Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Agnita

Rumänien, Agnita
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  


"Agnita" (sächsisch "Ognitheln", deutsch "Agnetheln", ungarisch "Szentágota", veraltet "Ágotafalva") ist eine Stadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen, Rumänien.

Lage
Agnetheln liegt am Hârtibaciu ("Harbach"), einem Nebenfluss des Cibin ("Zibin"), an der Verbindungsstraße von Sibiu ("Hermannstadt") nach Sighişoara ("Schäßburg"), im Nordosten des Kreises.

Stadtgliederung
Zur Stadt Agnita gehören neben dem Hauptort noch die Dörfer Coveş (dt. "Käbesch", ung. "Ágotakövesd") und Ruja (dt. "Roseln", ung. "Rúzsa"). Die Einwohnerzahl der Stadtgemeinde Agnita betrug im Sommer 2004 12.119 Personen, davon entfielen je ca. 500 auf die beiden Katastralgemeinden.

Geschichte
Die Kirchenburg von Agnetheln (Agnita) im Januar 2006.
Gründung
Agnetheln wurde um 1180 von deutschen Einwanderern (Siebenbürger Sachsen), die vom ungarischen König ins Land gerufen wurden, gegründet. Der Name Agnetheln geht auf die legendäre Gründerin des Städtchens, die heilige Agnes (synonym Agneta, Agnet, Agnetha), zurück. Das Siegel des Marktamtes zeigt die Hl. Agnetha mit dem Palmenzweig in der rechten Hand. Der Sage nach soll sie eine von drei Töchtern eines Grafen gewesen sein, der seine Burg auf dem Berg Lempesch in Richtung Schönberg errichtet hatte. Diese Töchter sollen auch die Ortschaften Roseln (Ruja) und Mergeln (Merghindeal) gegründet haben.

Sakrale Gebäude
Der Torturm der Kirchenburg von Agnetheln

Im Mittelalter wurde die evangelische Kirchenburg von den sächsischen Siedlern gebaut, um den wiederholten Überfällen durch osmanische Heere trotzen zu können. Die heutige Form des wichtigsten erhaltenen Baudenkmals, welches sich im Zentrum des Ortes befindet, stammt aus dem Jahre 1560. Allerdings wurden die Ringmauern im 19. Jahrhundert niedergerissen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die erste rumänisch-orthodoxe Kirche auf einem Berg am Rande der Stadt errichtet.

Neuzeit
1867–1919 fiel Siebenbürgen unter rein madjarische Herrschaft innerhalb der habsburgischen Doppelmonarchie. In dieser Zeit wurden auch in Agnetheln Magyarisierungsversuche unternommen. Damals bildeten die Ungarn – wie heute – nur eine kleine Minderheit.

Nach dem Anschluss an Rumänien 1919 verloren die deutschen Einwohner weitere ihrer seit Jahrhunderten angestammten Rechte. Die bisher von den sächsischen Bürgern Agnethelns gemeinsam genutzte Weiden und Wälder – der „Gemeindeboden“ – wurden enteignet, so dass z.B. bedeutende Mittel zur Finanzierung der deutschen Schule fehlten. Viele Ämter wurden aufgrund neuer Gesetze durch rumänische Personen besetzt, die deutschen Einwohner zunehmend aus der Administration gedrängt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg
Im Januar 1945 wurden die „arbeitsfähige“ (auch 16- und 17-jährige) deutsche Bevölkerung – wie auch in anderen Teilen Rumäniens - in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit deportiert. Nach der kommunistischen Machtübernahme 1948 wurden die deutschen Bewohner diskriminiert, immer wieder enteignet und aus ihren Häusern vertrieben. Nach 1990 wanderte ein Großteil der Siebenbürger Sachsen nach Deutschland aus. Trotz der Periode der Benachteiligung - unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg - und der Auswanderungswelle nach 1989 gibt es bis heute deutschsprachigen Unterricht an den Schulen Agnitas - für mehrheitlich rumänische Schüler, da es inzwischen weniger als 50 Einwohner mit deutschen Wurzeln gibt.

Kommunalpolitik


Bürgermeister ist Radu Marius Curcean, der bei den Kommunalwahlen 2004 für die christdemokratische „Acţiunea Populară“ (PAP) antrat. Mittlerweile gehört er der Liberaldemokratischen Partei (Partidul Democrat Liberal) an.

Sehenswürdigkeiten
Das Portal des Harbachtalmuseums.

* Areal "Steinburg" oberhalb der Stadt
* "Evangelische Kirche" mit Kirchenburg im Stadtzentrum, erbaut ab dem 15. Jahrhundert
* "Harbachtalmuseum": Es bewahrt unter anderem ein Werk von Erasmus von Rotterdam auf. Es liegt in der Mitte der Stadt, auf der linken Seite (von Sibiu kommend). - Täglich geöffnet von 9:00 bis 16:00 Uhr
* "Sankt-Nikolaus-Kirche" (Biserica „Sfântul Nicolae”), rum.-orthodox, errichtet 1795–1797

Verkehr
1898 bekam der Ort einen Bahnanschluss aus Richtung Schäßburg. 1910 wurde die von der deutschen Bevölkerung "Wusch" genannte Schmalspurbahn bis nach Hermannstadt verlängert. 1965 wurde die Verbindung nach Schäßburg, 2001 auch die in die Kreishauptstadt von der Rumänischen Staatsbahn (CFR) de facto stillgelegt.

