde bereits im Jahr 1232 von Ludmilla, Witwe Ludwigs I. des Kelheimers, des Stadtgründers von Landshut, gegründet. Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster der Zisterzienserinnen im Rokoko-Stil umgebaut, bevor es im Zuge der Säkularisation – wie auch die anderen Landshuter Klöster – aufgelöst wurde. Seligenthal jedoch wurde 1836 unter Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet. Heute liegt die Anlage beinahe im Stadtzentrum. Daneben existiert in Landshut noch das Sankt-Joseph-Kloster der Ursulinen. Sehenswert sind weiterhin einige ehemalige Klöster samt ihren Klosterkirchen (zum Beispiel die Jesuitenkirche St. Ignatius in der Neustadt oder die Dominikanerkirche St. Blasius). Zu den Klosteranlagen gehören das Dominikanerkloster, das heute die Regierung von Niederbayern beherbergt, das Heilig-Geist-Spital (heute Alten- und Pflegeheim), das bereits im 13. Jahrhundert mit Seligenthal vereinigt wurde, das Kapuzinerkloster, das Maria-Loreto-Kloster, das seit 2002 von der rumänisch-orthodoxen Kirche genutzt wird, sowie das Kloster Sankt Peter und Paul.

Im historischen Stadtzentrum befinden sich zahlreiche weitere Wahrzeichen der Stadt – neben den unzähligen gotischen Bürgerhäusern, zu denen man zum Beispiel das Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Haus zum Kronprinzen zählen kann, das ab 1505 als herzogliches bzw. kurfürstliches Regierungsgebäude diente und später als Gasthaus genutzt wurde. Weitere bekannte Gebäude sind das Palais Pettenkofer, welches zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der Schirmgasse nahe St. Martin erbaut wurde und ab 1870 als Hofbräuhaus Landshut in die Geschichte einging – sowie das Landschafts- oder Landständehaus, dessen aufwändig bemalte Fassade in das Jahr 1599 zurückreicht. Während des 16. Jahrhunderts tagten hier die niederbayerischen Landstände. Oberhalb der südlichen Altstadt an den Flanken des Hofbergs wurde 1839 das sogenannte Balsschlössl im Biedermeier-Stil erbaut, das ursprünglich als Bierkeller diente, später, als es zu Ehren Ottos I. in Ottonianum umbenannt wurde, als Internat für Realschüler. Heute ist dort die Jugendherberge der Stadt untergebracht. Inmitten der Altstadt befindet sich das historische Rathaus der Stadt, dessen Ursprünge in das Jahr 1380 zurückreichen, als die Stadt das mittlere des heute aus drei Häusern bestehenden Verwaltungsgebäudes erwarb. Wertvollstes architektonisches Merkmal des Gebäudes ist der Rathausprunksaal, in dem seit 1880 Motive der Landshuter Fürstenhochzeit von 1475 zu sehen sind. Unzweifelhaft bekanntester Profanbau der Stadt ist jedoch die Stadtresidenz Landshut, die von 1536 bis 1543 errichtet wurde. Der von Ludwig X. in Auftrag gegebene Bau stellt den ersten Renaissancepalast nördlich der Alpen dar und wurde als Residenz der Wittelsbacher genutzt. Dem Deutschen Bau im Stil der damaligen Zeit zur Altstadt-Seite hin steht der dem Palazzo del Te nachempfundene Italienische Bau an der Rückseite des Gebäudes gegenüber.

Museen und Galerien
Das Landshuter Stadtmuseum befindet sich zur Zeit (2007) in einigen Zimmern der Residenz. Die Dauerausstellung ist jedoch renovierungsbedürftig und auf viel zu kleinem Raum untergebracht, so dass nach Auswegen für die Zukunft gesucht wurde. Dabei standen zwei Möglichkeiten im Raum: Zum einen die Ausweitung der Ausstellung in der Residenz und auf der anderen Seite ein Museumsneubau. Obwohl die Stadt bei einem Neubau unabhängig vom Freistaat Bayern, dem Besitzer der Stadtresidenz, agieren hätte können, überwogen schlussendlich die Vorteile einer weiteren Nutzung der Residenz: Zum einen die weitere Stärkung der Landshuter Innenstadt und außerdem die geringeren Kosten. Nach etwa zehnjährigen Diskussionen über die Zukunft des Stadtmuseums einigten sich die Stadt Landshut und der Freistaat Bayern Ende 2007 jedoch darauf, die Residenz zu sanieren und darin ein Stadtmuseum einzurichten.Stadt Landshut: " Dezember 2007

