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Himara

Albanien, Himara
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Das neue Himara an der Bucht
Strandpromenade von Himara
Glockenturm der orthodoxen Kirche
Ruinen in der Altstadt
Ehemaliger sowjetischer U-Boot-Bunker südlich von Himara
"Himara" (albanisch auch "Himarë", griechisch "Χειμάρρα") ist eine Kleinstadt an der Küste des Ionischen Meeres im Süden Albaniens im Kreis Vlora. Der Ort ist das Zentrum der so genannten Albanischen Riviera, dem abgelegenen Küstenabschnitt nördlich von Saranda bis zur Adria. Die Gemeinde Himara umfasst die ganze nördliche Hälfte der Riviera, weshalb mit "Himara" oft mehr gemeint ist als nur der Ort.

Geographie
Himara liegt sehr abgelegen durch das Ceraunische Gebirge vom Rest des Landes getrennt. Die Straße entlang der Küste ist schmal und kurvenreich. Busse brauchen Stunden, um über den Llogara-Pass in die Bezirksstadt Vlora zu gelangen. Nur im Sommer verkehren gelegentlich Kursschiffe nach Korfu und Vlora. Handelsschiffe fahren den Hafen kaum noch an. Dank der Abgeschiedenheit ist die Natur um Himara noch relativ unberührt.

Das moderne Himara liegt direkt am Meeresufer an einer lang gezogenen Bucht mit Sandstrand. Alt-Hirama liegt etwas landeinwärts auf einem Hügel. Es ist geprägt von alten Steinhäusern und steilen, schmalen und daher autofreien Gassen. Auf dem Hügel gibt es Wasser, und oben konnte man sich Angriffen von der Seeseite her besser erwehren. Deshalb wurde hier schon in der Antike eine Siedlung angelegt. Die Burg mit ihrer Kirche ist heute verfallen.

Zum Gebiet der Gemeinde zählen neben Himara die Dörfer Palasa, Gjolek, Dhërmi, Ilias, Vuno, Pilur, Kudhës und Qeparo.

Griechen und griechische Sprache
In Himara leben viele Angehörige der griechischen Minderheit.T.J. Winnifrith: "Badlands – Borderlands, A History of Southern Albania/Northern Epirus", Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3201-9, S. 154James Pettifer: "Albania & Kosovo – Blue Guide", A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8, S. 476ff Genaue Zahlen über die Aufteilung der Bevölkerungsgruppen liegen nicht vor.

Während zu Zeiten des Kommunismus die albanische Sprache in der Öffentlichkeit vorherrschte, hat es im vergangenen Jahrzehnt eine deutliche Renaissance des Griechischen in Himara gegeben. Eine große Rolle spielt dabei die Arbeitsmigration nach Griechenland. Die Wanderarbeiter aus dem Süden Albanien, die zum Teil mehrfach im Jahr, zum Teil nur im Sommer in ihre Heimat zurückkehren, bringen auch griechische Einflüsse mit.

In Bezug auf Himara ist es zu wissenschaftlichen und politischen Streitigkeiten gekommen. Griechische und albanische Historiker sind sich uneinig, ob die griechische Minderheit alteingesessen ist oder nicht. Politisch geht es dabei um die Frage, ob Himara den Status einer Minderheitengemeinde erhält. Bei den Wahlen 1999 und 2003 kam es in Himara zu Zwischenfällen, da sich die griechische Minderheit benachteiligt fühlte., in: "South East Europe Review" 1/2004 Ein Gericht in Vlora verurteilte den griechischstämmigen Bürgermeister im Frühjahr 2009 zu einer mehrmonatigen Haftstrafe, nachdem er Ende 2007 Straßenschilder, die nur auf Albanisch angeschrieben waren, entfernen ließ.

Zwischenzeitlich gibt es in Himara wieder eine griechische Schule.

Geschichte
Schon in vorrömischer Zeit wurde eine Siedlung begründet. Sowohl deren Name als auch die Herkunft der ersten Bewohner Himaras (vielleicht Chaoner, Illyrer eines anderen Stammes oder aber griechische Kolonisten aus Korfu) sind unbekannt. Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde die Gegend von den Römern erobert und zunächst der Provinz "Macedonia" zugeschlagen. Im Bürgerkrieg zog das Heer Julius Caesars von Oricum an Himara vorbei nach Griechenland, nachdem es wenige Kilometer nördlich gelandet war. Bei der endgültigen Teilung des Römischen Reiches (395) fiel Epirus und mit dieser Region auch Himara an das griechisch geprägte Ostreich.

