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Barnaul

Russland, Barnaul
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"Barnaul" () ist die Hauptstadt der russischen Region Altai im Süden Westsibiriens mit 647.703 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2008).

Geografie
Klimadiagramm von BarnaulGeoklima 2.1
Die Stadt befindet sich 180 km südöstlich von Nowosibirsk und 280 km von der Grenze zu Kasachstan. Sie liegt am westsibirischen Hauptfluss Ob am Ostrand der Barabasteppe in sandiger Gegend.

In Barnaul herrscht kontinentales Klima mit sehr kalten Wintern und warmen Sommern.

Die Stadt Barnaul ist das Zentrum der Altai-Region, die mit der Abspaltung der Republik Altai mit der Hauptstadt Gorno-Altaisk rund ein Drittel ihres Gebietes abgab.


Geschichte
Die Kupferschmelze um 1850 - Ursprung von Barnaul
Barnaul ist eine der ältesten Städte Westsibiriens. Sie wurde 1730 als Kosakenfort gegründet und ist seit 1771 Stadt. Bis 1867 war sie neben Jekaterinburg die zweite offizielle Bergbaustadt Russlands.

1727 wurde Sibirien Deportationskolonie für Verbrecher und politische Gefangene, woraufhin sich die Bevölkerungszahl schnell erhöhte und viele billige Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Aus diesem Grund errichtete die Industriellendynastie Demidow (Akinfi Demidow, 1678-1745) 1730 eine Kupferschmelze an der Mündung der Barnaulka in den Ob, um die herum sich eine Stadt entwickelte. Die Kupferschmelze befand sich in der Nähe des Flusses, was den Transport der Maschinen und den Abtransport des Kupfers erleichterte. Zudem war die Nähe zum Wald, und damit zum Brennstoff Holz, ideal. Die weiten Transportwege von den Kupferbergwerken zu den weiterverarbeitenden Kupferschmelzen wurden dadurch erheblich verkürzt und die Kosten gesenkt. Somit entstand das erste industrielle Zentrum Sibiriens.
Barnaul um 1885

Einige Jahre später wurden Silbererze im Altai gefunden, was zur Errichtung von Silberminen führte. Eine erste Schmelze und Schmiede für Silber wurde in Barnaul errichtet. Sie existierten von 1744 bis 1893. In diesem Zeitraum wurden pro Jahr ca. 7,4 Tonnen Silber gefördert, die gesamte Region förderte 90 % des Silbers ganz Russlands. Am 1. Mai 1747 erließ die Zarin Elisabeth Petrowna ein Dekret zur Enteignung der Industrie Barnauls und übernahm die Stadt als Zentrum des Silbers in Staatshand.
Demidow-Platz
Cafe Imperator
Im Jahr 1753 kam es zur Gründung der „Junior mining school“, einer kleinen Bergbauschule, deren Abschluss zum Besuch der Bergbau-Fachschule in Sankt Petersburg berechtigte. Diese Zusammenlegung von Ausbildung und Arbeitsort führte zum weiteren Wachstum Barnauls.

Ab 1771 war Barnaul die zweite offizielle Bergbaustadt Russlands, die damit verbundenen Privilegien, wie z.B. das Recht zur eigenen Geldemission, beeinflussten stark die durch umfangreiche Industrieansiedlung gekennzeichnete Entwicklung der Stadt. 1779 wurde die „Senior mining school“, eine Fachschule für Bergbau wie sie in St. Petersburg bestand, als logische Weiterentwicklung gegründet.

Das erste meteorologische Observatorium Sibiriens wird 1838 in Barnaul erbaut.

In den Folgejahren erlangte der Grenzhandel in Barnaul für die Mongolei nach dem 1902 abgeschlossenen Ausbau des "Tschuisker Traktes" als befahrbarer Handelsstraße über den Kamm des Altaigebirges immer mehr Bedeutung und wurde ein wichtiger Handelszweig. Die Anbindung an das Eisenbahnnetz 1915 war für Barnaul die Öffnung zu größeren Einfluss- und Handelsgebieten in Sibirien. Die Transsibirische Eisenbahn verläuft jedoch 200 Kilometer nördlich in Nowosibirsk.

1917 kam es zu einem Großbrand in Barnaul, in dessen Folge die Stadt in großen Teilen vernichtet wurde. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Barnaul nach dem Prinzip der Gartenstadt neu gestaltet, was den heutigen Charakter der Stadt unübersehbar prägte.

Im Rahmen der stalinistischen Industrialisierung wurde die Transsibirische Eisenbahn mit Inbetriebnahme der Turksib 1934 weiter ausgebaut, wodurch Barnaul seine Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt der Region erlangte.