Auf der Burg Trausnitz wurde im Jahr 2004 die „Kunst- und Wunderkammer“, eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums, eröffnet. Die in die vier Bereiche Artificialia, Naturalia, Exotica und Scientifica gegliederte Ausstellung zeigt verschiedenste Exponate, die Wilhelm V., Sohn Herzog Albrechts V., seit Mitte des 16. Jahrhunderts gesammelt hatte. Im Jahr 1579 mit der Sammlung seines Vaters vereinigt, wurden die Exponate nach geschichtlicher Überlieferung getrennt und Wilhelms Ausstellungsstücke wieder auf die Burg Trausnitz zurückgebracht.

Ein drittes bedeutendes Museum in Landshut ist das Skulpturenmuseum im Hofberg. Der im Jahr 1998 eröffnete, fast vollständig unterirdisch gelegene Bau wurde unterhalb des Hofbergs und der Burg Trausnitz in der Nähe zum gotischen Stadtzentrum angelegt und zeigt in alternierendem Turnus verschiedene Ausstellungsstücke der Stiftung Fritz und Maria Koenig, die zahlreiche Werke des Bildhauers Fritz Koenig oder eine bedeutende Sammlung afrikanischer Kunst beinhalten. Während die Nordseite des Museums von der historischen Stadtmauer begrenzt wird, ist das Gebäude in den drei anderen Richtungen bereits tief im Berg.

Im Alten Franziskanerkloster wurde das Museum in Kreuzgang eingerichtet, in dem seit dem Jahr 1999 regelmäßig Ausstellungen zur Landshuter Kunst- und Kulturgeschichte stattfinden.

Die zwischen 1407 und 1461 errichtete Heilig-Geist-Kirche dient nach einer tiefgreifenden Sanierung, die im Jahr 1998 abgeschlossen wurde, als Gebäude für verschiedenste sakrale Ausstellungen, wie zum Beispiel zum Landshuter Bildhauer Hans Leinberger.

Schließlich bestehen in Landshut zahlreiche Galerien und kleinere Museen: Der in den 1990er-Jahren von Grund auf renovierte, zur ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt gehörende Röcklturm wird für Wechselausstellungen der Stadt Landshut genutzt und ist weiterhin Ort des Literaturcafés. Des Weiteren gibt es die Neue Galerie im gotischen Stadel auf der Mühleninsel, die Kunstkreisgalerie, die Galerie Rose, die Städtische Galerie Rochuskapelle im 1497 errichteten Sakralbau am Orbankai sowie die Große und Kleine Rathausgalerie und das Rathausfoyer im historischen Rathaus als Ausstellungsflächen.

Parks und Erholungsgebiete
Der Pavillon im Park an der Wittstraße
Alle Parkanlagen und Grünflächen der Stadt zusammen nehmen eine Fläche von 235 Hektar ein. Die zentrale Parkanlage der Stadt Landshut ist der nur sechs Hektar große Stadtpark der zu Ehren des ehemaligen Oberbürgermeisters Albin Lang in Albin-Lang-Stadtpark umbenannt wurde. Die Anlage wird durch die Luitpoldstraße in zwei große Parks geteilt. Während der östliche Bereich bis an die Kleine Isar reicht, nimmt sich der westliche Bereich die großzügig bemessene Fläche südlich des Klinikums ein.

Die westliche Spitze der Mühleninsel wurde – aufgrund der Nähe zu mehreren Wasserläufen – über viele Jahrhunderte von verschiedenen Mühlen dominiert. Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich existierte mit der Rosenmühle noch einer der besagten Betriebe. Weil einem geplanten Ausbau aus infrastrukturellen und städtebaulichen Gründen nicht zugestimmt wurde, erfolgte im Jahr 1977 eine komplette Verlegung der Firma ins nahe gelegene Ergolding. Die daraus entstandenen Freiflächen wurden in den darauf folgenden Jahren zu den größten Grünflächen der Stadt mit zahlreichen Rad- und Fußwegen, die die Innenstadt mit dem Stadtpark verbinden, umgestaltet und sind unter der Bezeichnung Erholungspark Mühleninsel zusammengefasst.