Wirtschaft und Soziales
Agnetheln ist das Zentrum der historischen Region Harbachtal und ein alter Standort der Lederverarbeitung, weniger der Textilproduktion. Die Stadt entwickelte sich als vom Schusterhandwerk bzw. Kleinhandwerk sowie von Kleinbauern geprägtes sächsisches Städtchen zu einer reichen Kleinstadt. Im Mittelalter waren die Zünfte die Organisationen, welche die Handwerker und ihre Aktivitäten anhand von Regelwerken koordinierten. Ende des 19. Jahrhunderts gründete die deutsche Bevölkerung erste Industrieunternehmen in der Stadt: eine Spiritusfabrik, eine Leder- und Schuhfabrik, sowie eine Genossenschaftsbank nach dem deutschen Raiffeisenprinzip, welche Gründungen sowie Kleinunternehmen unterstützte. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Verkehrsanbindung an die Kleinbahn „Wusch“ unterstützt.

Ein hoher Anteil der Bevölkerung war bis 1990 in drei größeren Industriebetrieben beschäftigt. In Agnita selbst arbeitet heute (2008) nur noch die Lederfabrik, alle anderen Fabriken wurden nach 1990 von den nun privaten Eigentümern stillgelegt, die meisten Arbeiter entlassen.

Darüber hinaus spielt die Landwirtschaft auch als Subsistenzbetrieb bis heute eine zentrale Rolle im Berufsleben der Einwohner von Agnita. Die Zahl der in der Privatwirtschaft beschäftigten Personen stieg von 2.500 im Jahr 2004 auf 3.546 im Jahr 2006. Die offizielle Arbeitslosenrate lag 2004 bei 6,1 %. Ab 1990 hat Agnita seine Rolle als kleines Industriezentrum des Harbachtales mehr und mehr verloren. Geplante Projekte zur Revitalisierung Agnitas sind bis heute ohne nennenswerten Erfolg geblieben. Viele Jugendliche waren und sind gezwungen, abzuwandern, weil es zu wenig Arbeitsplätze gibt.

Persönlichkeiten
* Georg Daniel Teutsch (1817–1893), Bischof der evangelischen Kirche, war Mitte des 19. Jahrhunderts Pfarrer in Agnetheln
* Franz Friedrich Fronius (1829–1886), Naturwissenschaftler und Heimatkundler, war zwischen 1868 und 1886 Pfarrer in Agnetheln
* Christian Friedrich Maurer (1847–1902), Historiker und Dramatiker, geboren in Agnetheln
* Trude Schullerus (1889–1981), Malerin, geboren in Agnetheln
* Erhardt Andree (1911–1972), Historiker, gründete 1952 das Harbachtalmuseum
* Ioan Gyuri Pascu (* 1961), Komödiant, Komponist, Sänger und Schauspieler, geboren in Agnetheln
* Elena Cârstea (* 1962), Sängerin

Weblinks und Quellen
* mit demographischen Details
*
*
*
*
*



en:Agnita
eo:Agnita
fr:Agnita
hu:Szentágota
it:Agnita
nl:Agnita
pl:Agnita
pt:Agnita
ro:Agnita
tg:Агнита
zh:阿格尼塔
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.09.2019 09:11 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Blutsverwandtschaft Wie das Leben manchmal so spielt, hätte ein anderer Diktator gerne seine Zähne in die großen Gebissabdrücke des berühmten Drachensohns Vlad III. geschlagen. Nicolae Ceauşescu tat alles dafür, Leben
1) Bukarest: Die Hauptstadt (2,1 Millionen EW) ist beileibe nicht alles, aber ohne den Epochenmix der lärmenden rumänischen Metropole kann man die restlichen Eindrücke nicht so gut einordnen. Es gibt nichts Dümmeres, als der
Rettet die Klischees! Sind nicht sie unsere rettenden Inseln in einem riesigen, schwarzen Meer des Unwissens. Warum sollten wir dann ausgerechnet den berühmtesten Sohn des Landes unterm Sargdeckel verstecken, wie eine geheime Verschlusssache? Und
"Murfatlar" ("Basarabi" von 1924 bis 1965 und 1980 bis 2007)Gemäß dem Gesetz 370/2007, veröffentlicht im Rumänischen Amtsblatt ("Monitorul Oficial al României") vom 21. Dezember 2007, erhielt die Stadt erneut die amtliche Benennung Murfatlar: .
"Cajvana" (deutsch "Keschwana", ukrainisch "Кажване/Kashwane") ist eine Stadt im Kreis Suceava (Rumänien). LageCajvana liegt auf einer Hochebene unmittelbar am östlichen Rand der Obcina Mare, eines Teilgebirges der Ostkarpaten. Die
"Gheorgheni" (ung. "Gyergyószentmiklós", dt. "Niklasmarkt") ist eine Stadt im Osten der Region Siebenbürgen (Rumänien) und mit etwa 20.000 EinwohnernVolkszählung 2002 die drittgrößte Stadt im Kreis Harghita. Sie liegt etwa 45 km nördlich der
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Die Schweiz hat den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-EM verpasst. Stürmer Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen rettete seiner Mannschaft am Mittwoch in Paris mit seinem Ausgleichstreffer aber immerhin ein 1:1 (0:1) im zweiten
Mit seiner zwitschernden Panflöte begeisterte er Millionen Menschen weltweit, darunter auch berühmte Filmregisseure. Gheorghe Zamfir wirkt wie ein Besessener: in seinem Ehrgeiz als Entertainer, aber auch in seinen fragwürdigen politischen Positionen. Bukarest
Wetter

Bucureşti


(21.09.2019 09:11)

-2 / 2 °C


22.09.2019
-3 / 0 °C
23.09.2019
1 / 4 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Deutschland ist im Car ...
Preisgelder der UEFA N ...

Urlaub an der Mosel od ...
Auferstanden aus Rouen ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum