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Glorias liebste Lebkuchen

Deutschland, Waldsassen
06.05.2011
Von Jürgen Herda    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Fürstin Glorias Lob machte die Lebkuchen-Manufaktur Rosner in Waldsassen berühmt
Was ein Satz nicht alles ausrichten kann – jedenfalls, wenn die Worte aus dem Mund eines Promis stammen: „Die besten Lebkuchen der Welt kommen zunächst nicht aus Nürnberg, wie viele glauben wollen“, stellte Fürstin Gloria von Thurn und Taxis richtig. „Die besten Lebkuchen der Welt macht meiner Meinung nach die Konditorei Rosner in dem kleinen Ort Waldsassen an der bayerisch-tschechischen Grenze." Das war nicht nur der Ritterschlag für die kleine Manufaktur, die dem fränkischen Lebkuchen-Imperium trotzt. Es war der Rettungsreifen im richtigen Moment.
Galerie
Fürstin Gloria, die Lebkuchen-Expertin.

„Dabei war Fürstin Gloria nicht ein einziges Mal bei uns“, grinst Juniorchef Wolfgang Neumann, „sie hatte die Glasfabrik Lampertz besucht und die hatten ihr unsere Lebkuchen angeboten.“ Als der blaublütige Liebling der Regenbogenpresse 1988 im Bayerischen Rundfunk den folgenschweren Satz platzierte, wendete sich das Geschick der Rosners. „Das Telefon stand nicht mehr still“, erinnert sich der Schwiegersohn. „Jeder, der sich etwas blaublütig fühlte, wollte sie probieren. Die Schwiegereltern waren heillos überfordert.“ Dennoch waren alle Bestellungen bis zum Heiligen Abend ausgeliefert. „Im nächsten Jahr ging der Boom weiter.“
Monika Hohlmeier beim Besuch der Lebkuchen-Manufaktur Rosner.

Letzter eigenständige Bäcker
Dabei stand der Familienbetrieb in der krisengeschüttelten Grenzregion durchaus auf der Kippe: „Wir sind der letzte eigenständige Bäcker am Ort, drei Konzerne teilen sich den Markt auf“, hält Neumann den Filialzug für abgefahren. „Es gibt uns einmal, und es wird uns kein zweites Mal mehr geben.“ Auf internationalen Süßwarenmessen könne man beobachten, wer in der Branche den Ton angibt: „Die Jungs von Aldi und Lidl bestimmen das Geschäft. Mit Kampfpreisen können wir nicht konkurrieren.“ Mit dem Niedergang der ehemaligen Porzellan-Stadt begann auch das Bäckersterben in Waldsassen: „Wo heute Supermärkte stehen, waren früher Porzellan-Fabriken. 1969 gab es noch neun Bäckereien, seit 2006 sind wir allein.“ Auch ein Grund für den Arbeitsplatzabbau in der Region: „Die Ketten arbeuten mit minimalem Personaleinsatz für maximalen Gewinn – bei uns ist es genau umgekehrt.“

Um zu überleben, blieb Rosner nur die Konzentration auf Qualität und Guerilla-Marketing: „Wir sind winzig, Sie werden uns nie in einem Supermarkt finden.“ Dafür überzeugte der gelernte Tischler die Rosners vom Internet: „Die Schwiegereltern sind fast in Ohnmacht gefallen, als ich das 2004 vorschlug. Inzwischen verkaufen wir weltweit – nur fünf Prozent in der Region, 85 Prozent im Rest Deutschlands und den Rest international.“ Mit dem Neubau in der Baumeister-Emil-Engel-Straße setzten die Rosners auch eine neue Unternehmensphilosophie um: „Wir wollten den Menschen zeigen, wie wir Lebensmittel machen.“ Etwa 4000 Besucher im Jahr sehen seit 2006 in einem kleinen Film, wie Lebkuchen gemacht werden – wegen der strengen Lebensmittelgesetze, können wir die Leute nicht durch die Produktion führen.“
"Rosners Lebkuchen schmecken am besten“, lobt Gourmet-Koch Wolfgang Siebeck im "Stern".

Siebeck: Die besten aus 30
Mundpropaganda im delikatesten Sinn des Wortes ist das Erfolgsrezept der Waldsassener: Bei regelmäßigen Führungen in der „gläsernen Manufaktur“ können sich Gäste mit dem eigenen Gaumen von der Güte der Delikatessen überzeugen: „So was hab i no ned gegessen“, laute das Urteil oft, wenn sich die kleinen Probeteller im Laufe des Lebkuchen-Vortrags leeren. Unter den Chef-Vorkostern befanden sich Leonhard Bernstein, Monika Hohlmeier, und Gourmet Wolfram Siebeck stellte nach dem Test 30 verschiedener Lebkuchensorten von 13 bekannten Herstellern für die Illustrierte „Stern“ fest: „Der Ideale Lebkuchen hat eine dünne, krustige Oberfläche, ist innen locker und etwas feucht, die Mandeln und das Orangeat sind nicht allzu klein gehackt, das Ganze ist schwach gesüßt, und die Gewürze müssen kräftig herausschmecken – Rosner"s Lebkuchen schmecken am besten!“