Die Flutmulde ist Teil des Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Landshut und stellt eine der größten Parkanlagen der niederbayerischen Hauptstadt dar. Die insgesamt sieben Kilometer lange Schneise wurde im Jahr 1955 fertiggestellt und bewahrt das Stadtzentrum mit der Großen und Kleinen Isar vor Überflutung bzw. zu hohen Pegelständen, weil bei Hochwassergefahr überschüssiges Wasser der Isar einfach in die Flutmulde geleitet wird, die bis zu 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen kann. Zu normalen Zeiten führen neben einem von Bäumen flankierten Bachlauf Wanderwege durch die das ganze nördliche Stadtgebiet durchziehende Schneise.

Auf dem Hofberg in direkter Nähe zur Burg Trausnitz befindet sich mit dem Hofgarten eine der ältesten Parkanlagen Bayerns. Auf einer Fläche von über 27 Hektar diente sie schon den frühen Landshuter Herzögen als Erholungsgebiet. Zusammen mit dem daneben angrenzenden Herzogsgarten nimmt der Hofgarten beinahe den gesamten Hofberg ein und gehört zu den wichtigsten Grünanlagen der Stadt.

Zu guter Letzt sei noch das außerhalb des dicht bebauten Stadtzentrums gelegene Naherholungsgebiet Gretlmühle genannt. Das vom Stadtzentrum etwa sieben Kilometer isarabwärts liegende Erholungszentrum besteht aus knapp 290.000 m² an Wasserflächen; dazu gehört ein Surfsee sowie mehrere Badeseen. Die Gesamtfläche des Gebiets, zu dem groß angelegte Liegewiesen genauso wie Auwälder gehören, beträgt 526.000 m².

Regelmäßige Veranstaltungen
Der Hochzeitszug in der Altstadt, im Hintergrund die Heilig-Geist-Kirche.
Zweifellos die bedeutendste regelmäßige Veranstaltung in der Stadt ist die Landshuter Hochzeit, die zu den größten historischen Festspielen Europas gehört. Geschichtlicher Hintergrund der für gewöhnlich dreiwöchigen Veranstaltung ist die Heirat von Herzog Georg dem Reichen und Hedwig Jagiellonica aus dem Jahr 1475. Damals sollen mehrere Zehntausend Menschen in Landshut gefeiert haben, zu deren Verköstigung 320 Ochsen, je weit über anderthalb Tausend Schafe und Lämmer, ca. 500 Kälber und etwa 40.000 Hühner benötigt wurden. Nachdem Münchner Künstler 1880 im Rathaus Szenen aus der damaligen Prunkhochzeit malten, wurden die Stadtbewohner davon so inspiriert, dass sie beschlossen, den damaligen Festakt ab 1903 jährlich wieder aufzuführen. Veranstalter des nunmehr alle vier Jahre stattfindenden Festes ist der 1902 gegründete Verein „Die Förderer“. Höhepunkt der Festivitäten ist der traditionelle Hochzeitszug durch die Altstadt, der 2005 jeweils über 100.000 Besucher anlockte; insgesamt wurden weit über 500.000 Zuschauer gezählt.

Von überregionaler Bekanntheit sind des Weiteren die Landshuter Hofmusiktage, die erstmals im Jahr 1982 in Landshut stattfanden. Das alle zwei Jahre stattfindende Europäische Festival für Alte Musik war in den 1980er Jahren das erste Festival für Alte Musik – anfangs vornehmlich aus der Gotik, der Renaissance und dem Frühbarock  – und setzte folglich Impulse für den Rest Europas. 1996 bezeichnete sie Roman Herzog sogar als „eines der innovativsten deutschen Musikfestivals“. In den letzten Jahren wurde versucht, auch modernere Musik mit einzubauen. Die anfangs revolutionäre Musikveranstaltung wurde wegen des großen Erfolgs mittlerweile in zahlreichen anderen Städten, wie zum Beispiel Regensburg, in ähnlicher Weise veranstaltet.

Eine weitere in den letzten Jahren zu Berühmtheit gelangte Veranstaltung ist das Gartenfestival auf der Burg Trausnitz. Die jährlich stattfindende Verkaufsausstellung feierte im Jahr 2001 ihr Debut. Jedes Jahr steht die meist viertägige Veranstaltung unter einem anderen Motto, wie zum Beispiel „Urlaub im Garten“ (2006) oder „Junges Gemüse und duftende Schönheiten“ (2007). Insgesamt präsentieren inzwischen über 130 Aussteller ihre Beiträge auf dem Schlossgelände, das jährlich über 30.000 Besucher anlockt.