Einwohnerentwicklung
Barnaul-Panoramabild (2007)


Kultur und Sehenswürdigkeiten
Russisch-Deutsches Haus in Barnaul

Das kulturelle Leben in Barnaul findet hauptsächlich in Theatern, von denen es fünf in Barnaul gibt und in der örtlichen Philharmonie statt. Die drei Museen der Stadt geben den historischen Part der Bildung ergänzend zu den für Russland typischen Kulturhäusern oder -zentren, von denen Barnaul 12 vorweisen kann, ab.

In Barnaul leben viele Russlanddeutsche. Daher wurde mit deutscher Hilfe in Barnaul auch ein Russisch-Deutsches Haus errichtet, das als Kulturzentrum tätig ist. Ferner betreibt das Goethe-Institut in Barnaul ein Sprachlernzentrum, das Deutsch-Kurse anbietet.

Die Region Altai ist in den Kreisen Halbstadt (russ. Galbschtadt) und Slawgorod eines der bedeutenden Siedlungsgebiete der Russlanddeutschen, deren Geschichte auf die Verschleppung Deutscher aus ganz Westrussland in die Region um Barnaul auf Stalins Befehl zurückgeht, ebenso wie auf die Siedlungspolitik von Katharina der Großen, die zur Zeit ihrer Regentschaft Menschen aus Deutschland anwarb, um in dem Bereich Barnaul bis Kasachstan zu siedeln. Dort leben heute 69.000 Menschen deutscher Abstammung (Stand: 2004). Für sie wurde 1991 ein „Autonomer Bezirk der Deutschen“ (russisch: Nemezki nazionalny rajon) mit dem Verwaltungszentrum Halbstadt (russisch: Galbschtadt) eingerichtet.

Erwähnenswert sind auch die großen Sportstadien, Schwimmbäder und besonders der Sportkomplex „Ob“, in dem regelmäßig große Sportereignisse stattfinden.

Wirtschaft
„Roter Laden“ (2007)
In Barnaul beschäftigen mehr als 100 industrielle Betriebe ca. 120.000 Menschen, womit die Stadt das industrielle Zentrum der Region darstellt. Hier werden Produkte wie Diesel, Reifen, Maschinen der Metallbearbeitung (Schmelzöfen, Drehbänke,...), synthetische Fasern, Dampfkessel, technisches Karbon, Bohrmaschinen, Wollkleidung, Möbel, Schuhfabrikation, Diamantbearbeitung, usw. hergestellt und auch weiterverarbeitet.

Bildung
In den 30 Bibliotheken befinden sich momentan mehr als 1.200.000 Bücher, obwohl Barnaul nicht zu den Bildungszentren der Größenordnung Nowosibirsks zugerechnet werden kann. Trotzdem stellt Barnaul durchaus das Zentrum für Bildung für seine Region mit mehr als 10 Weiterbildungseinrichtungen (Hochschulen, Volkshochschulen, etc.) mit ca. 22.000 Studenten.

Hochschulen
Lenin-Straße

*Staatliche Agraruniversität des Altajgebiets
*Staatliche Medizinuniversität des Altajgebiets
*Staatliche Pädagogische Universität Barnaul
*Staatliche Technische I.I.Polsunow-Universität des Altajgebiets
*Staatliche Universität des Altajgebiets
*Staatliches Akademie für Künste und Kultur des Altajgebiets
*Akademie für Ökonomie und Recht des Altai
*Barnauler Institut für Recht des Innenministeriums Russlands
*Ökonomisch-juristisches Institut des Altai
*Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie
*Filiale des Russischen Ferninstituts für Textil- und Leichtindustrie


Datei:Technical University Ivan Polzunov in Barnaul.JPG|Technische Universität Iwan Polsunow
Datei:Agrarian University Barnaul.JPG|Agraruniversität Barnaul
Datei:Altai State Academy of Culture and Arts.jpg|Staatliche Akademie für Künste und Kultur des Altaigebiets



Sport
Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Dynamo Barnaul vertreten.

Söhne und Töchter der Stadt
* Konstantin Scherbakov (* 1963), russischer Pianist
* Julia Neigel (* 1966), deutsche Sängerin, Autorin und Produzentin
* Alexei Smertin (* 1975), russischer Fußballspieler
* Michail Jakubow (* 1982), russischer Eishockeyspieler
* Iwan Wischnewski (* 1988), russischer Eishockeyspieler
* Alexei Tscherepanow (1989–2008), russischer Eishockeyspieler

Quellen



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.10.2019 06:43 von den Wikipedia-Autoren.
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