Auch aus dem Mittelalter ist kaum etwas über Himara bekannt. Einige Zeit war der Ort Sitz eines orthodoxen Bischofs, als solcher ist Himara 1020 in einer byzantinischen Urkunde bezeugt. Die meiste Zeit lag Himara im Grenzgebiet verschiedener rivalisierender Reiche. Der Ort konnte sich aufgrund dessen eine gewisse Autonomie erwerben. Ende des 9. Jahrhunderts reichte das Bulgarische Reich bis an die Küste von Himara. 1085 verheerten die Normannen die Gegend.

Nach dem 4. Kreuzzug brach die Herrschaft von Byzanz am Ionischen Meer zusammen. Nachfolgestaat war hier das Despotat Epirus, dessen wechselvolles Schicksal Himara bis Ende des 13. Jahrhunderts teilte. Seit dieser Zeit unterhielten die Himarioten eine eigene Flotte, die sie zum Schutz ihres Gebietes ebenso wie für die Piraterie verwendeten. Himara selbst wurde stark befestigt. Um 1375 kam Himara unter die Herrschaft der Ballsha, die sich aber nur 20 Jahre als Stadtherren behaupten konnten.

Ende des 14. Jahrhunderts begannen die Osmanen mit der Eroberung der christlichen Herrschaften im Gebiet des heutigen Südalbanien. Um 1420 war die ganze Region – abgesehen von Himara und dem venezianischen Butrint – unter türkischer Kontrolle.

1481 machten die Himarioten einen Aufstand gegen die Osmanen, die nur nominell die Oberherrschaft über Himara ausübten. Mit ihrer Flotte störten sie den türkischen Nachschub ins italienische Otranto, das in jenem Jahr für kurze Zeit türkisch besetzt war. Die bewaffneten Unruhen der Himarioten gegen die osmanische Herrschaft dauerten bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts an. 1492 fand sich Sultan Bayazid II. nach einem erfolglosen Feldzug sogar zu einem Abkommen bereit, in dem den Himarioten Autonomie gewährt wurde. Sultan Suleyman griff Himara 1537 erneut an, das zu diesem Zeitpunkt etwa 50 Dörfer der Umgebung beherrschte. Auch wenn sich die Himarioten auf Dauer nicht gegen die Türken behaupten konnten, blieb die Herrschaft der Osmanen über die fast nur vom Meer zugängliche Region immer schwach.

1798 eroberte Ali Pascha Tepelena Himara und verleibte die Stadt seiner Herrschaft ein. Unweit von Himara errichtete er die Festung "Porto Palermo". Mit dem Tod Ali Paschas gelangte Himara 1822 wieder unter die Herrschaft Istanbuls. 1833 beteiligten sich die Himarioten an einem antitürkischen Aufstand. 1912 wurde Himara Teil des unabhängigen Albanien. In der Zwischenkriegszeit war Himara zeitweise ein eigener "Unterbezirk" innerhalb der Präfektur Vlora. 1940 rückte die griechische Armee bis nach Himara vor.

Sehenswürdigkeiten
Einige Kilometer südlich von Himara liegt in der Bucht von "Porto Palermo" eine Festung, die Ali Pascha Tepelena zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauen ließ.

Wirtschaft
Himara und die benachbarten Dörfer – insbesondere Dhërmi – sind beliebte Urlaubsziele der Albaner aus dem In- und Ausland. In den letzten Jahren sind zahlreiche Appartement-Häuser, Restaurants und Läden entstanden. Trotz allem ist die Infrastruktur nach wie vor bescheiden und dem Ansturm der Touristen im Sommer kaum gewachsen.

Außerhalb der Urlaubszeit ist in und um Himara wenig los. In den Dörfern leben fast nur noch alte Leute – viele junge arbeiten und leben in Griechenland. Neben der Landwirtschaft und den Touristen im Sommer gibt es kaum Einnahmequellen. Die wenigen Fabriken wurden geschlossen und der Marinestützpunkt der albanischen Armee ist halb verlassen. Fischerei lohnt sich kaum, da die Vertriebswege zu weit wären.

Söhne und Töchter der Stadt
*Pyrros Dimas, Gewichtheber
*Sotirios Ninis, Fußballspieler

Literatur
* Kristo Frashëri: Himara dhe përkatësia etnike e himarjotëve. Bisedë me historianët grekë. Tirana 2005. ISBN 99927-1-951-6
*Rami Memushaj: Himara - Në dritën e të dhënave historike, gjuhësore dhe etnologjike. Tirana 2004. ISBN 99927-1-797-1
*Spiro Rusha: Himara në stuhitë e shekujve. Tirana 2001.
*Kostas Chatzeantoniou: Chimara. To aparto kastro tes Voreiou Epeirou. Athen 2002. ISBN 960-8275-01-6


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 16.09.2019 15:06 von den Wikipedia-Autoren.
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