Des Weiteren findet jährlich im März das Landshuter Kurzfilmfestival, das erstmals im Jahr 2000 in der Dreihelmenstadt abgehalten wurde, statt. Damals wurden 12 Filme vor insgesamt 300 Zuschauern gezeigt. Im Jahr 2006 waren 600 Filme angemeldet und vor einem Gesamtpublikum von 3.000 Personen wurden davon 134 Kurzfilme gezeigt. In diesem Zusammenhang ist auch Jugend filmt, ein jährlich Ende Juni abgehaltenes Filmfest, auf dem Werke von jungen Regisseuren (bis 24 Jahre) gezeigt werden. Abgehalten wird der Tag seit 1997 jährlich in der Volkshochschule Landshut.

Großer Bekanntheit erfreuen sich auch die Landshuter Literaturtage. Die Geschichte der jährlich knapp zehntägigen Veranstaltung reicht bis in das Jahr 1996 zurück. Ziel der vom damaligen Oberbürgermeister Josef Deimer initiierten Literaturtage war, die Landshuter Stadtgeschichte einem breiten Publikum auf abwechslungsreiche Weise zugänglich zu machen. Dieses Vorhaben wurde schließlich unter Einbringung von Musik, bildender Kunst und Theater in die Literatur realisiert. Damals wie heute wird jedes Jahr der Themenschwerpunkt auf einen bestimmten Autor gelegt, der in irgendeiner Weise mit der Stadt verknüpft ist, wie zum Beispiel Bettina von Arnim, Lena Christ oder Ludwig Thoma.

Zu den beliebtesten jährlichen Veranstaltungen gehören zwei Volksfeste, zwei Wochen nach Ostern die Frühjahrsdult und die Bartlmädult im August. Sie gehören zu den eher beschaulichen Volksfesten in Bayern und werden von der Besucherzahl her gesehen niederbayernweit vom Gäubodenvolksfest (in Straubing), dem Gillamoos (in Abensberg) sowie vom Karpfhamer Fest (in Bad Griesbach) überboten. Jedoch können beide Veranstaltungen auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Die nachweislich erste Bartlmädult, die ihren Namen nach dem St.-Bartolomäus-Tag am 24. August trägt, fand im Jahr 1339 statt und wurde von Herzog Heinrich d.A. für den neu errichteten Stadtteil Freyung gestiftet. Das genaue Ursprungsjahr der Frühjahrsdult ist dagegen nicht bekannt; aber es ist überliefert, dass es im Zusammenhang mit der 1386 geweihten Dominikanerkirche in Verbindung steht. Schon bald nach den voneinander unabhängigen Gründungen vermischten sich jedoch die Einflüsse. Heute werden beide Dulten auf der Grieserwiese, dem größten zentrumsnahen Landshuter Festplatz, abgehalten.

Jährlich zur Adventszeit findet in der Freyung vor der Jodokskirche der Landshuter Christkindlmarkt statt, der sich beinahe auf den ganzen Dezember erstreckt. Parallel dazu wird seit dem Jahr 1999 der Landshuter Krippenweg veranstaltet. Dabei werden im gesamten Innenstadtgebiet zahlreiche historische Krippen ausgestellt, die jedes Jahr etwa 50.000 Menschen anziehen (Stand 2003).

Daneben gibt es in der Stadt an der Isar noch zahlreiche weitere regelmäßige Veranstaltungen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Dazu gehört unter anderem das Musikfestival „Rock in der Villa“, das jedes Jahr im Jugendzentrum Poschinger Villa abgehalten wird, die „Nacht der blauen Wunder“, in der in zahlreichen Bars, Pubs und Restaurants im ganzen Stadtgebiet viele Bands zu hören sind. Letztere Veranstaltung findet zeitversetzt auch in Wasserburg und in Bad Tölz statt. Zu nennen sind außerdem noch die Altbayerische Antiquitätenwoche sowie das Afrikafest.

