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Computer-Gesichtserkennung am Bahnhof: Trefferrate über 80 Prozent

Deutschland
11.10.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Berlin (dpa) - Ein Pilotprojekt zur automatischen Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz hat gezeigt, dass Computersysteme bei realistischen Testbedingungen eine maximale Trefferquote von 86,3 Prozent erreichen. Nach der Auswertung der Ergebnisse des einjährigen Versuchs teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag mit: «In über 80 Prozent der Fälle wurden die Testpersonen durch die Systeme zuverlässig erkannt.» In weniger als 0,1 Prozent der Fälle sei ein Mensch von der Software verwechselt worden.

Bundespolizei-Präsident Dieter Romann sagte: «Die Technik erleichtert es, Straftäter ohne zusätzliche Polizeikontrollen zu erkennen und festzunehmen.» Dies bedeute einen «erheblichen Sicherheitsgewinn». Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte: «Die Systeme haben sich in beeindruckender Weise bewährt, so dass eine breite Einführung möglich ist.» Das Ministerium wies allerdings darauf hin, nicht das Gesichtserkennungssystem, sondern Polizisten würden im Einzelfall entscheiden, ob der automatisch generierte Treffer ein polizeiliches Einschreiten erfordere und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Datenschützer kritisieren die automatisierte Gesichtserkennung scharf. Sie sagen, durch die Technik würden die Persönlichkeitsrechte von Menschen verletzt, der Überwachungsstaat weite sich aus.

In einem zweiten Versuch soll voraussichtlich ab Januar 2019 getestet werden, inwieweit Computerprogramme gefilmte Situationen und Gegenstände analysieren können. Damit will die Deutsche Bahn feststellen, wie gut die Programme seltene oder gefährliche Abweichungen von der Normalität im Bahnhof erkennen können. Dazu zählen beispielsweise hilflose Menschen und Gegenstände, die stehengelassen wurden.

 

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