Seit 160 Jahren betreibt das Familienunternehmen das Bäcker-Handwerk: „Angefangen hat alles in der Landwirtschaft“, erzählt Neumann, „da wurde für den Eigenbedarf im Holzofen Brot gebacken." Schon bald aber hätte die Gründergeneration mehr und mehr rösches Bauernbrot weiterverkauft. „Es war dann mein Schwiegervater, der die Konditorenkunst mit in die Familie brachte.“ Die Erfindung des Welterfolgs sei der Sparsamkeit des „Kriegskinds“ zu verdanken: „Er hatte mal wieder zu viel Eiweiß übrig, weil man als Konditor immer mehr Eigelb braucht – das hat er in einem kleinen Lebkuchenrezept verarbeitet.“
Reinheitsgebot à la Rosner: Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe.

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Lebensmittel ohne Konservierrungsstoffe stellen die 24 Angestellte das ganze Jahr über her – außerhalb der Saison allerdings in kleineren Mengen. „97 Prozent verkaufen wir im Versand.“ Und die runden Leckereien werden alle 14 Tage frisch gebacken: „Die genaue Zusammensetzung ist natürlich ein Betriebsgeheimnis, aber die Zutaten kann ich schon verraten: Haselnüsse, Zitrinat, Orangeat, Fruchtzucker, Hirschhornsalz und Aprikosenmarmelade als Feuchtigkeitsspeicher.“

Die Masse wird bei 72 Grad Celsius 20 Minuten geröstet, der heiße Brei dann eine Nacht stehen gelassen, um ihn bei exakt 36 Grad auf die Obladen aufzustreichen. 10 000 Lebkuchen durchlaufen in drei Stunden den Produktionsprozess. Drei verschiedene Sorten sind im Angebot, Mandel, Nuss und Schoko. „Mein Liebling ist der Nuss-Lebkuchen“, bekennt Neumann, „der hat einen höheren Kakaoanteil und als Erkennungszeichen genau nur eine Nuss.“ Faszinierend für Lebkuchenlaien ist der paradiesische Schokoladenfall: „Der Guss legt sich wunderbar drüber, wäre aber zu viel – deshalb schiebt ein Fön die überflüssige Schokolade runter, dadurch entstehen diese charakteristischen Wellen.
Bringt Kulturreisende nach Waldsassen: die weltberühmte Bibliothek der Basilika.

Stadortvorteil Basilika
Ein Standortvorteil für den letzten Handwerker unter Waldsassens Bäcker ist die weltberühmte Basilika: „300 000 Touristen kommen jedes Jahr“, freut sich Neumann über fremde Leckermäuler, „deshalb haben wir die ,Waldsassener Kirchturmspitzen‘ kreiert“. Das feine Mandelgebäck aus Marzipan, Zucker, Mandeln, Nüssen, Eiweiß und Gewürzen ist „in aller Munde“. Mit auf dem Probierteller liegen auch selbstgemachte Trüffel, Macadamia-Busserl, Baumkuchenspitzen und Dinkel-Anis-Plätzchen. Inzwischen sind die Rezepte auch für die nächsten Konditor-Generationen gesichert: „Mein Schnwiegervater hatte alles im Kopf“, erzählt Neumann. „Als er krank wurde, hat er umgedacht, und alles wurde aufgeschrieben.“
LEBKUCHEN-MANUFAKTUR ROSNER
Egerer Straße 9
D-95652 Waldsassen

Tel:09632 - 916 521
Fax:09632 - 1343

www.lebkuchen-rosner.de

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Nürnberger (29.01.2012):
Ich finde sie nicht so gut wie unsere!
Tanja Schiffer (29.01.2012):
Sehr lecker!
Hannelore Scherl (07.01.2012):
Sehr geehrte Damen und Herren, die Lebküchnerei Rosner ist ein Traditionsunternehmen aus meiner Heimat und ich lasse mir jedes Jahr Stollen und Lebkuchen schenken von meiner Familie. Wir leben zwar nicht mehr in Bayern, aber wenn es wieder Lebkuchen gibt, ist das wie ein Urlaub daheim für mich. Ich danke Ihnen für den schönen Artikel, jetzt weiß ich auch, wie sie hergestellt werden. Mit freundlichem Gruß, H. Scherl
@waldsassen4ever (05.01.2012):
ich auch!!!!
Karl (29.11.2011):
War mein bestes Weihnachtsgeschenk, danke!
Waldsassen4ever (04.11.2011):
DA komm ich her!!! : )))
Nicolai (03.11.2011):
Ist wie ein Einzug ins Lebkuchenhaus. Der einzige Nachteil ist halt, dass mir jetzt keine anderen mehr schmecken!
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