Film und Theater
Die die Theaterwelt von Landshut dominierende Einrichtung ist das „Stadttheater im Bernlochner-Komplex“. Dessen Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1841 nämlich wurde der Hotel- und Theaterbau direkt neben der Isar von Johann Baptist Bernlochner fertig gestellt. Nach Ende der NS-Zeit beschloss die Stadt Landshut 1947 den reinen Schauspielbetrieb wieder aufzunehmen. Knapp fünf Jahre später, 1952 schloss sich das Theater in Landshut mit den Schauspielhäusern in Passau und Straubing unter Einbindung des Bezirks Niederbayern zum „Niederbayerischen Städtetheater“ zusammen, das heute unter dem Namen Landestheater Niederbayern bekannt ist. In Landshut befindet sich der Sitz der Schauspielabteilung.

Daneben gibt es in Landshut die Kammerspiele Landshut „kleines theater – Kammerspiele Landshut“.
1992 gründete Intendant Sven Grunert und sein Ensemble zusammen mit der Stadt Landshut und dem Trägerverein das zweite Theater für die Stadt Landshut und die Kulturregion Niederbayern. Einladungen auf nationale und internationale Theaterfestivals folgten unter anderem nach Zagreb, Luxemburg, Sibiu, Leipzig und München. 1996 beschloss der Kultur und Bausenat den Rottenkolberstadl für die Zwecke des Kleinen Theaters zu sanieren.1999 wurde der Neubau mit der Anerkennung des deutschen Archtiketurpreises ausgezeichnet. 2007 wurde die Inszenierung Glückliche Tage von Beckett, zusammen mit der Berliner Schaubühne nach Bukarest auf das 17.nationale Theaterfestival eingeladen. Neben diesen beiden professionellen Theatereinrichtungen gibt es in Landshut noch mehrere weitere Theaterlaienspielgruppen, wie zum Beispiel das Theater Nikola sowie das Hofberg Theater.

Das Jahr 2003 stellte einen Meilenstein im Bereich der Landshuter Film- und Kinogeschichte dar: Die vorher über das gesamte Gebiet der Altstadt verteilten insgesamt acht Kinosäle wurden bis 2007 ausnahmslos geschlossen, als im 2001 errichteten City Center Landshut Ende 2003 ein großes Multiplex-Kino des Kinopolis-Konzerns eröffnet wurde. Es besteht aus insgesamt elf Kinosälen und bietet insgesamt mehr als 1.500 Zuschauern Platz.

Als Gegenpol zum Kinopolis Landshut fungiert das Programmkino Kinoptikum, das vom 1974 gegründeten Filmzentrum Landshut e. V. betrieben wird. Das Kino, das aus einem einzigen Saal besteht und Platz für 50 Zuschauer bietet, befindet sich seit 1977 am Nahensteig in der Altstadt. Gezeigt werden künstlerisch wertvollere, zahlreiche unbekanntere oder ältere Filme.

Seit 1999 findet in der Stadt regelmäßig das in den Kultursparten der Medien beachtete Landshuter Kurzfilmfestival statt.

Sport
Die niederbayerische Hauptstadt trägt manchmal auch den Beinamen Sportstadt Landshut, da sie sowohl im Tiefen-, als auch – oder besser gesagt besonders – im Breitensport große Erfolge verbuchen kann.

Leistungssport
Das Eisstadion am Gutenbergweg
Halle 1 des Stadions
Die – mit Abstand – wichtigste Sportart, die im Profibereich in Landshut betrieben wird, ist Eishockey. Landshut kann in eine Reihe mit anderen traditionsreichen bayerischen Eishockeystädten, wie zum Beispiel Füssen (EV Füssen), Rosenheim (SB Rosenheim) oder Garmisch-Partenkirchen (SC Riessersee) gesetzt werden. Die historischen Wurzeln des Eissports in Landshut reichen bis in die 1930er-Jahre zurück, als 1934 in der Stadt eine Privatmannschaft gegründet wurde, aus der im Jahr 1948 der Eislaufverein Landshut hervorging. Deren Profimannschaft – seit Mitte der 1990er-Jahre die Landshut Cannibals – konnte 1970 und 1983 den Meistertitel der Eishockey-Bundesliga erreichen und ist Gründungsmitglied der seit 1994 bestehenden Deutschen Eishockey Liga. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufte der Verein seine DEL-Lizenz im Frühjahr 1999 freiwillig und setzte den Spielbetrieb in der Oberliga fort, bis sie 2002 wieder in die 2. Bundesliga aufstiegen. Große Anerkennung erfährt der Verein wegen seiner Jugendarbeit, die oftmals als die beste Deutschlands bezeichnet wird und Eishockeylegenden wie Alois Schloder und Erich Kühnhackl und jüngere Talente wie Marco Sturm hervorbrachten. Seine Heimspiele trägt der Verein im städtischen Eisstadion am Gutenbergweg aus, das als Landesleistungszentrum für Eishockey fungiert.

Ein weiteres Aushängeschild des Leistungssports in Landshut ist der Automobilclub Landshut im Bereich des Bahnsports, vor allem im Speedway. Der AC Landshut wurde zwischen 1977 und 2000 insgesamt elf Mal deutscher Meister und stellt damit das erfolgreichste Team der Speedway-Bundesliga dar. Nach fünf Jahren in niedrigeren Ligen tritt der traditionsreiche Verein seit der Saison 2007 wieder in der Ersten Liga an. Die Heimrennen werden allesamt im 1975 eingeweihten Speedwaystadion Ellermühle, das mit einer Kapazität von über 20.000 Plätzen eines der größten Stadien seiner Art in Deutschland ist und daneben auch für leichtathletische Veranstaltungen, Fußball sowie American Football genutzt werden kann.

Neben diesen beiden deutschlandweit bekannten Vereinen finden auch andere Sportarten in Landshut große Beachtung: Im Bereich Fußball gibt es die SpVgg Landshut, die in der Saison 2006/2007 in der Landesliga Mitte spielt und ihre Heimspiele im nahe dem Eisstadion – zum „Sportzentrum West“ gehörigen – Hammerbachstadion mit 10.000 Zuschauerplätzen austrägt. Die Spielvereinigung ist der erfolgreichste Fußballclub der Regierungsbezirks. Ein zweiter bekannter Fußballverein, der daneben in anderen Sportarten aktiv ist, ist der ETSV 09 Landshut, der in der Saison 2006/2007 in der Bezirksoberliga Niederbayern spielt. Im Bereich Basketball ist Landshut gut aufgestellt: Die TG Renesas spielte sogar mehrere Jahre lang in der Basketball-Bundesliga und konnte nach einigen Jahren der Viert- und Drittklassigkeit als Zweitplatzierter am grünen Tisch den Aufstieg in die Pro B – den unteren Bereich der zweigleisigen 2. Basketballbundesliga – erreichen. Die TG Biller und der VfL Landshut sind dagegen im Handball aktiv und spielen derzeit (Saison 2008/2009) in der Bezirksoberliga Altbayern. Im Handball-Jugendbereich ist der SC Landshut-Berg sehr erfolgreich

Breitensport
Bis zum Jahr 1975 gab es im gesamten Stadtbereich keine einzige Dreifachturnhalle, was das damalige Nischendasein der Breitensports hervorhebt. Ab diesem Zeitpunkt wurde in der Stadt massiv in den Sport investiert: In nur zehn Jahren wurden zum Beispiel 17 Halleneinheiten errichtet. Schlusspunkt dieses finzanziell aufwändigen Projekts markierte die Eröffnung des Sportzentrums West. Für umgerechnet rund 19 Millionen Euro wurde bis 1984 das Projekt, auf dem bis heute die Spielvereinigung sowie die Turngemeinschaft beheimatet sind, und dessen Zentrum das Hammerbachstadion darstellt, errichtet. Die damaligen Investitionen wirken sich bis heute positiv auf die Sportlandschaft der Stadt aus: Heute (2004) gibt es in Landshut 72 Sportvereine mit einer Gesamtmitgliederzahl von 29.500 Menschen, folglich sind fast die Hälfte aller Landshuter Mitglied in einem Sportverein. Bekannte Veranstaltungen für den Breitensport sind zum Beispiel die "Blade Night" oder die "Tour de LA" durch die Landshuter Altstadt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger
Die Stadt Landshut hat seit 1829 insgesamt 45 Personen die Ehrenbürgerschaft verliehen.

"siehe:" Liste der Ehrenbürger von Landshut

Söhne und Töchter der Stadt


Sonstige bekannte Personen in Verbindung mit Landshut
Diese Liste enthält Personen, die zwar nicht in Landshut geboren sind, aber in Landshut gelebt, gewirkt und ihre Spuren hinterlassen haben (etwa an der Universität Landshut oder als Herzog). Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit



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